Kölle, du bes e Jeföhl

Hach, der Marathon in Köln ist doch immer etwas besonderes: Während Berlin und Hamburg vielleicht mit mehr Zuschauern glänzen und auch international für Furore sorgen können, sind die Straßen in Köln gesäumt von zahlreichen sehr lauten Locals. Menschen, die aus dem Veedel kommen, die „ihre“ Läufer anfeuern, die einfach nur jeck sind. Aus diesem Grund waren auch diesmal wieder viele Seidenraupen vor Ort – sei es als Teilnehmer oder als Supporter.

Gelingt Meike das Comeback?

Ohne anderen Seidenraupen die Show stehlen zu wollen, stand besonders das Comeback von Meike Thomassen über die 42,195 Kilometer im Fokus. Vor über 20 Jahren ging sie letztmals über diese Distanz an den Start, ihre Bestzeit datierte aus 2003 und lag bei 4:07 h. Das Ziel lautete diesmal unbeeindruckt dessen forsch „Sub4h“, was mit einem ambitionierten Trainingsplan von Thomas Schrörs-Runo glücken sollte.

Meike und Jochen bei Kilometer 24: Von Müdigkeit keine Spur.

Mit Jochen Glatki als Pacemaker an ihrer Seite ging Meike schließlich ins Rennen, was eigentlich gar nicht so geplant war, sich dann aber doch recht bald als Glücksgriff erweisen sollte. „Jochens Begleitung war top. Am Anfang hat er mich immer wieder gebremst, wenn ich zu schnell wurde, zudem hat er mir regelmäßig Zeiten zugeworfen und mir so gezeigt, dass wir voll im Zeitplan waren.“ Und so marschierte das Duo ohne größere Probleme von Kilometer zu Kilometer. „Plötzlich war Jochen aber weg, das muss so bei Kilometer 34 gewesen sein“, beschreibt Meike den unbewussten Verlust ihrer Begleitung kurz vor dem Ende. Da war die Ernete aber bereits eingefahren, und der Rest nur noch ein Genuss. Bei 3:54:24 h stoppte schließlich die Uhr, Platz 472. und 38. in der W45. Jochen wiederum kam nach 3:58:15 h als 30012. und 162. in der M50 ins Ziel.

Nicole, Jochen und Meike (von links) im Ziel.

Richtig kämpfen musste Nicole Jenner, die noch vor zwei Jahren in 3:45 h im Ziel war, jetzt aber bei böigen Winden und der ein oder anderen Regenwolke litt. „Mir war einfach nur kalt“, sagte sie später im Ziel, das sie nach 4:07:41 als 751. und 16. in der W55 erreichte.

Machte verdammt viel Party: Liliya Zotova.

Liliya Zotova, die den Fotos nach zu urteilen mehr feierte als lief ( 😉 ), wurde in 4:17:06 h 925. (W40: 103.). Und Simone Schroers zog den Marathon in ihrem ersten Lauf als Seidenraupe dann doch durch. Ursprünglich wollte sie, gesundheitlich angeschlagen, nach der Hälfte raus, lief aber durch und kam nach 5:29:17 h ins Ziel (1845. / W55: 52.). Chapeau!

Mega lief es für Thomas Junold: Mal eben um mehr als eine Viertelstunde verbesserte er seine alte Bestzeit von 4:34:04 h. Nach 4:15:40 h war er als 4000 (!) im Ziel (M50: 228.).

Neuer HM-Vereinsrekord

Für einen neuen Vereinsrekord sorgte Benjamin Kaufmann über die Halbdistanz – und das deutlich. Seine bisherige Marke von 1:17:25 h unterbot er nun in 1:16:53 h, womit er sich über Platz 79. (MHK: 24.). freuen konnte. Manu Kölker ging leicht lädiert (mit angebrochener Rippe) an den Start und kam erstaunlich gut durch (1:28:49 h, 450. / M45: 35.). „Einfach nur Spaß haben“ lautete die Prämisse von Nici Hölters, der das auch gelang. In 1:46:52 h belegte sie Rang 562. (W30: 142.).

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