Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Seidenraupen

Platin oder Blech – das ist hier die Frage

Und genau dieser Frage gehen am Sonntag die Seidenraupen Martin und Manu sowie John und Denis aus der Trainingsgruppe „Frühstück mit Michelle“ im tiefsten Rhein-Sieg-Kreis nach. Dort startet nämlich der Platinman – ein Rennen, bei dem sich die Veranstalter, das Triathlon Team Hennef, möglichst Mühe geben, es so unattraktiv wie möglich zu machen.

So heißt es zum Beispiel, dass die Jungs mal eben Passagen extra wässern, damit es noch matschiger wird. Und das Ziel wurde deswegen verlegt, um nicht so viele lachende Gesichter dort vorzufinden. Das mit dem Matsch dürfte heuer nicht nötig sein, denn die Regenfälle der vergangenen Tage dürften aus der Strecke eine verdammt rutschige Angelegenheit machen.

Das Ziel befindet sich nun beim TuS Winterscheid, von wo aus die Läufer knapp 28 Kilometer und 886 Höhenmeter zu absolvieren haben. Es geht durch Täler und auf Berge, die noch kein Mensch außerhalb des Kreises gehört hat, die es aber in sich haben sollen (zumindest was das Höhenprofil verrät). Höhepunkt ist neben dem steilen Zielanstieg ein Aufstieg mit 52 Prozent Steigung und Stahlseilen. Joah, hört sich nach Hölle an – aber wenn es danach Platin gibt > Auch okay. Wir lassen uns einfach mal überraschen!

Eine tolle Beschreibung gibt es auf http://der-laufgedanke.blogspot.com/2019/10/platinwoman-2019-i-siegkreis.html?m=1#more, Infos zu Nachmeldungen stehen hier.


Haltet Spaten und Gummistiefel bereit – der Termin für die Pflanzparty steht

Nach dem Seidenraupen Cross ist vor dem #Einheitsbuddeln.

Wir freuen uns euch heute den Termin für unsere Pflanzparty mitteilen zu können:

Datum: Samstag, den 23. November 2019

Uhrzeit: ab 10 Uhr

Ort: Ereigniswäldchen Kullpfad, 47802 Krefeld

Durch die bisher eingegangen Spenden können wir 1.000 neue Bäume pflanzen. Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und danken schon jetzt euch allen – den vielen Spendern und Unterstützern dieser Aktion.

Unser Spendenaufruf geht noch bis zum 31. Oktober 2019. Jede Spende zählt!

Für die Pflanzparty freuen wir uns über jede helfende Hand, ihr seid also alle herzlich willkommen. Damit ihr euch grob vorstellen könnt, wie so eine Pflanzparty abläuft. Hier ein paar Infos:

  • Es werden Löcher in die Erde vorgebohrt, sodass die Bäume dort nach einander eingepflanzt werden können
  • Gepflanzt wird immer paarweise, sprich zwei Personen bilden ein Team
  • Benötigt wird: festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Handschuhe und Spaten (wenn vorhanden)

Im Ereigniswäldchen entsteht ein Misch-Wald aus den Baumarten Spitzahorn, Linde und Heimbuche. Wir werden an unserer Pflanzparty noch eine Baumart beisteuern und zwar die Traubeneiche, welche sich für die Bodenbeschaffenheit und Region sehr gut anbietet.

Auf Empfehlung des KBK haben wir uns für Setzlinge der Größe 50 bis 80 cm entscheiden, da diese am Besten im Boden Wurzeln fassen können.

Und nun heißt es…die PFLANZPARTY im Kalender eintragen und bei dieser tollen Aktion dabei sein. Wir freuen uns auf euch.

Herzliche Grüße

Die Seidenraupen Krefeld und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald


BREAKING: Seidenraupen verpflichten TSR

Nächster Coup der Seidenraupen: Thomas Schrörs-Runo hat einen langjährigen Vertrag beim Endurance-Squad der Seidenraupen Krefeld unterschrieben. Das Ziel beider Seiten ist klar: Erfolgreich und mit Spaß in den Backen durch Krefeld und die Region pesen. Zudem soll er die älteren Raupen zu Höchstleistungen animieren.

Thomas Schrörs-Runo spult seit über 25 Jahren Kilometer um Kilometer ab.

„Wir sind froh, dass sich TSR für uns entschieden hat. An ihm war eine ganze Reihe erfolgreicher Running-Teams interessiert. Seine Erfahrung aus über 160 Wettkämpfen bringt uns nach vorne. Sie macht das Team der Seidenraupen noch unberechenbarer, da er nahezu jede Renntaktik kennt. Pfeil, Kreisel oder Wand, Schwarm, Wolke oder Welle, er ist in allem ein erfahrener Hase“, so Manuel Kölker.

Der Vorsitzende der Seidenraupen ist überzeugt, dass die Verpflichtung auch einen Schub für bisherige Seidenraupen bringt. „TSR bringt neuen Schwung in die Klasse der Ü40-Läufer. Hier haben sich einige in den vergangenen Rennen gefühlt eher zurückgelehnt, als einen Schritt nach vorne zu gehen. Ich bin sicher, dass er motivierend die alten Recken zurück an die Spitze führen wird.“ TSR ist Jahrgang 1973.

Im Sommer stellte TSR seine Ausdauerfähigkeiten eindrucksvoll beim Hunsbuckel-Trail unter Beweis: Nach 9:47 h hatte er die 66 Kilometer absolviert und die Ziellinie als 85. überquert. „Jeder kann beim Laufen so gut werden, wie er bereit ist zu trainieren“, macht er Mut für kommende Aufgaben. Der Martins-Cross am 10. November wird das erste Rennen sein, bei dem er als Seidenraupe am Start stehen wird.


Weitere Fotos online

Stefan Juretzko hat uns mal wieder mit tollen Fotos versorgt. Heute haben wir für euch die Kinderfotos und die von der 6 KM-Strecke, es folgen dann noch weitere der 16 KM-Läufer…

Hier gehts lang: https://seidenraupen.org/seidenraupencross/archiv-ergebnisse-urkunden-fotos-und-presse/2019-2/fotos/


Die letzten Infos sind online…

Und zwar hier: https://seidenraupen.org/seidenraupencross/infos-und-ausschreibung/der-letzte-newsletter-vor-dem-start/


Die Katze ist ausm Sack: Das SRC2019-Shirt!!!

Die Vöglein zwitscherten es schon länger von den Dächern, jetzt ist die Katze ausm Sack: Wir präsentieren stolz das Shirt zum Seidenraupen-Cross 2019.

Mit dem Teil sind wir modischer als je zuvor, passt es doch voll in den Trend des sogenannten „Athleisure“. Heißt, ihr könnt das Shirt, das in einem waldigen grün daher kommt und normal ausfällt (es gibt auch einen speziellen Schnitt für Frauen), nicht nur beim Sport tragen, sondern auch einfach so. Es stammt zwar aus dem Bereich „Funktion“, bietet aber mit 35% Baumwolle auch die Möglichkeit, es in der Freizeit zu tragen. Wie ihr wollt!

Bestellen kann man das Shirt (für 22 Euro) bei der Anmeldung, oder aber mit einer kurzen E-Mail an seidenraupen_krefeld@gmx.de. Größe bitte nicht vergessen.

Damit das Shirt auch garantiert am Raceday (6.10.) vorliegt, brauchen wir die Bestellung bis Montag, 23.9., 18 Uhr. Alle Bestellungen, die danach eingehen, werden natürlich auch bearbeitet, hier können wir aber nicht garantieren, dass diese Shirts dann auch bis zum 6.10. fertig sind. Wir werden ein paar Shirts auch am Raceday vorrätig haben, aber eben nur ein paar. Bestellungen nehmen wir vor Orr aber auch an.


Wir pflanzen Bäume – und ihr? Pflanzt mit!

Zum Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, ruft der Cartoonist Ruthe zum sogenannten „Einheitsbuddeln“ auf. Jeder soll, so die Idee, an diesem Tag einen Baum pflanzen, sodass es rund 82 Millionen neuen Bäume in Deutschland geben würde. Ob im eigenen Garten oder an geeigneten öffentlichen Stellen, völlig egal…Hauptsache der Baum steht (mehr Infos gibt es unter: www.einheitsbuddeln.de).

Wir, die Seidenraupen Krefeld e.V., finden diese Aktion super, schließlich befindet sich ein Großteil unserer Lieblingslaufstrecken in Wäldern und unter dichten Bäumen. Daher möchten wir uns an dieser Aktion beteiligen und unsere Community dafür nutzen, ein Zeichen für den Umweltschutz zu setzen.

Gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und dem Kommunalbetrieb Krefeld haben wir nach geeigneten Flächen im Stadtgebiet gesucht und schließlich auch im äußersten Norden von Krefeld gefunden: Das Areal am Kullpfad nahe der Nieper Kuhlen ist circa zwei Hektar groß und hat ein Potential für rund 20.000 Bäume.

Ein Baum kostet 5 Euro und  unsere Vision ist es, so viele Bäume wie möglich auf dieser Fläche am Kullpfad zu pflanzen.

Und nun sind wir alle gefragt:

Wer also Lust auf diese tolle Aktion hat und sich beim #Einheitsbuddeln in Krefeld beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen.

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder im eigenen Garten einen neuen Baum pflanzen. Oder, und das wäre die zweite Möglichkeit, wenn im eigenen Garten kein Platz für einen Baum sein sollte, sich mit uns zusammen am #Einheitsbuddeln zu beteiligen.

Und das geht so:

Wir nehmen bis zum 31. Oktober Geldspenden, egal in welcher Höhe, entgegen, kaufen davon neue Bäume und pflanzen diese schließlich. Wir freuen uns über jeden, der sich gemeinsam mit uns für die Umwelt einsetzen möchte – egal, ob mit einem Baum oder direkt mit einer ganzen Reihe.

Die Spendenadressen sind:

Seidenraupen Krefeld e.V.

Kreuzbergstr. 65, 47800 Krefeld

IBAN DE98 3205 0000 0002 6082 63

BIC SPKRDE33XXX

Sparkasse Krefeld

PayPal: seidenraupen_krefeld@gmx.de

Betreff: #Einheitsbuddeln in Krefeld

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.

Kreisverband Krefeld, Leidener Str. 53, 47839 Krefeld

IBAN DE85 3205 0000 0000 3242 44

BIC SPKRDE33XXX

Sparkasse Krefeld

Betreff: #Einheitsbuddeln in Krefeld

Symbolisch werden wir am 3. Oktober auf der Fläche zunächst einen Baum pflanzen. Da die klimatischen Bedingungen für junge Bäume erst später im Jahr optimal werden, haben wir uns mit den Experten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und des Kommunalbetriebs Krefeld auf einen Termin Mitte November 2019 für die tatsächliche, hoffentlich große, Pflanzaktion geeinigt. Hier kann jeder, der mag, auf der „Pflanzparty“ selber zum Spaten greifen und mitpflanzen. Details dazu folgen noch.

Eine weitere Spendenmöglichkeit gibt es am Sonntag, 6. Oktober, im Rahmen des 7. Seidenraupencross. Im Start/Zielbereich auf dem Sportplatz am Hölschen Dyk steht eine Spendenbox bereit. Anmeldungen zum Seidenraupencross sind noch bis 2. Oktober hier möglich.

Wer mehr über die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erfahren möchte, findet auf der Homepage alle Informationen.

Viele Grüße senden

Die Seidenraupen Krefeld und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald


In it for the long run: Dabei sein war alles!



Grundsätzlich braucht es viel, um mich zu begeistern. Und damit meine ich weniger materielle Dinge. Wenn da aber Menschen mit Herzblut etwas anpacken, sie bis zum umfallen dafür ackern und am Ende etwas gutes dabei raus kommt, dann neige ich gerne den Kopf. Einen dieser Menschen durfte ich am Mittwoch kennenlernen: Anthony Horyna. Es war mir eine große Ehre, ihn (und seine Freundin Jule, die ich auf keinen Fall vergessen möchte) beim Projekt 19/19 auf der Etappe 18 von Wirges (vorher nur auf einem Autobahnschild mal gesehen) bis nach Bad Marienberg (bislang gänzlich unbekannt) begleiten zu dürfen. Knapp 42 Kilometer durch den Westerwald. Für eine verdammt gute Sache.

Anthony und Jule (und ich) über den Wolken. Fast.

Anthony ist Läufer. Genau genommen sogar Ultraläufer. Also so einer, der nach 42,195 Kilometern nicht aufhört, sondern erst richtig Lust bekommt und getreu dem Kahnschen Motto weiter, immer weiter rennt. Da geht es mal über Berge in Bulgarien, bei -40 Grad gen Nordkap oder eben 160 Kilometer im Kreis durch den Kurpark in Wiesbaden.

Läufer kommen bei ihren Läufen häufig auf dumme Ideen, weil sie viel Zeit haben, um nachzudenken. Sie setzen sich Sachen in den Kopf und tüfteln so lange, bis aus der puren Idee etwas Handfestes wird. Bei Anthony war es aber keine dumme Idee, sondern eine ernste – und eben unterstützenswerte. Denn Anthony läuft 1900 Kilometer durch Deutschland und macht mit diesem Kraftakt auf Depression und Suizid, und vor allem die Prävention, aufmerksam. Motto: „In it for the long run.“

Immer dem E1 entlang…

Sein Lauf begann Ende Juli am Bodensee und führt ihn bis nach Flensburg. 45 Tages-Etappen auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 , im Schnitt 43 Kilometer lang, geplantes Ende ist der 10. September, dem Welttag der Suizidprävention. „Ich kenne das Thema aus nächster Nähe und weiß, wie sehr es noch immer vernachlässigt und tabuisiert wird. Mit meinem Lauf möchte ich auch wachrütteln“, erzählte er mir während der sechs Stunden, die wir unterwegs sind. Er macht aber nicht nur aufmerksam, sondern unterstützt auch die Organisation „Freunde fürs Leben“. Sie informiert über Depression und Suizidprävention, klärt auf und hilft. Neben dem Umstand, dass Anthony Läufer sucht, die ihn auf dieser langen Reise begleiten, muss ich sagen, dass genau das mich angefixt hat – auch, weil es Menschen in meinem Umfeld gibt, die sich mit dieser Krankheit seit Jahren herumschlagen, sich mal erholen, und dann wieder von jetzt auf gleich in ein Loch zurückfallen.

„Ja, Depressionen sind eine Krankheit. Keine bloße Verstimmung, sondern ein sehr ernst zu nehmendes Problem. Wer Krebs hat, dem ist es anzusehen. Wer aber an Depressionen leidet, der kann dies verstecken. Und das tun viele, denn in unserer Gesellschaft ist es noch immer ein Tabu“, schildert Anthony.

Wir haben auf unseren 42 Kilometern viel Zeit, darüber zu quatschen, denn heute bin ich der einzige Mitläufer – wenn man von Jule absieht. Anthonys Freundin kommt uns nämlich irgendwann entgegen und läuft dann recht spontan noch 23 Kilometer mit uns mit.

Mit diesem Monstertruck sind die beiden unterwegs.

Es ist ein Wahnsinns-Ding, was die beiden rocken, nicht nur sportlich, sondern auch im Bereich der Orga. Während Anthony „nur“ läuft, kümmert sich Jule um das Organisatorische, das beim Camping-Plätze finden beginnt und beim Brötchenschmieren aufhört (Danke nochmal auch dafür). Hörte sich ein wenig so an, was wir damals beim TAR erlebt haben (nur halt an acht „popligen“ Tagen statt an 45): Henne und ich auf dem Trail, Eva am Steuer – aber nicht weniger angestrengt als wir.

Auch darüber erzählen wir: Läufe hier, Läufe da. Urlaube, Kinder, Weltanschauungen. Sehr angenehm übrigens: Es ist kein Wettlauf gegen die Uhr: Mal bleiben wir stehen und blicken auf einen See, dann quatschen wir mit dem Förster über seinen Job (aber auch eben über Anthonys Thema) und mal klettern wir auf einen Aussichtsturm. Alles easy!

Am Ende des Tages zieht Anthony ein Fazit:

Und auch ich muss sagen: Es war einfach toll. Jule und Anthony sind faszinierende Menschen, die mit einem grandiosen Projekt eine gute Sache unterstützen. Und dafür war es mir absolut wert, diese An- und Abreise auf mich zu nehmen. Übrigens ein Klacks gegenüber dem, was die beiden leisten – und natürlich ein laues Lüftchen gegenüber dem, was die Menschen durch- und mitmachen, die an Depression erkrankt sind. Ich hoffe, ihr werdet Flensburg gesund und munter erreichen. Ich werde mal den lieben Herrgott um ein paar Boosts bitten ;-), und dann klappt das schon.

Mehr Infos zum Projekt (und Spendenmöglichkeiten) gibt es hier: http://projekt1919.de/, auf Facebook gehts zu Anthony hier lang (https://www.facebook.com/profile.php?id=100003662968371, Hashtag #projekt1919) und auch auf Insta gibts Eindrücke: https://www.instagram.com/projekt1919/. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen…


SRC 2019 startet in genau zwei Monaten

Genau zwei Monate sind es noch, dann startet der Seidenraupen-Cross 2019. Schon jetzt scheint die Vorfreude bei vielen Läufern groß zu sein, denn mit ziemlich genau 100 Meldungen liegen genau doppelt so viele vor wie noch vor genau einem Jahr. Mit ein Grund für den Boom sind auch die beiden neuen Rennen: So wird es für Bambini und Kids zwei Wettbewerbe geben.

Der Nachwuchs startet auf einer (bzw. zwei) Runden auf der Sportanlage und wird über einen spannenden Kurs geführt. „Zu viel wollen wir aber noch nicht verraten“, so Manuel Kölker. Der Vorsitzende der Seidenraupen erinnert allerdings daran, dass die Kinder zusammen mit den Maskottchen des KFC Uerdingen, der Krefeld Pinguine und der HSG Krefeld starten werden ( https://seidenraupen.org/2019/05/14/grotifant-eddie-the-eagle-und-kevin-laufen-mit-du-auch/ ).

Erste Infos haben die bislang gemeldente Läufer übrigens im ersten Newsletter erhalten, der hier nachzulesen ist: https://seidenraupen.org/seidenraupencross/infos-und-ausschreibung/newsletter-juli-2019/


Hendrik zieht ein Fazit: 4 Trails reloaded

Nachdem Manu und ich eigentlich 2013 gemeinsam am 4 Trails teilnehmen wollten, ich allerdings verletzungsbedingt nicht starten konnte, bot sich in diesem Jahr die Chance erstmalig wieder an dem viertägigen Trailevent teil zu nehmen. Das neue Konzept sieht im Vergleich zu den früheren Veranstaltungen etwas kürzere Etappen vor, um so eine breitere Masse anzusprechen. Der 4 Trails fand in diesem Jahr vom 10.07 bis zum 13.07 statt und führte von Seefeld in Tirol über Leutasch, Wildermieming und Nassereith nach Imst. In Summe machten sich 507 Trailrunner und erstmalig 33 Hiker auf, um die ursprünglich geplanten 95,9 km mit 5.714 Höhenmetern im Auf- und 6.080 Höhenmetern im Abstieg zu meistern.

Für mich persönlich war es die erste Trail-Veranstaltung seit der Teilnahme am Transalpine 2012. Die Vorbereitung war im Vergleich zur damaligen Vorbereitung eher semi-professionell: keine Läufe in hügeligen Gebieten, keine Dauerbelastung über mehrere Tage, kein Training in der Höhenkabine. Rückblickend betrachtet stellt sich heraus, dass die schweißtreibenden und zeitintensiven Einheiten, die Manu und ich damals gemeinsam absolviert haben, durchaus sinnvoll und hilfreich gewesen sind.

Gute Laune und voller Tatendrang

Gut gelaunt und voller Tatendrang reisten Lena und ich am 09.07.2019 nach Seefeld, um dort die Startunterlagen entgegen zu nehmen. Wie man es von Plan B schon vom Transalpine Run gewohnt war, war auch hier die Organisation perfekt und äußerst freundlich. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren und das Quartier bezogen war, ging es  abends auf die Rosshütte, um dort dem berühmten Streckenbriefing zu lauschen und die Energiespeicher zu befüllen.

Am Mittwoch um 08:55 bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und den Klängen von „highway to hell“ ertönte dann der Startschuss und es ging endlich los. Nach einem kurzen Abstecher durch das schöne Örtchen Seefeld ging es gleich steil bergauf. Getragen durch das gute Wetter und einer stetig steigenden Euphorie war ich deutlich schneller am Gipfel als zuvor gedacht. Beim anschließenden downhill wurde mir erneut sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, was einen geübten Trailrunner von einem Straßen- und Waldläufer unterscheidet. Trotz einer für meine Verhältnisse hohe Geschwindigkeit rauschten die anderen Teilnehmer nur so an mir vorbei. Die zweite Steigung des Tages hatte es dann nochmal richtig in sich, so dass ich völlig ausgepowert aber glücklich ins Ziel einlief. Abends ging es dann wieder zur Pasta Party und es gab erstmalig die Fotos und das Video des Tages. Wie schon 2012 eine emotionale, beeindruckende und motivierende Vorstellung!

Der nächste Morgen begann mit der Erkenntnis, dass die Renneinteilung des Vortages taktisch keine Meisterleistung war. Beim Versuch die Koffer von der ersten Etage in das Erdgeschoss zu tragen, melden sich beide Oberschenkel erstmalig sehr deutlich und versprühten keine große Zuversicht. So ging es zum Start der zweiten Etappe, wie immer nach dem gleichen Schema: bei weiterhin recht gutenBedingungen lief die Etappe trotz schwerer Oberschenkel gut an. Dies kippte an dem Punkt, als es hieß die zuvor aufgestiegenen Höhenmeter in die andere Richtung zurück zu legen. So wurde ich an diesem Tag beim downhill von sicherlich 40-50 Läufern überholt und kam mit völlig verhärteten Oberschenkeln und wie auf Eiern laufend ins Ziel. 

Vor der dritten Etappe führte mich mein Weg direkt zu den Physios mit der Bitte irgendetwas für meine Oberschenkel zu tun. Mit einem intensiven Taping wurde versucht zu retten, was noch zu retten war, jedoch mit eher überschaubarem Erfolg. So ging es also mit inzwischen vollkommen verhärteten Oberschenkeln auf die dritte Etappe, die wegen schlechter werdender Wetterverhältnisse „entschärft“ worden ist, was mir und meiner körperlichen Verfassung sehr entgegen kam. Die ersten 2 Kilometer verliefen im flachen Terrain recht zäh, bevor es zu den ersten Steigungen kam. Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Tages passierten wir einige Schneefelder und wurden angehalten die Pflichtausrüstung (die in der Tat täglich kontrolliert worden ist) in Form vonMütze und Jacke anzulegen. Das gute Gefühl des erklommenen Gipfels wich sehr schnell der puren Frustration und der Schmerzen beim Weg zurück ins Tal.

Waren es am Vortag noch 40-50 Läufer, die mich bergab überholten waren es an diesem Tag sicherlich um die 100. Gefühlt lief das gesamte Feld an mir vorbei, viele fragten, ob alles ok sei oder ob ich Hilfe bräuchte. Eine Kuh beim Almabtrieb gibt sicherlich ein dynamischeres Bild ab als ich an diesem Tage. Jeder Schritt bergab tat weh, gefühlt hatte ich zunehmend weniger Kontrolle über meine Beine/Füße. Zwischendurch kam der Gedanke auf, dass ich die Etappe nicht zu Ende laufen könne, als mich ca. 7 km vor Schluss eine strahlende Dame im gelben Regencape an der Strecke in Empfang nahm. Statt mir vom Streckenrand aus kurz Mut für die restliche Strecke zuzusprechen, wurde Lena kurzerhand „verpflichtet“ mich bis zum Ziel im strömenden Regen zu begleiten 😉. Gemeinsam quälten wir uns Meter um Meter Richtung Ziel, um es schlussendlich mit einer Mischung aus Schmerz, Frust, ein wenig Stolz und einer großen Portion Dankbarkeit für die Begleitung, auch zu erreichen. 

Der weiterhin existierende Gedanke an Aufgabe wurde spätestens auf der Abendveranstaltung eliminiert. Als wir mit vollem Tablett nach einem freien Platz suchten, wurden wir von 4 netten Herren heran gewunken. Die netten Herren entpuppten sich als „die Hügelhelden“ vom Niederrhein, die mich gemeinsam mit Lena mit neuer Zuversicht und Motivation zurück auf die Spur brachten.

Am Samstag hieß es dann nochmals Kräfte bündeln, um auch die letzte Etappe zu meistern. Bei stetig besser werdenden Bedingungen verlief die Etappe ähnlich wie die beiden Tage zuvor, wobei das nahende Tour-Finish nochmal ein paar Kräfte frei setzte. 6 Kilometer vor Schluss, kurz nach der letzten Verpflegungsstation, kam Lena mir erneut entgegengelaufen, um mich auf den letzten Kilometern zu begleiten, so dass wir gemeinsam bei inzwischen wieder blauem Himmel und Sonnenschein in Imst ins Ziel einlaufen konnten. Immer und immer wieder ein tolles und einzigartiges Gefühl!

Wie fällt nun mein persönliches Fazit nach den 4 Tagen aus?!? Es waren für mich 4 Tage mit Licht und Schatten. Negativ war sicherlich die Kombination aus einer eher schlechten Vorbereitung auf die Veranstaltung und einer äußerst schlechten Aufteilung der Kräfte. Durch die vollkommene Verausgabung auf der ersten Etappe, habe ich mir selbst sehr viel kaputt gemacht und konnte die Folgetage nicht so angehen und genießen wie ich es gern getan hätte. Stattdessen habe ich mich mehr oder weniger über die Berge geschleppt und mich durch die Etappen gequält. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht und davon gab es sogar einiges: Angefangen bei der perfekten Organisation, den tollen Strecken und Landschaften, den atemberaubenden Bilder und Videos, dem tollen Zusammenhalt unter den Läufern bis hin zu dem Menschen, ohne den ich die Serie wohl nicht ins Ziel gebracht hätte, hierfür nochmals meinen herzlichen Dank!

Aus meiner Sicht eine wirklich tolle Laufveranstaltung und ideal für jeden Läufer, der Interesse an einem mehrtägigen Laufevent im Gebirge hat. Die Strecken sind einerseits anspruchsvoll und landschaftlich sehr reizvoll, anderseits sind die Tagesetappen mit max. 25 km auch für weniger geübte Läufer machbar.