Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Autor-Archiv

Road to Oslo: Die Spannung steigt

Am Samstag heißt es für MartinM und Manu „Auf in ein neues Abenteuer“. Die beiden starten ab 8 Uhr beim Ecotrail Oslo über die Ultra-Distanz von 80 Kilometer.

Es wird ein gewagtes Unterfangen: Beide haben am 28. April einen Marathon gelaufen und danach deutlich heruntergefahren. Nach rund zwei Wochen ging es dann wieder los, schließlich müssen die müden Knochen ja an den Ritt gewöhnt werden. Vergangenen Sonntag stand dann mit dem 25KM-Lauf bei Crossover Linn der letzte längere Lauf an.

Huch – was ist denn hier passiert. Foto: Marit Karlsen

In Martins Heimatstadt erwartet sie eine weitaus größere Schleife rund um Oslo: 82 Kilometer, 1700 Höhenmeter. Raus und rein geht es entlang von Flüssen, darüberhinaus dann in die Berge und Täler der Fjordlandschaften von Norwegen.

Martin kennt einen großen Teil der Strecke, war er doch schon einmal auf der 50km-Strecke des Ecotrails unterwegs. Die beiden werden in Norwegen auf zwei Freunde von Martin treffen – geplant ist dann, dass das Quartett die Mühen gemeinsam auf sich nimmt. „Unter neun Stunden sollte das zu schaffen sein“, sagt Martin. Und deutet damit an, dass es kein Spaziergang werden wird. Manu dazu: „Eigentlich hatte ich es etwas gemütlicher geplant, aber wenn es dann anders kommt, ist das auch okay.“

Kennt jeder, der sich für Sport interessiert: Die Skisprungschanzen am Holmenkollen. Foto: Marit Karlsen

Spektakulär wird es auf jeden Fall: Es geht an Norwegens berühmteste Skisprungschanze auf dem Holmenkollen, der nach einem rund 30 Kilometern langen Anstieg erreicht wird. Ab KM50 sieht das Streckenprofil so aus, dass es nur noch bergab bis ins Ziel geht, was angesichts der dann schon absolvierten Distanz auch nicht ganz verkehrt sein kann. Warten wir es ab…

Streckenprofil des Eco-Trails Oslo.

Lisa in Nepal: Die Luft wird dünner (Teil sechs)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil sechs.

Bild6

Tag 9 – Akklimatisierungstour von Namche Bazaar aus, Ama Dablam im Hintergrund

Teil 6: Die Luft wird dünner

Namche liegt auf 3.550 m, eine Höhe, die ich in der Woche zuvor schon einmal erreicht habe, bei der Überquerung des Lamjura Passes mit Glenn und den British Army boys. Heute wird mir nicht mehr übel, als ich oben ankomme, aber man kommt hier deutlich schneller außer Atem als das bisher der Fall war.

Bild7

Tag 9 – Der Blick ins Tal nach Lukla

Namche ist der Hotspot der Region, kein Dorf, sondern eine Stadt. Es gibt hier alles. Ruan und ich kaufen Süßigkeiten und Medikamente. Und noch mehr Süßigkeiten. In einem kleinen Café gibt es neben sämtlichen Kaffeespezialitäten und Kuchen auch WIFI. Jacinda, eine Australierin Mitte 30, die alleine mit Ongcchus Bruder als Guide unterwegs ist, schließt sich uns für die Tour am nächsten Tag um Namche herum an. Zur besseren Akklimatisierung bleiben wir eine zusätzliche (geplante) Nacht in Namche.

Bild8

Tag 9 – Immer häufiger bekommen wir jetzt den Everest zu sehen, hier leider hinter den Wolken

Danach geht es weiter. Wir laufen um die Ama Dablam, herum immer weiter hinein in den Himalaya. Die nächsten zwei Tage stell ich fest, dass Nepali flat ein dehnbarer Begriff ist und offensichtlich von Tag zu Tag steiler wird. Ab 4.000 m Höhe wächst kein Baum mehr, ab 4.700 m werden auch keine Büsche mehr wachsen.

Bild9

Tag 9 – Khumjung (3.790m)

Es wird jetzt von Tag zu Tag kälter, nachts ist es -8 Grad, tagsüber nicht wärmer als 1 – 2 Grad. Die Lodges sind innen auch nicht wärmer, sie halten lediglich den Wind ab. Ich stelle um von der mitteldicken Daunenjacke auf die dicke Daunenjacke, und hoffe, dass es nicht noch sehr viel kälter wird.

Bild10

Tag 9 – Kongde Ri, Blick vom Abstieg aus Khumjung zurück nach Namche Bazaar

In Dingboche legen wir einen weiteren (ungeplanten) Akklimatisierungstag ein, da wir langsam alle (ich am Tag zuvor am deutlichsten) merken, dass die Luft immer dünner wird. Noch bin ich bei ca. 90 % Sauerstoffsättigung und einer Herzfrequenz von 90 in Ruhe.

Bild11

Tag 9 – Ab Namche Bazaar tragen nur noch Yaks und Porter Lasten

Ich versuche wach zu bleiben nachmittags, da das bei der Akklimatisierung helfen soll und ich nehme eine letzte warme Dusche. Bis zu meiner Rückkehr nach Kathmandu werde ich nicht mehr duschen gehen. Weiter oben wird es kein fließendes Wasser mehr geben, ganz zu schweigen von warmem Wasser. Es fällt mir immer schwerer zu essen, auch Jacinda bekommt teilweise nichts oder nur sehr wenig von den Mahlzeiten runter. Ruan füttert uns mit seinen Süßigkeiten.

Bild12

Tag 9 – Noch einmal der Kongde Ri im Hintergrund


Vier Seidenraupen bei Crossover aktiv

Startschuss beim 25KM-Lauf (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Drei Seidenraupen sind am vergangenen Wochenende beim Kulturlauf @ Crossover Burg Linn gestartet. Anne nahm sich die 10KM vor und war nach nach 50:50 min im Ziel (Platz 6, W35: 2.). Es gewann Cordula Meisgen in 46:45 min.

Anne auf heißen Sohlen…

MartinM und Manu gingen auf die 25 KM-Strecke, um sich schon einmal für das kommende Wochenende (Ecotrail in Oslo) einzulaufen. Das Ziel war ein lockerer Lauf. Am Ende sind sie damit überraschend Vierter und Fünfter in 1:56:31 h geworden, gewannen jeweils ihre Altersklasse und verpassten das Podium nur um 25 Sekunden. „Wir wähnten uns gar nicht so weit vorne. Hätten wir das mal gewusst“, so Martin. Marco Backschat gewann in 1:53:21.

Manu (links) und Martin im Ziel.

Mehr als ein Ultraläufer leistete MartinH, der erneut der Mann ander Zeitmaschine war und diese ab 10 Uhr bis in den Nachmittag bediente – uff! Good job!


Lisa in Nepal: Lukla bis Base Camp (Teil fünf)

Bild5

Tag 8 – Free Wifi und Kaffee auf 3.550m

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil fünf.

Teil 5: Lukla bis Base Camp, drei Pässe und Gokyo

In Lukla habe ich das erste Mal seit einer Woche wieder eine warme Dusche. Die Lodge erinnert an ein Hotel (ein eigenes Sitzklo mit Spülung auf dem Zimmer!!!). Die Anzahl an Trekkern, die hier alle 20 Minuten eingeflogen werden, ist schier unglaublich. Ich beobachte das Ganze von der Dachterrasse eines kleinen Hotels mit Blick auf die Start-/Landebahn. Hier gibt es sogar Kaffee. Ich kriege eine Ahnung davon, wie überlaufen der Trail von hier bis zum Base Camp sein wird. Danach allerdings, über die Pässe zu den Gokyo Seen soll es wieder sehr ruhig sein.

Bild3

Tag 8 – Ankunft in Namche Bazaar

Am nächsten Tag ist es bewölkt/neblig. Am Flughafen passiert den ganzen Tag nichts. Lukla ist abgeschottet von der Welt. In den Lodges sitzen den ganzen Tag alle im Gemeinschaftsraum um die Öfen und lesen, unterhalten sich gedämpft über das, was sie schon erlebt haben bzw. das, was ihnen noch bevorsteht. Ich habe einen sehr schönen Abend mit einem neuseeländischen Paar, was schon auf der Heimreise ist. Sie waren im Base Camp.

Bild14

Tag 8 – Im Aufstieg sind immer mehr weiße Gipfel zu sehen

Am nächsten Morgen gehe ich um 7.00 zu dem mir genannten Treffpunkt, der Buddha Lodge. Ich habe keine Ahnung, wie mein Guide oder der andere Trekker heißen oder aussehen. Ich gehe einfach rein, stehe im Gemeinschaftsraum, schaue mich um und warte einen Moment…. Und tatsächlich, kurz danach steht ein Nepali vor mir und fragt mich, ob ich Lisa bin. Er bringt mich zu einem Tisch. Hier sitzt schon Ruan, 26 und Brite.

Bild1

Tag 8 – Eine von vielen Hängebrücken über den Dudh Kosi

Ongcchu, unser Guide, bringt mir Tee und sagt, er kommt gleich wieder. Ruan und ich unterhalten uns. Wir werden uns verstehen, das ist jetzt schon klar und ich bin froh und erleichtert. Gegen 8.20 geht es weiter nach Phakding. Eine fast flache – Nepali flat – Strecke von ca. 3 Stunden, ein kurzer Tag. Für mich. Ruan dagegen ist fertig, legt sich direkt nach dem Mittagessen in unserem Zimmer hin und schläft. Ich gehe mit Ongcchu zu einem buddhistischen Kloster. Ongcchus Englisch ist schwer zu verstehen (noch), aber ein ruhiger, lieber Mensch. Er ist 35 und seit 6 Jahren Guide. Davor war er Porter.

Bild2

Tag 8 – Aufstieg nach Namche Bazaar

Am nächsten Tag kommt der harte Aufstieg nach Namche Bazaar. Wir überqueren den Dudh Kosi Fluss 5 Mal über die typischen, nepalesischen Hängebrücken. Danach geht es nur noch bergauf. Auf ungefähr der Hälfte des Aufstiegs kommt ein Aussichtspunkt – von hier aus kann man das erste Mal den Mt. Everest sehen! So langsam verändert sich die Landschaft und man bekommt einen Eindruck davon, was da für gewaltige Aussichten noch auf uns warten. Das hier ist was anderes als die Alpen.

Bild4

Tag 8 – Apotheken und Kühe….


Grotifant, Eddie the Eagle und Kevin laufen mit – Du auch?

Wenn das nichts ist: Die Maskottchen des KFC Uerdingen, der HSG Krefeld und der Krefeld Pinguine haben ihre Zusage für den Bambini- und Kids-Lauf beim 7. Seidenraupen-Cross am Sonntag, 6. Oktober, gegeben.


Grotifant (Zweiter von links), und Kevin (Mitte) und
Eddiey the Eagle (rechts) laufen am 6. Oktober mit. Ob sich Haiko (links) und Rick Raven auch ins Getümmel stürzen, ist noch unklar. Foto: Krefeld Pinguine

Grotifant, Eddie the Eagle und Kevin werden bei beiden Rennen zumindest starten – ob sie die Kondition für die Strecken haben, wird sich zeigen. „Alles Formsache, bis dahin bin ich fit“, sagt der Grotifant. Immerhin er kennt sich aus mit Wettrennen. Unvergessen, als er im Mai 2006 an Stefan Raabs 1. offizieller deutscher Maskottchen-WM bei „TV-total“ teilnahm. Im Qualifikationslauf wurde er überlegen Erster, musste im Finale aber einem gestürzten Konkurrenten ausweichen und verlor wertvollen Boden. Am Ende sprang Rang neun heraus. Mal sehen, wer diesmal die Nase vorn hat.

Ihr wollt dabei sein? Hier geht es zur Anmeldung!


Noch bis Samstag, 12 Uhr, beim Kulturlauf anmelden

Die Anmeldefrist für die Kulturläufe während „Crossover Burg Linn“ läuft am Samstag, 11. Mai, 12 Uhr ab. Ambitionierte Freizeitjogger oder Ultra-Läufer können am Sonntag, 19. Mai, ab 10 Uhr in der Vorburg an den Start über Distanzen von 5, 10, 25 und 50 Kilometer gehen. Die Anmeldung ist unter
http://my5.raceresult.com/114090/info?lang=de zu finden. Nachmeldungen sind am Raceday auch noch möglich.

Anlässlich des Internationalen Museumstages an diesem Sonntag erwartet die Besucher nicht nur freier Eintritt in die Museen. Rund um die Läufe wird es ein krassgeiles Programm für Kinder und Erwachsene geben. Unter anderem zeigt das Kresch-Theater Aufführungen, ein Workshop zum Light-Painting findet statt und Führungen durch die Ausstellungen.


Jennifer Morscheiser und Jens Sattler freuen sich schon sehr auf die zweite Auflage von 
Crossover.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Bereits am Samstag, 18. Mai, schlagen Römer wieder ihr Lager am Archäologischen Museum Krefeld auf und berichten von dem damaligen Leben. Ferner sind Sportangebote und Vorführungen unter anderem mit Football und Baseball sowie E-Sports vorgesehen. Zudem sind weitere Aktionen und ein Bühnenprogramm geplant.

Den kompletten Programm-Plan gibt es hier und den Lageplan hier. Weitere Infos unter www.museumburglinn.de/de/crossover-burg-linn


Samstag, 11. Mai, 11 Uhr: Reinemachen am Kapuzinerberg und Inrather Berg

Kapuzinerberg und Inrather Berg – die beiden Gipfel ziehen die Besucher magisch an. Es bieten sich tolle Blicke über Krefeld und zahlreiche Gelegenheiten, die Fitness zu trainieren. Doch leider sind beides auch Orte, die häufig von Müllfrevlern heimgesucht werden. Hausmüll wird entsorgt, Schutt wird abgeladen oder es werden einfach nur die Hinterlassenschaften der letzten Partynacht „vergessen“. Der Bürgerverein Inrath sammelte schon Ende März, seitdem ist aber wieder einiges an Müll zusammen gekommen.

Das bekannte Gipfelkreuz auf dem Kapuzinerberg fehlte eine ganze Zeit lang, ist jetzt aber wieder da.

Damit aber beide Berge gerade jetzt im Frühling erstrahlen können, packen wir am Samstag, 11. Mai, ab 11 Uhr an und sammeln den Müll entlang der Seidenraupen-Cross-Laufstrecke und auch daneben. Gerne können sich Interessierte anschließen. Wir treffen uns auf dem Parkplatz am Fuß des Kapuzinerbergs.

Bitte bringt Handschuhe und Mülltüten mit – wir klären gerade noch mit der GSAK, welche Materialien uns zur Verfügung gestellt werden können.

Aufstieg zum Kapuzinerberg.

Weitere Passagen der SRC-Strecken sind glücklicherweise nicht betroffen, was uns in der vergangenen Woche aufgefallen ist. Daher können wir uns auf beide Berge beschränken. Bei ausreichend Personal können wir uns natürlich aufteilen.


Lisa in Nepal: Routine stellt sich ein (Teil vier)

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil vier.

Teil 4: Routine stellt sich ein

Die nächsten 2 Tage bleibe ich mit Glenn und den Jungs zusammen. Die Australier sind nur noch zu zweit, Stuart ist noch am ersten Tag umgekehrt und wird in Kathmandu auf seine Freunde warten. Eine Schweizerin, Chris, ist mit einem Guide und 3 Portern unterwegs – sie will zum Base Camp und dann noch auf den Gipfel des Island Peak (6.189 m). Und ein niederländisches Paar, Mitte/Ende 50, begegnet uns immer wieder. Noch ist alles grün und tagsüber in der Sonne ist es recht warm.

Dann, am Mittag meines dritten Tages, dem zweiten Tag mit meiner amerikanisch-britisch-deutschen Reisegruppe, beschließen die British Army boys zusammen mit Gabriel, weiter als für den Tag geplant zu gehen. Sie müssen einen ungeplanten Stopp in Lukla machen, um Geld zu tauschen, da sie zu wenig für den Rest der Tour dabei haben. Sie hoffen, dass sie diesen ungeplanten Stopp irgendwie rausholen können, indem sie die nächsten Tage schneller laufen. Glenn, der keine Eile hat, beschließt mit mir weiter zu gehen und so verabschieden wir uns von den anderen. Ihren Platz wird am nächsten Tag Ilan, aus Israel, mit seiner Gruppe von ca. 7 Leuten einnehmen. Sie sind bis Phaplu geflogen und stoßen erst jetzt auf den Trail dazu.

Langsam stellt sich eine gewisse Routine ein: Morgens um 6.15 Aufstehen, Wanderhose und Wanderschuhe anziehen (im Rest, einschließlich der Daunenjacke habe ich bereits geschlafen), Haare kämen und Zähne putzen, dann um 6.30 zum Frühstück. Es gibt Pfannkuchen oder Omeletts mit warmem Tee. Ich fülle meine Trinkblase auf und gehe zurück auf das Zimmer. Seidenschlafsack einrollen, Kulturtasche (und was sonst noch rumfliegt) einpacken, Trinkblase verstauen, Rucksack verschließen, Wanderstöcke in die Hand und los. Es ist ca. 7.00. Die nächsten 2 Stunden werden Glenn und ich einfach jeder in seinem Tempo, aber immer irgendwie in Sichtweite voneinander, laufen. Dann werden wir irgendwo in einem Teehaus in der Sonne Pause machen und Tee trinken. Dann weiter bis ca. 12.00 – Mittagessen. DAS Gericht in Nepal nennt sich Dhal Bhat. Linsensuppe, Gemüsecurry und Reis. Nepali schwören darauf und auch Glenn wiederholt Mantra-artig: „Dhal Bhat powers 24 hours“ oder „Powered by Dhal Bhat“. Nach Abschluss meiner Reise werde ich für mehrere Wochen nicht mehr an Reis denken können ohne direkt schon Verstopfungen zu bekommen…. Aber – das Zeug macht satt.

Nach dem Mittagessen, geht es dann in der Regel nochmal für 3 Stunden weiter, bevor das Tagesziel erreicht ist. Meistens ist Glenn vor mir da, sitzt vor der Hütte mit einem Tee für mich und drückt mir schon den Schlüssel für mein Kämmerchen für die Nacht in die Hand, das er für mich organisiert hat. Seit Glenn weiß, dass James jeden Abend ein paar Kräuter raucht (eine Notwendigkeit, wie er behauptet, wegen seiner Schlafapnoe), sind die zwei sehr gute Freunde geworden und Glenn hat abends keine Hüftschmerzen mehr…. Das Abendessen bestellen wir meistens für 17.30. Und danach ist Zapfenstreich. Ab 20.00 sind die einzigen Geräusche, die noch zu hören sind, das Schnarchen der anderen durch die Wände oder das Rascheln der Decken und Schlafsäcke beim Umdrehen.

Viel zu schnell kommt der Tag, an dem ich mich von meinen bisherigen Weggefährten verabschieden muss. Ich habe einen kurzen Tag vor mir. 2 Stunden bis Lukla, ca. 800 hm auf 2,5 km Strecke. Dort werde ich 2 Tage auf meinen Guide und meinen neuen Mitstreiter warten müssen. Alle anderen – Ilans Gruppe, die Schweizerin, die 2 Australier, das niederländische Paar und Glenn – werden Lukla bypassen und direkt weiter aufsteigen Richtung Namche Bazaar.

Bilder: Tag 6 – Aufstieg nach Lukla, Tag 6 – Start- und Landebahn Lukla Airport

 


Lisa in Nepal: Bhandar bis Lukla (Teil drei)

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil drei.

Teil 3: Bhandar bis Lukla

BildC

Tag 4 – Es häufen sich die Wegweiser nach Lukla

Gegen 7.30 am nächsten Morgen starte ich meine erste Tagesetappe, endlich geht es richtig los. Aber schon schnell stelle ich fest, dass nichts markiert ist und bin immer wieder an Abzweigen unschlüssig, in welche Richtung ich mich halten soll. An einer Stelle bleibe ich ca. 10 Minuten stehen. Dann sehe ich hinter mir eine kleine Gruppe zu mir aufschließen. 3 Australier mit ihrem Guide und 2 Portern. Auch sie sind auf dem Weg nach Lukla (und weiter). Ich schließe mich ihnen an, David und James sind Mitte 40 und sind zum dritten Mal in Nepal. Stuart ist Mitte 50 und ein Arbeitskollege von James. Der Vormittag vergeht schnell, es geht nur bergab. An einer Stelle müssen wir durch einen kleinen Bach laufen und danach durch hohes Gras – danach stellen die 3 fest, dass sie überall an den Beinen Blutegel hängen habe. Ich trage im Gegensatz zu ihnen eine lange Hose und lache noch mit den anderen über deren Blutegel, als James plötzlich einen auf meinem Hosenbein entdeckt – ich fange an zu schreien wie am Spieß.

BildA

Tag 2 – Glenn und ich auf dem Lamjura La Pass (3.500m)

Beim Mittagessen geht es Stuart plötzlich nicht mehr gut, es fängt langsam an zu regnen und bis zum Abend müssen wir noch 1.000 hm aufsteigen. Die Gruppe will warten, um zu sehen, ob es Stuart besser oder schlechter geht, denn von Sethe (wo wir die Nacht verbringen werden), gibt es keine Straßen mehr, die von Autos befahren werden können. Stuart müsste dann alles wieder selbstständig zurücklaufen.

BildB

Tag 3 – Auf dem Weg von Junbesi nach Nunthala

Ich gehe alleine weiter und treffe im Laufe des Nachmittags auf Glenn, 56 und Amerikaner, der gerade in den Frühruhestand gegangen ist und bis Weihnachten reisen möchte. Er war schon mal an der Annapurna. Glenn ist mit David (29), Jack (28) und Sam (28) – drei britischen Soldaten – und Gabriel (33), einem Deutschen mit rumänischen Wurzeln unterwegs. Sie haben sich 2 Tage zuvor im Bus kennengelernt und wollen zusammen zum Base Camp.

BildD

Tag 4 – Das Dorf Kharikola auf dem Weg nach Bupsa

Wir quälen uns bergauf nach Sethe. Gabriel, der extrem schnell ist, kommt als erster dort und an und trifft auf ein „Geisterdorf“. Die Häuser/Hütten sind überwiegend verrammelt, es sind keine Menschen zu sehen/hören. Jack und David, die nach ihm oben ankommen, sitzen am Ortseingang und ruhen sich aus, als Glenn und ich – zusammen mit Sam, den wir unterwegs eingeholt haben – zu ihnen stoßen. Wir überlegen, was wir tun sollen.

BildE

Tag 4 – Träger mit dem typischen nepalesischen Tragekorb Doko

Glenn und ich wollen nicht mehr weiter. Jack und David lassen ihre Rucksäcke zurück und steigen ein Stück weiter auf, um zu gucken, ob da noch irgendwas kommt, wo man übernachten könnte. Gabriel läuft durch das Gewirr an Hütten und Häuschen im Ort und schaut, ob er da doch noch irgendetwas/-jemanden finden kann.

BildF

Tag 4 – Die Landschaft ist immer noch sehr grün

Tatsächlich kommt er zurück mit einem Mann, der uns bitten zu bleiben. Seiner Frau gehöre die Lodge und sie würde mit dem Schlüssel nachkommen, um uns zu öffnen. Wir sind happy. David und Jack kommen zurück und im Laufe des Abends, als wir schon in unseren Betten liegen, hören wir noch einige Trekker ankommen.

BildG


Zwei Bestzeiten und eine Sub3: Seidenraupen auf der Überholspur

Ein Sonntag voller Läufe könnte man meinen: Marathons in London, Hamburg, Düsseldorf und Antwerpen, dazu der Apfelblütenlauf in Vorst. Die Seidenraupen waren mit Anne Klaßen, Martin Myrold und Manuel Kölker bei drei der Veranstaltungen vertreten. Die Ergebnisse passten trotz zum Teil widriger Umstände, denn es gab zwei persönliche Bestzeiten.

7bcb3c05-9494-4b14-b430-538423de0969

Anne konnte sich über eine neue PB freuen.

Anne wurde beim 10 KM-Lauf in den Vorster Apfelplantagen Zehnte (WH: 8.; Gesamt: 79.). Ihre 49:10 min sind gleichzeitig persönliche Bestzeit, und das trotz viel Gegenwind. Sie kam zwar etwas langsamer als geplant ins Rennen (nach 1,6 km im 5:11 min/km-Schnitt), konnte sich dann aber auf 4:52 min/km steigern. Applaus!

a8199ca7-cb38-4e85-8c5c-7cb462663879

Auch wenn die Sub3 verpasst wurde, war Martin sichtlich zufrieden.

Martin verpasste beim Düsseldorf-Marathon leider knapp das angestrebte Ziel, unter der Drei-Stunden-Marke zu bleiben und finishte in 3:03:53 h – immerhin aber auch in persönlicher Bestzeit. „Es ist zwar ärgerlich, so nah an der Sub-3 zu sein, ich bin aber trotzdem zufrieden.“ Im Gesamt-Ranking bedeutet das Platz 240 (von 2493 Startern) und 212. bei den Männern (von 1990, MHK: 88. von 466).

Myrold Zeiten 2019

Die Zwischenzeitgrafik von Martin.

„Ich bin den 3h-Pacern gefolgt, die sind ein wenig zu langsam gestartet“, sagte Martin, der die ersten 5km „nur“ in 21:49 min lief. Für eine 2:59:00 h-Zeit sind jedoch 21:13 min nötig. Dann aber war er im Rennen und konnte die verschluderten Sekunden bis zur Halbmarathon-Marke fast alle wieder einsammeln. Die war bei 1:29:36 h erreicht, nur sechs Sekunden unter dem Soll von 1:29:30 h >>> super.

Und es sah auch lange danach aus, dass es mit der Sub3 klappen sollte, denn bei KM 30 stand 2:07:37 h auf dem Tacho, 2:07:15 h sind für 2:59:00 h nötig, also immer noch voll im Soll. „Dann aber wurde es mental schwierig, da ich meine Gruppe verloren habe und viel alleine laufen musste.“ Die Kette war sprichwörtlich ab, die Pace sackte im Split 30-35 KM auf 4:25 min/km, und im 35-40 KM-Split auf 4:50 min/km, dahin der Traum von der Sub3. Schade, aber trotzdem natürlich eine mehr als respektable Zeit.

Den Traum konnte sich Manuel bei miesen Wetter (Wind, Regen, sieben Grad) in Antwerpen erfüllen. Nach 2:58:37 h war er im Ziel (Platz 86 von 2768 Startern, M40: 18., 85. bei den Männern). Mit der Zeit wurde er zweitbester Deutscher. Es ist seine drittbeste Marathon-Zeit jemals, nur in Boston 2015 (2:54:19 h) und in Köln 2016 (2:58:14 h) war er schneller.

img_6586

Durch Wind und Wetter, aber glücklich: Manu in Antwerpen.

Getreu dem Motto „Einfach ballern“ lief er die ersten fünf Kilometer in zackigen 19:44 min (laut Runtastic, es gab leider keine 5km-Zeitmatte) – und das, obwohl auf diesem Abschnitt der rund zwei Kilometer lange Waasland-Tunnel durchlaufen werden musste, der einiges an Gefälle und Steigung mit sich bringt. „Ich merkte, dass es gut lief, wusste natürlich aber nicht, ob und wie lange ich das durchhalten kann, da mein Training ja nicht so optimal gelaufen war. Aber ich bin einfach beherzt weiter“, so Manu. Die Halbmarathon-Marke war nach 1:27:04 h erreicht, also gute zwei Minuten besser als für die 2:59 h-Marke vorgesehen (1:29:30 h) und auch nach 30 Kilomter sah es gut aus: 2:04:15 h, genau drei Minuten über der vorgegeben 2:07:15 h. „Hier und da zwickte es zwar, aber es sah bis zum 34. Kilometer sehr gut aus, auch weil ich zwei, drei Läufer um mich herum hatte, denen ich gut folgen konnte.“

Dann aber wurden die Beine schwerer, starker Regen setzte wieder ein und eine kleine Unlust machte sich breit. „Die wich aber, als ich rechnete, dass ich einen so großen Puffer herausgelaufen hatte, dass mir eigentlich fast nichts mehr passieren konnte. Ich konnte also entspannt weiterlaufen, ohne mich unter Druck setzten zu müssen. Und vor allem wusste ich, dass zwischen KM 40 und 41 mein kleiner Fanblock, bestehend aus Lou, Eva, Xenia und Oli, auf mich warten würde.“

Und so kam es dann auch. Das Quintett feuerte jeden Läufer lautstark an und motivierte noch einmal für die letzten Meter. Damit waren sie die nahezu lauteste Fangruppe während des Marathons, denn (enthusiastische) Zuschauer suchte man auf den 42 Kilometern, mal abgesehen von Start, Ziel und einigen sehr wenigen Hotspots vergebens. Das Haupt-Lauf-Event sind und bleiben in Antwerpen die „Zehn Meilen“, an dem 22.638 Läufer teilnahmen.