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Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet wieder SRC-Kontingent

Das Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet auch in diesem Jahr wieder vergünstigte Zimmerpreise für Teilnehmer des Seidenraupen-Cross. Bedeutet: An dem Race-Wochenende in Krefelds schickstem Hotel absteigen und am Sonntag, 6. Oktober, Krefelds geilste Pisten rennen. Und wer mag, legt dann noch einmal die Füße hoch. Die Preise gelten vom 4. bis 7. Oktober, das Abrufkontingent gilt vorerst bis zum 23. August und solange der Vorrat reicht.

Eingangsbereich zum Krefelder Hof. Foto: Stadt Krefeld

DIE PREISE

Standard Einzelzimmer 59.- €
Standardzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 69.- €
Standard Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 79.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 1 Person 69.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 79.- €
Privilege Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 99.- €

Das Frühstücksbuffet ist inbegriffen. Das Parken auf dem Hotelgelände wird mit sechs Euro pro Fahrzeug / Tag berechnet.

Infos und Anfragen? Hier entlang.


Lisa in Nepal: Ein ganz schönes Brett (Teil zehn)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil zehn.

Teil 10: Ein ganz schönes Brett

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Tag 17 – Aufstieg zum Cho La Pass

Der nächste Tag ist vergleichsweise easy und die Gokyo Seen sind ein echter Hingucker. In Gokyo bestellen Jacinda und ich mittags in der Lodge jeweils zwei Pizzen!

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Tag 17 – Aufstieg zum Cho La Pass zunächst links neben, später auf dem Gletscher (rechts)

Von nun an geht es gefühlt nach Hause. Wir reden jeden Tag darüber, wie sehr wir uns auf eine Dusche freuen. Und Fleisch (das soll man hier oben nämlich nicht essen und wir haben uns brav dran gehalten). Und frische Kleidung. Ein Pass steht uns noch bevor, aber wir wissen, dass wir das schaffen werden und danach – smooth sailing. Dachten wir.

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Tag 17 – Cho La Pass (5.430m)

Tatsächlich fordert der Pass uns nochmal alles ab. Und auch die darauf folgenden 2 Tage werden nicht wirklich entspannt.

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Tag 17 – Aussicht von unterwegs

Durch unseren zusätzlichen Akklimatisierungstag in Dingboche müssen wir die ursprünglich geplanten 3 Tage Abstieg nach Lukla auf 2 Tage verkürzen. Mit jeweils 18 km. Was mir im Vorfeld nicht besonders viel erschien, ist jetzt an Tag 21 und 22 ein ganz schönes Brett.

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Tag 17 – Blick auf den Gletscher im Abstieg

In den 2 Tagen machen wir Bekanntschaft mit Katrin, 41 aus Deutschland. Wir nehmen sie auf in unseren Club. So langsam kann man sich beim Gehen auch wieder unterhalten und das macht es doch kurzweiliger.

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Tag 18 – Yaks auf dem Weg nach Gokyo

Ich lasse mir mit dem Abstieg Zeit, es spielt für mich keine Rolle, ob ich um 14.30, 15.00 oder 16.00 in der Lodge ankomme, Hauptsache vor Anbruch der Dunkelheit. In Namche kaufe ich Souvenirs und laufe nochmal durch die Gassen und erinnere mich daran, wie es sich angefühlt hat, als wir im Aufstieg diesen Ort erreicht/passiert haben. Und jetzt habe ich es tatsächlich fast geschafft….

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Tag 19 – Gokyo Lake am frühen Morgen

Es stellt sich langsam ein Gefühl tiefer Zufriedenheit ein, dass seinen Höhepunkt in dem Moment findet, indem ich am folgenden Nachmittag um die letzte Ecke dieses Trails biege und vor mir ein kleiner Torbogen auf die gepflasterte Straße, die nach Lukla reinführt, blickt. WAS FÜR EIN GEFÜHL…. Mir kommen die Tränen….

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Tag 19 – Pferd mit gefrorener Mähne vorm Gokyo Lake

Ich laufe durch die Straßen, bis mich irgendwo Ongcchu abfängt und mit mir abklatscht. Wir essen zusammen mit Jacinda, Katrin, Ongcchu, Ongcchus Bruder, Katrins Guide und unseren Portern zu Abend.

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Tag 19 – Renjo La Pass (5.535m)

Am nächsten Tage fliegen wir, aufgeteilt auf 3 unterschiedliche (klapprige) Maschinen, vom gefährlichsten Flughafen der Welt zurück nach Kathmandu.

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Tag 23 – Rückflug Lukla – Kathmandu

Vom Flugzeug aus sieht man noch einmal den Everest. Die Aussicht ist immer noch überwältigend. Ich bin immer noch richtig hier und wenn ich das nächste Mal hier bin, will ich auf 6.000 m stehen!

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Tag 19 – Unser Weggefährte für den Tag genießt die Pause auf dem Pass

Ruan, Jacinda, Katrin und ich treffen uns abends in Thamel. Das beste Steakhouse der Stadt haben wir für den Abend gewählt. Während ich mittags die einzelnen Lagen (wirklich dreckiger) Wäsche vom Körper geschält habe, ist mir aufgefallen, dass ich in den 3,5 Wochen einige Kilo Körpergewicht in den Bergen gelassen habe.

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Tag 19 – Aussicht vom Renjo La, Blick auf Gokyo Lake und Mount Everest (Bildmitte zwischen den Wolken)

Jetzt sitzen wir hier, alle sind frisch geduscht, tragen saubere Kleidung, die Stimmung ist gelöst, nach einem Cocktail sind wir noch viel heiterer und dann kommt endlich das heiß ersehnte Fleisch….

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Tag 21 – Abstieg nach Namche Bazaar

Am Tag danach habe ich mir morgens eine Massage in Kathmandu gegönnt und mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht. Und dann war ich plötzlich wieder zurück….


Zwischenstand beim KLC

Nach den ersten beiden Rennen im Krefelder Lauf-Cup (KLC) hat sich wie erwartet ein breites Führungsfeld ergeben – zu unterschiedlich sind eben der Halbstunden-Paarlauf des SC Bayer und der Kulturlauf in Linn.

Startschuss beim 25KM-Lauf (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Wie dem auch sei: Auf https://seidenraupen.org/krefelder-lauf-cup/ ist der Zwischenstand zu sehen. Spannend wird es, wenn am Sonntag, 30. Juni, der Charity-Run, und damit der dritte Part im KLC, über die Bühne geht. Hier dürften sich einige der Teilnehmer beider Wettbewerbe wiederfinden und sich ggf. an die Spitze setzen.


Lisa in Nepal: Zu Ende machen oder abbrechen? (Teil neun)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil neun.

Teil 9: Zu Ende machen oder abbrechen?

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Tag 16 – Aussicht vom Kala Patthar (5.643m)

Auf dem Kala Patthar dann, am nächsten Morgen zwischen 4.30 und 7.00, kommt der Punkt an dem ich mich sehr ernsthaft frage, ob ich das Ganze hier zu Ende machen kann (und will) oder abbrechen und umkehren möchte. Beim Frühstück in der Lodge, von der wir morgens zum Gipfel aufgebrochen sind (unsere Sachen hatten wir da gelassen, da wir an der Lodge vorbei zurück und dann weiterziehen würden), heule ich dann für fast eine ganze Stunde. Ongcchu und Ruan schauen mir traurig dabei zu.

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Tag 16 – Das Dreigestirn bei Sonnenaufgang vom Kala Patthar aus

Ich spreche mit Ongcchu. Geplant sind noch 6 weitere Tage, darunter 2 Passtage und Gokyo Ri, also noch 3 Mal rauf auf über 5.200 m. Es gibt die Möglichkeit, dass ich ab Lobuche, 2 Stunden Abstieg von hier, mit dem Porter zurück nach Namche gehe. Ruan und Ongcchu würden dann mit Jacinda und Ongcchus Bruder von da in die entgegengesetzte Richtung weitergehen und die Tour wie geplant beenden. In den folgenden 2 Stunden nach Lobuche spielt sich in meinem Kopf alles ab….

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Tag 16 – Abstieg nach Dzonglha mit viel Nepali Flat

Mit dem Ergebnis, dass ich dann doch lieber noch 6 weitere Tage die Zähne zusammen beißen möchte, als mich mein restliches Leben lang zu ärgern, dass ich es nicht versucht habe. Ich ziehe das jetzt durch!

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Tag 16 – Aussicht von unterwegs

Ruan füttert mich von nun an mit noch mehr Süßigkeiten (wieviel zusätzliche Kilo schleppt der Junge bloß mit sich rum seit Namche?!), es geht wieder bergauf mit der Stimmung. Der Aufstieg zum Cho La Pass am nächsten Tag läuft wie am Schnürchen. Ich vorne weg, hinter mir irgendwo Ruan, zum Schluss Jacinda. Für sie ist es der erste Pass. Ich hab richtig Spaß! Die Strecke ist abwechslungsreich, es sind kaum noch andere Trekker um uns herum, die Sonne scheint….

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Tag 16 – Ongcchu begleitet mich bis zur Ankunft in Dzonglha an meinem schwarzen Tag

Während der Pause auf dem Pass essen wir unser mitgebrachtes Mittagessen. Und Süßigkeiten. Danach geht es dann bergab. Wir übernachten in Dragnag, 4.700 m. Sauerstoffsättigung wieder bei 86%, Herzfrequenz 95. Sogar ein bisschen Appetit kommt beim Abendessen zurück.


Lisa in Nepal: Der Verfall der Menschen ist erschreckend (Teil acht)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil acht.

Teil 8: Verfall der Menschen ist erschreckend

Beim Frühstück am nächsten Morgen kurz vorm Aufbrechen höre ich, wie jemand meinen Namen ruft: Glenn! Ich freue mich riesig ihn hier wieder zu sehen. Allerdings teilt er mir mit, dass er abbrechen und umkehren wird. Er hatte von Namche schon zwei Versuche gebraucht, um weiter aufzusteigen. Beim ersten Mal musste er nach einem Tag wieder umkehren, da er mit der dünnen Luft nicht klar kam, nachts immer wieder nach Luft schnappend aufgewacht ist und nicht mehr schlafen konnte. Bis Lobuche war er dann am Vortag doch noch gekommen, nicht über den Pass, sondern auf direktem Weg, aber weiter könne und wolle er nicht mehr. Ich bin erschüttert. Glenn war so fit, immer schneller als ich, immer gut drauf, hoffnungsvoll, motivierend und beruhigend….

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Tag 15 – Aufbruch zum Everest Base Camp

Ich selber merke jetzt mit jeder Stunde, dass ich immer weiter abbaue. Am Abend zuvor lag meine Sauerstoffsättigung nur noch bei 71% und die Herzfrequenz in Ruhe bei 112. Alles, wirklich alles, ist jetzt anstrengend und unangenehm. Für mich ist es inzwischen Tag 16, seit 4 Tagen habe ich diesen fürchterlichen, trockenen Husten, den hier oben alle haben – die Nepali nennen ihn den „Khumbu cough“, in Anlehnung an den Namen der Region, Solu Khumbu. Meine Nase sitzt permanent zu, Ruan hat jeden Tag Nasenbluten. Ich spüre am rechten Fuß die Zehen nicht mehr – 3 davon werden taub bleiben, Kälteschaden. Latente Kopfschmerzen sind dein stetiger Begleiter. Durch das Diamox muss ich nachts 3 Mal pro Stunde mindestens zur Toilette. Jedes Mal schäl ich mich dafür aus dem Schlafsack, dann dem Seidenschlafsack, rein in die Schuhe, Stirnlampe und Klopapier liegen immer griffbereit neben dem Kopfkissen und dann los. Sobald ich wieder im Bett liege, muss ich erstmal wieder zu Atem kommen.

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Tag 15 – Everest Base Camp (5.360m)

Ich habe ein Zwischentief, der Weg zum Base Camp und am nächsten Tag rauf auf den Kala Patthar (5.600 m) wird für mich zum absoluten Grenzgang, mental gesehen. Wir treffen wieder auf Jacinda. Da wir nun einige Tage auf einer Höhe > 5.000 m verweilen und dabei ausschließlich auf Gletschern unterwegs sind, ist es jetzt noch einmal spürbar kälter, die Temperatur liegt bei -17 Grad. Ich habe den Eindruck, dass Ruan und Jacinda nun fitter sind als ich, aber das hält mich zusammen.

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Tag 15 – Das Dreigestirn Lhotse – Everest – Nuptse vom Base Camp aus

Das Base Camp ist unspektakulär, da im Herbst keine Expeditionen da sind. Ich höre und sehe an diesem Tag 4 gewaltige Lawinenabgänge am Lhotse, dem vierthöchsten Berg der Welt. Die Anzahl der Helikopter Evakuierungen hier oben ist enorm und der sichtbare Verfall der Menschen um mich rum ist erschreckend. Viele sind nicht mehr in der Lage alleine zu gehen, sie sind zu schlecht akklimatisiert, werden von ihren Begleitern oder Guides gestützt. Wir übernachten in Gorakshep auf 5.100 m. Ruan bekommt Magen-/Darmprobleme, er hatte am Tag zuvor auf dem Pass Wasser aus einem Fluss getrunken bevor die Chlortablette es anständig reinigen konnte. Er nimmt Imodium, legt sich schlafen und hofft, dass es am nächsten Tag wieder gut ist. Ich putz mir derweil die Nase wund und huste so sehr, dass ich dabei ständig würgen muss.


Lisa in Nepal: Diamox (Teil sieben)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil sieben.

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Tag 10 – Aufstieg nach Tengoche, rechts die Ama Dablam

Teil 7: Diamox

Am nächsten Tag steigen wir zu einem Aussichtspunkt auf 5.100 m auf (von bisher 4.300 m). Der Aufstieg ist beschwerlich, die Aussicht unbezahlbar. Wir essen einen Mars Riegel oben auf dem Gipfel – einer der besten Mars Riegel meines Lebens. Ich fühl mich super, kann selbst nicht mehr glauben, dass es mir am Tag zuvor so viel schlechter ging.

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Tag 10 – Tengboche Monastery

Jacinda und Ruan dagegen werden beim Abstieg immer stiller. Die Höhenkrankheit holt sie ein. In der Lodge legt sich Ruan direkt schlafen, er fängt an Diamox zu nehmen. Jacinda bekommt beim Abendessen plötzlich Panik. Auf dem linken Auge sieht sie nichts mehr. Sie weiß nicht, ob es eine beginnende Migräne ist oder Auswirkungen der Höhe. Wir beide fangen an Diamox zu nehmen. Ruan und Jacinda tauschen das Zimmer, sie schläft bei mir.

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Tag 11 – Aufstieg nach Dingboche

Am nächsten Morgen geht es ihr besser, aber sie hat Angst. Sie entschließt sich nicht über den Kongma La Pass (5.550 m) zum Base Camp zu gehen, sondern außen rum. Wir verabschieden uns für die nächsten 2 Tage voneinander, sie muss wieder ein Stück zurückgehen, während wir weiter Richtung Chhukung und dann am nächsten Morgen um 5.30 aufbrechen zu unserem ersten Pass.

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Tag 11 – Wir folgen immer noch dem Dudh Kosi (milchiger Fluss)

Der Passtag ist hart. Hart, hart, hart. Wir beide hören Musik, Ongcchu läuft mal mit Ruan, mal mit mir. Reden will keiner. Ruan und ich kämpfen denselben Kampf,  jeder mit seinem eigenen Kopf. Immer wieder fragen wir Ongcchu, wie lange es noch dauert, bis wir oben sind. Die letzte Stunde zieht sich ewig….

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Tag 11 – Ankunft in Dingboche

Auf dem Pass angekommen sind wir extrem erschöpft aber glücklich und machen Pause. Was wir nicht wissen zu diesem Zeitpunkt ist, dass wir noch einige Stunden unterwegs sein werden und es dabei nicht, wie angenommen, nur bergab geht, sondern auch noch einige Male knackig bergauf.

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Tag 12 – Akklimatisierungstour von Dingboche aus

Während der letzten Stunde müssen wir dann noch den Lobuche Gletscher passieren, über große Felsbrocken kraxelnd und dann sind wir ENDLICH da – Lobuche, 4.900 m. Von hier geht es morgen zum Base Camp. Wir essen, trinken, schlafen….


Zwei Seidenraupen in Oslo

Martin Myrold und Manuel Kölker haben beim Ecotrail Oslo erfolgreich die 80 Kilometer-Strecke (81,6 KM) absolviert. Beide kamen ins Ziel, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Myrold war in seiner Heimatstadt nach 9:05 h im Ziel (45. von 228 Männern / M23-34: 17.) und hocherfreut über diese Zeit, Kölker nach 10:54 h (139. / M40: 22.) und am Boden. „Es war sehr cool, wieder zu Hause zu laufen“, so ein zufriedener Martin.

Martin (links) und Manu vor dem Start.

Der Lauf begann bei besten Bedingungen und für beide locker. Malerisch schlängelte sich die Route rund zehn Kilometer am Akerselva aus der Stadt heraus, dem Prinzip des Ecotrails folgend: Raus aus der Urbanität, rein in die Natur. Der imposante See Maridalsvannet empfing die Läufer wenig später mit klarem Blau – eine Augenweide, wie auch der Weg um ihn herum: Ein angenehmes Auf und Ab durch traumhafte Natur.

Der See Maridalsvannet.

Bis hierhin waren die beiden Seidenraupen, die noch mit drei anderen Bekannten von Martin liefen, auch noch frohen Mutes, frisch und agil.

Noch sind alle zusammen. Foto: Sportograf

Leider verlor sich ihre Spur aber schon kurze Zeit später. Manu füllte an der ersten Station eine Flasche, Martin joggte locker im Tross weiter, doch die rund fünf/sechs Minuten, die ab hier zwischen ihnen lagen, konnten nicht mehr geschlossen werden.

Kurz danach verlor sich die Gruppe.

„Ich habe in der folgenden Steigung Gas gegeben und sie auch noch ein, zweimal einige hundert Meter weiter gesehen, aber irgendwann war da nichts mehr zusehen“, so Manu, der sich dummerweise beim folgenden Downhill auch noch in einem Bachlauf langlegte. „Nix wildes, aber die Prellung an der Rippe war schon nicht angenehm.“ Dennoch: Auch das kostete ein, zwei Minuten – die Gruppe war endgültig gesprengt.

Auffie gehts…

Von da an war es also ein Rennen für Manu alleine, Martin mit den drei anderen. Und endlich war es auch ein richtiger Trail. Vorbei die Straßen und Waldautobahnen, knackige Anstiege und Singletrails en masse. Nach KM 17 war der erste harte Gipfel erreicht, und wäre man nicht in einem Rennen gewesen, so hätte ein Bad im malerischen Fagervann gepasst, denn die Waden qualmten schon enorm.

Martin und seine Begleiter an der Schanze… Foto: Sportograf

Am Holmenkollen (KM34) folgte dann nach vielen Up and Downs die nächste Verpflegungsstation und natürlich der Blick auf diese wahnsinnig imposante Skisprungschanze. Acht Minuten lagen zwischen Martin und Manu.

…und Manu auch.

Wenig später, bei Hyttikulpen, dann der erste Kontakt zu Martins Vater, der mit dem Rad unterwegs war und bei Bedarf mit Essen oder trockenen Shirts hätte aushelfen können.

Beste Sicht auf Oslo. Foto: Sportograf

An Essen war bei Manu aber mal wieder nicht zu denken, „bei längeren Etappen fällt es mir schwer, irgendwas festes zu mir zu nehmen. So musste ich mit meinen Gels auskommen.“ Auch den Underberg, den einige Kids bei Nordmarkskappelet anboten, lehnte er ab. Und das muss schon etwas heißen 😉 Doch noch waren die beiden recht nah beieinander, was die Durchgangszeit bei KM50 an der Station Sorkedalen bewieß: Martin 5:30 h, Manu 5:49. „Nur“ 19 Minuten.

Kurz nach der 50KM-Station war die Kette ab.

Dann aber war beim Oldie die Kette ab. „Meine Muskeln wollten nicht mehr so, wie ich wollte. Machte ich zu große Schritte, krampften meine Beine – egal wo. In den Schienbeinen und in den Oberschenkeln ging bei zu großer Belastung nichts mehr.“ Das dumme: Noch waren es 30 Kilometer, also wahrlich kein Katzensprung. Was folgte, waren auch im Berg indiskutable KM-Zeiten, die aber auch nicht viel besser wurden, als der Canyon vom Lysakerelva nach der Station bei Fossum (60KM; Martin: 6:55, Manu: 7:27) erreicht wurde. Noch mal ein knackiges Stück, diese verteufelte Schlucht am rauschenden Wasser.

Martin bei KM 60.

Hier folgte ein zweiter Sturz bei Manu und auf dem folgenden, leider sehr trostlosen Stück eine Tempoverschäfung bei Martin, der danach bis ins Ziel noch richtig Gas geben konnte. „Der Ernährungsplan hat gut funktioniert. Das Gefühl, auf den letzten 10 km noch Energie zu haben, um umzuschalten und noch einmal auf die Tube zu drücken, war richtig gut! Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit, denn immerhin war das Ziel, bei circa neun Stunden ins Ziel zu kommen. Allerdings merke ich die Konsequenzen, in einer flachen Gegend zu wohnen. Es wäre vielleicht hilfreich, vorher mehr Höhenmeter zu laufen“, so Martin nach seinem ersten Rennen über 50 KM.

„Für mich ging es ab einem bestimmten Punkt nur noch darum, ins Ziel zu kommen. Schade, denn bis zu einem gewissen Punkt im Rennen lief es eigentlich ganz gut. Auf der anderen Seite habe ich mir dann aber bewusst Zeit genommen. Laut meiner Uhr habe ich 35 Minuten an den Stationen verdaddelt, ich habe aber auch zwischendurch mal in einem Fluss gebadet, um meine Muskeln zu kühlen. Unter den Umständen eigentlich dann doch ganz okay“, bilanzierte Manu nach dem Ritt über Oslos Straßen.

Hier gehts zum Relive-Video.


Road to Oslo: Streckentest absolviert

Kurz bevor am Samstagmorgen um 8 Uhr der Startschuss fällt, waren wir noch einmal kurz auf der Strecke. Hinter der Idee des Ecotrails steckt bekanntlich: Raus aus der Stadt, rein ins Grüne – was in Oslo prima klappt. Ein paar Straßenbahnhaltestellen vom Zentrum, und Zack, ist man mitten in der Natur.

Wir haben uns den Abschnitt angeschaut, der uns circa bei KM60 blüht. Schaut man auf die Karte, sieht man einen Fluss, dem es zu folgen gilt. Downhill könnte man meinen, es ist aber ein äußerst welliges Unterfangen. Aber seht selbst:

https://instagram.com/p/Bx2eRlVovaT/

Eins der Fotos zeigt die Streckenmarkierer, denen wir begegnet sind. Wir müssen „nur“ dem rot-gelben Flatterband folgen. Nur…🤷🏼‍♂️

Der Boden ist nach den Regenfällen der vergangenen Tage erwartet nass. Wird geil, denken wir mal…


Road to Oslo: Welcher Schuh für den 80 KM Asphalt-Wald-Geröll-Mix?

Normalerweise bin ich nicht der Schuh-Shopper im Internet. Neben dem Aspekt, lieber den regionalen Handel zu unterstützen, muss ein Schuh schließlich passen. Doch wie viele Paare sollen es werden, wenn man noch nicht genau weiß, welches Modell es überhaupt werden soll? Pro Modell zwei oder drei, um auch die richtige Größe zu finden? Das große Problem: Ich würde es in der Kürze der Zeit wohl nicht schaffen, alle gewünschten Schuhe bei regionalen Anbietern testen zu können.

trail Magazin – Titelbild Ausgabe 3/2019

Glücklicherweise kristallisierten sich aus dem Laufschuh-Test des Trail-Magazins (Ausgabe 3 Mai/Juni 2019) vier Modelle heraus, von denen ich bei drei Marken meine Größe kannte: Als Adidas-Träger zeigte ich mich hocherfreut, dass zwei Modelle der Herzogenauracher als gut empfunden wurden, der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Adidas Terrex Agravic Boa. Hinzu kam der Salomon Sense Pro 3 und als gefühlter Testsieger der La Sportiva Kaptiva. Das Einsatzgebiet: Der Ecotrail Oslo 80 km. Kein hochalpines Profil, trotzdem aber knapp 2000 HM. Viel Wald, aber auch 15 bis 20 km Asphalt. Natürlich verfüge ich über eine breite Palette an Schuhen und Trailschuhen, doch der Mix aus Geröll, Wald und vor allem Asphalt erschien mir für meine bisherige Latschen als too much. Vor allem meine Trailschuhe sind alle eher etwas für alpine Trails mit wenig Asphalt-Anteil.
Übrigens: Sprengung und Gewicht waren mir egal, ich komme mit sehr vielen Modellen zurecht.

Zur Auswahl (von links) La Sportiva Kaptiva, Adidas Terrex Agravic XT GTX, Adidas Terrex Agravic Boa oder Salomon Sense Pro 3.

Passform
Innerhalb weniger Tage waren die Schuhe da – und siehe da: Alle passten. Und wie: Beide Adidas schmiegten sich an meinen Fuß wie eine Socke, der Kaptiva packte meinen Fuß, als wären die beiden füreinander geschaffen. Lediglich der Salomon steckte ein wenig nach, er versuchte nicht sofort ein Aha-Gefühl.
Punkte für beide Adidas und den Kaptiva.

Der Boa sieht tatsächlich so geil aus, der Agravic XT ist bei mir blau. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Aussehen
Ist mir in der Regel eigentlich schnurzpiepe, vor allem im Gelände, wenn eh nach wenigen Kilometer der Schmutz überwiegt. Dennoch: Der Adidas Terrex Agravic Boa sieht einfach verdammt geil aus. Diese Mischung aus rot und blau lässt Herzen höher schlagen. Der Kaptiva wirkt ungewöhnlich, aber das zeichnet ihn auch hier aus. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Sense Pro 3 sind schlicht und solide, mehr aber auch nicht.
Punkte für den Boa und Kaptiva.

Obermaterial
Lobte ich gerade noch den Adidas Terrex Agravic Boa, so hat dieser hier deutliche Nachteile. Auf dem Mittelfuß hat er ein äußerst dünnes Material, das keinem Stein widerstehen könnte. Kann man auf der Straße mögen, im Gelände aber ein absoluter Fail. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Salomon bestechen dagegen mit einem robusten, aber nicht zu festen Material. Was der Kaptiva bietet, ist ebenfalls sehr angenehm und dürfte sehr ausdauernd sein. Ist das schwierig…
Punkte für den Terrex Agravic XT GTX, den Kaptiva und den Salomon, Minuspunkte für den Boa.

Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Schnürung
Der Adidas Terrex Agravic Boa punktet hier wieder. Das Boa-System ist einfach klasse: Ein wenig drehen und zack sitzt der Schuh. Fraglich nur, wie es sich nach hunderten Kilometern Outdoor verhält. Salomon bietet sein gewohntes Schnellschnür-System, das sich bewährt hat. Kennt man, ist einfach super. Die beiden anderen kommen mit „normalen“ Schnürsenkeln daher.
Punkte für den Boa und den Salomon.

Sohle und Dämpfung
Hier sollte es einfach stimmen, denn was bringt der beste Look, das robusteste Obermaterial oder die cleverste Schnürung, wenn sich die Sohle nach ein paar Kilometern in Luft auflöst oder sie einfach viel zu hart ist. Laut Trailmagazin ist der Adidas Terrex Agravic XT auch für nassen Asphalt geeignet, bei seinem Boa-Kollege kann ich mir das auch vorstellen, hier macht die Sohle einen weichen Eindruck – beide kommen übrigens mit der bewährten und von mir sehr geschätzten Boost-Dämpfung daher. Ausdrücklich geeignet für Schotter- und Asphalt-Passagen ist laut Trail-Magazin aber vor allem der Sense Pro 3, dessen Sohle sich auch nicht als sooo hart wie zum Beispiel beim S-Lab Sense zeigte. Der Kaptiva hat eine kleine Legende dabei, die ihn als Profi auf den knackige Trails ausweist, für Asphalt jedoch nur bedingt geeignet scheint.
Punkte für Salomon und die beiden Adidas

Mein Modell des Sense Pro 3 kam in Schwarz daher. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trailmagazins.

Facebook
Warum nicht die Masse fragen? Und so stellte ich die Frage nach dem besten Schuh für diesen Zweck aus den vier gewählten Modellen in der Gruppe „Berg- und Trailläufer dieser Welt“. 24 Kommentare gab es, einige davon gingen zu gänzlich anderen Modellen, andere waren wenig förderlich. Drei jedoch empfahlen den Sense Pro 3.
Punkte für ihn.

Preis:
Der große Vorteil beim Online-Shopping ist der breite Vergleich von Preisen. Die im Trail-Magazin genannten Preise stimmten daher nicht komplett, lediglich der Kaptiva war nirgendwo günstiger als 139 Euro. Der Boa kostete im günstigsten Fall 117 Euro, der Salomon 103 Euro, der Adidas Terrex Agravic XT GTX 98 Euro.
Punkte für den Adidas Terrex Agravic XT GTX und den Sense Pro.

Ergebnis
Verdammt, am liebsten hätte ich alle vier behalten. Jeder hatte Vor- und wenig Nachteile, alle vier waren einfach der Hammer, was mir auch zeigte, wie gut dieser Test im Trailmagazin war bzw. ist.
Nach allem Für und Wider für den genannten Zweck landete ich schließlich beim Salomon. Ausschlaggebend war die Sohle, das robuste, aber trotzdem angenehme Obermaterial, die Erwähnung im TM über die Eignung auf Asphalt und die positiven Stimmen bei der Facebook-Abfrage.
Er setzte sich letztlich gegen den Adidas Terrex Agravic XT GTX durch, der mein zweiter Favorit war. Beim Boa störte mich einfach das sehr sehr weiche Obermaterial, und der Kaptiva erschien mir für den Zweck einfach nicht geeignet. Ich glaube, er wäre es geworden, stünde ein alpiner Trail an, was auch zeigt, dass der Preis das wenig ausschlaggebenste Argument war.

Die ersten Läufe
Nach rund zwei Wochen mit den Schlappen zeigt sich, dass sie tatsächlich gut im Mix funktionieren. Ich hatte sie auf einer 25 KM-Runde durch Parks an, habe sie auf Straßen getragen und war auch einmal auf Krefelds höchstem natürlichen Berg, dem Hülser Berg (immerhin 67 Meter hoch). Wirkliche Trails gibt es bei uns leider nicht, hier bleibt ein Ergebnis also offen.
Etwas schwammig kam er mir auf sehr weichem Waldboden vor, es war aber auch echt verdammt matschig. Die Anstiege am Berg meisterte er ohne Probleme und auch auf der Straße machte er eine gute Figur. Ich glaube, die Wahl war gut – aber das bestätigt sich jetzt in Oslo.

Ein dickes Danke geht an das Trailmagazin, das nicht nur einen tollen Test geliefert hat, sondern auch den Abdruck der Testberichte auf http://www.seidenraupen.org gestattet.


Road to Oslo: Die Spannung steigt

Am Samstag heißt es für MartinM und Manu „Auf in ein neues Abenteuer“. Die beiden starten ab 8 Uhr beim Ecotrail Oslo über die Ultra-Distanz von 80 Kilometer.

Es wird ein gewagtes Unterfangen: Beide haben am 28. April einen Marathon gelaufen und danach deutlich heruntergefahren. Nach rund zwei Wochen ging es dann wieder los, schließlich müssen die müden Knochen ja an den Ritt gewöhnt werden. Vergangenen Sonntag stand dann mit dem 25KM-Lauf bei Crossover Linn der letzte längere Lauf an.

Huch – was ist denn hier passiert. Foto: Marit Karlsen

In Martins Heimatstadt erwartet sie eine weitaus größere Schleife rund um Oslo: 82 Kilometer, 1700 Höhenmeter. Raus und rein geht es entlang von Flüssen, darüberhinaus dann in die Berge und Täler der Fjordlandschaften von Norwegen.

Martin kennt einen großen Teil der Strecke, war er doch schon einmal auf der 50km-Strecke des Ecotrails unterwegs. Die beiden werden in Norwegen auf zwei Freunde von Martin treffen – geplant ist dann, dass das Quartett die Mühen gemeinsam auf sich nimmt. „Unter neun Stunden sollte das zu schaffen sein“, sagt Martin. Und deutet damit an, dass es kein Spaziergang werden wird. Manu dazu: „Eigentlich hatte ich es etwas gemütlicher geplant, aber wenn es dann anders kommt, ist das auch okay.“

Kennt jeder, der sich für Sport interessiert: Die Skisprungschanzen am Holmenkollen. Foto: Marit Karlsen

Spektakulär wird es auf jeden Fall: Es geht an Norwegens berühmteste Skisprungschanze auf dem Holmenkollen, der nach einem rund 30 Kilometern langen Anstieg erreicht wird. Ab KM50 sieht das Streckenprofil so aus, dass es nur noch bergab bis ins Ziel geht, was angesichts der dann schon absolvierten Distanz auch nicht ganz verkehrt sein kann. Warten wir es ab…

Streckenprofil des Eco-Trails Oslo.