Was sich so einfach anhört…das genaue Gegenteil haben die beiden Seidenraupen Tanja Gebhard und Manuel Kölker samt Lauffreundin Petra nun beim Transvulcania erlebt. Dass 73 KM kein Zuckerschlecken sind (nie, nirgendwo), dürfte bekannt sein – aber wenn selbst Trail-Guru Tanja von ihrer bislang härtesten Herausforderung spricht, sagt das schon einiges. Entschädigt wurden die Drei dafür mit atemberaubenden Szenerien, wie es sie wohl nur hier gibt. Und natürlich mit einer mächtigen Finisher-Medaille. Petra kam in 16:02 h (circa; Platz 928, 141. Frau) ins Ziel, Tanja (887. / 131.) war nach 15:32 h zurück und Manu (874. / 747.) nach 15:28 h.
Mit dem Bus zum Leuchtturm
Via Busshuttle ging es für das Trio am frühen Morgen zum Leuchtturm von Fuencaliente. Busfahren – das ist für Manu schon so eine Sache: Zwar sortierte er sich in der ersten Sitzreihe ein, um dann aber bei der Ankunft das Frühstück noch einmal Revue passieren zu lassen. Ugh. Egal, nach dem pompösen Startschuss mit Fontänen und krachender Musik ging es zunächst schnucklige sieben KM nach San Antonio – gefühlt im Gänsemarsch. Ab da lief es für Manu aber. Der Höhenmeter-Asket (!) kämpfte sich vom Ende des Feldes ins Mittelfeld und belegt in Reventon (4. VP) einen für ihn guten 660. Rang. „Irgendwie lief es ganz gut, das habe ich schon gemerkt. Genauso hat mich dann aber das folgende Stück auf der Waldautobahn mental runtergezogen. Oben, auf dem Roque de los Muchachos, war dann schon wieder auf Platz 800. Anders Petra und Tanja, die konstant liefen und dabei auch ein großes Stück zusammen absolvierten und die Blicke in den Nationalpark Caldera de Taburiente schweifen ließen. Es ging durch Lavafelder hindurch, durch Dschungelwelten, durch zerklüftetes Gestein – Wahnsinn. „Es ging rauf den Vulkan, durch diverse Klimazonen (Sonne, Wind, Kälte, Nebel, Regen und Wärme) – perfekte Wetterbedingungen am Renntag. Heftig“, bilanzierte Tanja.
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“
Und weiter: „Der absolute Mega Highlight war dann der Moment, als wir über den Wolken waren: Atemberaubend schön! Unvergesslich! Die Strapazen im Vorfeld waren vergessen. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu filmen, zu fotografieren und innezuhalten, um den Ausblick zu genießen! Wären die Cut-offs nicht gewesen, hätte ich mir sicherlich noch mehr Zeit gelassen.“ Dann aber folgte wahrlich der „Downhill des Grauens“, schließlich ging es wieder zurück ans Meer, und das mit 50km und 4.000 Hm in den Beinen. Gute fünf Stunden gingen für diesen Ritt auf hoch-technischem „Geläuf“ drauf. Um dann noch einmal fünf Kilometer durch ein Flussbett zu müssen, ehe final noch einmal 500 HM zu bezwingen waren.
Das Fazit
Tanjas Fazit: „Auch hier gilt: Super dankbar und glücklich das Rennen geschafft zu haben, obwohl die Vorbereitung nicht optimal und mein Körper eher in der Überbelastung war anstatt in Höchstform (laut Garmin
). Haken dran- nie mehr wieder!“ Manu: „Dem kann ich mich anschließen. Ich bin froh, diesen Kracher gesund überstanden zu haben. Das war hier und da schon wacklig. Wie oft ist im letzten Moment noch den Fuß heben konnte, um beim Downhill nicht umzuknicken – puh. Nach 63 KM war der Akku leer, auch im Kopf ging nicht mehr viel. Die letzten zehn KM waren eine Qual. Allein im Flussbett habe ich über 50 Läufer passieren lassen müssen. Mein Dank geht an dieser Stelle an eine unbekannte Läuferin, die mir zwei Salztabletten zusteckte und noch eine Portion Motivation da ließ. Danke. Danke!!! Und Petra: „Ich war glücklich, mit einer Medaille belohnt zu werden. Ich wollte es einfach durchziehen.“































































