Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Pause in der Hütte 26

Oberbürgermeister Gregor Kathstede hat den Denkmalpreis der Stadt Krefeld 2012 an Chris Worms übergeben. Von links: Oberbürgermeister Gregor Kathstde, der Künstler Chris Worms, Birgit Schlechter, Professor Hans-Joachim Albrecht und Gerda Schnell. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Jeder Läufer hat das gelbe Haus am Stadtwald-Eingang „Jentgesallee“ wohl schon einmal gesehen. Lange Zeit glich das Anwesen einer wüsten Baulandschaft, jetzt aber ist hier ein Kleinod entstanden, das einer Pause vor oder nach einem Lauf aller Ehren wert ist – und das vollkommen zurecht den Krefelder Denkmalpreis 2012 erhalten hat.

Eher zufällig kamen Eva und ich in den Genuss einer Privatführung. Eigentlich war ein Spaziergang durch den verschneiten Stadtwald geplant, ans Laufen ist für Eva nach ihrer Weisheitszahn-OP noch nicht wieder zu denken. Und so schlenderten wir am gelben Haus vorbei, dessen Gartenpforte heute (dem vergangenen Samstag) offen stand. Ein Windlicht und ein Schild „geöffnet“ luden zu einem langsameren Schritt ein und als uns dann der Besitzer, Chris Worms, am Tor abfing, konnten wir nicht anders, als auf seine Einladung hin den Gang in sein Anwesen zu wagen. Zunächst fiel der Blick auf einen typisch niederrheinischen Garten, der sich aber nach wenigen Schritten in eine wahre Wunderwelt verwandelte. Weiches, traumhaftes Licht (zahlreiche Lampen aus Straußeneiern sind dafür verantwortlich), Palmen und viele, viele Elemente erinnerm mehr an Bali oder Hawaii als an den Niederrhein.

Der Künstler Chris Worms hat sich hier in mühevoller Kleinarbeit ein Paradies erschaffen: So hat er zum Beispiel aus einer Eibe einen tropisch-anmutenden Baum gezaubert. Mehrere Verschläge oder Räume wirken mystisch und überall lehnen kleine oder große Werke seiner Stein-Kunst, zumeist ans Asiatischen angelehnt. Ein versteinerter Baumstamm aus Urzeiten bildet ein Zentrum des Gartens, der sich von außen in seiner Gänze nicht ansatzweise erahnen lässt.

Wiedererkennungsmerkmal: Das Schlusselement der Ketten von Birgit Schlechter. Foto: Birgit Schlechter

Wiedererkennungsmerkmal: Das Schlusselement der Ketten von Birgit Schlechter. Foto: Birgit Schlechter

In einem Wintergarten-ähnlichen Häuschen präsentiert Birgit Schlechter ihre Kunst, nämlich ansprechenden Schmuck: Ketten mit Perlen, sind hier, passend ins tropische Ambiente eingefügt, zu bestaunen. Im Preis vielleicht nicht günstig, aber, auf den ersten Blick auch zu erkennen, hochwertig und aufwändig in der nebenan gelegenen Goldschmiede produziert. Wiedererkennungsmerkmal ist der silberne Verschluss mit der Prägung „Hütte 26“, wie die beiden das Haus genannt haben. „18 Jahre wurde hier gewerkelt, jetzt sind wir fast am Ziel“, sagt sie – wohlwissend, dass eigentlich immer wieder etwas Neues gemacht wird.

Im Inneren des Hauses, das jahrelang einer Bruchbude glich, geht die Traumreise übrigens weiter. Aus einer Ulme hat Worms eine Treppe gefertigt, ein Raum weiter fühlt man sich dank der Einganspforte wie im Himalaya. Das alles zu beschreiben fällt aufgrund seiner Fülle schwer, weswegen eigentlich jeder mal vorbeischauen sollte. Wenn mich nicht alles täuscht, hat die Hütte 26 freitags und samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet (und irgendwie hoffen wir, auch im Sommer mal abends für nen Bierchen oder zwei 😉 ).

Kontaktmöglichkeiten und weitere Infos gibt es an der Gartenpforte selber und hier: http://www.huette26.de und hier: (http://www.krefeld.de/c1257455004e4fbf/html/727ec28ba06ffb17c1257aa70054aa55?opendocument).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s