Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Straße

Corona bremst formstarke Seidenraupen

Auch die Seidenraupen werden vom Corona-Virus gestoppt, da nahezu alle Lauf-Veranstaltungen in den kommenden Wochen ausfallen bzw. schon ausgefallen sind. Ganz frisch hat es heute nun auch den Düsseldorf Marathon erwischt, was überall natürlich schon erwartet wurde. Nicole Hölters, Martin Myrold und Florian Borst waren gemeldet, müssen sich nun aber anvisierte Bestzeiten abschminken. Am gleichen Tag hätte auch der Bonner Marathon und Halbmarathon stattgefunden, dem Thomas Schrörs-Runo hinterhertrauert.

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Der Venloop findet in diesem Jahr nicht statt.

Martin Myrold und Manuel Kölker hatten vor knapp zwei Wochen den dritten Lauf der Winterlauf-Serie in Duisburg nicht bestreiten können, und jetzt am Wochenende wäre nahezu die ganze Seidenraupen-Familie am Start gewesen. Sei es beim Marathon in Gent (Manu), beim Klever Lichterlauf (Thomas Schrörs-Runo) oder auch beim Venloop (Martin Myrold, Florian Borst, John Hampson, Pauline Saßerath, Nicole Hölters, Hendrik Hahn, Fabian und Simone Löb, Ali Celik, Alexander Huth).

Gestorben ist für Lisa Femers und Kathi Schulze Dickoff der Berlin Halbmarathon, für Pauline Saßerath und Aki Khader der Apfelblütenlauf, für John Hampson der Boloton-Marathon und für Thomas Schrörs-Runo der Wings for Life-Lauf in München. Er und Martin Houbertz hätten beim Kulturlauf @ Crossover erstmals im Gespann die Zeitnahme gerockt und viele Seidenraupen wären auch mitgelaufen. Hendrik Hahn hofft noch auf den 4 Trails, der findet allerdings auch erst im Sommer statt.

Auch wenn wir den vielen schönen Momenten bei diesen Rennen schon jetzt hinterher trauern: Alle Absagen sind richtig und wichtig, denn die Gesundheit aller steht über allem. Bleibt gesund!

 

 

 

 

 


Sehenswürdigkeiten laufend erleben: App „Sightrunning NRW“ führt durch viele Städte

„Laufend Stadt erleben“ – unter diesem Motto betreibt die Architektenkammer NRW eine neuartige Website und App, die attraktive Laufrouten mit einem akustischen Baukulturführer verbindet: www.sight-running-nrw.de. Aktuell werden 21 Routen in ganz NRW angeboten, darunter auch eine in Krefeld – weitere werden sukzessive ergänzt. Das Projekt wurde über drei Jahre mit Unterstützung verschiedener Partner aus dem Sport-, Baukultur- und Tourismussektor sowie den Kommunen und mit ideeller Unterstützung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW entwickelt.

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Startpunkt der Krefelder Runde bei „Sightrunning“. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Sight Running NRW“ bietet flächendeckend Routenvorschläge in Nordrhein-Westfalen an, die Werke der Architektur und der Ingenieurbaukunst, stadttypische Gebäudeensembles, Grünzonen und urbane Räume auf einer attraktiven Streckenführung miteinander verbinden. „Wir wollen einen neuen Weg eröffnen, Architektur in unseren Städten und Gemeinden zu erleben“, erklärte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing, zum Start des Projektes im Mai 2019.

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Die Runde in Krefeld ist zwölf Kilometer lang. Screenshot: Sightrunning / Mapbox

Die neue App stellt auch für Tagungsgäste oder Kurzurlauber in Nordrhein-Westfalen eine neue Möglichkeit dar, eine Stadt oder Ortschaft sportlich und auf ungewöhnliche Art und Weise kennenzulernen. Der Nutzer der App bekommt während des Laufs über
den Audioguide automatisch ortsbezogene Informationen über einzelne Bauwerke und baukulturelle Highlights ausgespielt. Im Schnitt wird auf jedem Kilometer ein Objekt per GPS-Erkennung vorgestellt, sobald sich die Sportlerin bzw. der Sportler dem Bauwerk nähert.

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Auch am Haus der Seidenkultur geht es vorbei. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

„Bei Streckenlängen von sechs bis zwölf Kilometern kann jeder dank digitaler Unterstützung seine sportliche Bewegung mit spannenden Informationen zu Architektur und Baukunst kombinieren – und so beim Laufen eine Stadt ganz neu kennenlernen“, verdeutlicht Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes NRW, dessen inhaltliche Expertise in das Projekt einbezogen wurde.

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Durchschnaufe am Moltke-Gymnasium. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Redaktionell angelegte Navigationsansagen auf der Strecke helfen dabei, sicher den Weg zu finden. Entsprechend kann die App auch von Fußgängern, Nordic Walkern, Radfahrern, Inlineskatern und anderen Gruppen genutzt werden. So fördert „Sight Running“ nicht nur sportliche Bewegung, sondern auch den Städte- und Tagungstourismus und insgesamt die Baukultur in Nordrhein-Westfalen.

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In der Villa Merländer geht es tief in Krefelds dunkelstes Kapitel: Hier hat die Stadt ihre NS-Dokumentationsstelle eingerichtet. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Jede Route steht unter einem spezifischen Leitthema, das auf lokale Historie, bauliche Besonderheiten oder Stadtentwicklungsprozesse eingeht, etwa der „Medien- und Wirtschaftshafen Düsseldorf“, die „Seidenstadtund Bauhausroute Krefeld“, die „Rheinrunde Köln“, das „Museumsufer Bonn“ oder die „Wissenschaftsstadt Aachen“. Im März 2020 waren 20 Routen fertiggestellt und abrufbar: Aachen, Arnsberg, Bielefeld, Bochum, Bonn, Detmold, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Gummersbach, Herford, Köln, Krefeld, Minden, Mönchengladbach, Münster, Oberhausen und Steinfurt. Weitere sind in Arbeit. Ziel der Macher von „Sight Running NRW“ ist es, mindestens eine Route für jede Großstadt und jeden Kreis in Nordrhein-Westfalen
anbieten zu können.

Kaiserpark

Der Kaiserpark besticht durch imposante Bäume. Die Runde um den Weiher kann auch gerne mehrfach gelaufen werden.

Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen entwickelte das ehrgeizige Vorhaben als Projektträger im Verbund mit interdisziplinär zusammengesetzten Partnern und unter Einsatz von Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) im Zeitraum Juni 2016 bis Mai 2019.

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Der Krefeld-Pavillon von Thomas Schütte steht auch im Kaiserpark. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Folgende Kooperationspartner unterstützten das Projekt finanziell bzw. ideell: Stiftung Deutscher Architekten, Landessportbund NRW, Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen, Historische Stadt- und Ortskerne in NRW, Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen, Netzwerk Innenstadt NRW, Landesinitiative „Baukultur Nordrhein-Westfalen“, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Tourismus NRW e. V., Stadt Arnsberg sowie Düsseldorf Tourismus.

Haus Esters

Haus Esters (das von der Straße aus gesehene linke Gebäude) und Haus Lange sind einmalige Bauten von Mies van der Rohe. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Auch nach dem Ablauf der EFRE-Förderung wird „Sight Running NRW“ weiter betrieben, um das Angebot inhaltlich mit vielen zusätzlichen Routen zu bereichern und als starkes, multidisziplinäres Netzwerk für eine umfassende Verbreitung zu sorgen. „Sight Running
NRW“ ist nicht einfach eine weitere Lauf-App, sondern eine Plattform, um Baukultur, Sport und Tourismus in einem besondere Hörerlebnis miteinander zu verbinden. Laufend Stadt erleben eben!

HE-Gebäude Mies van der Rohe Business Park

Das ehemalige Gelände der Vereinigten Seidenwebereien AG firmiert heute unter dem Namen „Mies van der Rohe Business-Park“. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Die App „Sight Running NRW“ steht zum kostenlosen Download im App Store (iOS) und auf Google Play (Android) bereit.

Mit freundlicher Genehmigung des Städtetages NRW. Der Artikel erschien im Eildienst, Ausgabe 2/2020, des Städtetages NRW.


Kein Halb-Stunden-Lauf und Corona-Absage von Crossover: KLC schrumpft

Dass der SC Bayer Uerdingen in diesem Jahr auf den Halb-Stunden-Lauf verzichten wird, war schon länger bekannt. Nun hat es aber auch „Crossover“ erwischt. Das Event sollte ursprünglich am 16. und 17. Mai über die Bühne gehen, ist nun aber wegen der Corona-Krise abgesagt. Damit fällt auch der Kulturlauf aus, der immer in die Veranstaltung eingebettet war, und an dem wir die Zeitnahme gestemmt haben.

Der Krefelder Lauf-Cup schrumpft dadurch auf vier Läufe: Der Charity-Run im Stadtwald macht am 21. Juni den Anfang, es folgt der Seidenraupen-Cross am 20. September, der Martinscross (8. oder 15. November) und der Silvesterlauf am 31. Dezember.

 


Manuel Kölker überrascht beim Frankfurt-Halbmarathon

Damit hatte keiner gerechnet, vor allem nicht er selber: Manuel Kölker hat beim Frankfurt-Halbmarathon mit einer Zeit von 1:23:15 h einen seiner schnellsten Läufe über diese Distanz absolviert. Vom Start gelang ihm im 6432-Läufer starken Feld eine beeindruckende Leistung. Bei circa acht Grad am Start und vor allen Dingen Niederschlagsfreiheit herrschten sehr gute Laufbedingungen.

Leichten Gegenwind gab es für die Läufer am Main, also von km 11 bis 15. „Da steckte ich allerdings in einem kleinen Grüppchen, in dem jeder mal für ein paar Meter nach vorne ging und sich in den Wind stellte“, so Kölker, der mit seiner Zeit Platz 154 und 25 in der M40 erreichte.

https://www.strava.com/activities/3165454551

Die Zeit bedeutet immerhin die viertschnellste HM-Zeit der Seidenraupen aller Zeiten – huch. Warten wir es ab, ob er beim Gent-Marathon eine ähnlich gute Zeit erreichen kann.

 


Tschüüüüüch: Martin pulverisiert sieben Jahre alte Seidenraupen-Bestmarke

Martin Myrold hat beim 15 Kilometer-Lauf im Rahmen der Duisburger Winterlaufserie den sieben Jahre alten Vereinsrekord pulverisiert. Damals war Hendrik Hahn nach 57:49 min ins Ziel gestürmt, Myrold unterbot dies nun deutlich: Seine 55:09 min bedeuteten den siebten Rang, den er mit 1:31:34 h auch in der Serienwertung belegt. Ohne Frage befindet sich Martin aktuell in der Form seines Lebens. Kenner der Szene erwarten jetzt natürlich weitere Bestzeiten, vor allem, wenn er dann endlich seinen Nike-Wunderschuh aus dem Gehege lässt (wahrscheinlich erstmals beim Venloop).

Winterlaufserie 2020 15 km

Manuel Kölker, Martin Eckelt und Martin Myrold (von links) nach den 15 Kilometern.

Manuel Kölker verpackte seinen Start in einen 30-Kilometer-Lauf und war demnach recht gemütlich unterwegs (1:07:17 h). In der Serienwertung rangiert er mit 1:45:42 h auf Platz 139.


Paris oder Rotterdam? Es wird Gent!

Bevor die Nächte noch kürzer werden und weniger Zeit für ein ordentliches Training bleibt, weil bei den Kölkers Kind Nummer zwei mit den Hufen scharrt, wird es für Manuel ein vorerst letztes Mal für die kommenden Monate über die 42,195 Kilometer gehen. Die Entscheidung wann und wo stand allerdings noch aus, ist aber jetzt – nach Abwägung aller Möglichkeiten – gefallen: Es wird Gent.

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Der Kurs in Gent.

Dabei standen eigentlich Paris oder Rottterdam auf dem Programm, beide am 5. April. Während ein Start in Rotterdam eine Rückkehr bedeutet hätte, da Manu dort schon 2018 gelaufen ist, wäre Paris Neuland gewesen. Doch plötzlich funkte auch Gent dazwischen: Die belgische Stadt war und ist bislang nicht als Mekka des Marathonlaufs bekannt. Zwar gab es hier nun dreimal eine entsprechende Runde, doch führte die stets im Herbst durch Wald und Heide. Sogar durch eine Art Moor führte der Kurs, dort dann über Holzstege. Das mag auch einen Reiz gehabt zu haben, doch nun haben die Macher einen gänzlich neuen Kurs auf die Beine gestellt, der viel erwarten lässt – und erstmals im Frühling, nämlich am 29. März, stattfindet.

Dahinter steckt die Golazo-Gruppe, die sich auch für das Istaf, den Düsseldorf-Marathon oder die S25 in Berlin verantwortlich erklärt (und noch etliche andere Sportevents). Der Kurs hat sich komplett geändert und führt nun vom Start in der Topsporthalle durch die historische Altstadt und später noch durch die Ghelamco-Arena, in dem der KAA Gent seine Heimspiele austrägt. Danach wird es ländlich, schließlich ist Gent keine Millionen-Metropole. Entlang der Lys und durch die Felder von Sint-Denijs-Westrem und Afsnee geht es zurück in die Innenstadt. „Aufgrund der vielen Kurven, des welligen Profils und schwierigen Straßenverhältnisse ist das zwar immer noch kein Highspeed-Kurs, aber mit Sicherheit eine tolle Strecke. Mir fehlt jetzt zwar eine Woche in meinem Zehn-Wochen-Plan, aber das sollte den Braten nicht fett machen“, so Manu. 

 


Bämmbämmbämm: Martin mit neuer 10km-Bestzeit in Duisburg

Er werde es locker angehen und dann mal schauen. Nach solch einer verhaltenen Prognose denkt wohl kein Mensch daran, dass am Ende die bisherige Bestzeit pulverisiert wird. Doch Martin Myrold hat am Samstag beim ersten Teil der Duisburger Winterlaufserie über zehn Kilometer ein Brett serviert, von dem er am Ende doch auch selber ein wenig überrascht war.

Bei 36:25 min stoppte die Zeit, damit war die bisherige PB von 38:19 min, aufgestellt beim Krefelder Charity Run 2018, passé und um knappe zwei Minute unterboten. Fast hätte es gar zur Seidenraupen-10 km-Bestzeit gereicht, hier fehlten am Ende ganze zwei Sekunden zum Rekord von Manuel Kölker (36:23 min, Halloween-Lauf Duisburg, 2011). Mit seinem „lockeren“ Lauf wurde Martin 13. (M30: Dritter)

WLS 2019

Martin (links) und Manu nach dem Zehner der Duisburger WLS 2019.

Manuel, der Martin schon nach dem zweiten Kilometer ziehen lassen musste und ihn ab KM5 nicht mehr sah, passierte die Ziellinie nach 38:25 min, also genau zwei Minute nach Martin. Bedeutet für ihn Platz 53 (M40: Neunter).


Krefelder Laufcup geht an Pia Szymanowski und Kai Muty

Pia Szymanowski (SC Bayer 05 Uerdingen) und Kai Muty (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) sind die Gewinner des Krefelder Laufcups. Die beiden Sieger erhalten Ruhm, Ehre und einen Startplatz für den Seidenraupen-Cross 2020 am 20. September.

Pia und Kai schafften es am Ende des Laufjahres 2019, sich unter allen Top5-Platzierten der sechs Wettbewerbe durchzusetzen, die in die Wertung eingingen (siehe unten). Erst am letzten Tag des Jahres fiel, wie fast immer, die Entscheidung. Gewertet wurde wieder in einem Punktesystem, da die Zeiten der Läufe nicht miteinander vergleichbar sind. Die Punkte verteilen sich auf die ersten fünf Plätze pro Lauf (kurz und lang, wenn vorhanden) und Geschlecht. Für den Sieg gibt es sechs Punkte, dann folgen vier, drei, zwei und ein Punkt. Bei Punktgleichheit zählt die Anzahl der gelaufenen Wettbewerbe.

Pia Szymanowski

Pia Szymanowski beim Seidenraupen-Cross 2018.

Zwar lag Pia nach dem Martinscross bereits mit zehn Punkten vorne, was ihr aber wenig gebracht hätte. Denn schließlich ließ Christina Lehnen (LAZ Mönchengladbach) ihrem Sieg im Martins-Cross nun einen weiteren im Forstwald folgen, was ihr schlussendlich zwölf Zähler bescherte. Pias Vorteil: Sie fuhr gleich in drei Wettkämpfen Zähler ein: Dem Sieg im Frühjahr beim Halb-Stunden-Paarlauf folgten zwei zweite Plätze (jeweils vier Punkte) beim Martinscross und im Forstwald, so dass am Ende 14 Punkte auf der Habenseite stehen. Ebenfalls dreimal punktete Pauline Saßerath, die seit dem Herbst für die Seidenraupen Krefeld startet. Beim SRC wurde sie Fünfte (ein Punkt), beim Martinscross Zweite (vier Punkte) und nun im Forstwald Dritte (drei Punkte), zusammen acht Punkte.

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Kai Muty beim Seidenraupen-Cross 2018.

Interessant: Auch Kai sorgte mit seinem Sieg beim Halb-Stunden-Paarlauf für den Grundstein seines Erfolges. Im Anschluss konnte er sich allerdings nicht mehr platzieren (auch, weil er, wie zum Beispiel beim Charity-Lauf, als Staffelläufer unterwegs war), sammelte nun aber beim Silvesterlauf mit einem vierten Platz zwei wichtige Zähler, mit denen er sich über die breite Masse setzte.

Zu den Ergebnissen des Krefelder Lauf-Cups geht es hier entlang.


Hospizlauf bringt 12.500 Euro für die Hospiz-Arbeit

„Wir merken, dass die Menschen sehr hilfsbereit und Spenden-freudig sind. Das Gesamt-Spendenergebnis des Hospiz-Laufes 2019 ist das bisher höchste, das wir in neun Jahren erzielt haben“ – Dieter Hofmann, der Vorsitzende des Stadtsportbundes Krefeld (SSB), konnte beim Helferfest jetzt 12.500 Euro an Professor Roland Besser (Vorsitzender Hospiz Stiftung Krefeld) und Alexander Henes (Leiter Hospiz am Blumenplatz) übergeben. Am 22. September 2019 hatten sich rund 700 Läufer / Walker – vom Schüler bis zum Ü 60-Jährigen – von 13 Startpunkten rund um Krefeld sowie Bösinghoven und Sankt Tönis auf den Weg zum Hospiz gemacht. Der Hospiz-Lauf wurde vom SSB und Julien Thiele vom SC Bayer 05 Uerdingen organisiert, die Abläufe am Ziel organisierte das Team aus dem Hospiz.

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Die Freude über das Spenden-Rekordergebnis des diesjährigen Hospizlaufes war groß. Die Vorbereitungen für den Jubiläumslauf 2020 laufen nun an. (Foto: Hospiz am Blumenplatz / Nadia Joppen)

Die Spendensumme setzte sich auch mehreren Positionen zusammen: Der SSB hatte das Startgeld (10 Euro / Teilnehmer) gesammelt und ohne Abzug weitergegeben, ebenso sind Sponsorengelder eingeflossen. „Wir haben festgestellt, dass viele Teilnehmer mehr als das reine Startgeld überwiesen haben. Diese Rückmeldung haben wir auch aus den beteiligten Vereinen“, berichtete Hofmann. „Auch am Tag des Laufes haben viele Teilnehmer zusätzlich eine Spende in die Sammeldosen gegeben – auch dabei sehr großzügig“, ergänzte Hospizleiter Alexander Henes über die Erfahrung der ehrenamtlichen Helfer, die die Sportler mit Getränken, Obst oder Kuchen und Grillwürstchen versorgt hatten. Ein Beispiel: Eine junge Frau habe spontan 20 Euro in die Sammeldose getan, als sie sich einen Becher Wasser holte, habe ihm ein Ehrenamtler berichtet.

Die Freude aller Vereinsvertreter über das Spenden-Rekordergebnis war bei der Spendenübergabe groß – es war eine schöne Belohnung für alle Arbeit, die im Vorfeld des Laufs zu leisten gewesen war. In Punkto Wetter hatte der Lauf 2019 deutlich besser abgeschnitten als der Lauf 2018: Es war trocken, sonnig und mild. Ebenfalls erfreulich: Es hatten sich fünf neue Vereine angemeldet, die Krefeld Pinguine, der KEV 81, der Eissport-Verein Krefeld, die American Footballer VfR Krefeld Ravens und auch wir. Dabei sorgten wir für die längst-mögliche Distanz von 17,1 Kilometern: Zunächst zehn über den Hülser Berg und dann noch vom Sportplatz am Hölschen Dyk Richtung Hospiz.

Sehr berührend waren kleinere Szenen, die sich rund um das Hospiz abgespielt hatten: So wollte ein Gast unbedingt als erster durch den Zieleinlauf kommen. Er war in seinem Rollstuhl eine kleine Runde um den Blumenplatz gefahren – begleitet von Koordinatorin Conny Hoppmanns – und dann durch den Zielbogen gefahren. Auch viele andere Gäste waren aus ihren Zimmern gekommen, um an dem fröhlichen Trubel teilzunehmen. „Unsere Gäste erleben bei dieser Veranstaltung, dass sich viele Menschen für das Thema engagieren und diese Hilfsbereitschaft berührt sie“, meinte Prof. Roland Besser. So trage der Hospiz-Lauf auch dazu bei, die Lebensqualität der Gäste so lange wie möglich zu erhalten. Der Lauf sei aber auch in anderer Hinsicht wichtig: Die Hospiz-Arbeit in Krefeld wird von Beginn an durch bürgerschaftliches Engagement geprägt – über das hinaus, was der Gesetzgeber ohnehin einfordert, weil nur 95 Prozent refinanziert werden. „Wir können das den Menschen noch einmal bewusst machen, weil eben jede Form der Hospiz-Arbeit – stationär oder ambulant – auf Unterstützung durch Spenden angewiesen ist“, so Besser.

Die Veranstaltung hatte wieder viele Unterstützer – wie Hauptsponsor AOK, Sparkasse Krefeld, Wohnstätte Krefeld und Salvea. Aber auch viele andere Hilfen sind wichtig: Edeka Kempken stiftete Obst, Frank Tichelkamp (Brauerei Königshof) schenkte das von ihm gestiftete alkoholfreie Bier aus, die Bäckerei Lomme Brötchen…. Firmen wie Radio Ilbertz, Elektro Kleinhütten, H.O.B. Dienstleistungsgruppe und Heinzelmännchen, das Bus-Unternehmen Platen-Koyun oder Holz Roeren (Gas Grills) unterstützten bei anderen Aspekten. Die „Krefelder Marine“ baute Zelte auf, für die musikalische Begleitung sorgten die Pfarrbläser von St. Stephan. Am Ziel wurden die Teilnehmer von den Ehrenamtlern des Hospizes und den Mitgliedern der Andrea Berg Fan-Clubs aus Hennef und Krefeld empfangen.

Das Helferfest war als kleines Danke-Schön an alle Unterstützer gedacht. Jetzt laufen schon die ersten Planungen für den Jubiläumslauf am 27. September 2020 – es wird der 10. Hospiz-Lauf. „Wir hoffen, dass die Krefelder dieses Jubiläum nutzen und in punkto Teilnehmerzahl noch einmal einen drauf setzen“, so Dieter Hofmann. Die Anmeldung über www.ssb-krefeld.de wird Anfang 2020 freigeschaltet.


Durchwachsene Herbst-Marathons für Mayntzhusen und Kölker

„Hinten raus zäh“ – was Moritz Mayntzhusen zu seinem Marathon in Köln sagte, beschreibt auch gut den Berlin-Marathon von Manuel Kölker. Bei beiden regiert die Erkenntnis, dass ein gewisses – vor allem längerfristiges – Training schon nicht ganz so verkehrt gewesen wäre. Beide kamen jedoch ins Ziel: Moritz nach 3:58:09 h und Manu nach 3:08:23 h.

Moritz (türkises Shirt) im Ziel.

Bei Moritz sah es vor einer Woche lange nach einer neuen PB aus. Der Halbmarathon war nach 1:41:42 h absolviert, auch die Zeit 2:35:53 h nach 30 KM ließ diese Vermutung zu – bei 3:39 h wäre er gelandet, wenn er das Tempo hätte halten können. Dann aber kippte das Rennen, die Kilometer wurden gefühlt länger und länger. Bei KM 35 stand eine 3:07 h, 3:46 h wäre dann die Zielzeit gewesen, doch es ging nun kaum noch etwas. Am Ende überquerte er bei 3:58:09 als 1346. Mann und 227. in der M35 die Ziellinie am Fuße des Doms. „Das war eine ganz zähe Nummer. Nach hinten ging gar nix mehr“, bilanzierte Moritz – kein Wunder nach 2:16:27 h auf der zweiten Hälfte. Seinen Zieleinlauf kann man übrigens auf https://www.facebook.com/koelnmarathon/videos/vb.259668282814/499047780645433/?type=3&theater sehen, Moritz kommt bei circa 4:01:40 ins Ziel.

Guten Mutes in Berlin!

Nicht ganz so hart traf es Manu in Berlin Ende September, wohl aber ähnlich. Er hatte den Startplatz für Berlin sehr kurzfristig erhalten und konnte sich nur knappe fünf Wochen vorbereiten. „Ich wusste, dass Power fehlen wird, hatte aber große Lust, nach meinem ersten und einzigen Berlin-Start in 2010 und dann vielen folgenden Halbmarathons mal wieder volle 42 KM in der Hauptstadt zu laufen“, so der Vorsitzende der Seidenraupen. 2010 war er noch 3:31 h unterwegs gewesen.

Manu beim Berlin-Marathon 2019.

Zumindest das sollte getoppt werden. Und nach 21 KM sah es auch noch verdammt gut aus: Die Halbmarathon-Zeit von 1:28:17 h ließ zumindest auf eine Sub-3h hoffen. „Ich merkte aber schon da, dass mir Speed fehlt. Es lief einfach nicht so locker wie bei den bisherigen Sub3h-Marathons.“

Kurz vor dem Brandenburg-Tor passieren die Läufer auch das weltberühmte Hotel Adlon.

Ab KM 25 wurde es dann gemächlicher und als ab KM30 kleine Krämpfe in den Oberschenkeln (und strömender Regen) dazu kamen, stand nur noch das Ziel im Vordergrund, unter 3:10 h anzukommen. Das gelang: Nach 3:08:23 h kam er als 3391. Mann und 631. der M40 ins Ziel. Für die zweite Hälfte benötigte er demnach 1:40:06 h. Ganz okay, aber nicht RvH-Weltklasse.

Wer entdeckt den Seidenraupen-Sticker?

Für Moritz stand nur eine Woche nach Köln ein längerer flotter Regenerationslauf an, Manu wird sich Ende dieser Woche im Bergischen Land beim Röntgenlauf austoben.