TAR-Starter wieder im Marathon-Rausch

Zwei ganz unterschiedliche Marathons liegen hinter Tanja Gebhard und Manuel Kölker. Während Tanja am Bodensee als 6h-Pacerin unterwegs war, lief Manu den Chicago-Marathon. Wobei es am Ende kein Lauf mehr war, sondern eher ein Kriechen. 

„Es kam, wie ich es erwartet hatte. Gute erste Hälfte, danach ein Kampf gegen Uhr und Körper“, so Manu. Die ersten Kilometer liefen sehr flüssig: 21:19 min standen nach 5km auf der Uhr, 42:35 min nach 10km. „Das ist recht erstaunlich, da eine Orientierung kaum möglich war. Weder an Läufern, dafür waren es einfach zu viele, noch an der Uhr. Ich hatte mal Kilometer-Zeiten von zweieinhalb Minuten, dann wieder von 4:45min. Meine Uhr hat leider gesponnen, vielleicht wegen der vielen Hochhäuser?! Ich hatte auch schon zu Beginn viel mehr Strecke auf der Uhr, als ich tatsächlich gelaufen bin.“ Im ähnlichen Schnitt ging es bis km20 (1:25:12 h) weiter, aber schon auf dem Kilometer bis zur Halbmarathon-Marke gingen Sekunden flöten, so dass diese bei 1:30:02 h (Pace: 4:15) erreicht war. 

Danach wurde es schon deutlich langsamer, spätestens ab km25 war der Akku leer. „Mental ist das leider auch nicht einfach, hinzu kam, dass die folgenden Kilometer auch die attraktivsten waren. Obwohl ich sagen muss, dass das Zuschaueraufkommen schon enorm war. Es gab nur wenige Stellen, an denen sie nicht in standen und unglaublich laut waren.“ Die Minuten purzelten, die 30km-Marke war bei 2:10:49 h erreicht. „Man versucht ja immer zu rechnen, was noch möglich ist, aber im Grunde wusste ich, dass es ein Kampf werden wird. Als die 3:05er-Pacer an mir vorbeigegangen waren, konnte ich für wenige hundert Meter das Tempo mitgehen, das war es aber auch schon. Ok, dann eben unter 3:10h, so der Gedanke.“

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Doch auch dieses Unterfangen gestaltete sich als Pustekuchen. Ich merkte bei km40, dass es passen würde, wenn ich das Tempo beibehalte. Aber als mich kurze Zeit später ein Krampf stoppte, wusste ich, dass ich jetzt noch einmal kurz beschleunigen muss. Aber genau beim 42km-Schild machte mein Oberschenkel komplett zu. Ich konnte keinen Schritt mehr gehen, die Helfer boten mir schon einen Rollstuhl an. Den habe ich aber abgelehnt und bin die letzten Meter ins Ziel geschlichen. 😂😂😂 Drei Minuten habe ich für diese 200 Meter gebraucht.“ Es wurde am Ende eine 3:13 h, „und damit kann ich sehr gut leben“, so Manu, der jetzt erst einmal für zwei- oder drei Wochen die Beine hochlegt. 

Für Tanja stand der Drei-Länder-Marathon unter einem besonderen Stern: „Heute war ich das erste Mal als Pacerin bei einem Marathon unterwegs und zwar für die 6 Stunden Ankunftszeit! Dafür braucht man eine 8:30er Pace – Walken ist zu langsam und mein Laufen dafür zu schnell🤣. Also musste eine gute Mischung davon ran💪. 

Als Pacer kommt man sich als VIP vor, obwohl du es nicht bist😂. Im Hotel Séparée kannst du dich entspannt bis kurz vor dem Start aufhalten, bekommst noch Getränke und kannst ein letztes Mal auf ein Nicht-Dixie zur Toilette gehen! Ich hab’s echt genossen👍Danke🙏

Als Pacer machst Du anderen Läufern Beine, ohne es zu beabsichtigen😂. Viele haben meine Fahne mit den 6:00 Stunden als Abschreckung gesehen😱 und sind richtig vor mir weg gelaufen! Das war echt sehr witzig!

Als 6:00 Stunden Pacer bekommst Du so viel Hochachtung von den anderen, schnelleren Läufern und den Zuschauern an der Strecke, wie Du es sonst nicht annähernd bekommst👌. Da frage ich mich, warum laufe ich sonst deutlich schneller?! Da beachtet mich kaum jemand! Oder war das vielleicht falsch gedeutetes Mitleid? Keine Ahnung! Es fühlte sich auf jeden Fall großartig an😍.

Das Finish fühlt sich anders an als sonst! Du hast es ja für andere zur Orientierung gemacht und nicht für Dich! Mein einziger Auftrag heute war, in 6 Stunden ins Ziel zu kommen und genau das habe ich als Punktlandung geschafft💪…. Zu 💯Prozent abgeliefert✅. Das wiederum fühlte sich sehr gut an👍 Auch: Das ich kurz vor dem Ziel noch 2 Läufer angefeuert habe, damit die es noch vor 6 Stunden ins Ziel schaffen! Niemals sonst wäre ich 200m vor der Ziellinie dafür stehen geblieben😇.#

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