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Haken dran: Röntgenlauf im Remscheid erfolgreich beendet

Unsere Läufer sind aus Remscheid zurück und können freudestrahlend von einem tollen, wenn auch nass-kalten, Röntgenlauf berichten. Martin Myrold und Manuel Kölker hatten sich die volle 63,3 Kilometer-Runde auf den Zettel geschrieben und sollte es am Ende nicht bereuen: Martin überquerte nach 5:51:24 h als Gesamt-19. die Ziellinie. In seiner Altersklasse M30 wurde er Sechster. Manuel benötigte etwas länger, und zwar 6:43:52 h. Damit wurde er 74. und in der M40 Siebter.

Manuel, John und Martin vor dem Start.

Insgesamt hatten die Läufer 1300 Höhenmeter zu überwinden und passierten dabei die Lenneper Altstadt, die Müngstener Brücke, die Eschbachtal- und die Wuppertalsperre. Schon in Lennep war von John Hampson, dem Dritten im Bunde der Trainingsgruppe „Frühstück mit Michelle“, nichts mehr zu sehen. Er begann gewohnt flott und lief den beiden anderen erst einmal davon. Martin und Manuel blieben allerdings auch nicht allzu lange zusammen: Kurz nach der 7KM-Marke zog Martin an, Manuel ließ ihn ziehen und sparte sich die Körner für später auf.

Die Müngstener Brücke hinter dichtem Laub.

Wer weiß, ob das auch für John die bessere Taktik gewesen wäre: Er musste nach 42 Kilometern wegen Krämpfen aufgeben und beendete das Rennen in der Kategorie „Marathon statt Ultra“ in 3:59.31 h als Vierter und AK M35-Erster. Martin dagegen lief konsequent gut durch (1. Drittel: 01:43:15 2. Drittel: 01:56:22 3. Drittel: 02:11:47), und das trotz Rückenbeschwerden. Manuel, der ein kleines Loch zwischen der 20 und 30 KM-Marke hatte und im späteren Verlauf mal wieder mit Magenproblemen kämpfte, war am Ende aber auch zufrieden. Seine Splits: 1. Drittel: 01:48:55 2. Drittel: 02:24:32 3. Drittel: 02:30:24.


Trio fährt zum Röntgenlauf

Martin Myrold, John Hampson und Manuel Kölker bilden das Seidenraupen-Trio am kommenden Sonntag, wenn es zum Röntgenlauf nach Remscheid geht. Für alle wird es ein Ritt auf der Rasierklinge, denn 63 Kilometer sind eben 63 Kilometer.

Wer verballert seine Energie schon im ersten Teil und wer hat hinten heraus noch Körner – diese zwei Fragen werden wahrscheinlich die zentralsten sein. Martin und John haben das Vorhaben, recht schnell zu starten, Manu sucht nach dem Berlin-Marathon noch ein wenig die Form und will solange wie möglich an den beiden bleiben.

Röntgenlauf 2013: Manu in Action!

Die Gefahr, schon im ersten Teil zu viel zu wollen, ist in Remscheid hausgemacht, geht es auf den ersten 21 KM doch zumeist bergab. Natürlich ist das Profil auch hier wellig, doch fiese Steigungen sucht man zunächst noch vergeblich. Die kommen dann in Hälfte zwei gleich vierfach. Zweimal recht kurz und dann unter Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke, der Müngstener Brücke, hindurch.

Die Müngstener Brücke.

Zweimal aber auch deutlich länger, wobei der letzte Anstieg im zweiten Drittel sich von der 40 KM-Marke bis zu Kilometer 50 zieht und nicht selten als Killer empfunden wird.

Einer der Anstiege im zweiten Drittel.

Manu kann davon ein Lied singen und verweist auf seinen Start im Jahr 2013: „Das ist schon heftig: Man läuft durch das 42 KM-Ziel und könnte hier aussteigen, was man in der Regel aber nicht macht. Die dann aber folgenden acht Kilometer lassen einen an dieser Entscheidung dann aber schon irgendwie zweifeln.“ Immerhin: Der Blick auf die Eschbachtalsperre, der ältesten Trinkwassertalsperre Deutschlands, entschädigt ein wenig.

Wie auch immer: Im dritten und letzten Teil warten dann nach dem beschriebenen Stück noch zwei Anstiege mit Potential, ehe es im Sportpark Hackenberg durchs Ziel geht.


Leckomio: Röntgenlauf hatte es in sich

Mit dem gestrigen Röntgenlauf hatte ich mir bewusst einen Lauf herausgesucht, der die 42,195 Kilometer überschreitet. Schließlich wollte ich mal feststellen, ob das Gefühl, noch weiter laufen zu können, das ich nach einigen Marathons schon hatte, trügerisch ist. Vorne weg: ja, ich konnte. Aber es war auch ein hartes Stück Arbeit, mich die 63,3 Kilometer alleine durchs Bergische Land zu kämpfen. Am Ende kam ich nach 6:24:48 Sekunden ins Ziel. Das bedeutet Platz 89 (Neunter in der M30) von 314 Ultra-Finishern, ganz okay für meinen ersten Ultra.

Alleine übrigens deswegen, weil der gute Jan, der mich erst mit dem Röntgenlauf-Virus infizierte, einen Rückzieher machte, und mich alleine durch Wind und Wetter kämpfen ließ. Danke noch einmal dafür. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Runde um Remscheid deutlich spielender gemeistert hätte, wenn da jemand mitgelaufen wäre…aber was solls. So ging ich also alleine an den Start – und dank der neuen Frisur, die mir Coiffeur Morla (übrigens in der Bildershow ebenfalls vertreten, weil er am Sonntag in der Döbriter Heide ebenfalls läuferisch unterwegs war) noch in der Nacht verpasst hatte, luftiger als je zuvor.

Kurz nach dem Start ging es schon wellig rauf und runter und durch die echt nette Altstadt von Lennep. Ob wir nun am Geburtshaus von W.C. Röntgen vorbeigekommen sind, kann ich nicht sagen, denn nach ein paar KM war das Thema „Stadt“ schon durch und es ging durch dichte Wälder und weite Felder. Bei entsprechendem Wetter bestimmt echt schön, aber bei trüben Aussichten einfach nur öde. Noch am Start hatte der Reporter davon gesprochen, dass es erst ab 14/15 Uhr mit dem Regen beginnt, ein erster Schauer haute dann aber schon nach einer guten halben Stunde herunter, als wir eines der vielen gottverlassenen Dörfer durchquert hatten. Was man den Menschen dort allerdings zubilligen muss: Stimmung machen können sie. Egal, durch welches Zwei-Mann-Dorf man lief, die Hood gab alles und war laut. Und es war, trotz des anspruchvollen Terrains, echt fix. Links und rechts flogen die Halbmarathon-Läufer nur so an einem vorbei, was es echt schwierig machte, beim eigenen Tempo zu bleiben. Allerdings muss auch gesagt sein, dass das erste Drittel des Laufs das einfachste, weil fast nur abschüssig, war. Und so war ich nach 1:44 schon mit den ersten 21 KM durch.

Da hatte es der zweite Teil schon deutlich mehr in sich. Plötzlich gab es Passagen, die man gehen musste, weil sie so steil waren, fast alpin also. Ein Läufer, mit dem ich ein paar Minuten zusammenlief, berichtete mir, dass selbst die Spitze im zweiten Teil zehn Minuten länger benötigt als für den ersten. Dass es bei mir schließlich sogar 23 wurden, mag an meiner steigenden Unlust gelegen haben. Das Teilnehmerfeld hatte sich beträchtlich verringert und auch jetzt wurde deutlich, wer „nur“ die 42,195km lief und wer nicht. So richtig konnte man sich also nicht an den anderen Läufern orientieren. Hinzu kam, dass ich wieder enorme Probleme hatte, die Gels aufzunehmen. Nur der FitRabbit ging einfach runter, das Powerbar habe ich einfach nicht runterbekommen. Da ich zudem null Apetitt hatte, waren auch die Riegel keine Erquickung. Noch sollte mich das nicht stören, aber irgendwann braucht man das Zeug ja doch irgendwie.

Das Überschreiten der Marathonziellinie war dann der nächste mentale Knax. Jetzt nochmal ein Halbmarathon? Oh no. Aber wie gesagt, DNF is no option, also weitermachen. Auch wenn mittlerweile die Füße brannten, der Bauch schmerzte und auch der Rücken HALLO sagte. Dazu wurde das Wetter immer bescheidener. Es regnete in Strömen, ein Glück, dass ich meine Jacke im Rucksack dabei hatte, denn sonst wäre ich jetzt halb erfroren. Wahrscheinlich trug zu meiner Stimmung bei, dass es jetzt noch ätzender wurde, was die äußerlichen Begegebenheiten anging. Also irgendwie Kopf ausschalten, weiter, weiter, weiter…

Und dann irgendwann hatte ich mich wieder gefangen, denn plötzlich, so ab KM 50, war das Ziel wieder (oder erstmals) in Sicht. Die Beine wollten wieder einigermaßen, und an den Verpflegungsstellen hatte ich sogar Zeit für ein paar nette Worte. Hier gab es neben lecker Süppchen dann auch mal nen Kölsch > super! Und dann war da wirklich das Ziel hörbar, jetzt wusste ich, dass es nur noch einmal nach oben ging. Plötzlich erklang da eine Glocke, die ich doch irgendwie kannte?! Huch!!! Eva war spontan mit meinen Eltern gekommen, und feuerte mich auf dem letzten Kilometer an. Großes Tennis, danke schön!


Doing it ultra!

Manuel Kölker beim Transalpine-Run.

Manuel Kölker beim Transalpine-Run.

So, da steht er nun vor der Tür, der erste „richtige“ Ultralauf. Am kommenden Sonntag begebe ich mich auf die Spuren von Wilhelm Conrad Röntgen, der die gleichnamigen Strahlen erfand. Und wiederum gleichnamig ist der Lauf, der einmal rund um Röntgens Heimatstadt Remscheid-Lennep führt.
Einmal bedeutet in diesem Fall 63,3 km – und damit deutlich über der für den Begriff „Ultra“ geltenden Definition „Ultra = > 42,195km“. Zwar bin ich im Rahmen des TAR und des 4 Trails schon einige Mal über die Marathondistanz gelaufen, doch das waren maximal 50k, so ultramäßig hat sich das daher nicht angefühlt. Das wird am Sonntag wohl anders, auch wenn sich der Text auf der Website fast idyllisch anhört:

„Alle Strecken außer den Crossläufen führen ganz bzw. teilweise über den Röntgenweg, einen sehr abwechslungsreichen Rundweg um Remscheid. Auf seiner 63,3 Kilometer langen Strecke ermöglicht er reizvolle Ausblicke auf das Bergische Land. Der Weg führt durch kühle Täler, vorbei an Wasserhämmern, die als Zeitzeugen von einer im 19. Jahrhundert einsetzenden Industrialisierung kündigen. Vorbei an alten Bergischen Fachwerkhäusern führt der Weg unter der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, der Müngstner Brücke hindurch über das mittelalterliche Schloss Burg zur Eschbachtalsperre, der ältesten Trinkwassertalsperre Deutschlands. Der Höhenunterschied beträgt ± 1.100 Höhenmeter.“

Naja, wir werden sehen. Ursprünglich war mal angedacht, dass ich den Lauf zusammen mit meinem Schützenbruder Jan laufe – quasi er hatte mich eigentlich erst auf diese Idee gebracht. Leider hat sich der gute Jannemann noch immer nicht angemeldet, und nach seinen letzten Bemerkungen tippe ich auch eher darauf, dass er den Schwanz einzieht und mich alleine durchs Bergische Land irren lässt. Danke, Jan!

Und so fehlt mir auch ein Fixpunkt im Rennen, denn mit Jan hatte ich schon ein Tempo ins Auge gefasst. Dass es auf dieser Strecke keine Bestzeiten geben wird, ist aufgrund der Beschaffenheit und der knapp 1000 Höhenmetern klar, so bleibt mir mein Gefühl, denn ich habe keinerlei Ahnung, wie ich strategisch an das Rennen herangehen soll. Von Beginn an powern und hintenraus zäh sein, so wie ich es eigentlich immer beim Marathon mache? Oder von vorne langsam angehen und dann hoffen, am Ende noch einmal Gas geben zu können? Oder nur locker mitlaufen? Warten wir es ab. Auf Videos habe ich bereits Passagen gesehen, auf denen gegangen wurde, hier einen bestimmten Schnitt zu erreichen, ist also unmöglich.

Was die Verpflegung angeht, nehme ich mir vor, entgegen meiner Gewohnheiten schon an den ersten Stationen Flüssigkeit zu mir zu nehmen. Ansonsten vertraue ich ja immer auf meinen Trinkrucksack, der aber bei einem Marathon zum Ende hin immer leerer wird. Unter dem Augenmerk, nun ja noch einmal einen halben dranzuhängen, sicherlich nicht verkehrt. Gels und Riegel sind eingepackt, das sollte passen. Schon jetzt läuft die übliche Carboloading-Phase inkl. Vitamin- und Carnitin-Zufuhr.

Da ich auf den schon erwähnten Videos kaum Leute erkannt habe, die mit Trailschuhen gelaufen sind, habe ich mich, auch nach einiger Experten-Tipps, noch einmal umentschieden und werde mit Straßenschuhen an den Start gehen. Meinen bisherigen Adidas Boosts wollte ich das nicht mehr zu trauen, die dürften mittlerweile locker die 1500km-Marke gerissen haben, so dass ich gestern noch schnell den Gutschein vom Gewinn des Charityruns eingelöst habe. Neue, schicke, neongelbe (!) Boosts werden also am Sonntag auf Herz und Nieren getestet, und am Ende wahrscheinlich grau und voller Matsch sein. Hell ya!