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Durchwachsene Herbst-Marathons für Mayntzhusen und Kölker

„Hinten raus zäh“ – was Moritz Mayntzhusen zu seinem Marathon in Köln sagte, beschreibt auch gut den Berlin-Marathon von Manuel Kölker. Bei beiden regiert die Erkenntnis, dass ein gewisses – vor allem längerfristiges – Training schon nicht ganz so verkehrt gewesen wäre. Beide kamen jedoch ins Ziel: Moritz nach 3:58:09 h und Manu nach 3:08:23 h.

Moritz (türkises Shirt) im Ziel.

Bei Moritz sah es vor einer Woche lange nach einer neuen PB aus. Der Halbmarathon war nach 1:41:42 h absolviert, auch die Zeit 2:35:53 h nach 30 KM ließ diese Vermutung zu – bei 3:39 h wäre er gelandet, wenn er das Tempo hätte halten können. Dann aber kippte das Rennen, die Kilometer wurden gefühlt länger und länger. Bei KM 35 stand eine 3:07 h, 3:46 h wäre dann die Zielzeit gewesen, doch es ging nun kaum noch etwas. Am Ende überquerte er bei 3:58:09 als 1346. Mann und 227. in der M35 die Ziellinie am Fuße des Doms. „Das war eine ganz zähe Nummer. Nach hinten ging gar nix mehr“, bilanzierte Moritz – kein Wunder nach 2:16:27 h auf der zweiten Hälfte. Seinen Zieleinlauf kann man übrigens auf https://www.facebook.com/koelnmarathon/videos/vb.259668282814/499047780645433/?type=3&theater sehen, Moritz kommt bei circa 4:01:40 ins Ziel.

Guten Mutes in Berlin!

Nicht ganz so hart traf es Manu in Berlin Ende September, wohl aber ähnlich. Er hatte den Startplatz für Berlin sehr kurzfristig erhalten und konnte sich nur knappe fünf Wochen vorbereiten. „Ich wusste, dass Power fehlen wird, hatte aber große Lust, nach meinem ersten und einzigen Berlin-Start in 2010 und dann vielen folgenden Halbmarathons mal wieder volle 42 KM in der Hauptstadt zu laufen“, so der Vorsitzende der Seidenraupen. 2010 war er noch 3:31 h unterwegs gewesen.

Manu beim Berlin-Marathon 2019.

Zumindest das sollte getoppt werden. Und nach 21 KM sah es auch noch verdammt gut aus: Die Halbmarathon-Zeit von 1:28:17 h ließ zumindest auf eine Sub-3h hoffen. „Ich merkte aber schon da, dass mir Speed fehlt. Es lief einfach nicht so locker wie bei den bisherigen Sub3h-Marathons.“

Kurz vor dem Brandenburg-Tor passieren die Läufer auch das weltberühmte Hotel Adlon.

Ab KM 25 wurde es dann gemächlicher und als ab KM30 kleine Krämpfe in den Oberschenkeln (und strömender Regen) dazu kamen, stand nur noch das Ziel im Vordergrund, unter 3:10 h anzukommen. Das gelang: Nach 3:08:23 h kam er als 3391. Mann und 631. der M40 ins Ziel. Für die zweite Hälfte benötigte er demnach 1:40:06 h. Ganz okay, aber nicht RvH-Weltklasse.

Wer entdeckt den Seidenraupen-Sticker?

Für Moritz stand nur eine Woche nach Köln ein längerer flotter Regenerationslauf an, Manu wird sich Ende dieser Woche im Bergischen Land beim Röntgenlauf austoben.


Bämmm: Neue 10km-PB für Moritz

Berlin ist bekannt für sein schnelles Pflaster, regelmäßig purzeln hier die Rekorde. Moritz Mayntzhusen konnte bei der 28. adidas Runners City Night am vergangenen Samstag davon nun auch profitieren und seine 10 Kilometer-Bestzeit auf 40:54 min verbessern. Damit wurde er 468. im Gesamt-Ranking und 95. in der M35. Es gewann Valentin Pfeil in 29:15 min.

Martin und Manu bei „Retour le Tour“

Ebenfalls aktiv waren Martin Myrold und Manuel Kölker. Die beiden radelten beim Nachbarschaftsrennen im Rahmen von „Retour le Tour“ mit und hatten trotz mäßigem Wetter viel Spaß.

Manu und Marcus bei den Kleinfeld-Open 2019.

Nur einen Tag später war Manu wieder on fire, diesmal bei den 19. Kleinfeld-Open im Trikot der Pilstrinker. Doch weder ihm, noch Marcus Noack mit den Tennisfreunden Fischeln gelang der Sprung in die Endrunde. So begnügte man sich eben mit ein zwei Bierchen und ließ dem Seriensieger Dohmes & Golomb den Vortritt.


Meikes heißer Ritt durch die Hauptstadt

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Meike Thomassen den Berlin-Habmarathon gerockt. Lachend, weil Wetter und Atmosphäre passten, weinend, weil sie alleine auf die 21,1 KM musste. Kathi Schulze Dieckhoff zog wegen Krankheit am Morgen die Notbremse und verordnete sich schweren Herzens Startverbot. Vorbei der Traum vom gemeinsamen Lauf durch die Hauptstadt samt Zieleinlauf am Brandenburger Tor.

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Da war die Welt noch in Ordnung: Meike (links) und Kathi (rechts) mit den Startnummern in der Hand.

Meike kam gut aus dem Block, die ersten fünf KM waren schon nach 27:33 min erreicht. Etwas langsamer dann die zweiten fünf KM (28:20 min), ehe es richtig warm wurde. „Es war geil, aber dann auch super heiß“, sagte Meike später im Ziel.

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Meike auf dem Kudamm. Sehr nice…

 

Logische Konsequenz: Fuß vom Gas, genießen. Und so waren die weiteren 5KM-Splits bei 29:29 min und 36:20 min (6 KM) eine angenehme Genussrunde vorbei am Checkpoint Charly, Gendarmenmarkt, Schauspielhaus, französischer und deutscher Dom, Unter den Linden zum Ziel kurz hinter dem Brandenburger Tor. Für Kathi heißt es dann im kommenden Jahr wieder Vollgas (oder ist da nicht noch im Herbst ein Lauf durch Berlin?).

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Dritter Halbmarathon in Folge: Manu, Martin und Denis sind schon ein wenig bekloppt…

Mit deutlich weniger Zuschauern mussten Martin Myrold und Manuel Kölker leben. Sie hatten sich als dritten Halbmarathon in Folge den Benrather Volkslauf ausgesucht: 21 KM durch das Naturschutzgebiet Benrather und Hasseler Forst und um den Unterbacher See in Düsseldorf. Abgesehen vom Start/Ziel-Bereich und einigen Spaziergängern auf den kurvigen Waldwegen keine Spur von Fans 😉 Die Vorzeichen standen bei den beiden anders: Martin hatte schon im Vorfeld zwölf KM auf der Uhr, wollte also über 30 KM laufen, Manu im Bereich von 1:25 h finishen. In 1:37:07 h joggte Martin schließlich ins Ziel (Platz 43., M30: 9.), Manu in 1:26:22 h (10. / M40: 2.). Denis Brick, auch mal wieder dabei, kam auf 1:33:48 h (30. / M30: 8.).

Nun steht am kommenden Samstag der Lauf nach Venlo an.


Zwei Seidenraupen beim Berliner Halbmarathon

Gleich zwei Seidenraupen sind am kommenden Sonntag in Berlin beim dortigen Halbmarathon am Start. Meike und Kathi werden das Pflaster auf der Jagd nach neuen Bestzeiten erglühen lassen – bekanntlich ist das auf dem flachen Terrain in der Hauptstadt gut möglich.

Berlin HM 2019

Die Strecke des Berliner Halbmarathons.

Anders als in den vergangenen Jahren startet der Halbmarathon nicht an der Karl-Marx-Allee, sondern Start und Ziel sind erstmals in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor und zur Siegessäule. Der Grund für die Verlegung ist die geplante Sanierung der Karl-Marx-Allee. Vorbei an der Technischen Universität, geht es über den Ernst-Reuter-Platz zum Schloss Charlottenburg. Lietzensee, Kurfürstendamm und Gedächtniskirche sind weitere Hotspots, ehe der Potsdamer Platz erreicht wird. Es folgen Checkpoint Charly, Gendarmenmarkt, Schauspielhaus, französischer und deutscher Dom Unter den Linden zum Brandenburger Tor. Fertig.

Martin und Manu in Düsseldorf am Start

Weniger spektakulär wird da wahrscheinlich der Halbmarathon, den Martin und Manu sich für Samstag auferlegt haben. Zwar auch 21 Kilometer, die aber „nur“ durch das Naturschutzgebiet Benrather und Hasseler Forst und um den Unterbacher See in Düsseldorf gehen > Natur pur eben.


Kathi stürmt in Berlin zur Bestzeit – Adam und Manu ächzen in Rotterdam

Das war eine Meisterleistung mit Ansage: Seidenraupe Kathi hat in Berlin ihre Halbmarathon-Bestzeit auf 1:56:38 h geschraubt. Im Vorjahr hatte sie noch das Kunststück vollbracht, genau zwei Stunden zu benötigen. Adam und Manu hatten zeitgleich in Rotterdam die doppelte Strecke zu bewältigen und waren am Ende mit ihren Zeiten (Adam: 3:43:11 h, Manu: 3:09:23 h) ebenfalls zufrieden. Sowohl in Berlin als auch in Rotterdam war es wie erwartet wärmer als noch in den Wochen zuvor. Ungewohnte, aber keinesfalls schlechte Bedingungen also für die Läufer, die sich in den Wintermonaten gestählt hatten.

Das Training hatte sich zumindest bei Kathi gelohnt. Sie wollte in ihrer Heimatstadt endlich unter die Zwei-Stunden-Marke kommen, was ihr endlich gelang. Bei 1:56:38 h blieb die Uhr am Ende stehen, da war der Jubel groß: „Das war alles prima. Die Bedingungen waren optimal, auch wenn es auf den Abschnitten ohne Schatten doch etwas wärmer war. Aber dank meinem persönlichen Hasen Kathleen habe ich es endlich geschafft.“ Auf dem Ku-Damm (bei KM12) sei es ihr etwas schwerer gefallen, da aber griff Kathleen ein. „Sie hat sich nach vorne gesetzt und mich gezogen. Das hat mir Antrieb gegeben. Am Ende wurden wir sogar etwas schneller und ich hatte sogar das Gefühl, nicht am Limit gelaufen zu sein.“ Das beweisen auch die Zwischenzeiten (5km: 27:41, 10km: 27:57, 15km: 27:53, 21: 33:08). Mit ihrer Zeit belegt sie in der W35 Platz 244, bei den Damen 1836 und im Gesamt-Ranking 8972.

Gerne hätte auch Adam sein Rennen nach 21 Kilometern beendet – aber auf dem Programm standen eben 42. Denn bei KM18 gab es einen ungewohnten Einbruch: „Es ging nichts mehr. Meine Beine haben geschmerzt, meine Füße gekribbelt und mein Herz hat verrückt gespielt. Man kann sagen, dass der Himmel sich gegen mich verschworen hat. Ich musste sogar ein zwei Mal gehen. Ab da gab es nur noch ein Ziel: Ankommen.“ Und das gelang: 3:43:11 h (Halbmarathon: 1:38:55 h) stand am Ende auf der Uhr, (Gesamt-Platz 3245/13984, Männer: 2921/10672, M45: 442/1779), wenn auch langsamer als erwartet. Auf den letzten zehn Kilometern biss sich das „Kampfschwein“ mit Kilometer-Zeiten um die sechs Minuten durch. Hut ab!

Mit dergleichen hatte eigentlich Manu gerechnet: Kein Lauftraining in den vergangenen zwei Wochen, die drei Wochen davor auch nur sporadisch. Immer wieder streikte die Wade, und es war nicht klar, ob sie halten würde. „Daher bin ich verhalten an die Sache ran. Auch wenn ich mich gut fühlte, habe ich mich an das Vorhaben gehalten, nicht zu überpacen. Das wäre bei dem Trainingsstand deutlich nach hinten losgegangen.“ Und so hielt er sich an die Drei-Stunden-Pacer, konstante Zeiten von 4:12 bis 4.15 Minuten pro Kilometer waren das Ziel. Das ging länger gut als erwartet. „Bei KM23 meldeten sich meine Beine und zeigten mir, dass ich einen Gang runterschalten sollte. Das habe ich dann auch gemacht. Ich ließ zwei Kilometer später die Pacemaker ziehen und dachte nur noch an das Ziel. Aber ich wollte nicht stehen bleiben, ich hatte mir geschworen, für Lou and the Boys das Ding laufend nach Hause zu bringen. Sie hatte ich die ganze Zeit in meinem Herzen.“ So pendelte er sich zunächst bei 4.20 bis 4.30 ein, zwischen KM 35 und 40 lagen die KM-Zeiten aber sogar einmal kurz über der 5min-Marke, „aber ich wusste, dass der Tank noch nicht ganz leer war.“ Um unter der 3:10h-Marke (Boston-Quali-Zeit) zu bleiben, gab er noch einmal Gas und war bei 3:09:23 h im Ziel (Halbmarathon: 1:29:10 h). Das bedeutet Platz  801/13980, bei den Männern 749/10668 und in der M35 171/1659.

Die Strecke in Rotterdam war übrigens nicht ganz so mau, wie erwartet, wenn auch nicht spektakulär, was vielleicht daran liegt, dass die Stadt auch nicht so schön ist. Zumindest die Zuschauer sorgten an vielen Stellen für die vom Venloop bekannte niederländische Stimmung. Schlecht dagegen der Ziel-Bereich: Kein Bier, keine Massagen und keine Duschen – das geht gar nicht!


Willkommen in der Wettkampf-Woche

Da trainiert man Wochen und Monate bei bitterer Kälte, Schnee- und Hagelstürmen und dann wird es plötzlich warm, sehr warm. Eigentlich klar: Willkommen in der Wettkampf-Woche. Drei Seidenraupen sind am kommenden Wochenende auf Kurs und müssen sich dieser klimatischen Herausforderung stellen: Kathi hetzt durch Berlin und peilt beim Halbmarathon eine neue Bestzeit an, Adam und Manu starten in Rotterdam. In unserer Vorschau blicken wir zunächst in die Hauptstadt.

Für Kathi wird es ihr erster Lauf im Trikot der Seidenraupen – dementsprechend motiviert steigt sie auch ins Rennen. In ihrer Heimat soll endlich die Zwei-Stunden-Marke geknackt werden, nachdem die Uhr im Vorjahr genau bei 2:00:00h stehengeblieben war. Auch die Elite gibt sich die Ehre: Vorjahressieger Gilbert Masai, Richard Mengich (Sieger 2016, beide Kenia), Homiyu Tesfaye (Eintracht Frankfurt), Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg), Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) und Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt) sind am Start und ebnen den Weg für Kathi.

Kathi Outfit Berlin HM 2018

Kathis Outfit für den Berliner Halbmarathon. Damit kann ja nichts mehr schiefgehen.

Die Strecke ist die gleiche wie in den Vorjahren: Los geht es im Schatten des Alex und bei Kilometer drei passieren die Läufer das Brandenburger Tor. Lange geht es nun gen Westen, wo nach sieben Kilometern der Ernst-Reuter-Platz und nach neun Kilometern das Schloss Charlottenburg erreicht wird. Für zwei Kilometern folgt die Strecke nun nach Süden, ehe sich die Läuferschar über den Kudamm und entlang des Landwehrkanals wieder zurück gen Osten macht. Dabei geht es natürlich am Potsdamer Platz und am Checkpoint Charly vorbei. Kämpfen heißt es dann ab dem Nikolaiviertel, wo es auf der eigentlich sehr flachen Strecke eine kleine kraftraubende Erhöhung zu meistern gilt.

Die Live-Übertragung des Laufs startet am 8. April um 9:25 Uhr und dauert bis 12:30 Uhr. Diverse mobile Kameras auf der Strecke und im Start-/Zielgebiet sorgen für ein Live-Erlebnis des größten deutschen Halbmarathons. René Hiepen und Falk Cierpinski werden kommentieren. Das Rennen wird auf www.berliner-halbmarathon.de und als Facebook Live Stream gezeigt. GO KATHI!!!


Kathi rockt das SDR-Chapter in der Hauptstadt – und Elke nicht nur die Biertheke

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Kathi (rechts), hier mit ihrer Freundin Kathleen

Berlin calling: Nachdem sich unsere Politiker zu lange Zeit gelassen haben, übernehmen die Seidenraupen nun Berlin – und quasi damit ja auch das Land. Wir sind froh, mit Katharina Schulze Dieckhoff nicht nur Mitglied Nr. 18 begrüßen zu können, sondern auch über die erste Seidenraupen-Expansion außerhalb von NRW. Kathi ist unsere neue Geheimwaffe in der Hauptstadt. Yipppieh! Hier könnt ihr euch über Kathi näher informieren. Für sie kann es 2018 nur eins geben: Die Sub-2h-Marke beim Halbmarathon!

Kurz nach dem Wochenende des Seidenraupen Cross hatte sich übrigens ein weiteres Trio den Seidenraupen angeschlossen: Elke Brittig, Saskia Kreuels und Jenny Lücker. Alles fleißige Helfer, die wir gerne in unserer Mitte begrüßen. Und Elke hat kürzlich beim Silvesterlauf unter Beweis gestellt, dass sie nicht nur an der Biertheke eine gute Figur macht. Die Frage nun: Wann ziehen Saskia und Jenny nach? 😉

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Elke mit Adam beim Seidenraupen Cross 2017.


Feiern statt 100 Meilen

Warm wird es heute in Berlin mit Sicherheit. Für einige sogar heiß. Während wir heute schön mit Kathi und Morla Hochzeit feiern, laufen andere 160 Kilometer (oder 100 Meilen) durch die Hauptstadt. Ich hatte Glück und habe einige versprengte Grüppchen bei meinem Morning-Jog gesehen. Der Lauf ist nicht einfach ein Ultra, er ist einer mit Geschichte: Denn die Route folgt, soweit möglich, dem ehemaligen Verlauf der Mauer. Sicherlich eine sehr coole Sache – ich ziehe jedoch heute das Feiern vor 🙂


Seidenraupen auf Berliner Entdeckungstour

2:02:25h, Platz 3050 und in der Altersklasse W30 Rang 591 sowie 1:25:41h, Platz 542 und in der M35 Rang 97 – so die nackten Zahlen von Eva und Manu beim Berliner Halbmarathon.

34.000 Starter hatten sich am Sonntagmorgen bei tollem Wetter auf den Weg gemacht, Berlin zu erkunden. Der Berliner Halbmarathon startet in der Nähe des Alex, verläuft dann Unter den Linden durchs Brandenburger Tor bis zum Schloss Charlottenburg und wieder zurück über den Potsdamer Platz und am Checkpoint Charlie vorbei. Charakteristisch sind neben der unglaublichen Starterzahl die langen Fluchten, die mal Fluch, mal Segen sein können.

Für Eva und Manu standen verschiedene Ziele auf dem Schirm: Eva wollte mit unserer Gastgeberin Kathi den Lauf einfach nur genießen und ankommen, Manu hatte sich vorgenommen, die Venlo-Zeit von vor zwei Wochen (1:25:08h) zu unterbieten.

Und es ging auch gut los, die ersten fünf Kilometer hatte er nach 19:18min absolviert. „Dann aber setzten Schmerzen in den Schienenbeinen ein und ich habe etwas Tempo herausgenommen, um ohne größere Probleme anzukommen“, sagte Manu. Auf den folgenden Kilometern bis ins Ziel war er dann konstant locker bei 4:06-4:09min/km, womit klar war, dass die Venlo-Zeit nicht zu toppen war und um einige Sekunden verpasst werden würde. „Bei km14 wollte ich wieder eine Schippe drauflegen, aber es ging irgendwie nicht mehr. Schade.“

Eva war dagegen begeistert: „Die Stimmung war der Hammer und ich habe zum ersten Mal die Strecke bewusst mit allen Sehenswürdigkeiten wahrgenommen. Ohne Zeitdruck war es viel schöner zu laufen, auch um die Stimmung an der Strecke aufzusaugen.“ Die beiden Mädels ließen sich hier und da begeistern und konnten auf den letzten sechs Kilometern noch einmal deutlich zulegen. Der 5:38er-Schnitt zwischen km15 und 21 war jedenfalls der beste aller vier Splits.

Gewonnen hat Richard Mengich in 59:58min. Arne Gabius, der sich und den deutschen Rekord verbessern wollte und bis km8 ganz vorne mithalten konnte, wurde bei windigen verhältnissen Vierter in 1:02:45h. Damit misslangen beide Vorhaben, auch wenn er bester Deutscher seit 1993 war.


Berliner Halbmarathon: Die inoffizielle Deutsche Meisterschaft

Bad Liebenzell kann einem schon leid tun: Wenn dort, am 23. April, die Deutsche Meisterschaft im Halbmarathon über die Bühne geht, werden die besten Deutschen auf dieser Distanz nicht am Start sein. Denn sie gehen alle schon am kommenden Sonntag in Berlin auf die Jagd.

Der ein oder andere wird dabei die Zeit von 63:45min verfolgen. Sie muss für einen Start bei der Leichtathletik-Europameisterschaften in Amsterdam vorgelegt werden. Dort findet erstmals auch ein Halbmarathon statt. 66:30min ist dagegen die Zeit, die es für die Vornominierung für die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro zu knacken gilt – wobei Arne Gabius (2:08:33h), Philipp Pflieger (2:12:50h) und Julian Flügel (2:13:57h) die deutsche Marathon-Olympia-Norm schon erfüllt haben, sie müssten nur noch die 66:30min als aktuellen Langstrecken-Nachweis laufen.

Für Arne Gabius dürfte weder die eine, noch die andere Zeit ein Problem darstellen, er befindet sich in der Form seines Lebens. Seine HM-PB liegt bei 62:09min, nun will er möglichst nahe an die magische Stundengrenze heran. Nachdem er gerade erst einen neuen deutschen Marathon-Rekord (2:08:33h) aufgestellt hat, trauen ihm einige zu, nun auch den Deutschen HM-Rekord (Carsten Eich, 60:32min, 1993 beim Berliner Halbmarathon) zu brechen. Beim Osterlauf in Paderborn zeigte er sich über die 10km zumindest in guter Form, 28:39min bedeuteten Platz zwei.

Die anderen deutschen Topläufer müssen sich zumindest für die EM-Quali schon strecken. Der für Düsseldorf startende André Pollmächer wartet mit einer PB von 62:47min auf, es folgen im Starterfeld Hendrik Pfeiffer (63:42 min) und Philipp Pflieger (63:51min), der jedoch angeschlagen ist. Steffen Uliczka (64:16min), Julian Flügel (64:17min) und Manuel Stockert (64:32min) schielen in Berlin ebenfalls nach Amsterdam. Sie machen diesen Berliner Halbmarathon also zur inoffiziellen deutschen Meisterschaft, auch wenn sie mit dem tatsächlichen Rennausgang nichts zu tun haben dürften.

Berliner Halbmarathon

Startschuss zum Berliner Halbmarathon mit dem Favoriten Wilson Kiprop (Bildmitte). Foto: Camera4/SCC

Die Favoriten kommen wie gehabt aus Afrika. Top-Favorit ist der ehemalige Halbmarathon-Weltmeister (2010) Wilson Kiprop (Kenia, 59:15min), auch wenn er seit zwei Jahren nicht mehr außerhalb von Kenia gestartet ist, gefolgt von seinen Landsleuten Jairus Chanchima (59:43min) und Richard Mengich (59:59min). Außernseiter-Chancen werden Manuel Kölker (Königreich Kölkanien, 1:22:41h) zugetraut.

Und Bad Liebenzell? Das Städtchen, rund 30 Kilometer von Karlsruhe entfernt, wird sich zwar Deutsche Meisterschaft nennen können, doch der Titel dürfte angesichts des deutschen Starterfelds in Berlin einer ohne Wert sein. Dabei verfügt der Ort über eine gewisse Tradition, 2007 und 2010 wurden hier die Deutschen Halbmarathon-Meister ermittelt, dazu 2004 und 2015 die Deutschen Meister über zehn Kilometer. Irgendwie kann er einem sogar fast leidtun. Der Leichtathletik-Kreis Calw und der Württembergische Leichtathletik-Verband hatten sich mit der Kurstadt kurzfristig beworben und erhielten vom DLV den Zuschlag. Warum dies in zeitlicher Nähe zu Berlin stattfindet, begründet der Verband so, dass er jedem Athleten die Möglichkeit geben möchte, an der Zehner-DM (11. September, Hamburg), der HM-DM und der Marathon-DM (30. Oktober, Frankfurt) teilzunehmen. Warum dann der Berliner HM nicht offizielle DM ist? Gute Frage…