Es ist die 20. Auflage der Tortour de Ruhr – und die Seidenraupen sind diesmal in Person von El Presidente Manuel Kölker dabei. Dass sich der 47-Jährige dieser Herausforderung nur zwei Wochen nach dem Transvulcania stellt, hat einen Grund: Den Ultralauf entlang der Ruhr wird es in dieser Form nur noch in diesem Jahr geben, danach ist Schluss. „Ruhr und Emscher, Kohle, Bergbau, Schalke – all das fasziniert mich seit Jahren. Als Läufer dann einmal bei der Tortour de Ruhr dabei zu sein, ist irgendwie ein Muss. Der Umstand, dass sie nun zum letzten Mal stattfindet, zwingt mich zu der Doppelbelastung, die sich aber hoffentlich nicht bemerkbar machen wird“, so Manu. Ausgerichtet wird das Event von einer höchst-engagierten Truppe um Jens Witzel, vor der man nur den Hut ziehen kann.

Um 0 Uhr erfolgt für ihn der Start in Herdecke. Andere sind da schon Stunden unterwegs. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, ab WInterberg (230 Kilomter) zu laufen, oder eben die 160 Kilometer-Distanz abzuspulen. „Beides war mir aber deutlich zu weit. Auch 100 KM sind ja kein Pappenstiel.“ Nach einer kleinen Einführungsrunde um den Hengsteysee biegen die 100 KM-Läufer auf die „wirkliche“ Strecke entlang der Ruhr. Das Ziel ist an deren Mündung in den Rhein in Duisburg. Auf dem Weg dorthin passieren die Teilnehmer vor allem Natur und die bekannten Städte nebst Industrie. Ständig wechseln sie die Flussseite, da ein durchgängiger Weg auf einer der Seiten fehlt. Gelaufen wird eben auf dem Ruhrradweg, der von Quelle bis Mündung eben 230 Kilometer lang ist.

„Ich habe keine Zielzeit, ich möchte einfach nur ankommen. Wir werden sehen, was Körper und Geist von diesem Vorhaben halten“, denkt Kölker pragmatisch. Nach Ultra-Expertin Tanja, die vor zwei Jahren ebenfalls die 100 Kilometer abspulte und Qualen durchlitt, ist Manu der Zweite im Seidenraupen-Schwarm, der sich der Herausforderung stellt – und eben auch der Letzte.

