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Ein Berg, ein Wochenende, eine Challenge

Die Zugspitze, mit 2962 Metern Deutschlands höchster Gipfel, steht am Wochenende im Fokus der Scott-Rock the Top-Zugspitz Trailchallenge, die mehrere Läufe umfasst. Und mittendrin zwei Seidenraupen, Eva und Manuel Kölker.

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So sieht es aktuell am Zielbereich „oben“ aus. Foto: Plan B

Während sich Eva mehr oder weniger unfreiwillig der Aufgabe „Halbmarathon“ am Sonntag stellt (es war ein Geschenk), geht Manu bereits am Freitag um 18.07 Uhr erstmals auf die Strecke. Dann nämlich wartet der AOK-City-Lauf durch Garmisch-Partenkirchen auf die Läufer. Der Lauf ist mehr Aufgalopp als wirkliche Herausforderung: Nach zwei Runden durch die Heimatstadt des Eishockey-Gotts Andi Raubal und rund drei Kilometern ist auch schon wieder Schluss. Ein paar Hindernisse sind wohl zu überwinden, überfordern wird die Distanz aber wohl keinen.

Dafür dann aber das Brett am Samstag. Hier hat sich Manu für den Marathon (Start 6 Uhr) entschieden: 43,5 Kilometer mit üppigen 3965 Höhenmetern – leckomio. Ebenfalls anspruchsvoll, allerdings ein wenig kürzer, ist die Vertical Challenge, ein Berglauf, der um 9 Uhr startet. Hier geht es vor allem eins: steil hinauf. Am Ende sind nach 16 Kilometern 2200 Höhenmeter überwunden.

Beide Streckenverläufe können sich übrigens kurzfristig noch verschieben. Der Veranstalter Plan B behält sich das Recht vor, auf das Wetter zu reagieren und die Zielankunft zu verlegen, wie er es in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat. Auch heuer liegt „oben“ Schnee, es scheint aber nach aktueller Prognose zu klappen. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass die ZTC nicht das Rennen ist, bei dem 2008 zwei Läufer gestorben sind (das war der Zugspitz-Extremlauf, der 2013 das letzte Mal stattfand).

Am Sonntag geht es dann für das Ehepaar Kölker um 10 Uhr gemeinsam weiter. 22,8 km und 1023 Höhenmeter sind zu überwinden, ehe das Ziel in Ehrwald erreicht wird. Höchster Punkt wird irgendwo bei „Auf den Törlen“ bei 1597 Meter (nach 14 Kilometer) sein.

In den kommenden Tagen werden wir euch die Strecken vorstellen, stay online!


Schnupperetappe???

Hallöchen zusammen und schöne Grüße aus dem sommerlichen Imst in Tirol. Heute meldet sich die weibliche Stimme der Seidenraupen und ich möchte von meiner ersten Trailrunningerfahrung berichten.

Als ich von dem Angebot der Schnupperetappe beim 4 Trails erfahren habe und klar war ich begleite die Jungs wieder als Unterstützung, wuchs in mir die Lust die Schnupperetappe mal auszuprobieren. Also Anmeldung raus und Strecke trainieren. 

Damit ich aber auch mit den Höhenmeter Erfahrung mache, waren wir an Pfingsten im Allgäu und sind von Oberstdorf zum Nebelhorn (2200 Höhenmeter) hoch gelaufen. Es hat super geklappt und auch Spaß gemacht. Also die besten Voraussetzungen für den Start bei der Schnpperetappe. Diese geht über 36km von Garmisch-Patenkirchen bis nach Ehrwald in Österreich. 6 Anstiege und 6 Abstiege…ALARM!!!

Gestern als um 7:30 Uhr der Wecker klingelte war schlagartig eine extreme Nervosität bei mir da, weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte auf was ich mich da eingelassen habe. Bei Nervosität habe ich immer einen extremen Reizmagen und kann nichts essen. Aber ohne Frühstück auf eine 36km Etappe mit 2400 Höhenmeter geht gar nicht. Ich habe mir dann also nen Brötchen mit lecker selbstgemachter Marmelade von Tini Raubal runtergezwungen (unter anderen Umständen hätte ich die Marmelade bestimmt mehr genossen), ne Banane hinterher, mehr ging nicht.

Ich habe dann alle meine Sachen zurecht gemacht um nix zu vergessen…wenn ich nervös bin renn ich total planlos auf und ab und weis von einer Sekunde auf die Nächste nicht mehr was ich machen wollte. Klar, den Rucksack mit Wasser befüllen…

…aber shit…der Rucksack hat ein Leck…das Wasser ist direkt ausgelaufen und ich dachte ich bin im falschen Film. Die Vorstellung ohne Wasser starten zu müssen ging gar nicht.

Beim Start, war glücklicherweise ein Stand von Salomon und scheinbar sah ich so verzweifelt aus, dass die mir direkt für umme nen neuen Verbindungsschlauch gegeben haben. Damit war das Problem gelöst und es konnte los gehen.

Um 10 Uhr dann der Startschuss…die Menge setzte sich in der knallen Sonne in Bewegung.  Manu startete mit mir zusammen und wir haben ausgemacht, dass wir bis zur ersten Verpflegungsstation zusammen bleiben.

Also 2 km locker zum einlaufen bis dann die erste Steigung kam. Ich dachte das müsste ausreichen um ins Rennen zu finden, aber so war es leider nicht. Ich war von Anfang an mit mir selbst beschäftigt und mit meinem nervösen Magen. Die erste Steigung war überwiegend in der Sonne und ging richtig krass bergauf. Ich dacht mit den Stöcken kann ich mich da ganz gut hoch hangeln. Leider fehlte mir irgendwie die Kraft in den Armen und mein ganzer Körper fühlte sich komisch an. Ich hab recht schnell gemerkt, dass es absolut nicht MEIN LAUFTAG war.

Ich hab mich also die erste Steigung hoch gequält. Irgendwann habe ich mir nen Energy Gel rein getrunken in der Hoffnung das es mich ein bissl nach vorne bringt. Manu hat mich immer wieder motiviert und ich war echt froh das er da war. An KM 6 nach 500 Höhenmeter kam dann plötzlich eine Verpflegungsstadion, die gar nicht eingeplant war. Naja, bissl Obst reingeschaufelt, Energie Drink und weiter. Es ging dann auf nem Waldweg ein wenig bergab und die Energiemittel haben gewirkt. Ich habe mich auf einmal gut gefühlt und dachte, dass ich mich gefangen habe.

Bei KM 9 sollte eigentlich eine richtige Verpflegungsstation kommen, die kam aber nicht. Hatten die irgendwie woanders auf ne falsche Strecke gestellt. Das hat mich alles irgendwie sehr verwirrt und ich wusste gar nicht mehr was als nächstes kommt.

Die 2. Steigung von 6 ragte dann unmittelbar vor mir in den Himmel hoch. Jetzt hieß es in 3 km von 900 Höhenmeter auf 1600 Höhenmeter. Da es mir grad gut ging, fand ich den Anstieg anfangs gar nicht so schlimm…aber umso steiler es wurde, umso mehr verließ mich die Kraft. Ich hatte auf dem Berg „Körper“ und hab mich die ganze Zeit gefragt, wie ich die mir bevorstehenden 4 Aufstiege schaffen soll, wenn ich hier schon fast einknicke.

Manu ist schon mal nen Stück voraus gelaufen…hat aber immer wieder nach unten gerufen…THANKS Schatz…=o)

Der Berg wollte und wollte nicht enden und der Spaß hatte mich bereits verlassen. Ich habe  schon beim zweiten Anstieg gegen mich selbst gekämpft. Warum habe ich heute eine so schlechte Tagesform? Wo ist meine Kraft und Leistung? Ein wenig Verzweiflung machte sich schon breit, weil ans aufhören wollte ich anfangs nicht denken…

„Was ich anfange, ziehe ich auch durch“…“Wenn ich was will, dass schaffe ich es auch“…“Wie fühlt es sich wohl an ins Ziel einzulaufen?“ 

All diese Gedanken mache ich mir immer um mich zu pushen…aber auf diesem Berg konnte ich nur an eins denken „Wie um alles in der Welt komme ich über diesen Berg?“ Ich will mich hinsetzen und nicht mehr weiterlaufen. Als ich gemerkt habe das ich diese Gedanken habe, wurde es echt kritisch…ich hatte Engel und Teufel auf der Schulter sitzen…der eine sagt: „Lauf weiter, du schaffst das!“…der andere sagt: „Hömma, so wie du aussiehst, wird das eh nix, steig aus!“

Ab diesem Zeitpunkt hat das nix mehr mit innerem Schweinehund zu tun, da geht es darum realistisch zu sein. Wenn ich mich jetzt schon so quäle, wie soll es dann beim nächsten noch längeren Anstieg werden? Auf diese Frage fand ich keine Antwort mehr, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte über den nächsten Berg zu laufen.

Ich habe also beim erklimmen der 1600 Höhenmeter überlegt auszusteigen. Als ich ob angekommen bin und Manu mich lachend empfangen hat, hab ich mich erst gar nicht getraut was zu sagen. Ich war nun da oben auf 1600, mit gutem Wetter und klarer Sicht…ich war aber so blockiert und mit mir selbst beschäftigt, dass ich die Aussicht überhaupt nicht war genommen habe. 

Ich habe Manu gesagt, dass ich aussteige und er wollte mich motivieren weiter zu machen. „Jetzt geht es ja erstmal wieder bergab, gib nicht auf“…

Der Abstieg war in 3 km von 1600m auf 772m und ich sag euch, das ist kein Spaß. Ich musste immer wieder anhalten, weil mir die Kraft in den Oberschenkeln fehlte. Manu hat immer wieder auf mich gewartet, das war wirklich super lieb und ich schätze das sehr. „Danke Schatz“. Ich wollte aber nicht seine Zeit kaputt machen und habe ihn dann irgendwann los geschickt, er soll einfach laufen. 

Ich war dann also irgendwann allein und habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt weiter zu machen. Es hat ne ganze Zeit gedauert, bis ich mich endgültig entschlossen hatte aufzuhören…der Abstieg wurde immer krasser und tat auch mittlerweile so krass in den Oberschenkeln weh. Diese Gefühle bewegten mich dann ca 1km von der Verpflegungsstation die endgültige Entscheidung zu treffen.

„Ich bin raus!“ waren die Worte zum Medical Team

Von Schnupperetappe kann hier nicht die Rede sein. Das war der absolute Hammer!!!

Im Anbetracht, dass ich im September den Berlin Marathon laufen möchte war es die richtige Entscheidung. Ich hätte mir weder mental noch physisch nen Gefallen getan, wenn ich weiter gelaufen wäre. Ein bischen traurig bin ich, dass es nicht geklappt hat. Aber ich kann auch auf das was ich geschafft habe stolz sein.

Nämlich auf 16km mit 1600m hoch und 1200m runter…YEAH!!! =o)

Jetzt bin ich wieder in die Position der Rennbegleitung übergegangen und da hab ich auch Spaß dran.

Manu läuft die 2. Etappe, der Start war um 7 Uhr heute morgen und die Läufer sind jetzt 7:44 dran…Der Sieger der heutigen Etappe ist nach 4.50h reingelaufen…das ist so ein bekloppter Spanier…hier sind schon auch Freaks unterwegs…

Das war meine erste Trailerfahrung, ich will nicht sagen das es dabei bleibt. Ich bin aber froh das ich jetzt erstmal über keinen Berg mehr drüber muss…zumindest nicht zu Fuss, sondern evtl mit der Bahn ;o)

In diesem Sinne…Adios aus Imst

Ich hol den Manu gleich im Ziel ab…GO MANU GO!!!!


Los gehts: Start der zweiten Etappe

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Etappe 2: Ehrwald – Imst Nach der Auftaktetappe steht morgen von Ehrwald nach Imst das erste große Highlight auf dem Programm der SALOMON 4 TRAILS. Zu Beginn geht es einmal quer durch das Mieminger Gebirge bis schließlich die Grünsteinscharte (2.272 m) erreicht ist. Oben angekommen wartet auf die Läuferinnen und Läufer nicht nur ein traumhaftes Panorama, sondern auch ein 1.200 Höhenmeter langer Downhill zurück ins Tal. Dort heißt es auf der Verpflegung ordentlich Kohlenhydrate zu tanken, bevor es in den zweiten Anstieg geht.
Von Finsterfiecht über die Haiminger Alm locken traumhafte Trails hoch über dem Inntal bis kurz unter den Tschirgant (2370 m), der markant über Imst thront. Noch liegen 1.400 Höhenmeter im Abstieg zwischen den Läufern und dem Ziel, auch wenn das bereits deutlich zu hören ist. Rasant geht es neuerlich dem Tal entgegen bis die Teilnehmer nach 41,8 km den mit 780 m Höhe tiefsten Punkt der SALOMON 4 TRAILS erreichen. Die Hälfte des 4-Tages-Rennens ist dann bereits geschafft.

Streckendaten:
Startzeit: 07:00 Uhr
Kilometer: 45,30 km Höhenmeter im Aufstieg: 2723 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 2940 Hm
(Infos von http://www.4trails.de/Strecken/Etappe2.aspx)

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Leckomio…

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Nein, eine Einführungsetappe war das heute nicht. Die 36km von Garmisch-Partenkirchen nach Ehrwald (viele der Läufer hatten auch mehr auf der Uhr) hatten es in sich: sechs Anstiege, davon drei richtig mies, Megasonne und schwüles Gewitterwetter…puh!
Aus dem Grund hat Eva auch nach 15km ihre Testetappe abgebrochen. Ich habe mich weiter gequält und das Ziel nach dürftigen 7.36h (oder so) erreicht. Jetzt Bett, morgen dann mehr…


4 Trails 2013 ist gestartet

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Genau in diesen Minuten ist der 4 Trails 2013 gestartet. Mit dabei: Die seidenraupen Eva-Maria Neder und Manuel Kölker. Während Seidenräupche Eva die heutige Etappe als Startschuss in ihre Trailrunning-Laufbahn sieht, ist es für mich nach dem Transalpine-Run im vergangenen Jahr der zweite Start bei einem reinen Trail-Wettbewerb. Leider nicht dabei: Henne Hahn, der ursprünglich auch angemeldet war. Doch eine Achillessehnenentzündung hat ihn in den vergangenen Wochen lahmgelegt, an einen Start war nicht zu denken. Schade, doch wir werden das Ding rocken und an dich denken. Insgesamt gehen mehr als 500 Startet auf den Viertages-Lauf, der in Garmisch-Partenkirchen startet und nach rund 160 Kilometern und 10.000 Höhenmetern in Samnaun in der Schweiz zu Ende geht.

Wie auch beim TAR gibt es an dieser Stelle nun täglich Infos zu den Etappen.

S4T 2013 1.Etappe Garmisch Ehrwald Version 1.0Etappe 1: Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald

Von wegen harmloser Auftakt: die Charakteristik der ersten Etappe hat es in sich. 36 km, 2.410 Höhenmeter und drei knackige Aufstiege gilt es zu bewältigten werden, ehe das Ziel in Ehrwald erreicht ist.

Wer den Zugspitz-Ultratrail gelaufen ist, der wird einige Strecken und Anstiege auf der ersten Etappe wiedererkennen. Zum Beispiel den Aufstieg zur Talstation Längenfelder. Von Kilometer 9,5 bis 13 sind dabei exakt 625 Höhenmeter zu bewältigen. Die Talstation liegt auf einer Höhe von 1616 Meter und ist damit die höchste Erhebung der ersten Etappe. Übrigens: nur zwei Kilometer nach dem Start müssen zum Warmlaufen reichen, dann geht es schon hinauf zum Abzweig Drehmöserwald auf 1.279 Meter.

Gemächliche Flachstücke gibt es auf dieser Etappe sowieso so gut wie nie. Denn auch nach dem Aufstieg zur Talstation Längenfelder geht es gleich wieder steil abwärts Richtung Grainau. Nach ca. 4 km haben die Teilnehmer die Talsohle in Hammersbach auf einer Höhe von 772 Metern erreicht, um gleich wieder in den Kletter-Modus zu schalten. Acht Kilometer geht es hoch, ehe bei Rennkilometer 25 der Grenzübergang nach Österreich auf einer Höhe von 1520 Metern erreicht ist.

Sollte hier noch keine Entscheidung über den Tagessieg gefallen sein, dürfte es spätestens nach der dritten Verpflegungsstelle an der Talstation der Ehrwalder Zugspitzbahn soweit sein. Direkt vom dritten Kontrollpunkt geht es einen Kilometer lang steil bergauf. Die letzten sechs Kilometer führt die Strecke dann leicht abwärts direkt ins Ziel nach Ehrwald.

Hier die Streckendaten der 1. Etappe im Überblick:

Streckendaten:
Startzeit: 10:00 Uhr
Kilometer: 36,30 km
Höhenmeter im Aufstieg: 2410 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 2113 Hm
(Infos von http://www.4trails.de/Strecken/Etappe1.aspx)