Beim Rhein-City-Run (RC) zwischen Düsseldorf und Duisburg purzelten die Bestzeiten – darunter sogar eine 20 Jahre alte – und im Bergischen gab es eine Premiere.
Der RCR hat sich binnen kurzer Zeit zu einem wahren Magneten der Region entwickelt. 4000 Läufer hatten sich angemeldet – darunter auch zahlreiche Seidenraupen, so dass der Veranstalter Laufsport Bunert vor einiger Zeit das Label „Ausverkauft“ pinnen konnte. Respekt. In der Tat ist es auch ein schöner Lauf, der unter der Theodor-Heuss-Brücke in Ddorf beginnt und sich lange am Rhein entlang windet, ehe es über die Felder hinter Ddorf-Wittlaer zum Ziel in Duisburg-Huckingen geht. Häufig im Gesicht: Gegenwind. Und so sollte es auch am Sonntag sein.


Dass die steife Brise unseren Startern aber etwas anhaben sollte, machte sich nicht bemerkbar. Allen voran preschte Benjamin Kaufmann, der mit dem Ziel „deutlich unter 1:20h“ unterwegs war und dieses auch schaffte. Der Meerbuscher pulverisierte mit 1:17:25 h nicht nur die eigene Bestzeit (1:23:40 h) aus dem Vorjahr erheblich, sondern knackte auch den Vereinsrekord (bisher Martin Myrold mit 1:17:33 h). „Ich hatte mit einigen Läufern ausgemacht, mit einer 3:40er-Pace zu laufen. Das hat gut geklappt, auch wenn es recht windig war. Wir haben uns daher vorne abgewechselt, um im Windschatten zu laufen.“ Die Gruppe zerbröselte sich zwar bis zum Ende, doch Bennie konnte das Tempo beibehalten – und macht Hoffnung auf „mehr“: „Auch wenn ich am Ende echt fertig war, ist da noch Potential nach oben.“ Er wurde mit seiner Zeit übrigens elfter Mann und Hauptklassen-Vierter.
Über Platz drei in der M45 konnte sich Manuel Kölker freuen, der spontan den Startplatz der angeschlagenen Corinna Schumacher übernahm, sich aber eigentlich noch in der Chicago-Marathon-Regenerations-Phase befindet. „Ich war schon noch etwas schlapp, Chicago und zwei Wochen des Müßiggangs waren zu spüren.“ Die ersten zehn Kilometer waren nach gut 40 Minuten absolviert, danach schaltete der Präsi einen Gang runter und kam nach 1:27:42 h ins Ziel (Platz 61 bei den Männern).
Groß war die Freude bei Thomas Schrörs-Runo, der in den vergangenen Trainings-Wochen mit dem Ziel „PB“ unterwegs war (bisher 1:34:33 h). Kein leichtes Unterfangen, liegt diese Bestzeit doch genau 20 Jahre zurück. Doch der Routinier ließ nicht locker und jubelte entsprechend, als er nach 1:33:24 h als 133. Mann die Ziellinie überquerte (M50: 6.) und mehr als eine Minute schneller war als noch in Wegberg 2004. „Als nächstes wackelt nun die Marathon-PB aus dem Jahre 1995!“ Diese liegt bei 3:49:01 h und sollte mit der aktuellen Form locker zu unterbieten sein.
Ein Lächeln huschte auch über die Lippen von Martin Houbertz. Auch er hatte einen Starplatz übernommen – um erstmals bei einem HM am Start zu stehen. Die Nervosität von vor dem Start war bald verflogen und als er nach 2:08:57 h als 1393. Mann im Ziel war (M55: 78.), schon wieder komplett vergessen. „Dafür, dass ich bislang nie weiter als 13 Kilometer gelaufen bin, ist das doch ganz in Ordnung“, so der Spätstarter in Sachen Ausdauersport.
Auch Nici knackt die PB




Nici Hölters Jubel war bis weit hinter Uerdingen zu hören, gelang es ihr doch, mit 1:39:59 h erstmals unter die 1:40h-Marke zu kommen. Die Elfratherin verbesserte ihre PB aus dem Vorjahr (1:42:07 h) um mehr als zwei Minuten und wurde mit ihrer Fabelzeit Achte in der W30 und 31. Dame im Feld. Bravo!
Nicht ganz zufrieden war Jenny Laschet, die zwei Sekunden hinter Nici eintrudelte und 32. Dame und Zehnte in der weiblichen Hauptklasse wurde. Sie kam irgendwie nicht richtig ins Rennen und musste sich schon bald von ihrem Vorhaben „1:37h“ verabschieden.
Nicole Jenner folgten den beiden und zeigte sich mit 1:46:42 h, Platz acht in der W50 und 88. Dame vollauf zufrieden. Meike Thomassen, seit gestern auch unter ihrem Alias-Namen Lang Lang bekannt, konnte sich auf einen eigenen Fanclub auf dem Holtumer Mühlenweg in Duisburg-Serm (KM 15) verlassen und lief daher sehr gute 1:50:40 h (Siebte in der W45 und 130. Dame).
Premiere auf dem Trail
Für seinen Arbeitgeber Vaillant ging Florian Borst beim Halbmarathon im Rahmen des Röntgen-Laufs in Remscheid an den Start. Für den Marathon-Experten das erste Mal also ein Trailrun, entsprechend aufgeregt war er auch im Vorfeld. Wie auch Manu legte er zuletzt die Beine hoch (Krank und Urlaub). „Das machte sich auch bei den Anstiegen bemerkbar. In der Ebene und bergab lieg es dagegen sehr gut. Da ich die Anstiege entspannt geblieben bin, und halt alle hab vorbeiziehen lassen, hatte ich hintenraus keine Probleme“, so Florian, der schließlich nach 1:37:56 h als M35-Neunter und 38. Mann das Rennen nach 21 Kilometern beendete.
Locker durch den Wald

Auch vier „Daheim-Gebliebene“ waren unterwegs. Diana, Liliya, Holger und Thomas drehten vergnügt im Hülser Bruch ihre Runden und hatten dabei sichtlich Spaß.

