Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Marathon

Hahn spontan beim Mallorca-Marathon, Kölker siegt in Dubai

Kurz vor dem Seidenraupencross waren zwei Raupen noch einmal aktiv: Hendrik Hahn hatte sich vor wenigen Tagen spontan entschieden, den Mallorca-Marathon zu laufen, Manuel Kölker nahm beim Roy Nasr Memorial-Triathlon als Staffelläufer teil.

Hendrik finishte in (wahrscheinlich in Gednaken an den KFC) in 3:19:05 h und wurde damit 41. (39. Mann, 10. in der Klasse Senior-M). Zur Halbzeit waren es 1:34:51 h.

Manuel war im Team der „Flitzpiepen“ in der Wüste von Dubai aktiv. Mit 1:08:05 h holten sie den Sieg in der Teamwertung. Nachdem Domi das Schwimmen (750m in zwei Runden inkl. Kehre am Strand) führend in 10:59 min beendet hatte, stieg Didi aufs Rad (20 km in zwei Runden). Nach 34:26 min kehrte er in die Wechselzone zurück und konnte sich sogar den Luxus leisten, zunächst in die falsche Box zu biegen. Manu brachte das Ding dann locker nach Hause und absolvierte die kurvigen 5,3km (2,5 Runden) in 19:37 min. Das nächste Team (Team JAC) folgte in 1:11:20 h (mit einer höchst dubiosen Laufzeit von nur zwölf Minuten), die Entertainer 34 waren in 1:13:05 h im Ziel.

Für die Region war es der Start in die Triathlon-Saison, dementsprechend motiviert gingen zahlreiche Athleten (700) an den Start. Der Sieger Ryan Christian war in 57:57 min im Ziel.


Wochend-Vorschau II: Adam und Manu beim Rotterdam-Marathon

Bei Teil zwei unserer Vorschau für das kommende Wochenende blicken wir über die Grenze nach Rotterdam, wo sich Adam und Manu erneut der Herausforderung „Marathon“ stellen. Beide vertrauen dabei voll und ganz auf „Natur-Liebe“ – kein Gag.

Sowohl Adam, als auch Manu schleppen sich in den letzten Monaten bzw. Wochen mehr schlecht als recht durch. Bei einer MRT wurde bei Adam vor einiger Zeit eine eigentlich niederschmetternde Diagnose gestellt: Kreuzbandriss, Knorpelschaden, Meniskusschaden und eine deformierte Kniescheibe – uff. Liest sich eher nach Kategorie „Karrierende inkl. Verfettung auf der Couch“. Dagegen sind Manuel muskuläre Probleme in der linken Wade (Zerrung, Faserriss, o.ä.) eine kleine Schramme, obgleich auch sie ein anständiges Training in den vergangenen vier Wochen unmöglich gemacht haben. Die Produkte MSM und OPC aus dem Hause Nature Love sollen nun die Wunderwaffe sein. „Ich nehme es seit vier Monaten und es ist verblüffend. Es hilft mir, mehr als 100 Kilometer in der Woche zu laufen. Einen Tag vor dem Venlo-Halbmarathon bin ich noch 35 Kilometer mit 15 Kilometern im Marathontempo zum Ende hin gelaufen. Das darf man keinem Chirurgen erzählen“, berichtet Adam. Er hat Manuel nun auch diese Wundermittel empfohlen mit der Hoffnung, dass sich ein gleicher Effekt einstellt. Seit über einer Woche fährt er nur noch Rennrad, um die Wade aus dem Spiel zu nehmen. „Tatsächlich sind die Schmerzen weg. Ob das am Sonntag auch dauerhaft so bleibt, wird sich zeigen“, sagt Manu noch ein wenig zweifelnd. Zwar konnten alle im Plan verankerten langen Läufe absolviert werden, problematisch wurde es aber, wenn dauerhafte Geschwindigkeit mit ins Spiel kam.

MSM, kurz für Methylsulfonylmethan, ist organischer Schwefel, mit dem man seine Ernährung täglich ergänzen kann. Zur Wirkung von MSM gibt es hier Informationen: www.zentrum-der-gesundheit.de/msm-organischer-schwefel-im-sport-ia.html. Im Traubenkernextrakt wiederum steckt OPC und damit ein ungeheures Heilpotential. OPC ist ein antioxidativ wirksamer Pflanzenstoff und gleichzeitig Spezialist für ganz bestimmte Körperbereiche.Alles zu OPC hier: www.zentrum-der-gesundheit.de/opc-pi.html.

Mit diesen Wunderwaffen treten die beiden also am Sonntag beim größten Marathon der Niederlande an. Der Kurs ist extrem schnell, schon mehrfach wurden hier Weltrekorde gelaufen. Adam peilt eine Zeit zwischen 3:15 und 3:25 h an, Manu würde gerne im Bereich der Drei-Stunden-Marke landen, wenn alles glatt läuft. Das würde auch bedeuten, dass es am Sonntag nicht zu verstärktem Pollenflug kommt, der ihm einen dicken Strich durch die Rechnung machen könnte.

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Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Startbereich geändert: Die Läufer starten am Fuß der Erasmusbrug und laufen dann Richtung Kop van Zuid. Später geht es am De Kuip-Stadion vorbei, ehe es mehrere Kilometer über den Havenspoorpad geht. Zuschauer werden die Läufer hier wohl nicht erwarten können, dafür aber rund jeden Kilometer eine Band. Bei Kilometer 25 geht es zurück über die Erasmusbrug, doch noch sind einige Kilometer zu laufen, und zwar durch den Kralingse Bos – leider wahrscheinlich ebenfalls ohne viele Zuschauer, denn im Stadtwald von Rotterdam dürften sich wohl keine Menschenmassen aufhalten (wenn auch im Plan etwas von Hardloop-Supportern steht, was auch immer das sein mag). Bei KM38 verlassen die Läufer das Grün und stoßen wieder auf Zivilisation, dann wahrscheinlich mit mächtig viel Stimmung im Rücken. Succes!


Desaster am Baldeney-See

Woran hat et gelegen? Dat ist natürlich immer so die Frage. Ich sage natürlich immer, woran hat et gelegen? Das fragt man sich nachher natürlich immer, woran et gelegen hat. Ich sage immer, woran et gelegen hat, fragste dich immer. So isset: Meine plötzliche Entscheidung, den 55. Essen-Marathon zu laufen, darf nachbetrachtend als nicht die beste bezeichnet werden. Vollkommen zerstört bin ich unter ferner Liefen (3:39:44h) ins Ziel gekrochen – und das nach einer einigermaßen planmäßigen ersten Hälfte (1:30:15h). WTF!

Ursachenforschung:

  1. Die Fußverletzung, die ich mir bei den Kleinfeld-Open zugezogen habe und die ich die komplette Vorbereitung immer mal mehr, mal weniger gespürt habe. Daraus resultierend knapp zwei Wochen Trainingspause. Sie dürfte das größte Übel gewesen sein, denn unter der Wettkampfbelastung brach sie kurz vor der HM-Grenze wieder auf.
  2. Das Knirschen in der Hüfte – hier wird jetzt mal ein Arzt konsultiert.
  3. Das Gel, das mir bei KM 12/13/14 voll auf den Magen geschlagen ist.
  4. Die vergangenen anderthalb Wochen, die unsere traumhafte Tochter Lou, geboren am 27. September, maßgeblich geprägt hat. Außer einem kurzen Lauf am Samstag vor dem Marathon war in den letzten zehn Tagen nicht viel mehr drin. Dafür nicht wettkampfgerechtes Essen und Nachtschichten.

Es wird wohl von allem etwas gewesen sein. Eigentlich kam ich gut vom Start weg, die ersten zehn Kilometer hatte ich bei einem Schnitt von rund 4:09 min/km hinter mich gebracht und das Wetter (nass, 13 Grad) kam meinen Vorstellungen sehr entgegen. Für den dann folgenden Abschnitt nahm ich ein Fit-Rabbit ein, ein Rote-Beete-Konzentrat, das mich eigentlich bislang noch nie enttäuscht hat. Diesmal aber schlug es mir extrem auf den Magen, so dass ich ein wenig das Tempo rausnehmen musste. Kurz nach der Wendemarke bei KM15 zogen die 3h-Pacer an mir vorbei, die ich aber relativ lange noch im Blick hatte, auch wenn ich jetzt pro Kilometer einige Sekunden liegen ließ.

Die HM-Matte überquerte ich bei 1:30:15, also noch voll im Soll. Doch spätestens ab hier bröckelten die Zeiten nun merklich. Mein Fuß schmerzte und mit Blick auf die Uhr ließ auch die Motivation nach. An KM25, der Stelle, an der man am späteren Ziel vorbeikommt, hatte ich erstmals eine 5er-Zeit auf dem Tacho, dazu nun echte Schmerzen, die mir ein Weiterlaufen deutlich erschwerten. Ich versuchte alles: Gegendehnen, weitere Gels, Ruhepausen – nichts half. Und so wurden es verdammt lange 17 Kilometer (eine weitere Seerunde), die zermürbender hätten nicht sein können.

Einzig der Gedanke an meine beiden Mäuse zu Hause ließ mich nicht aufgegeben. Getreu dem Motto „DNF is no option“. Als geprügelter Hund schlich ich schließlich als 170. (von 500 männlichen Finishern) und M35-26. ins Ziel, wo mich Moderator Andi Menz noch ein wenig motivierte. Danke!


Moritz debütiert am Dom, Kölker cancelt Köln

Am Ende waren beide bestens gelaunt: Moritz, weil er seinen ersten Marathon gefinisht hat (3:47:19h), Manu, weil er in Köln gar nicht dabei war.

Köln Moritz

Glücklich und zufrieden im Ziel: Moritz hat Köln gerockt.

Für Moritz war der 21. Köln-Marathon tatsächlich der erste 42er. Bislang hatte er sich auf den Mittel-Distanzen wohlgefühlt, nach anderthalb langen Läufen in den vergangenen Wochen sah er sich nun ausreichend vorbereitet. Und es ging auch gut los: Moritz heftete sich an die 3.30-Pacer und lief bis KM25 konstante Zeiten knapp unter der 5min-Marke. Dann jedoch der Bruch. „Ich spürte meine Beine“, so der Debütant, der es fortan etwas ruhiger angehen ließ und hier und da auch mal eine Trink-und-Geh-Pause einlegte. So bröckelte die Zeit um ein paar Minuten – aber egal, wichtig is im Ziel. Das erreichte er schließlich in 3:47:19h (erste Hälfte: 1:43:59h; zweite: 2:03:21h). Bedeutet Platz 1193 und in der M35 Position 202.  Applaus für diese respektable Zeit. Wir sind gespannt, wann der nächste Marathon ansteht.

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Manu verfolgte mit Töchterchen Lou im Arm das tolle Debüt von Moritz am Livestream.

Manu cancelte dagegen seinen Einsatz als 3h-Pacer wenige Stunden vor dem Startschuss. Der Grund: Die gerade geschlüpfte Lou, Manus Tochter. Sie kam etwas überraschend schon am Mittwoch auf die Welt, hatte es also besonders eilig. Am Sonntagmittag stand dann nach den letzten Untersuchungen am Morgen die Heimfahrt vom Krankenhaus ins neue Zuhause auf dem Plan. Angenehmer war eine Marathon-Absage wohl noch nie…


Zwei Wochen bis zum Köln-Marathon: Tapern!!!

Zwei Trainings-Wochen sind es noch zum Köln-Marathon – Zeit, das Training jetzt wieder runterzuschrauben. Tapering nennt das der eine, die Ruhe vor dem Sturm der andere. So oder so, ein paar Sachen sollte man beachten – das „auf die Couch legen“ gehört trotz allem aber nicht dazu.

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Zweimal Manuel auf einem Bild: Köln-Marathon 2016.

Zwei Wochen vor einem Marathon – so sagt die allgemeine Trainingslehre – kann man nicht mehr viel retten. Aber auch nicht mehr viel verlieren. Wer also in den Vorwochen geschlampt hat (ja, manchmal muss man hart zu sich selber sein), wird jetzt nicht mehr viel reinholen können, indem er noch drei oder vier lange Bretter rennt oder noch möglichst viele Intervalle bolzt. Auch auf neue Kraftübungen sollte verzichtet werden. Wer dagegen bis hier hin gut trainiert hat, wird durch das „Herunterfahren“ auch keine Power einstecken.

Die Kunst des Taperns liegt darin, dem Körper vor allem Ruhe zu gönnen, dabei aber noch einmal ein paar Spitzen zu setzen. Ich gebe euch eine kleine Anleitung, wie ich es in den vergangenen Jahren gemacht habe. Ob sich dahinter das Allerheilmittel verbirgt, weiß ich nicht, aber am Ergebnis gemessen, kann ich sagen, dass sich die Disziplin lohnt: Von einem 3.30h-Läufer habe ich mich Richtung <3h vorgearbeitet, was ich nun schon seit drei Jahren konstant halten kann.

 

Die vorletzte Woche

Die vorletzte Woche bereitet die letzte Woche quasi vor – hört sich komisch an, ist aber so, gerade was die Ernährung betrifft. Dazu später mehr. In der vorletzten Woche gilt es zunächst noch einmal, dem Körper zu zeigen, wohin die Reise geht. Heißt: Intervalle im anvisierten Marathon-Tempo. Gerne etwas länger, bei mir sind es 3 mal 5000 Meter. Versucht, diese Intervalle gleichmäßig zu laufen, wobei es nicht schaden kann, den jeweils letzten Kilometer und das letzte Intervall noch einmal ein wenig zu pushen. Plant auch noch einmal einen flotten Dauerlauf ein. Und am Sonntag (wenn der Wettkampftag ebenfalls ein Sonntag ist) sollte die letzte lange Einheit (je nach Ambition zwischen 20 und 28 Kilometer, inklusive flottem Schlussviertel) stehen – möglichst zeitgleich zum Marathon. Wer es beruflich einplanen kann, sollte versuchen, zumindest die Läufe in den 14 Tagen vor dem Marathon in etwa zur gleichen Zeit zu laufen, wie am Wettkampf-Tag gestartet wird. So weiß der Körper schon, wie er zu ticken hat.

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Meine beiden Begleiter bis KM17 beim Saaletal-Marathon. Foto: Peter Seufert/Saalezeitung

Noch einmal zum längeren Lauf: Wer es verträgt, sollte dieses Ding ohne Frühstück und vor allem ohne Gel/Riegel (auf die ich im Training grundsätzlich verzichte) durchziehen. Das ist nicht jedermanns Sache, hängt aber mit der Ernährung zusammen, die ich mir regelmäßig ab dem Sonntag vor dem Marathon „gönne“, die sogenannte Saltin-Diät.

Ich bin kein Ernährungswissenschaftler und auch kein lizensierter Trainer, aber ich weiß, dass sie mir etwas bringt. Allerdings, und das sollte wohl immer gesagt sein, sie ist nicht für jedermann gedacht. Sowohl der Körper, als auch der Kopf können bei der Saltin-Diät streiken, man muss es einfach ausprobieren und für sich entscheiden, ob es passt oder eben nicht. Eine gute und verständliche Erklärung gibt es hier: http://www.hahnertwins.com/de/ernaehrung/62-saltin-diaet. Nach der längeren Einheit sollten die Speicher also einigermaßen leer sein. Der Sonntag, Montag und Dienstag sind dann harte Tage: Keine bzw. sehr sehr wenige Kohlenhydrate – und das meine ich so, wie ich es sage.

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Manu kurz vor dem Ziel beim Wien-Marathon 2013. Foto: Seb Busch

 

Die letzte Woche

Jetzt kann es aber bald losgehen, oder?! Ja, geht es auch. Wenn ihr es bis hier hin noch nicht gemacht habt, jetzt aber: Schlaft. Man kann sich zwar auch mit fünf oder sechs Stunden Schlaf topfit fühlen, gönnt euch aber eher die acht oder neun Stunden, euer Körper wird es euch danken, wenn ihr ausgeruht seid.

Packt auch schon jetzt die Tasche für den Race-Day. Grundsätzlich wird einem noch ein paar Mal eine Idee durch den Kopf schießen, was noch alles hinein muss. Gut, wenn sie also schon irgendwo ansatzweise gepackt ist. Auch wenn es sich blöd anhört: Packt ein Paar Ersatzschuhe ein. Ich kenne Personen, die ihre eigentlichen Laufschuhe einfach noch zum Lüften irgendwo draußen stehen hatten, statt sie einzupacken.

Zu Beginn der letzten Woche rate ich auch dazu, sich die Fußnägel zu schneiden. Auch so eine Sache, die einem meist erst kurz vor dem Wettkampf einfällt – erledigt das einfach vorher. So ist es auch nicht schlimm, wenn ihr euch dabei vielleicht aus Versehen schneiden solltet. Bis Sonntag ist das verheilt.

Im Trainingsumfang ist die letzte Woche mau. Haltet euch einfach ein wenig in Bewegung, bei mir sind das zwei oder drei lockere Läufe zwischen acht und zehn Kilometer, gerne mit Steigerungen versehen. Einmal, am besten am Mittwoch, solltet ihr noch Intervalle im Marathon-Tempo erledigen, aber das war es dann auch in Sachen Spritzigkeit. Samstags lockere ich die Beine bei einem fünf Kilometer-Lauf noch einmal durch und gut ist.

 

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Szene vom Istanbul-Marathon 2015.

Immer wieder ein Fehler bei Marathons, zu denen man anreist: Die Stadt-Tour am Vortag. Schnell sind bei einem Bummel oder einer Sightseeing-Tour zehn oder mehr Kilometer auf dem Tacho (in Istanbul habe ich es mal auf 20 geschafft). Versucht, darauf nach Möglichkeit zu verzichten, leiht euch zB ein Rad, um damit die Stadt zu erkunden (aber fahrt euch keinen Wolf oder Muskelkater 😉 ).

Und verzichtet auch auf Dinge, die ihr noch nie oder selten vorher gegessen habt. Jetzt bloß keine Experimente, was auf den Teller kommt. Es versteht sich hoffentlich von selber, dass es auch nicht mehr allzu scharf sein darf, schont euren Magen.

Apropos Ernährung: Ab Mittwoch dürft ihr wieder schaufeln: Nudeln, Kartoffeln, Reis, allerdings keine allzu fettigen Speisen. Für den Samstag vor dem Lauf gönnen sich viele Nudeln, ich baue seit Jahren auf eine prallgefüllte Pizza. Kommt einfach drauf an, auf was man so Lust hat.

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Im Ziel beim Boston-Marathon 2015.

Seit Jahren baue ich zudem auf den Cocktail von Peter Greif. Auch das kostet Überwindung, aber irgendwie hilft es – und wenn es nur im Kopf so ist. Wer sich ein wenig auskennt, wird übrigens erkennen, dass der Greifsche Cocktail, den man sich selber ab dem Mittwoch vor dem Rennen mixen muss, sehr dem Produkt Orthomol Sport ähnelt. Das kostet natürlich aber auch ein paar Euro, bei Greif seid ihr günstiger dabei, vor allem, wenn ihr zum Beispiel bei DM auf deren Eigenmarken greift (allerdings haben die vor einiger Zeit das flüssige Carnitin aus dem Programm genommen, das es bei Rossmann aber noch gibt).

Und jetzt: Ab die Post, viel Spaß beim Köln-Marathon – oder wo immer ihr lauft.


Geglückte Marathon-Premiere für Lisa

Quasi in einem Geheim-Projekt haben sich Lisa und Hendrik Hahn in den vergangenen Monaten auf den Vivawest-Marathon vorbereitet – zumindest bei den Seidenraupen wusste keiner etwas von dem ambitionierten Unterfangen. Umso erfreulicher aber, dass sie nun am Wochenende gemeinsam erfolgreich die 42,195 Kilometer im Pott absolviert haben – und das sogar unter der magischen 4h-Marke.

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Lisa ist zusammen mit Ehemann Hendrik erstmals einen Marathon gelaufen.

Lisa kam bei ihrem Marathon-Debüt mit der Zeit von 3:58:21h als Zehnte in ihrer Alterklasse, der Damen-Hauptklasse, ins Ziel. Insgesamt wurde sie 33. bei den Frauen. Im Überschwang ihres Erfolges ließ sie Ehemann Hendrik im Ziel den Vortritt und ließ ihn eine Sekunde eher passieren. In der M30 wurde er damit 32., im Gesamtfeld 291.

Glaubt man den Zwischenzeiten, liefen beide konstant im 5:30er-Tempo los. Zwischen KM20 und 26 gab es einen kurzen Zwischensprint auf einen Schnitt von 5:01, um dann hinten raus etwas langsamer (6:07) zu werden.


Köln gerockt: Zweitbeste Marathon-Zeit ever für Manu

Das war er nun, der Köln-Marathon – versehen mit meiner Premiere als Pacemaker. Am Ende sprang mit einer Zeit von 2:58:14h die zweitschnellste Marathonzeit ever für mich heraus und ich hoffe, dass ich den ein oder anderen damit sicher an die Ziel-Zeit von 3h bringen konnte. Mit der Zeit liege ich aktuell auf Platz 101 und in der M35 auf Rang 23 (offizielle Ergebnisse wird es in einer Woche geben).

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Noch zwei Kilometer…

Kurz gesagt: Es wäre wohl eine bessere Zeit drin gewesen. Doch darum ging es diesmal ja nicht wirklich, schließlich sollten sich ja an mir einige orientieren. Schlussendlich gelang es einem Läufer aus der anfänglichen, zugegeben sehr überschaubaren, Gruppe, die sich um mich gescharrt hatte, mit mir ins Ziel zu laufen – gut, dass es auch ein Manuel war 😉 Ein großer Teil der Gruppe hatte sich bei KM30 nach vorne (!) abgesetzt und kam bei 2:52h und 2:53h ins Ziel, was immerhin eine Bestzeit für mich gewesen wäre. Aber ich wollte nicht bei meiner Pacemaker-Premiere derart übers Ziel hinausschießen. Was, zugegeben, recht schwierig war – denn es lief zunächst verdammt gut.

Wir waren auf der ersten Hälfte flott, vielleicht einen Tick zu flott, unterwegs. Eine 1:28h hatte ich mir vorgenommen, um auch sicher unter 3h zu bleiben – es wurde allerdings eine 1:26h. Die Zeiten purzelten so um die 4:06/4:07, ein Murren darüber gab es in der rund zehn Mann starken Gruppe darüber aber nicht. Etwas weiter hinter mir waren zudem noch zwei andere 3h-Pacer, die eine leicht andere Taktik verfolgten, als ich (wer mich vor dem Start im Block danach gefragt hatte, bekam auch von mir die Antwort, dass ich es zu Beginn etwas schneller angehen wollte).

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Zweimal Manuel auf einem Bild.

Die zweite Hälfte des Marathons beginnt für mich häufig mit einem kleinen Motivationsloch, da ich zwischen km20 und 30 irgendwie das Ziel noch nicht richtig fassen kann. Diesmal war es allerdings anders, was auch an der Streckenführung lag: Es gab noch recht viel zu sehen, und auch die Zuschauer spielten mit. Einige meiner Mitläufer drückten ab km30 ordentlich auf die Tempotube – mitgehen oder bleiben?! Ich entschied mich für letzteres, denn zwei, drei Läufer um mich herum waren noch mit dem Ziel 3h verblieben.

Irgendwie sollte sich das „Bummeln“ (4.15 bis 4.20min/km) rächen: Kurz nach der Wendemarke an km35 war die Luft irgendwie raus. Oder zumindest: Sie pustete streng von vorne. Der Gegenwind ging mir, knapp gesagt, tierisch auf den Sack: Der Ballon tanzte wild umher, und da es auch keine Gruppe mehr gab, konnte man auch nicht untereinander die Führungsarbeit tauschen. Blöd. Damit ließ nämlich auch irgendwie die Lust nach. Oben erwähnter Manuel war schließlich der einzige, den ich noch aus der Ursprungs-Gruppe erkennen konnte, und obwohl auch er nun deutlich unter den Gegebenheiten zu leiden hatte, zogen wir uns, ich tippe eher unbewusst, über die restlichen Kilometer gegenseitig ins Ziel.

Den letzten Kilometer wollte ich dann aber doch alleine genießen und ließ ihn ein paar Sekunden vor. Die Hohe Straße mit den vielen Zuschauern, dann der Dom, und schließlich der Zieleinlauf haben schon etwas. Hier tobte auch der Bär, was ich an einigen Stellen, anders als in den vergangenen Jahren, ein wenig vermisst habe.

Im Ziel war ich zwiegespalten: Freude über die Zeit? Freude über das Erreichen der Zielzeit? Ärger darüber, dass mehr drin gewesen wäre? Von allem irgendwie etwas. Aber auch das Zeichen: Da geht noch was…

Ein Dank geht an den Support durch meine über alles geliebte Ehefrau Eva und durch Kathi und Fal, die zuvor den Halbmarathon in respektablem 2:01:57h (Kathi) und 1:50:30h (PB, Fal) gelaufen waren. Und natürlich an Jens, der uns nicht nur eine Bleibe bot, sondern auch durch Köln von A nach B kutschierte. Merciiii!

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Peace. So viel Zeit muss sein. Kathi (rechts) und Eva 


Live uss Kölle am Rhing

Startschuss für Seidenraupen Manu ist heute um 10 Uhr. Über seine Facebook-Seite https://www.facebook.com/manuel.koelker sind seine genauen Splits zu verfolgen, gemessen werden die Zeiten am Start sowie bei Kilometern 5; 10; 15; 21,0975; 25; 30; 35; 40 und Ziel.

Auf https://koeln-marathon.de gibt es ab dem frühen Morgen auch einen Live-Stream vom Rennen.

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Die Strecke hat sich in den vergangenen drei Jahren nicht mehr verändert, nach einem kurzen Geplänkel im Süden gehts zurück in die City, dann nach Sülz, Lindenthal, City, Ehrenfeld, gen Nippes und Hafen und dann zum Ziel. „Spannend“ wird für Don Manollo wie immer der für ihn tote Abschnitt zwischen KM 20 und 30, der zu allem Überfluss auch noch dort gelaufen wird, wo wahrscheinlich am wenigsten los sein dürfte (mal abgesehen von km21 und 22). Heißt also: Beißen!


Köln-Marathon: Et es wie et es und et kütt auch als Pacemaker wie et kütt!

Gute zwei Wochen noch und dann heißt es zum 20. Mal „Startschuss für den Köln-Marathon“. Et es wie et es und et kütt wie et kütt, der Marathon kommt unaufhaltsam. Das ist gut so, denn für mich ist „Köln“ immer etwas besonderes. Hier kehre ich zurück an die Stätte meines ersten Marathons. Gelaufen im Jahr 2001, resultierend aus einer Biertheken-Idee mit Christoph Frauenrath.

Es war mein erstes Läuferleben, das im Grunde daraus bestand, auf die Grundkondition aus dem Fußballtraining bei Preussen Krefeld (wohlgemerkt knallharte Kreisliga) zu bauen. Ein oder zwei Läufe über rund 20 Kilometer – und fertig war die Marathonvorbereitung. Unter den Gesichtspunkten war die damalige Zeit von 3:51h schon fast als weltmeisterlich zu bezeichnen. Es folgten noch die Marathons in Hamburg, in Würzburg und zweimal in New York, alle in ähnlicher (oder noch schlechterer) Verfassung und daher in ähnlicher Zeit gelaufen.

Jetzt, 15 Jahre danach, befinde ich mich in meinem zweiten Läuferleben, das ab 2010 folgte und seitdem mit einer anständigen Trainingsplanung und daraus resultierend deutliche schnelleren Zeiten einhergeht.

Der Köln-Marathon 2016 wird mein 20. „regulärer“ und insgesamt dritter Köln-Marathon sein. Rechne ich noch die Läufe mit 42km (und mehr) hinzu, wie zB die während des TAR oder des 4Trails, kommen weitere acht hinzu. Business as usual, könnte man also meinen.

Aber halt, es gibt doch noch eine Premiere: Zum ersten Mal werde ich offizieller Zug- und Bremsläufer, sprich Pacemaker, sein. Nachdem ich hier und da bereits einige Freunde über die Ziellinien dieser Welt geschleppt habe, werden es nun gleich einige mehr sein. Wie viele bleibt abzuwarten, denn die 3h-Marke, die es zu knacken gilt, ist nicht für Jedermann zu laufen. Ich bin gespannt, wie es wird, denn ein Marathon bleibt ein Marathon, der Respekt bleibt bestehen, egal, ob es nun der erste, zweite und 29. ist. Durch das zuletzt perfekte Training bin ich mir aber sicher, dass ich die Gruppe, die sich um mich scharen wird, pünktlich ins Ziel geleite. Und dann gibts nen Kölsch!

Übrigens…

Wir hätten noch einen Startplatz für den Halbmarathon am gleichen Tag an gleicher Stelle, den wir verletzungsbedingt an den Mann/die Frau bringen möchten. Die Kosten betragen 50 Euro. Meldet euch doch einfach unter seidenraupen_krefeld@gmx.de.


Die Hitze: Stefan muss passen, die Kölkers schwitzen und glänzen

Es hat nicht sollen sein: Die Hitze und die damit tropischen Verhältnisse haben Stefan sein Marathon-Debüt vermasselt. Nach 21 Kilometern war in Duisburg daher Schluss. „Ich hatte Kopfschmerzen und mir wurde schwindelig. Da habe ich auf meinen Körper gehört und das Rennen besser beendet.“ Denkt man an die zahlreichen Todesopfer bei Läufen, die eben nicht so klug waren, ein weiser Entschluss.

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Eva-Maria Kölker im Endspurt.

Einen Eindruck der Verhältnisse bekamen Eva und Manuel Kölker beim Benrather Schlosslauf in Düsseldorf. Auch wenn hier „nur“ zehn Kilometer zu absolvieren waren, waren beide am Ende „durch“. Das mag vielleicht auch an den Zeiten der beiden gelegen haben. Eva kam in flotten 50:12min ins Ziel und belegte damit Platz zwei in der W30 (Gesamt 159.). Manuel wurde in 38:37 Siebter und ebenfalls Zweiter seiner Altersklasse M35. Es gewannen Bastian Rodowski (35:22min) und Inga Hundeborn (36:17min).

Der Lauf im Schlosspark war nicht ohne: Neben den schon erwähnten klimatischen Bedingungen waren die Wege durch die Regengüsse der vergangenen Tage extrem aufgeweicht. Und da  nach gefühlt 200 Metern die nächste Kurve wartete (siehe unten) auch verdammt tückisch zu laufen, nicht selten musste man runterbremsen, um nicht im nächsten Gebüsch zu landen (da lohnt es sich, die Trail-Schuhe dabei zu haben, wohl aber im Auto stehen zu lassen)…Spaß gemacht hat es aber allemal.

Strecke Benrath