Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Trailrunning

Henne meistert auch dritte 4Trails-Etappe

Die 4Trails sind zurück – und zwar mit einem neuen Konzept, einer neuen Streckenführung und vor allem: Hendrik Hahn. Das Gründungsmitglied war bekanntlich 2013 bei dem viertägigen Etappenrennen durch die Alpen angemeldet, musste dann aber wegen einer hartnäckigen Achillessehnenreizung passen. Manuel Kölker musste daher alleine los. Jetzt wagt er das Comeback!

Ein Haufen Irrer! Foto: Plan B

Vor sechs Jahren waren die 4Trails noch die kleine Variante des Transalpine Runs: Vier Etappen, jeweils im Bereich eine Marathondistanz, dazu happige 10.000 Höhenmeter im Aufstieg. Beim TAR war es eben die doppelte Menge. Nach einer kleinen Unterbrechung hat Organisator Plan B das Rennen ein wenig umgemodelt. Die Etappen sind nun kürzer, und nicht mehr so steil. Bisweilen waren die Läufer weit über fünf Stunden und mehr unterwegs. Das ging nicht nur an die Substanz, sondern schreckte auch viele ab. Zudem können heuer auch Hiker (oder auch Walker genannt) mitmachen.

Beste Voraussetzungen also für Hendrik, dessen letzter Trailrunning-Wettkampf in den Bergen tatsächlich der TAR 2012 war. „Eigentlich bin ich recht fit, aber vier Tage am Stück mit Höhenmetern. Wir werden sehen…“ Auf der ersten Etappe hatte er von Seefeld bis Leutasch 25,40 km, 1557 Hm Aufstieg und 1590 Hm Abstieg zu bewältigen. Von Seefeld aus begann der Tag mit einem Aufstieg durch das Skigebiet Rosshütte zum Seefelder Joch (2.060m) hoch.

Wo laufen sie denn? Foto: Plan B

Ein schöner Blick ins Karwendel Gebirge belohnte die Läufer für die Mühen. Es folgte ein steiler Abstieg ins Eppzirler Tal und weiter zur zweiten Verpflegung nach Gießenbach. Bekanntlich sind die Downhill-Etappen genau das, was man drauf haben sollte – so die Erfahrung vom TAR. Ein weiterer kleiner Aufstieg durch die Sattelklamm auf den Hausberg der Leutasch, den Hohen Stich (1.502m), musste noch bezwungen werden, bevor es die letzten Kilometer bergab ins Ziel ging. Hendrik lief als 46. Ins Ziel. Seite Zeit (3:20:43 h) lag 59 Minuten hinter dem Führenden.

Auf rauschende Ufer ein Mädel ich fand…Foto: Plan B

Auf der gestrigen Etappe ging es von Leutasch nach Wildermieming (22,9 km / 1297 Hm Aufstieg / 1534 Hm Abstieg), zunächst aber hinein ins Gaistal inmitten des beindruckenden Wetterstein Massivs. Die Strecke führte entlang des Ganghofer-Weges bis zur V1 an der Gaistalalm. Nun folgte ein steiler Aufstieg zur Niederen Munde (2.059m), ein sagenhafter Blick hinab ins Inntal und hinüber zum mächtigen Gipfel der Hohen Munde (2.662m) entlohnte für die Anstrengungen.

Here comes the sun! Foto: Plan B

Nun ging es bergab über den Hintereggensteig zur zweiten Verpflegung an der Neuen Alplhütte, von hier aus weiter auf panoramareichen Wegen, vorbei an Kapellen und Hütten bis ins Ziel nach Wildermieming. Hendrik kam nach 3:44:30 h als 66. ins Ziel, im Gesamt-Raniking liegt er somit auf Position 55.

Henne – etwas platt. Foto: Plan B

Heute stand dann die Etappe von Wildermieming nach Nassereith an (22 KM / 1247 Hm Aufstieg / 1288 Hm Abstieg). Nach einem leichten Anrollen ging es dann ab KM 3 stetig nach oben, bis bei 2030 Metern der höchste Punkt der heutigen Etappe erreicht wurde. Positiv: Danach gab es tatsächlich nur noch einen minimalen Anstieg, ehe es dann gemächlich abfiel. Henne war nach 3:53:31 h im Ziel, Platz 89. „Meine Oberschenkel sind komplett durch, da geht gar nichts mehr“, so sein bescheidenes Fazit nach Etappe 3.

Höher, schneller, weiter. Foto: Plan B

Morgen steht dann die Schlussetappe nach Imst auf dem Programm: 23,7 km, 1333 Hm Aufstieg und 1377 Hm Abstieg . Traumhafte Trails führen die Läufer zunächst auf dem Starkenberger Panoramaweg hinauf zum Sinnesgatter unterhalb der Alpeilspitze und weiter zur Walfahrtskirche Sinnesbrunn. Nun geht es talwärts durch einzigartige Lärchenwälder nach Obtarrenz. Die Querung der Salveesenklamm bringt uns weiter in Richtung Imst.  Ein erneuter Aufstieg nach Teilwiesen eröffnet den Blick über Imst und das Gurgltal. Vorbei an Schloss Starkenberg geht es nun direkt ins letzte Ziel, nach Imst.


Mach es gut, lieber Gerd

Mit Bestürzung haben wir vom viel zu frühen Tod von Gerd Zinkewitz erfahren. Er ist am 30. Juni im Alter von nur 48 Jahren verstorben. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und der Familie.

Gerd (links) und Manu beim 4Trails 2013.

Erstmals haben wir (also Henne, Eva und ich) Gerd beim Transalpine-Run 2012 kennengelernt, was quasi ja auch die Geburtsstunde der Seidenraupen war. Für uns war es damals der Einstieg ins Trailrunning, Gerd hatte da schon ein paar mehr KM im Gebirge in den Knochen. Doch darauf kam es ihm nicht an – ebenso wenig wie auf irgendwelche Top-Platzierungen. Er wollte einfach nur rennen und Spaß dabei haben – nicht mehr und nicht weniger. Dass er dabei unaufhörlich erzählte, gehörte zu seinem Naturell. Er brabbelte und brabbelte und hörte einfach nicht auf 😉 Er war ohne Zweifel einer der Läufer, die uns auch nach dem TAR2012 im Kopf blieben.

Das hatte auch folgenden Grund: Als er nach der vierten Etappe verletzungsbedingt aussteigen musste, hätte er frustriert die Sachen packen und abreisen können – was durchaus verständlich gewesen wäre. Doch Gerd dachte nicht einmal daran. Er feuerte seinen Laufpartner Jürgen, aber auch jeden anderen Läufer an. Den Kopf in den Sand stecken, das kam für ihn nicht in Frage. Im Ziel erzählte er dann von seinen großen Plänen, uns alle in einem Team vereinen zu wollen. Einen großen Sponsor würde er schon finden.

Nur ein Jahr später trafen wir (in dem Fall dann Eva und ich) Gerd dann beim 4Trails wieder. In meinem Fazit (https://seidenraupen.org/2013/07/17/4trails-das-fazit/) schrieb ich damals “ An der nächsten Verpflegungsstation traf ich auf Gerd, der ebenfalls beim TAR dabei war. Wir blieben bis zum Ziel zusammen bzw. auf Tuchfühlung und quatschten ein wenig, was ganz gut war. Alleine den Berg rauf oder runter, das merkte ich schnell, ist die ganze Sache trotz schöner Aussichten verdammt langweilig.“ Quatschen – ja, da war es wieder, das war Gerds Element. Stets voller guter Laune, immer einen Spruch auf den Lippen, dabei aber grundehrlich und positiv verrückt. Auch dieses Rennen beendete er nicht, nach Etappe drei war Schluss.

Ich bin mir nicht sicher, ob dies tatsächlich unser letztes Treffen war, denn irgendwie hatte oder habe ich das Gefühl, Gerd hier und da auch danach getroffen zu haben. Ob es bei Wettkämpfen oder zum Beispiel bei Revier-Guides war? Puh, keine Ahnung. Vielleicht war es auch einfach nur in den sozialen Netzwerken??? Wie auch immer, hatte es Gerd geschafft, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Umso trauriger ist es, nun von seinem viel zu frühen Tod zu erfahren. Einer, der so viel Power, so viel Energie hatte, der es trotz des eigenen Scheiterns verstand, andere mitzureißen – FUCK. Mit ihm verliert die Trail-Familie auf jeden Fall einen Großen. Mögen wir uns irgendwann noch einmal sehen und dann wieder ein paar KM zusammen laufen. Auf denn!


SRC-Vorbereitungskurs startet am 2. August

Krefelds Lauftrainer Viktoria Giesen und Daniel de Lorenzo bieten auch in diesem Jahr wieder das offizielle Vorbereitungstraining für den Seidenraupen-Cross (6. Oktober) an. „Damit du optimal vorbereitet an den Start gehst, trainierst du speziell auf die Anforderungen eines Traillaufs hin. Das ist unsere Spezialität“, so de Lorenzo. Los geht der Kurs am 2. August.

Daniel und Viktoria sind wieder unsere SRC-Trainer.

Im Gelände sind einmal mehr Ausdauer, Kraft, Flexibilität, Koordinationsfähigkeit, Aufmerksamkeit und mentale Stärke gefragt. Die Teilnehmer des Kurses erarbeiten sich genau diese Fertigkeiten. Die Streckenlänge, die am 6. Oktober gelaufen wird, spielt hierbei keine Rolle.

Die Vorteile

• Professionelle Vorbereitung auf den Seidenraupen-Cross
• Bis zu 2 mal wöchentlich abwechslungsreiches Training
• Zeitliche Flexibilität durch unterschiedliche Trainingszeiten
• Trailorientiertes Lauftraining
• Optimale Verbindung verschiedener Schwerpunkte durch zwei Trainer
• Individuelle Berücksichtigung persönlicher Ziele
• Optionales Sondertraining

Wann: Beginn: 02.08. | 9 Wochen mittwochs 20 Uhr | freitags 18.30 Uhr Wo: Verschiedene Orte (z.B. Stadtwald, Hülser Berg)
Trainer: Viktoria Giesen (Lauftrainerin, Personal Trainerin), Daniel de Lorenzo (Lauftrainer, Barfußcoach, Yogalehrer)
Preis: 115 Euro
Anmeldung: www.krefeld-laeuft.de/kontakt


Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet wieder SRC-Kontingent

Das Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet auch in diesem Jahr wieder vergünstigte Zimmerpreise für Teilnehmer des Seidenraupen-Cross. Bedeutet: An dem Race-Wochenende in Krefelds schickstem Hotel absteigen und am Sonntag, 6. Oktober, Krefelds geilste Pisten rennen. Und wer mag, legt dann noch einmal die Füße hoch. Die Preise gelten vom 4. bis 7. Oktober, das Abrufkontingent gilt vorerst bis zum 23. August und solange der Vorrat reicht.

Eingangsbereich zum Krefelder Hof. Foto: Stadt Krefeld

DIE PREISE

Standard Einzelzimmer 59.- €
Standardzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 69.- €
Standard Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 79.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 1 Person 69.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 79.- €
Privilege Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 99.- €

Das Frühstücksbuffet ist inbegriffen. Das Parken auf dem Hotelgelände wird mit sechs Euro pro Fahrzeug / Tag berechnet.

Infos und Anfragen? Hier entlang.


Zwei Seidenraupen in Oslo

Martin Myrold und Manuel Kölker haben beim Ecotrail Oslo erfolgreich die 80 Kilometer-Strecke (81,6 KM) absolviert. Beide kamen ins Ziel, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Myrold war in seiner Heimatstadt nach 9:05 h im Ziel (45. von 228 Männern / M23-34: 17.) und hocherfreut über diese Zeit, Kölker nach 10:54 h (139. / M40: 22.) und am Boden. „Es war sehr cool, wieder zu Hause zu laufen“, so ein zufriedener Martin.

Martin (links) und Manu vor dem Start.

Der Lauf begann bei besten Bedingungen und für beide locker. Malerisch schlängelte sich die Route rund zehn Kilometer am Akerselva aus der Stadt heraus, dem Prinzip des Ecotrails folgend: Raus aus der Urbanität, rein in die Natur. Der imposante See Maridalsvannet empfing die Läufer wenig später mit klarem Blau – eine Augenweide, wie auch der Weg um ihn herum: Ein angenehmes Auf und Ab durch traumhafte Natur.

Der See Maridalsvannet.

Bis hierhin waren die beiden Seidenraupen, die noch mit drei anderen Bekannten von Martin liefen, auch noch frohen Mutes, frisch und agil.

Noch sind alle zusammen. Foto: Sportograf

Leider verlor sich ihre Spur aber schon kurze Zeit später. Manu füllte an der ersten Station eine Flasche, Martin joggte locker im Tross weiter, doch die rund fünf/sechs Minuten, die ab hier zwischen ihnen lagen, konnten nicht mehr geschlossen werden.

Kurz danach verlor sich die Gruppe.

„Ich habe in der folgenden Steigung Gas gegeben und sie auch noch ein, zweimal einige hundert Meter weiter gesehen, aber irgendwann war da nichts mehr zusehen“, so Manu, der sich dummerweise beim folgenden Downhill auch noch in einem Bachlauf langlegte. „Nix wildes, aber die Prellung an der Rippe war schon nicht angenehm.“ Dennoch: Auch das kostete ein, zwei Minuten – die Gruppe war endgültig gesprengt.

Auffie gehts…

Von da an war es also ein Rennen für Manu alleine, Martin mit den drei anderen. Und endlich war es auch ein richtiger Trail. Vorbei die Straßen und Waldautobahnen, knackige Anstiege und Singletrails en masse. Nach KM 17 war der erste harte Gipfel erreicht, und wäre man nicht in einem Rennen gewesen, so hätte ein Bad im malerischen Fagervann gepasst, denn die Waden qualmten schon enorm.

Martin und seine Begleiter an der Schanze… Foto: Sportograf

Am Holmenkollen (KM34) folgte dann nach vielen Up and Downs die nächste Verpflegungsstation und natürlich der Blick auf diese wahnsinnig imposante Skisprungschanze. Acht Minuten lagen zwischen Martin und Manu.

…und Manu auch.

Wenig später, bei Hyttikulpen, dann der erste Kontakt zu Martins Vater, der mit dem Rad unterwegs war und bei Bedarf mit Essen oder trockenen Shirts hätte aushelfen können.

Beste Sicht auf Oslo. Foto: Sportograf

An Essen war bei Manu aber mal wieder nicht zu denken, „bei längeren Etappen fällt es mir schwer, irgendwas festes zu mir zu nehmen. So musste ich mit meinen Gels auskommen.“ Auch den Underberg, den einige Kids bei Nordmarkskappelet anboten, lehnte er ab. Und das muss schon etwas heißen 😉 Doch noch waren die beiden recht nah beieinander, was die Durchgangszeit bei KM50 an der Station Sorkedalen bewieß: Martin 5:30 h, Manu 5:49. „Nur“ 19 Minuten.

Kurz nach der 50KM-Station war die Kette ab.

Dann aber war beim Oldie die Kette ab. „Meine Muskeln wollten nicht mehr so, wie ich wollte. Machte ich zu große Schritte, krampften meine Beine – egal wo. In den Schienbeinen und in den Oberschenkeln ging bei zu großer Belastung nichts mehr.“ Das dumme: Noch waren es 30 Kilometer, also wahrlich kein Katzensprung. Was folgte, waren auch im Berg indiskutable KM-Zeiten, die aber auch nicht viel besser wurden, als der Canyon vom Lysakerelva nach der Station bei Fossum (60KM; Martin: 6:55, Manu: 7:27) erreicht wurde. Noch mal ein knackiges Stück, diese verteufelte Schlucht am rauschenden Wasser.

Martin bei KM 60.

Hier folgte ein zweiter Sturz bei Manu und auf dem folgenden, leider sehr trostlosen Stück eine Tempoverschäfung bei Martin, der danach bis ins Ziel noch richtig Gas geben konnte. „Der Ernährungsplan hat gut funktioniert. Das Gefühl, auf den letzten 10 km noch Energie zu haben, um umzuschalten und noch einmal auf die Tube zu drücken, war richtig gut! Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit, denn immerhin war das Ziel, bei circa neun Stunden ins Ziel zu kommen. Allerdings merke ich die Konsequenzen, in einer flachen Gegend zu wohnen. Es wäre vielleicht hilfreich, vorher mehr Höhenmeter zu laufen“, so Martin nach seinem ersten Rennen über 50 KM.

„Für mich ging es ab einem bestimmten Punkt nur noch darum, ins Ziel zu kommen. Schade, denn bis zu einem gewissen Punkt im Rennen lief es eigentlich ganz gut. Auf der anderen Seite habe ich mir dann aber bewusst Zeit genommen. Laut meiner Uhr habe ich 35 Minuten an den Stationen verdaddelt, ich habe aber auch zwischendurch mal in einem Fluss gebadet, um meine Muskeln zu kühlen. Unter den Umständen eigentlich dann doch ganz okay“, bilanzierte Manu nach dem Ritt über Oslos Straßen.

Hier gehts zum Relive-Video.


Road to Oslo: Streckentest absolviert

Kurz bevor am Samstagmorgen um 8 Uhr der Startschuss fällt, waren wir noch einmal kurz auf der Strecke. Hinter der Idee des Ecotrails steckt bekanntlich: Raus aus der Stadt, rein ins Grüne – was in Oslo prima klappt. Ein paar Straßenbahnhaltestellen vom Zentrum, und Zack, ist man mitten in der Natur.

Wir haben uns den Abschnitt angeschaut, der uns circa bei KM60 blüht. Schaut man auf die Karte, sieht man einen Fluss, dem es zu folgen gilt. Downhill könnte man meinen, es ist aber ein äußerst welliges Unterfangen. Aber seht selbst:

https://instagram.com/p/Bx2eRlVovaT/

Eins der Fotos zeigt die Streckenmarkierer, denen wir begegnet sind. Wir müssen „nur“ dem rot-gelben Flatterband folgen. Nur…🤷🏼‍♂️

Der Boden ist nach den Regenfällen der vergangenen Tage erwartet nass. Wird geil, denken wir mal…


Road to Oslo: Welcher Schuh für den 80 KM Asphalt-Wald-Geröll-Mix?

Normalerweise bin ich nicht der Schuh-Shopper im Internet. Neben dem Aspekt, lieber den regionalen Handel zu unterstützen, muss ein Schuh schließlich passen. Doch wie viele Paare sollen es werden, wenn man noch nicht genau weiß, welches Modell es überhaupt werden soll? Pro Modell zwei oder drei, um auch die richtige Größe zu finden? Das große Problem: Ich würde es in der Kürze der Zeit wohl nicht schaffen, alle gewünschten Schuhe bei regionalen Anbietern testen zu können.

trail Magazin – Titelbild Ausgabe 3/2019

Glücklicherweise kristallisierten sich aus dem Laufschuh-Test des Trail-Magazins (Ausgabe 3 Mai/Juni 2019) vier Modelle heraus, von denen ich bei drei Marken meine Größe kannte: Als Adidas-Träger zeigte ich mich hocherfreut, dass zwei Modelle der Herzogenauracher als gut empfunden wurden, der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Adidas Terrex Agravic Boa. Hinzu kam der Salomon Sense Pro 3 und als gefühlter Testsieger der La Sportiva Kaptiva. Das Einsatzgebiet: Der Ecotrail Oslo 80 km. Kein hochalpines Profil, trotzdem aber knapp 2000 HM. Viel Wald, aber auch 15 bis 20 km Asphalt. Natürlich verfüge ich über eine breite Palette an Schuhen und Trailschuhen, doch der Mix aus Geröll, Wald und vor allem Asphalt erschien mir für meine bisherige Latschen als too much. Vor allem meine Trailschuhe sind alle eher etwas für alpine Trails mit wenig Asphalt-Anteil.
Übrigens: Sprengung und Gewicht waren mir egal, ich komme mit sehr vielen Modellen zurecht.

Zur Auswahl (von links) La Sportiva Kaptiva, Adidas Terrex Agravic XT GTX, Adidas Terrex Agravic Boa oder Salomon Sense Pro 3.

Passform
Innerhalb weniger Tage waren die Schuhe da – und siehe da: Alle passten. Und wie: Beide Adidas schmiegten sich an meinen Fuß wie eine Socke, der Kaptiva packte meinen Fuß, als wären die beiden füreinander geschaffen. Lediglich der Salomon steckte ein wenig nach, er versuchte nicht sofort ein Aha-Gefühl.
Punkte für beide Adidas und den Kaptiva.

Der Boa sieht tatsächlich so geil aus, der Agravic XT ist bei mir blau. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Aussehen
Ist mir in der Regel eigentlich schnurzpiepe, vor allem im Gelände, wenn eh nach wenigen Kilometer der Schmutz überwiegt. Dennoch: Der Adidas Terrex Agravic Boa sieht einfach verdammt geil aus. Diese Mischung aus rot und blau lässt Herzen höher schlagen. Der Kaptiva wirkt ungewöhnlich, aber das zeichnet ihn auch hier aus. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Sense Pro 3 sind schlicht und solide, mehr aber auch nicht.
Punkte für den Boa und Kaptiva.

Obermaterial
Lobte ich gerade noch den Adidas Terrex Agravic Boa, so hat dieser hier deutliche Nachteile. Auf dem Mittelfuß hat er ein äußerst dünnes Material, das keinem Stein widerstehen könnte. Kann man auf der Straße mögen, im Gelände aber ein absoluter Fail. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Salomon bestechen dagegen mit einem robusten, aber nicht zu festen Material. Was der Kaptiva bietet, ist ebenfalls sehr angenehm und dürfte sehr ausdauernd sein. Ist das schwierig…
Punkte für den Terrex Agravic XT GTX, den Kaptiva und den Salomon, Minuspunkte für den Boa.

Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Schnürung
Der Adidas Terrex Agravic Boa punktet hier wieder. Das Boa-System ist einfach klasse: Ein wenig drehen und zack sitzt der Schuh. Fraglich nur, wie es sich nach hunderten Kilometern Outdoor verhält. Salomon bietet sein gewohntes Schnellschnür-System, das sich bewährt hat. Kennt man, ist einfach super. Die beiden anderen kommen mit „normalen“ Schnürsenkeln daher.
Punkte für den Boa und den Salomon.

Sohle und Dämpfung
Hier sollte es einfach stimmen, denn was bringt der beste Look, das robusteste Obermaterial oder die cleverste Schnürung, wenn sich die Sohle nach ein paar Kilometern in Luft auflöst oder sie einfach viel zu hart ist. Laut Trailmagazin ist der Adidas Terrex Agravic XT auch für nassen Asphalt geeignet, bei seinem Boa-Kollege kann ich mir das auch vorstellen, hier macht die Sohle einen weichen Eindruck – beide kommen übrigens mit der bewährten und von mir sehr geschätzten Boost-Dämpfung daher. Ausdrücklich geeignet für Schotter- und Asphalt-Passagen ist laut Trail-Magazin aber vor allem der Sense Pro 3, dessen Sohle sich auch nicht als sooo hart wie zum Beispiel beim S-Lab Sense zeigte. Der Kaptiva hat eine kleine Legende dabei, die ihn als Profi auf den knackige Trails ausweist, für Asphalt jedoch nur bedingt geeignet scheint.
Punkte für Salomon und die beiden Adidas

Mein Modell des Sense Pro 3 kam in Schwarz daher. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trailmagazins.

Facebook
Warum nicht die Masse fragen? Und so stellte ich die Frage nach dem besten Schuh für diesen Zweck aus den vier gewählten Modellen in der Gruppe „Berg- und Trailläufer dieser Welt“. 24 Kommentare gab es, einige davon gingen zu gänzlich anderen Modellen, andere waren wenig förderlich. Drei jedoch empfahlen den Sense Pro 3.
Punkte für ihn.

Preis:
Der große Vorteil beim Online-Shopping ist der breite Vergleich von Preisen. Die im Trail-Magazin genannten Preise stimmten daher nicht komplett, lediglich der Kaptiva war nirgendwo günstiger als 139 Euro. Der Boa kostete im günstigsten Fall 117 Euro, der Salomon 103 Euro, der Adidas Terrex Agravic XT GTX 98 Euro.
Punkte für den Adidas Terrex Agravic XT GTX und den Sense Pro.

Ergebnis
Verdammt, am liebsten hätte ich alle vier behalten. Jeder hatte Vor- und wenig Nachteile, alle vier waren einfach der Hammer, was mir auch zeigte, wie gut dieser Test im Trailmagazin war bzw. ist.
Nach allem Für und Wider für den genannten Zweck landete ich schließlich beim Salomon. Ausschlaggebend war die Sohle, das robuste, aber trotzdem angenehme Obermaterial, die Erwähnung im TM über die Eignung auf Asphalt und die positiven Stimmen bei der Facebook-Abfrage.
Er setzte sich letztlich gegen den Adidas Terrex Agravic XT GTX durch, der mein zweiter Favorit war. Beim Boa störte mich einfach das sehr sehr weiche Obermaterial, und der Kaptiva erschien mir für den Zweck einfach nicht geeignet. Ich glaube, er wäre es geworden, stünde ein alpiner Trail an, was auch zeigt, dass der Preis das wenig ausschlaggebenste Argument war.

Die ersten Läufe
Nach rund zwei Wochen mit den Schlappen zeigt sich, dass sie tatsächlich gut im Mix funktionieren. Ich hatte sie auf einer 25 KM-Runde durch Parks an, habe sie auf Straßen getragen und war auch einmal auf Krefelds höchstem natürlichen Berg, dem Hülser Berg (immerhin 67 Meter hoch). Wirkliche Trails gibt es bei uns leider nicht, hier bleibt ein Ergebnis also offen.
Etwas schwammig kam er mir auf sehr weichem Waldboden vor, es war aber auch echt verdammt matschig. Die Anstiege am Berg meisterte er ohne Probleme und auch auf der Straße machte er eine gute Figur. Ich glaube, die Wahl war gut – aber das bestätigt sich jetzt in Oslo.

Ein dickes Danke geht an das Trailmagazin, das nicht nur einen tollen Test geliefert hat, sondern auch den Abdruck der Testberichte auf http://www.seidenraupen.org gestattet.


Road to Oslo: Die Spannung steigt

Am Samstag heißt es für MartinM und Manu „Auf in ein neues Abenteuer“. Die beiden starten ab 8 Uhr beim Ecotrail Oslo über die Ultra-Distanz von 80 Kilometer.

Es wird ein gewagtes Unterfangen: Beide haben am 28. April einen Marathon gelaufen und danach deutlich heruntergefahren. Nach rund zwei Wochen ging es dann wieder los, schließlich müssen die müden Knochen ja an den Ritt gewöhnt werden. Vergangenen Sonntag stand dann mit dem 25KM-Lauf bei Crossover Linn der letzte längere Lauf an.

Huch – was ist denn hier passiert. Foto: Marit Karlsen

In Martins Heimatstadt erwartet sie eine weitaus größere Schleife rund um Oslo: 82 Kilometer, 1700 Höhenmeter. Raus und rein geht es entlang von Flüssen, darüberhinaus dann in die Berge und Täler der Fjordlandschaften von Norwegen.

Martin kennt einen großen Teil der Strecke, war er doch schon einmal auf der 50km-Strecke des Ecotrails unterwegs. Die beiden werden in Norwegen auf zwei Freunde von Martin treffen – geplant ist dann, dass das Quartett die Mühen gemeinsam auf sich nimmt. „Unter neun Stunden sollte das zu schaffen sein“, sagt Martin. Und deutet damit an, dass es kein Spaziergang werden wird. Manu dazu: „Eigentlich hatte ich es etwas gemütlicher geplant, aber wenn es dann anders kommt, ist das auch okay.“

Kennt jeder, der sich für Sport interessiert: Die Skisprungschanzen am Holmenkollen. Foto: Marit Karlsen

Spektakulär wird es auf jeden Fall: Es geht an Norwegens berühmteste Skisprungschanze auf dem Holmenkollen, der nach einem rund 30 Kilometern langen Anstieg erreicht wird. Ab KM50 sieht das Streckenprofil so aus, dass es nur noch bergab bis ins Ziel geht, was angesichts der dann schon absolvierten Distanz auch nicht ganz verkehrt sein kann. Warten wir es ab…

Streckenprofil des Eco-Trails Oslo.

Whoopwhoop: Rennen für Bambinis und Kids im Rahmen des SRC

Mal etwas Neues wagen: Dachten sich die Seidenraupen und heben im Rahmen des Seidenraupen-Cross am Sonntag, 6. Oktober, zwei Läufe für Bambinis und Kinder ins Leben. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt Manuel Kölker, der die Idee schon seit einigen Jahren in der Tasche hatte, immer wieder hervorkramte und dann nach kurzer Diskussion dorthin zurück verfrachtete. Jetzt aber wird ein Versuchsballon gestartet. „Wir werden sehen, ob es klappt, oder ob uns die Organisation überrollt“, so der Vorsitzende.

SrcBambini

So in etwa könnte der Kurs verlaufen. Die tatsächliche Strecke wird noch bekannt gegeben.

Bambini (Jahrgang 2012-2018) und Kids (2007-2011) starten um 10 bzw. 10.15 Uhr auf eine oder zwei Runden auf der Anlage des Hülser SV, die nachfolgenden Rennen verschieben sich um 35 Minuten. Kölker: „Wo es genau langgehen wird, ist zwar angedacht, aber noch nicht in Stein gemeißelt. Mal sehen.“

Die Anmeldung ist ab sofort geöffnet, und hier zu finden: https://my4.raceresult.com/112388/registration?lang=de


WARUM??? Zahlreiche SRC-Wegweiser abgerissen

Es hätte so schön sein können: In mühevoller Arbeit haben wir Ende des vergangenen Jahres die Wegweiser zum Seidenraupen-Cross im Hülser Bruch aufgehängt. Dafür hatten wir die entsprechende Genehmigung. Schon nach kurzer Zeit erhielten wir viele positive Stimmen, mehrere Websites berichteten zudem über diesen Gewinn für das Bruch. Läufer und Wanderer konnten dank der Schilder beide SRC-Strecken in beide Richtungen laufen bzw. wandern.

Leider stieß das vom Land NRW geförderte Vorhaben nicht überall auf Gegenliebe, wie wir jetzt erfahren müssen. Denn Unbekannte haben es sich wohl zum Ziel gemacht, die Wegweiser mit grober Gewalt aus den Bäumen bzw. Pfählen zu reißen. Bei einer unserer regelmäßigen Kontrollen fiel auf, dass rund ein Viertel der Schilder, übrigens völlig wahllos gewählt, verschwunden sind.

Damit schaden sie gleich in mehrfacher Hinsicht:

  1. Der Zweck geht dahin.
    Ohne flächendeckende Beschilderung ist es schwierig, den Routen zu folgen. Bekanntlich schlängeln sich beide Strecken durch das Bruch und über die Berge. Orts-Unkundige, für die die Beschilderung gedacht war, finden sich nun nicht mehr zurecht.
  2. Viel Arbeit für die Katz
    Das Erstellen der Schilder und das Anbringen kostete rund 40 Arbeitsstunden ehrenamtlicher Arbeit. Diese ist nun für die Katz.
  3. Geld wird verschwendet
    2000 Euro haben wir für die Maßnahme erhalten und verwendet. 2000 Euro, die aus Spendengeldern stammen.
  4. Grobe Gewalt, deutliche Spuren
    Der oder die Täter reißen die Schilder mit grober Gewalt und unter Anwendung schwerer Werkzeuge aus den Bäumen. Es bleiben nicht nur die vorherigen Löcher der verwendeten Nägel (übrigens konform aller Richtlinien und entgegen der Annahmen vieler Laien den Bäumen nicht schadend), sondern auch deutliche Spuren der Werkzeuge. Wir haben Bäume gesehen, die massiv beschädigt wurden. Infektionen und Pilze haben so leichtes Spiel, in den Baum einzudringen.

Wir sind traurig, dass sich hier jemand am Eigentum der Allgemeinheit bedient, es sich zu eigen macht und gleichzeitig der Natur schadet. Wir bitten daher alle, die sich im Bruch tummeln, ein offenes Auge zu haben. Solltet ihr Personen bemerken, die die Schilder aus den Bäumen reißen, würde es uns freuen, wenn ihr sie ansprecht bzw. uns meldet. Wir wollen sicherlich keinen Streit, sehen jedoch auch keinen Grund, derart vorzugehen.