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Henne meistert auch dritte 4Trails-Etappe

Die 4Trails sind zurück – und zwar mit einem neuen Konzept, einer neuen Streckenführung und vor allem: Hendrik Hahn. Das Gründungsmitglied war bekanntlich 2013 bei dem viertägigen Etappenrennen durch die Alpen angemeldet, musste dann aber wegen einer hartnäckigen Achillessehnenreizung passen. Manuel Kölker musste daher alleine los. Jetzt wagt er das Comeback!

Ein Haufen Irrer! Foto: Plan B

Vor sechs Jahren waren die 4Trails noch die kleine Variante des Transalpine Runs: Vier Etappen, jeweils im Bereich eine Marathondistanz, dazu happige 10.000 Höhenmeter im Aufstieg. Beim TAR war es eben die doppelte Menge. Nach einer kleinen Unterbrechung hat Organisator Plan B das Rennen ein wenig umgemodelt. Die Etappen sind nun kürzer, und nicht mehr so steil. Bisweilen waren die Läufer weit über fünf Stunden und mehr unterwegs. Das ging nicht nur an die Substanz, sondern schreckte auch viele ab. Zudem können heuer auch Hiker (oder auch Walker genannt) mitmachen.

Beste Voraussetzungen also für Hendrik, dessen letzter Trailrunning-Wettkampf in den Bergen tatsächlich der TAR 2012 war. „Eigentlich bin ich recht fit, aber vier Tage am Stück mit Höhenmetern. Wir werden sehen…“ Auf der ersten Etappe hatte er von Seefeld bis Leutasch 25,40 km, 1557 Hm Aufstieg und 1590 Hm Abstieg zu bewältigen. Von Seefeld aus begann der Tag mit einem Aufstieg durch das Skigebiet Rosshütte zum Seefelder Joch (2.060m) hoch.

Wo laufen sie denn? Foto: Plan B

Ein schöner Blick ins Karwendel Gebirge belohnte die Läufer für die Mühen. Es folgte ein steiler Abstieg ins Eppzirler Tal und weiter zur zweiten Verpflegung nach Gießenbach. Bekanntlich sind die Downhill-Etappen genau das, was man drauf haben sollte – so die Erfahrung vom TAR. Ein weiterer kleiner Aufstieg durch die Sattelklamm auf den Hausberg der Leutasch, den Hohen Stich (1.502m), musste noch bezwungen werden, bevor es die letzten Kilometer bergab ins Ziel ging. Hendrik lief als 46. Ins Ziel. Seite Zeit (3:20:43 h) lag 59 Minuten hinter dem Führenden.

Auf rauschende Ufer ein Mädel ich fand…Foto: Plan B

Auf der gestrigen Etappe ging es von Leutasch nach Wildermieming (22,9 km / 1297 Hm Aufstieg / 1534 Hm Abstieg), zunächst aber hinein ins Gaistal inmitten des beindruckenden Wetterstein Massivs. Die Strecke führte entlang des Ganghofer-Weges bis zur V1 an der Gaistalalm. Nun folgte ein steiler Aufstieg zur Niederen Munde (2.059m), ein sagenhafter Blick hinab ins Inntal und hinüber zum mächtigen Gipfel der Hohen Munde (2.662m) entlohnte für die Anstrengungen.

Here comes the sun! Foto: Plan B

Nun ging es bergab über den Hintereggensteig zur zweiten Verpflegung an der Neuen Alplhütte, von hier aus weiter auf panoramareichen Wegen, vorbei an Kapellen und Hütten bis ins Ziel nach Wildermieming. Hendrik kam nach 3:44:30 h als 66. ins Ziel, im Gesamt-Raniking liegt er somit auf Position 55.

Henne – etwas platt. Foto: Plan B

Heute stand dann die Etappe von Wildermieming nach Nassereith an (22 KM / 1247 Hm Aufstieg / 1288 Hm Abstieg). Nach einem leichten Anrollen ging es dann ab KM 3 stetig nach oben, bis bei 2030 Metern der höchste Punkt der heutigen Etappe erreicht wurde. Positiv: Danach gab es tatsächlich nur noch einen minimalen Anstieg, ehe es dann gemächlich abfiel. Henne war nach 3:53:31 h im Ziel, Platz 89. „Meine Oberschenkel sind komplett durch, da geht gar nichts mehr“, so sein bescheidenes Fazit nach Etappe 3.

Höher, schneller, weiter. Foto: Plan B

Morgen steht dann die Schlussetappe nach Imst auf dem Programm: 23,7 km, 1333 Hm Aufstieg und 1377 Hm Abstieg . Traumhafte Trails führen die Läufer zunächst auf dem Starkenberger Panoramaweg hinauf zum Sinnesgatter unterhalb der Alpeilspitze und weiter zur Walfahrtskirche Sinnesbrunn. Nun geht es talwärts durch einzigartige Lärchenwälder nach Obtarrenz. Die Querung der Salveesenklamm bringt uns weiter in Richtung Imst.  Ein erneuter Aufstieg nach Teilwiesen eröffnet den Blick über Imst und das Gurgltal. Vorbei an Schloss Starkenberg geht es nun direkt ins letzte Ziel, nach Imst.


Mach es gut, lieber Gerd

Mit Bestürzung haben wir vom viel zu frühen Tod von Gerd Zinkewitz erfahren. Er ist am 30. Juni im Alter von nur 48 Jahren verstorben. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und der Familie.

Gerd (links) und Manu beim 4Trails 2013.

Erstmals haben wir (also Henne, Eva und ich) Gerd beim Transalpine-Run 2012 kennengelernt, was quasi ja auch die Geburtsstunde der Seidenraupen war. Für uns war es damals der Einstieg ins Trailrunning, Gerd hatte da schon ein paar mehr KM im Gebirge in den Knochen. Doch darauf kam es ihm nicht an – ebenso wenig wie auf irgendwelche Top-Platzierungen. Er wollte einfach nur rennen und Spaß dabei haben – nicht mehr und nicht weniger. Dass er dabei unaufhörlich erzählte, gehörte zu seinem Naturell. Er brabbelte und brabbelte und hörte einfach nicht auf 😉 Er war ohne Zweifel einer der Läufer, die uns auch nach dem TAR2012 im Kopf blieben.

Das hatte auch folgenden Grund: Als er nach der vierten Etappe verletzungsbedingt aussteigen musste, hätte er frustriert die Sachen packen und abreisen können – was durchaus verständlich gewesen wäre. Doch Gerd dachte nicht einmal daran. Er feuerte seinen Laufpartner Jürgen, aber auch jeden anderen Läufer an. Den Kopf in den Sand stecken, das kam für ihn nicht in Frage. Im Ziel erzählte er dann von seinen großen Plänen, uns alle in einem Team vereinen zu wollen. Einen großen Sponsor würde er schon finden.

Nur ein Jahr später trafen wir (in dem Fall dann Eva und ich) Gerd dann beim 4Trails wieder. In meinem Fazit (https://seidenraupen.org/2013/07/17/4trails-das-fazit/) schrieb ich damals “ An der nächsten Verpflegungsstation traf ich auf Gerd, der ebenfalls beim TAR dabei war. Wir blieben bis zum Ziel zusammen bzw. auf Tuchfühlung und quatschten ein wenig, was ganz gut war. Alleine den Berg rauf oder runter, das merkte ich schnell, ist die ganze Sache trotz schöner Aussichten verdammt langweilig.“ Quatschen – ja, da war es wieder, das war Gerds Element. Stets voller guter Laune, immer einen Spruch auf den Lippen, dabei aber grundehrlich und positiv verrückt. Auch dieses Rennen beendete er nicht, nach Etappe drei war Schluss.

Ich bin mir nicht sicher, ob dies tatsächlich unser letztes Treffen war, denn irgendwie hatte oder habe ich das Gefühl, Gerd hier und da auch danach getroffen zu haben. Ob es bei Wettkämpfen oder zum Beispiel bei Revier-Guides war? Puh, keine Ahnung. Vielleicht war es auch einfach nur in den sozialen Netzwerken??? Wie auch immer, hatte es Gerd geschafft, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Umso trauriger ist es, nun von seinem viel zu frühen Tod zu erfahren. Einer, der so viel Power, so viel Energie hatte, der es trotz des eigenen Scheiterns verstand, andere mitzureißen – FUCK. Mit ihm verliert die Trail-Familie auf jeden Fall einen Großen. Mögen wir uns irgendwann noch einmal sehen und dann wieder ein paar KM zusammen laufen. Auf denn!


Ein grandioses Wiedersehen mit den Bretzel-Boys

Was für eine rauschende Nacht, die wir da verleben durften: Nici und Harry Grubert hatten Eva und mich zu ihrer Hochzeit in das ferne Vagen/Bruckmühl eingeladen – eine Einladung, der wir gerne gefolgt waren.

Das Besondere daran: Harry und Nici haben wir beim Transalpine Run 2012 kennengelernt, quasi der Geburtsstunde der Seidenraupen. Harry lief mit seinem Partner Koen, der ebenfalls am Samstag mit uns rockte, als Team „Running Pretzel“ über die Berge, ich war mit Hendrik unterwegs. Zwar hatten wir auf den Etappen kaum etwas miteinander zu tun, dafür aber danach. Und als Harry dann ein Jahr später beim 4Trails vorbeischaute und mich auf einer Etappe unterstützte (Hendrik musste ja verletzungsbedingt absagen), war klar, dass wir auf einer Wellenlänge funken.

Und so war auch das ganze verlängerte Wochenende im Süden ein toller Trip. Nach einem Zwischenstopp bei meiner Tante Connie (Danke noch einmal) ging es weiter nach Höhenrain. Dort trafen wir dann das Hochzeitspaar am späten Freitagabend. Samstagmorgen ging es dann natürlich auf eine Laufrunde mit Harry und Hündin Kimba, ehe wir Harry ins Dress verhalfen. Und dann wurde geheiratet!

Was für ein rauschendes Fest, bei dem wir mit Koen und seiner Frau Andrea, Pretzel-Sponsor Stefan Dümig und vielen anderen die Nacht zum Tage machten…am Sonntagmorgen trennten wir uns schließlich mit dickem Kopf und mit der festen Absicht, bald wieder zusammenzutreffen. Anvisiert wird unter anderem die Zugspitz Trail Challenge mit dem Marathon. Yeahhhh!!!

Stefan trotzt dem Wetter

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Stefan im Ziel.

Stefan Glaudo hat sich beim ersten Lauf der Winterlauf-Serie in Duisburg nicht vom Wetter beirren lassen. 46:10min benötigte er für die nassen und windigen zehn Kilometer rund um die Regattabahn. Cool!

 


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Endlich, endlich – hat ein wenig gedauert, und noch immer sind nicht alle Fotos beisammen, aber hier gibt es schon einmal einen kleinen Eindruck, was ich so alles gesehen habe.

Take your seats…

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Noch nicht für den Seidenraupen-Cross am 20. Oktober angemeldet? Dann hier lang…


4Trails – das Fazit

Abfahrt nach Garmisch

Abfahrt nach Garmisch

Vier Tage nach dem Finish des 4Trails ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Der Vergleich zum Transalpine Run im vergangenen Jahr bietet sich dabei natürlich an, auch weil diesmal einige Sachen anders waren – ob besser oder schlechter, wird dieses Fazit zeigen.
Wer sich nicht durch den folgenden, längeren Text kämpfen möchte, für den gibt’s hier das Kurz-Fazit: Der 4Trails gleicht von der Orga dem TAR, das Orga-Team PlanB macht auch hier seine Sache sehr gut.

Die 4Trails-Strecken sind eine Spur härter, es wird weniger gerannt, dafür mehr geklettert. Die mehr Höhenmeter belegen das: Beim 4Trails sind auf vier Etappen 10.000 Meter im Aufstieg zu bewältigen, beim TAR sind es bei acht Etappen 15.000 Meter gewesen. Die zurückzulegenden Distanzen sind auf die Renntage heruntergerechnet ähnlich: 4Trails 160km, TAR 320km.
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Leider kommt der Teamgedanken beim 4Trails, der als Einzelperson gelaufen wird, nicht so deutlich rüber wie beim TAR, der im Duo zu absolvieren ist. Zudem entwickelt sich beim TAR (wahrscheinlich auch bedingt durch die längere Zeit) eine schönere Gruppendynamik.
Fazit: Wer den TAR schon gelaufen ist, wird vom 4Trails vielleicht etwas enttäuscht sein. Andersherum: Wer vom 4Trails begeistert ist und den TAR anstrebt, wird begeistert sein, da hier etwas mehr Spirit drin steckt. Läuferisch stehen beide auf einer Stufe, der 4Trails ist jedoch als härter einzustufen. Da der 4Trails im Juli stattfindet, kann es hier deutlich wärmer sein als beim TAR im September.

Und hier die Langversion:

Die Vorbereitung
Beginnen möchte ich mit der Vorbereitung in sportlicher Hinsicht. Diese verlief für mich ähnlich wie beim TAR. Der Trainingsplan war der gleiche, vielleicht etwas abgeschwächt, da ja diesmal nur vier, statt acht Tagesetappen zu laufen waren. Verzichtet haben wir, also Hendrik und ich, auf die paar Einheiten in der Höhenkabine und auf die Halde Norddeutschland mit ihrer tückischen Himmelsleiter. Dafür wurden diesmal längere Routen gelaufen, zum Teil deutlich schneller, als im Trainingsplan angegeben. Ein gutes Zeichen waren die verdammt schnellen Wettbewerbe zwischendurch: egal ob in Neuss, Kempen oder beim Charity Run – Bestzeiten oder nahe der Bestzeit. Ein Trainingslager am Nebelhorn, also diesmal im Hochgebirge, rundete die perfekte Vorbereitung ab.
In Sachen Organisation war schnell klar, dass wir diesmal die Variante „Pensionen“ dem Wohnmobil vorziehen werden. Nachbetrachtet ein großer Vorteil, denn mit der Absage von Henne wäre ein solches Mobil wohl etwas überdimensioniert gewesen. Auch war klar, dass der Aufwand nicht der gleiche wie beim TAR werden würde. Allein was das Gepäck angeht: waren wir 2012 noch mit riesigem Material angereist, konnten wir, nun sind Eva und ich gemeint, dieses diesmal minimieren – vor allem, als feststand, dass Henne wegen seiner Achillessehnenreizung ausfallen würde.

Das Briefing

Das Briefing

Willkommen Garmisch
Das Briefing in Garmisch bzgl. des kompletten Rennens und der ersten Etappe glich dem beim TAR – wenn auch Wölfi fehlte 😉 im Grunde war es also nix neues für uns, auch wenn diesmal Eva vielleicht ein wenig deutlicher hinhörte, wollte sie doch bei der ersten Etappe erstmals ein wenig Trailrunning-Luft schnuppern.
Links: Christopher. Heuer eine Rakete!

Links: Christopher. Heuer eine Rakete!


Positiver Zufall: An dem Tisch, an dem wir saßen, saß auch Christopher, den wir beim TAR kennengelernt hatten. Er war diesmal ohne seinen Laufpartner Franz unterwegs, war also auch auf sich alleine gestellt (fraglich, ob Franz ihm hätte folgen können, so flott war der Pfälzer Bube heuer drauf).
Den späteren Abend verbrachten wir dann zusammen mit den Raubals, bei denen wir an diesem Tag unterkamen. Ein sehr nettes Zusammentreffen. Für die Unterkunft und das traumhafte Frühstück am Morgen sagen wir gerne noch einmal DANKE. Als einzig negativ bleibt für GAP festzuhalten, dass ich irgendwo hier meine reche Schlaufe vom Stock verlor. Andere hätte das verrückt gemacht, mich nervte es nur ein wenig 😉
Schlimmer ins Gewicht fiel dagegen, dass ich alle meine Lauf-Schlüpper in Krefeld vergessen hatte. Bei zwei meiner Hosen stellte das kein Problem dar, da sie über Innenhosen verfügten, für die beiden anderen Etappen musste ich mir was einfallen lassen. Eva kaufte mir deswegen nen neuen Unterzieher, den ich dann eben einmal waschen musste (geschickterweise fand ich die Unterhosen dann doch noch, natürlich nachdem der 4Trails beendet war – verdammte Axt!).

Gipfelstürmer

Gipfelstürmer


Etappe1: Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald, 36,3 Kilometer, 2410m Aufstieg, 2113m Abstieg
Los ging es dann am Morgen, wobei ich keine Spur aufgeregt war – das übernahm Eva 😉 Nach nur zwei Kilometern ging es dann das erste Mal bergauf. Die gutgemeinte Möglichkeit vom Organisator PlanB, bei der ersten Etappe auch Schnupperläufer zuzulassen, mag angesichts der Charakteristik der Strecke als mutig bezeichnet werden. Sechs zum Teil doch sehr heftige Anstiege dürften für die meisten Schnupperläufer eher als Abschreckung denn als Ansporn gewirkt haben.

Dass Eva und ich beschlossen hatten, mindestens bis zur ersten Verpflegungsstelle zusammenzubleiben, mag mir vielleicht Zeit gekostet haben, auf die Uhr sollte man beim Trailrunning ja aber eh nicht allzu oft schauen, Vergleiche zu Straßenrennen bieten sich hier nun einmal gar nicht an.

Staatsgrenze Österreich

Staatsgrenze Österreich


Für Eva war es eine bittere Lehrstunde, sie kam überhaupt nicht ins Rennen und kämpfte mehr mit sich selbst, als mit den Bergen. Nach rund 3:30 Stunden stand für sie fest, es bei dem Versuch zu belassen und bei der nächsten Möglichkeit, das war die Ortschaft Hammersbach (Kilometer 16) auszusteigen. Dass die erste Verpflegungsstation von PlanB vergessen wurde, macht die Sache nicht besser – dafür entschuldigte sich der Verantwortliche aber am Abend, womit die Sache auch gegessen war.
Für mich war das der Startschuss, etwas an Tempo zuzulegen, doch zu sehr wollte ich es nicht übertreiben, schließlich knallte die Sonne bereits beträchtlich. Im Laufe der 20 noch zulaufenden Kilometer änderte sich das Wetter leider sehr um negativen. Es wurde nicht nur noch wärmer, sondern auch verdammt schwül. An der nächsten Verpflegungsstation traf ich auf Gerd, der ebenfalls beim TAR dabei war. Wir blieben bis zum Ziel zusammen bzw. auf Tuchfühlung und quatschten ein wenig, was ganz gut war. Alleine den Berg rauf oder runter, das merkte ich schnell, ist die ganze Sache trotz schöner Aussichten verdammt langweilig.

Zieleinlauf in Ehrwald: Nass!

Zieleinlauf in Ehrwald: Nass!


Schon bei der ersten Etappe stellte ich fest, dass viele Läufer auf sich fixiert waren. Der Teamgedanke, der beim TAR vorherrschte, da man hier zwingend zu zweit laufen muss, war bei weitem nicht so ausgeprägt – positive Gegenbeispiele waren die vielen spanischen Starter, die sich zu Teams bzw. Laufpartnerschaften zusammengetan hatten. So richtig ins Gespräch kam man nur mit wenigen Leuten, schade eigentlich.

Die Massage, übrigens die gleiche Crew wie beim TAR, war an diesem Tag in einer Tennishalle untergebracht, in der man sich auch duschen konnte. Das war ganz in Ordnung. Weniger in Ordnung war das Essen: verbrannte Kartoffeln, zähes Fleisch und Spiegelei. Siegerehrung, Bilder und Video des Tages glichen dem TAR-Szenario, sogar die Musik war die gleiche. Eher dürtig, vor allem, weil man wusste, das nun ein paar Mal erleben zu müssen.
Unsere Unterkunft (Haus Melmer) passte ins Bild. Zum Glück mussten wir hier nur ein paar Stündchen schlafen, ehe um 5 Uhr schon wieder der Wecker klingelte.

Und los gehts.

Und los gehts.


Etappe 2 Ehrwald – Imst, 45,3 Kilometer, 2723m Aufstieg, 2940m Abstieg
Der Start um 7 Uhr ließ erahnen, dass hier heute ein richtiger Brocken auf mich warten würde. Und das wurde sogleich auch bestätigt. Der Anstieg hoch zur Grünsteinscharte (2272 Meter hoch) war kein Zuckerschlecken, vor allem, weil es schon wieder richtig warm war. Allerdings ging es dann ganz oben durch Schnee und Eis. Die „gefährliche Passage“ verdiente ihren Namen: wenn hier jemand die rund 300 Meter runtergepurzelt wäre, hätte er sich nicht nur richtig weh getan, sondern hätte wahrscheinlich auch noch etliche andere Läufer, die sich wie an einer Perlenkette aneinandergereiht den Berg hochkämpften, mit ihn die Tiefe gerissen, so steil war es hier. Und verdammt glitschig: einen kleinen Popobremser nahm ich schmunzelnd in Kauf, ärgerlicher war, dass ich mich an einem scharfkantigen Felsen abstützte und mir sofort die Hand aufriss. Aua.
Blick runter in den Kessel.

Blick runter in den Kessel.


Es lief dennoch richtig gut, sogar der Downhill war kein Problem und machte richtig Spaß, auch wenn ich merkte, dass bei längerer ähnlicher Beanspruchung die Waden irgendwann dicht machen würden.
Aus diesem Grund nahm ich bei Checkpoint zwei, Kilometer 25, Magnesium in Kombination mit Salz, um möglichen Krämpfen vorzubeugen. Eine falsche Entscheidung? Jedenfalls ging ab hier nicht mehr viel: ich mühte mich und der Körper rebellierte. Krämpfe in den Waden, Oberschenkeln, sogar in den Fingern, dazu Magenprobleme, erschwerten den Anstieg auf den zweiten Tagesgipfel und machten den Abstieg zu einer Tortur. Ich hatte das Gefühl, keinen Meter mehr von der Stelle zu kommen, jeder Schritt kostete unglaublich viel Kraft. Positiv war lediglich, dass das Rennen schon weit fortgeschritten war und nicht mehr ganz so viele Kilometer zu absolvieren waren. Und so kämpfte ich weiter und weiter, um nach 9:36h das Ziel zu erreichen. Eine lange langweilige Zeit.
Tolles Panorama...

Tolles Panorama…


In meinen Waden spielten sich danach Szenen ab, die an einen Alien-Film erinnerten, und ich brauchte später eine halbe Stunde (oder noch länger?), um mich aus der Waagerechten wieder in eine aufrechte Position zu bringen. Krämpfe durchzuckten immer wieder meinen Körper, die medizinische Abteilung riet zu viel Flüssigkeit, die aber nicht lange im Körper bleiben wollte. An Nahrungsaufnahme (schade, die Lasagne war wohl ganz lecker) war an diesem Tag nicht mehr zu denken. Ob es am nächsten Tag weiter gehen kann? Jedenfalls gestaltete sich die Massage (in einem Rohbau) als hilfreich, zumindest konnte ich danach wieder einen Fuß vor der anderen setzen…
Als durchschnittlich darf an diesem Abend unsere Herberge, das Haus Rumml, bewertet werden. Die Mutter des Hauses gab sich zudem große Mühe, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Harry (rechts) war bei Etappe drei mit dabei...

Harry (rechts) war bei Etappe drei mit dabei…

Etappe 3 Imst-Landeck, 33,6 km, 1844m Aufstieg, 1804m Abstieg
Nachbetrachtet die schönste aller Etappen, denn mit Harry Grubert, ebenfalls beim TAR kennengelernt, hatte ich heute über die komplette Distanz einen Laufpartner dabei. Oberstes Credo: Spaß haben, quatschen, den Lauf genießen. Auch wenn ich noch ein wenig den Vortag und die unruhige Nacht in den Knochen oder auch im ganzen Körper hatte, tat es sehr gut, einen Freund an der Seite zu haben. Die Etappe heute sollte überschaubar sein, so hatten die Macher gesagt, und das zeigte sich auch sehr bald.
Start zur dritten Etappe.

Start zur dritten Etappe.


Auch wenn der Aufstieg zur 2512 Meter hohen Glanderspitz mit 1844 Metern Höhenmetern natürlich kein Zuckerschlecken war und irgendwie kein Ende nahm, so war es diesmal angenehm, wenn man davon sprechen kann. Harry machte gute Laune und wie erwartet eine Menge Fotos und Videos und stellte diese direkt auch Online, das Wetter war okay und das Wissen, gleich schon wieder im Ziel zu sein, tat sein Übrigens. Die letzten fünf Kilometer waren echt cool zu laufen, Downhill eben, und das trotz harter Oberschenkel. Einziger Wermutstropfen: Cola-LIGHT bei der letzten Verpflegungsstation.
Päuschchen...

Päuschchen…


Da wir dementsprechend fix im Ziel waren, konnten wir die nächsten paar Stündchen in der Landecker Innenstadt relaxen – einfach nur top. Das Essen, Nudeln mit Bolo-Soße, war okay und unsere Unterkunft, der Spisshof im nahen Grins, die bis dahin beste, die wir erleben durften. Nach der Massage im örtlichen Kinosaal (!) haben wir noch ein leckerers Abschluss-Weizen mit Nici und Harry genießen können, ehe es in die Falle ging. Schließlich wartete die Königsetappe am letzten Tag auf mich.

Alpenlandschaft Serfaus.

Alpenlandschaft Serfaus.

Etappe 4 Landeck – Samnaun, 47km, 2844m Aufstieg, 1820m Abstieg
Durch eine Straßensperrung wurde es den ursprünglichen 44 Kilometern 47, doch so richtig bedeutend war das nicht, was machen bei so einer Distanz 3000 zusätzliche Meter schon aus?! Dafür war aber der Anstieg auf das Fisser Joch richtig brutal. Was im Winter eine schwarze Piste ist, war für uns der Aufstieg, und der spätere Sieger sagte, dass selbst die Führungsgruppe hier gegangen sei – bezeichnend. 1600 Meter ging es zum Teil extrem steil nach oben, einfach nur krass, denn diesmal sollte das ja nicht der einzige Berg sein, den es zu erklimmen galt.

Die Kölner Hütte ist nah!

Die Kölner Hütte ist nah!


Gut war, dass kurz danach ein gemütlicher Abstieg zur Kölner Hütte (leider zu und demnach kein Kölsch) folgte, wo Eva, Nici und Harry warteten. Die Spontan-Massage durch Harry und die kühle Apfelschorle taten Wunder.
Doch so schnell der Spaß da war, so schnell war er auch wieder verflogen: Elf Kilometer sollte es nun stetig nach oben gehen, immer wieder über eine Kuppe, um danach die nächste zu erkennen. Irgendwann macht das Spielchen keine Lust mehr, vor allem, weil Gespräche auf dieser Höhe (weit über 2500 Meter) kaum noch geführt wurden und jeder nur an sich dachte.
Vom TAR wusste ich noch, dass der höchste Gipfel regelrecht gefeiert wurde. Partystimmung, Fotografen, ein Schild „Highest peak of the race“ – und nun? Nichts, die schneebedeckte Ochsenscharte auf über 2800 Metern Höhe, war verwaist, sieht man mal von den beiden Docs ab, die die Läufer nach dem Wohlbefinden fragten. Jetzt aber nur noch runter, ab ins Ziel. Zwar machte langsam der Oberschenkel zu und die Wade meldete sich, aber das war mir jetzt egal. Endlich konnte ich auch mal ein paar Läufer kassieren. Bock machte das zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon nicht mehr, aber irgendwie will bzw. muss man ja auch ankommen.
Nett...

Nett…


Bei der letzten Verpflegungsstation gab es dann echte Cola 😉 und die Sprüche, die irgendwer auf den letzten Kilometern angebracht hatte, motivierten mich weiter. Als dann irgendwann Eva auftauchte, war ich sehr glücklich. Sie begleitete mich auf den letzten vier Kilometern nach Samnaun, ein schöner Abschluss dieser (Tor-)Tour.
Endlich im Ziel

Endlich im Ziel


Zieleinlauf. Medaille, Cola, PIZZA (stark!), Freude. Mann, was für ein Stück Arbeit – und das zumeist alleine, was bisweilen echt langweilig war. Ein wenig den Moment genießen. Natürlich nicht vergleichbar mit dem TAR, aber doch auch schön…
Abends ging es dann stilecht oben aufn Berg weiter. Coole Location. Und lecker, nur leider zu wenige Kellnerinnen. Und eine viiiiiiel zu lange Siegerehrung samt Finisher-Shirts-Übergabe. Irgendwann will man dann nur noch ins Bett…ab ins schicke Smart-Hotel. Schlafen.

Da ist das Ding

Da ist das Ding


Die Ergebnisse in Zahlen:
Overall: 33:41:46h, Männer-Ges.: 275/386, AK: 110/131
Etappe 1: Garmisch-Ehrwald, 36,3km, 2410m Auf, 2113m Ab: 7:36.40h; Ges.: 325./386, AK120./131.
Etappe 2: Ehrwald-Imst, 45,3km, 2723m Auf, 2940m Ab: 9:38.14h; Ges.: 257/359, AK: 105./125
Etappe 3: Imst-Landeck, 33,6 km, 1844m Auf, 1804m Ab: 6:31:14; Ges.: 291./326, AK: 111./115.
Etappe 4: Landeck-Samnaun, 47km, 2844m Auf, 1820m Ab: 9.55.37h, Ges.: 269/319, AK: 104/112.


4Trails Finish

So sehen Finisher aus…Herzlichen Glückwunsch. Seidenraupe Manu hat das Ding gerockt…yeah!

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Nur noch eine: Etappe vier

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Etappe 4: Landeck – Samnaun
Etappe 4: von Landeck nach Samnaun
Zum Abschluss der SALOMON 4 TRAILS werden einige Teilnehmer noch einmal bis an ihre Grenzen gehen. 47 km und 2.844 Höhenmeter trennen die Läuferinnen und Läufer noch vom Ziel in Samnaun. Gleich nach dem Start in Landeck geht es 1.600 Höhenmeter bergauf auf’s Fisser Joch. Nach einem kurzen Abstieg warten mit dem Arezzjoch (2.587 m) und der Ochensenscharte (2.787 m) noch zwei weitere Gipfel, ehe es endgültig hinunter ins Tal geht. Am tiefsten Punkt angekommen sind es noch acht leicht ansteigende Kilometer bis ins Ziel.

Streckendaten:
Startzeit: 07:00 Uhr
Kilometer: 44,50 km
Höhenmeter im Aufstieg: 2840 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 1820 Hm
(Infos von http://www.4trails.de/Strecken/Etappe4.aspx)

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Guten Abend aus Landeck

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Drei kurze Eindrücke von der heutigen Etappe, die von Imst nach Landeck führte. Auch wenn sie die kürzeste der vier Touren ist und von den Machern als „Entspannungsetappe“ betitelt wurde, hatte auch sie einiges an Quäl-Potential. Vor allem der lange Anstieg, der nie enden wollte, als auch die mörderische Hitze waren kein Zuckerschlecken.
Zwei Dinge haben mir über den Berg geholfen: die gute Rennnachbereitung nach dem krampfgeplagten Abstieg auf Etappe 2 durch Seidenräupchen Eva und die Begleitung durch die „rennende Bretzel“ Harry Grubert aus München. Er hat im vergangenen Jahr mit seinem Kumpel Koen den TAR gelaufen und war heute dann dabei. Sehr geil, denn es macht schon etwas aus, jemanden dabei zu haben. Jedenfalls hatten wir 6:37h Spaß satt…danke euch beiden.
Morgen wartet nun die letzte Etappe auf mich. Leider wieder alleine – und es wird ein richtiges Brett – das die Rennleitung soeben wegen einer Straßensperrung um geschmeidige 3k verlängert hat. Naja, dann werden es eben 47k 🙂
Jetzt Bett. Adios…


Willkommen auf Etappe drei

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Etappe 3: Imst – Landeck Die dritte Etappe von Imst nach Landeck bietet neben unvergleichlichen Trails auf über 2.000 Metern Höhe nicht nur ein großartiges Alpenpanorama sondern auch die Überschreitung von drei Gipfeln.

Streckendaten:
Startzeit: 08:00 Uhr
Kilometer: 33,60 km
Höhenmeter im Aufstieg: 1844 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 1804 Hm
(Infos von http://www.4trails.de/Strecken/Etappe3.aspx)

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Schnupperetappe???

Hallöchen zusammen und schöne Grüße aus dem sommerlichen Imst in Tirol. Heute meldet sich die weibliche Stimme der Seidenraupen und ich möchte von meiner ersten Trailrunningerfahrung berichten.

Als ich von dem Angebot der Schnupperetappe beim 4 Trails erfahren habe und klar war ich begleite die Jungs wieder als Unterstützung, wuchs in mir die Lust die Schnupperetappe mal auszuprobieren. Also Anmeldung raus und Strecke trainieren. 

Damit ich aber auch mit den Höhenmeter Erfahrung mache, waren wir an Pfingsten im Allgäu und sind von Oberstdorf zum Nebelhorn (2200 Höhenmeter) hoch gelaufen. Es hat super geklappt und auch Spaß gemacht. Also die besten Voraussetzungen für den Start bei der Schnpperetappe. Diese geht über 36km von Garmisch-Patenkirchen bis nach Ehrwald in Österreich. 6 Anstiege und 6 Abstiege…ALARM!!!

Gestern als um 7:30 Uhr der Wecker klingelte war schlagartig eine extreme Nervosität bei mir da, weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte auf was ich mich da eingelassen habe. Bei Nervosität habe ich immer einen extremen Reizmagen und kann nichts essen. Aber ohne Frühstück auf eine 36km Etappe mit 2400 Höhenmeter geht gar nicht. Ich habe mir dann also nen Brötchen mit lecker selbstgemachter Marmelade von Tini Raubal runtergezwungen (unter anderen Umständen hätte ich die Marmelade bestimmt mehr genossen), ne Banane hinterher, mehr ging nicht.

Ich habe dann alle meine Sachen zurecht gemacht um nix zu vergessen…wenn ich nervös bin renn ich total planlos auf und ab und weis von einer Sekunde auf die Nächste nicht mehr was ich machen wollte. Klar, den Rucksack mit Wasser befüllen…

…aber shit…der Rucksack hat ein Leck…das Wasser ist direkt ausgelaufen und ich dachte ich bin im falschen Film. Die Vorstellung ohne Wasser starten zu müssen ging gar nicht.

Beim Start, war glücklicherweise ein Stand von Salomon und scheinbar sah ich so verzweifelt aus, dass die mir direkt für umme nen neuen Verbindungsschlauch gegeben haben. Damit war das Problem gelöst und es konnte los gehen.

Um 10 Uhr dann der Startschuss…die Menge setzte sich in der knallen Sonne in Bewegung.  Manu startete mit mir zusammen und wir haben ausgemacht, dass wir bis zur ersten Verpflegungsstation zusammen bleiben.

Also 2 km locker zum einlaufen bis dann die erste Steigung kam. Ich dachte das müsste ausreichen um ins Rennen zu finden, aber so war es leider nicht. Ich war von Anfang an mit mir selbst beschäftigt und mit meinem nervösen Magen. Die erste Steigung war überwiegend in der Sonne und ging richtig krass bergauf. Ich dacht mit den Stöcken kann ich mich da ganz gut hoch hangeln. Leider fehlte mir irgendwie die Kraft in den Armen und mein ganzer Körper fühlte sich komisch an. Ich hab recht schnell gemerkt, dass es absolut nicht MEIN LAUFTAG war.

Ich hab mich also die erste Steigung hoch gequält. Irgendwann habe ich mir nen Energy Gel rein getrunken in der Hoffnung das es mich ein bissl nach vorne bringt. Manu hat mich immer wieder motiviert und ich war echt froh das er da war. An KM 6 nach 500 Höhenmeter kam dann plötzlich eine Verpflegungsstadion, die gar nicht eingeplant war. Naja, bissl Obst reingeschaufelt, Energie Drink und weiter. Es ging dann auf nem Waldweg ein wenig bergab und die Energiemittel haben gewirkt. Ich habe mich auf einmal gut gefühlt und dachte, dass ich mich gefangen habe.

Bei KM 9 sollte eigentlich eine richtige Verpflegungsstation kommen, die kam aber nicht. Hatten die irgendwie woanders auf ne falsche Strecke gestellt. Das hat mich alles irgendwie sehr verwirrt und ich wusste gar nicht mehr was als nächstes kommt.

Die 2. Steigung von 6 ragte dann unmittelbar vor mir in den Himmel hoch. Jetzt hieß es in 3 km von 900 Höhenmeter auf 1600 Höhenmeter. Da es mir grad gut ging, fand ich den Anstieg anfangs gar nicht so schlimm…aber umso steiler es wurde, umso mehr verließ mich die Kraft. Ich hatte auf dem Berg „Körper“ und hab mich die ganze Zeit gefragt, wie ich die mir bevorstehenden 4 Aufstiege schaffen soll, wenn ich hier schon fast einknicke.

Manu ist schon mal nen Stück voraus gelaufen…hat aber immer wieder nach unten gerufen…THANKS Schatz…=o)

Der Berg wollte und wollte nicht enden und der Spaß hatte mich bereits verlassen. Ich habe  schon beim zweiten Anstieg gegen mich selbst gekämpft. Warum habe ich heute eine so schlechte Tagesform? Wo ist meine Kraft und Leistung? Ein wenig Verzweiflung machte sich schon breit, weil ans aufhören wollte ich anfangs nicht denken…

„Was ich anfange, ziehe ich auch durch“…“Wenn ich was will, dass schaffe ich es auch“…“Wie fühlt es sich wohl an ins Ziel einzulaufen?“ 

All diese Gedanken mache ich mir immer um mich zu pushen…aber auf diesem Berg konnte ich nur an eins denken „Wie um alles in der Welt komme ich über diesen Berg?“ Ich will mich hinsetzen und nicht mehr weiterlaufen. Als ich gemerkt habe das ich diese Gedanken habe, wurde es echt kritisch…ich hatte Engel und Teufel auf der Schulter sitzen…der eine sagt: „Lauf weiter, du schaffst das!“…der andere sagt: „Hömma, so wie du aussiehst, wird das eh nix, steig aus!“

Ab diesem Zeitpunkt hat das nix mehr mit innerem Schweinehund zu tun, da geht es darum realistisch zu sein. Wenn ich mich jetzt schon so quäle, wie soll es dann beim nächsten noch längeren Anstieg werden? Auf diese Frage fand ich keine Antwort mehr, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte über den nächsten Berg zu laufen.

Ich habe also beim erklimmen der 1600 Höhenmeter überlegt auszusteigen. Als ich ob angekommen bin und Manu mich lachend empfangen hat, hab ich mich erst gar nicht getraut was zu sagen. Ich war nun da oben auf 1600, mit gutem Wetter und klarer Sicht…ich war aber so blockiert und mit mir selbst beschäftigt, dass ich die Aussicht überhaupt nicht war genommen habe. 

Ich habe Manu gesagt, dass ich aussteige und er wollte mich motivieren weiter zu machen. „Jetzt geht es ja erstmal wieder bergab, gib nicht auf“…

Der Abstieg war in 3 km von 1600m auf 772m und ich sag euch, das ist kein Spaß. Ich musste immer wieder anhalten, weil mir die Kraft in den Oberschenkeln fehlte. Manu hat immer wieder auf mich gewartet, das war wirklich super lieb und ich schätze das sehr. „Danke Schatz“. Ich wollte aber nicht seine Zeit kaputt machen und habe ihn dann irgendwann los geschickt, er soll einfach laufen. 

Ich war dann also irgendwann allein und habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt weiter zu machen. Es hat ne ganze Zeit gedauert, bis ich mich endgültig entschlossen hatte aufzuhören…der Abstieg wurde immer krasser und tat auch mittlerweile so krass in den Oberschenkeln weh. Diese Gefühle bewegten mich dann ca 1km von der Verpflegungsstation die endgültige Entscheidung zu treffen.

„Ich bin raus!“ waren die Worte zum Medical Team

Von Schnupperetappe kann hier nicht die Rede sein. Das war der absolute Hammer!!!

Im Anbetracht, dass ich im September den Berlin Marathon laufen möchte war es die richtige Entscheidung. Ich hätte mir weder mental noch physisch nen Gefallen getan, wenn ich weiter gelaufen wäre. Ein bischen traurig bin ich, dass es nicht geklappt hat. Aber ich kann auch auf das was ich geschafft habe stolz sein.

Nämlich auf 16km mit 1600m hoch und 1200m runter…YEAH!!! =o)

Jetzt bin ich wieder in die Position der Rennbegleitung übergegangen und da hab ich auch Spaß dran.

Manu läuft die 2. Etappe, der Start war um 7 Uhr heute morgen und die Läufer sind jetzt 7:44 dran…Der Sieger der heutigen Etappe ist nach 4.50h reingelaufen…das ist so ein bekloppter Spanier…hier sind schon auch Freaks unterwegs…

Das war meine erste Trailerfahrung, ich will nicht sagen das es dabei bleibt. Ich bin aber froh das ich jetzt erstmal über keinen Berg mehr drüber muss…zumindest nicht zu Fuss, sondern evtl mit der Bahn ;o)

In diesem Sinne…Adios aus Imst

Ich hol den Manu gleich im Ziel ab…GO MANU GO!!!!