Wir laufen und laufen und laufen und laufen

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Willkommen in Niederdorf

Eine der traumhaftesten Etappen wurde uns von Strecken-Guru Wölfi versprochen – und er sollte Recht behalten. Was er aber verschwieg: es war auch eine der schwersten. Denn die Strecke von St. Vigil bis Niederdorf hatte zwei Anstiege der übelsten Sorte in sich.
Zunächst zog sich ein schöner, langer Weg über zwölf Kilometer bis zur ersten Verpflegungsstelle,dann ging es irgendwie nie endend rauf zum Forcella Sora Forno. Nie endend heißt: acht Kilometer nach oben. Dafür gab es dann aber auch später grandiose Blicke in eine Landschaft ähnlich wie auf dem Mond. Terence Hill dreht hier gerade seine neue Serie „One Step to the heaven“, hatte aber wohl heute frei. Gesehen haben wir ihn nämlich nicht. Dafür wurden mächtig Steine gekloppt, zu viel schöne Natur ist ja auch nicht gut fürs Auge – und gelaufen. Nämlich runter zum traumhaften und touriüberfüllten Pragser Wildsee. Hier wartete Seidenräupchen Eva mit dem Prezel-Girl Nici. Wie gewohnt, ging hier der Punk up, Respekt.
Die Prezel-Boys sind ein Team aus München, und einfach immer gut gelaunt. Harry und Coen (eigentlich Belgier) sind beide Personal-Trainer und laufen ebenfalls den TAR. Seit gestern gehen sie aber eher. Harry hat sich leider an der Achillessehne verletzt, an laufen ist nun nicht mehr wirklich zu denken. Wir hoffen, dass die Jungs es packen, denn dann wartet morgen ne tolle Party auf uns 🙂
Am Wildsee waren noch einmal kurz unsere Kamerafähigkeiten gefragt. Ein Interview während des Rennens, das gibt es wohl auch nur beim TAR, wo es auf die Zeit eigentlich nicht ankommt. Wie und warum wir gerne Trails laufen, warum wir den TAR so gut finden undundund. Dass es unser erster Trail ist, haben wir mal kurz verschwiegen, hehe. Sind halt Profis…Leider vergaßen wir zu fragen, wo das Interview ausgestrahlt wird, aber sobald wir es wissen, steht es hier, versprochen.
Kurz nach dem Wildsee ging es wieder nach oben, zum Weißlahnsattel auf 2194m. Also mal wieder klettern und 700 Meter Höhenmeter bolzen. Dabei gab es auch einige knifflige Stellen zu meistern, darunter eine Stahlseilpassage. Fast wäre es dabei um mich geschehen, denn eine Stelle des Hangs gab nach und rutschte mit mir ein paar Meter ab. Dabei hatte ich verdammt viel Glück, denn hier ging es ein paar hundert Meter bergab. Wäre ich weiter abgerutscht, wäre es wohl kritisch geworden. Wurde es aber nicht und so ging es erst bergauf und dann 1000 Meter steil wieder bergab. Eine Wohltat für meine Knie, wie ihr euch vorstellen könnt. Die letzten fünf Kilometer dieser 42k-Etappe gingen schließlich ziemlich trostlos über einen Radweg nach Niederdorf, wo gleich die letzte Pastaparty steigt.

Leider haben wir noch keine Antworten auf unser gestriges Quiz erhalten. War aber auch klar, denn wir hatten ja auch gar keine Preise ausgelobt. Hier noch einmal die Frage: Wieviele Zentimeter schwingt die weibliche Brust pro Schritt beim Joggen mit? ( es handelt sich dabei um eine Frage, die auf der gestrigen Pastaparty auf der Bühne gestellt wurde)
Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir
– ein, evtl. zwei gameworn, morgen notanymoreworn, Fußnägel der dicken Zehen von Henne
– verschiedene gameworn Tapes von Manu mit folgender Reifezeit: Knie: seit Montag, linkes Bein seit Mittwoch, rechtes Bein seit heute
– eine gewaschene Laufunterhose (Marke: Jockey) von Manu inkl. Vaselineresten
– zwei Flaschen Forst
– Salz, gewonnen aus zwei Salomon-Laufrucksäcken (besonders kostbar, da Einflüsse aus Deutschland, Österreich und Italien vorhanden sind)
– Frau aus dem Nachbar-Wohnmobil. Reifegrad: fettig, aber durch, garniert mit Orangenhaut.

So, bevor wir vollkommen durchdrehen, zurück ins Studio. Peace. Pace. Schalom!!! Euer Manu

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Unser Ding: Straße

Wir sind schon so Trailrunner…denn mit dem Briefing für die sechste Etappe war klar, dass wir da sicher den ein oder anderen hinter uns lassen werden: Straße und ebene Wege en masse, also das Terrain, das uns besonders gefällt (und meinen Knochen auch).

So zogen sich die ersten drei, vier Kilometer von Sand in Taufers auf Asphalt durch das Ahrntal, ehe die erste Steigung auf uns wartete. Hatten wir natürlich mal komplett unterschätzt, denn die rund 700 Höhenmeter müssen ja auch erst einmal geklettert werden. Ging aber, und kurioserweise der Abstieg runter nach Gais und später durch Bruneck auch. Hatte ein wenig etwas von Straßenlauf, denn die Polizei sperrte extra für uns zahlreiche Passagen und Passanten jubelten uns zu – was bei einem Traillauf jetzt nicht wirklich an der Tagesordnung ist.

Nach der zweiten Verpflegungsstation wartete dann aber der längste Anstieg des ganzen Transalpine-Runs auf uns: knackige sieben Kilometer rauf auf den 2200 Meter hohen Kronplatz. Aber auch hier zeigte sich, dass wir am Berg recht stark sein können, denn Läuferpärchen um Läuferpärchen ließen wir hinter uns. Oben erwartete uns dann Seidenräupchen Eva mit einem Fanclub und machte mächtig Alarm in alpiner Höhe. Danke für das Pushen!

Wo es rauf geht, geht es aber auch wieder runter. Und so standen noch einige steile Kilometer auf dem Plan, ehe wir in St. Vigil einlaufen sollten. Zwar machten die bisherigen Problemfälle linkes Knie und linker Knöchel kaum Ärger, dafür nun aber der rechte Knöchel. Eine taktisch klug genommene Voltaren-Tablette unterdrückte aber alsbald den Schmerz und ließ uns recht flott die letzten Kilometer hinunterkommen und ein famoses Schlussszenario aufbieten – so schnell, dass Eva noch gar nicht selber im Ziel war. Hier ließen wir es uns dann aber besonders gut gehen: ein Getränk jagte das nächste, es gab lecker Nudelsalat und Weingummis. Dazu schien uns die Sonne auf den Pelz: top.

Auch die Pasta-Party hatte es in sich, diesmal nämlich mit grandiosem Slapstick, oder weiß jemand von euch, wie viel Zentimeter eine weibliche Brust beim Joggen pro Schritt nach oben/unten wippt? Keiner? Tja, dann googelt mal – oder wartet die Lösung der Quizfrage bis morgen ab. Kleiner Tipp: 100 sind es nicht 😉

Nach der eben erfolgten Massage – Hendriks Muskeln mussten vom Knochen befreit werden (oder umgekehrt) und mein Knöchel wurde wieder fitgemacht – heißt es nun, „Fit im Schlaf“!

Morgen geht es dann auf der vorletzten Etappe lange durch irgendein Tal und dann recht fix einen weitere Zweitausender hoch. Dann runter zu nem Wildsee und wieder rauf. Und dann wieder Asphalt – yeah!


Hochzeiten und die Vorschau auf Etappe 7 und 8

Wenn wir heute Abend in Richtung Bayern aufbrechen, haben wir eine Menge Toitoitoi-Wünsche mit im Gepäck. Wahnsinn, wieviele Leute in diesen Stunden zum Hörer greifen, kurze E-Mails schicken oder via SMS, Whatsapp oder sonstwie Glück wünschen. Dankedanke, denn mit diesen Anfeuerungsrufen fällt es uns sicherlich ein wenig leichter, über die Berge zu kommen.

Mittlerweile können wir es selber kaum noch abwarten, endlich an den Start zu gehen, denn in den vergangenen 48 Stunden drehte sich eigentlich alles um den Lauf. Just in diesen Minuten wird das Wohnmbile im Caravan-Center Krefeld abgeholt und renntauglich beklebt. Ob die Folie auch passt? Und habe ich eigentlich an alles andere gedacht? Schuhe? Stöcke? Strümpfe? Sind die T-Shirts alle gewaschen und die Hosen endlich trocken? Wie schaut es an der Mineralienfront aus und ist auch die Kiste mit Energy-Gel dabei?

Ein großes Dankeschön geht dabei an Dr. Andreas Hacker von der Hildegardis-Apotheke auf der Buddestraße 103 in Oppum. Er hat uns mit den nötigen Medikamenten versorgt, die wir mitführen müssen. Eine kleine Auswahl: starres Heftpflaster, elastische Wundschnellverbände, Verbandpäckchen, Verbandtuch, Mullbinden, Zellstoff-Mull-Kompressen, Dreiecktuch, Verbandschere, Desinfektionsmittel, Rettungsdecke, Tabletten gegen Schmerzen, Durchfall, Sonnenbrand, Allergien, Verbrennungen, Prellungen, Verstauchungen, Insektenstiche, Salben gegen Sonnenbrand, Verbrennungen, Prellungen, Verstauchungen, Insektenstiche, wunde Hintern, Sonnenschutzmittel, Insektenschutzmittel, Vitamintabletten, Salztabletten, Magnesiumpulver und natürlich Blasenpflaster. Noch Fragen?

Leider, und da sind wir sehr traurig, verpassen wir während unserer Tour zwei Hochzeiten. Zunächst heiraten morgen Sandra und Julian Harnacke, am Samstag geben sich dann Meike und Peter Thomassen das Ja-Wort. Wir wünschen beiden Paaren das erdenklich Beste. Feiert schön und lasst es krachen. Wir holen das dann nach, wenn wir wieder da sind…

Und jetzt zur Vorschau der Etappen 7 und 8 (wer sich übrigens gefragt hat, warum die Videos alle von 2010 sind: Damals verlief der Transalpine-Run auf einer ähnlichen Route wie heuer).

Höhenprofil der Etappe 7

Etappe 7: St.Vigil/I – Niederdorf im Pustertal/I
Auf der 7. Etappe von St. Vigil in Enneberg nach Niederdorf folgt ein Highlight auf das andere. Die ersten 13 Kilometer aus dem Dorf St. Vigil durch das Tamerstal nach Pederu sind ein idealer Auftakt für die Läufer, doch schon der erste steile Anstieg zur Senneshütte hat es in sich. Extrem steil zieht die Strecke in kurzen Kehren auf die Sennes Hochfläche, eine der schönsten Hochalmen in den Dolomiten. Über die Seekofelhütte und den Alta Via Dolomiti Nr. 1 wird der Pragser Wildsee erreicht, bevor ein weiterer Anstieg auf die Weißlahnscharte folgt. Erst jetzt werden die Dolomiten wieder kurz nach Norden Richtung Niederdorf verlassen. Am Ende summiert sich die Strecke auf fast 2000 Höhenmeter und knapp 42 Kilometer.

Höhenprofil der Etappe 8

Etappe 8: Niederdorf im Pustertal/I – Sexten/I
Die Schlussetappe des Gore-Tex® Transalpine-Run 2012 führt von Niederdorf im Pustertal in den herrlich gelegenen Dolomitenort Sexten. Bevor allerdings die Ziellinie in Sexten überquert werden kann, heißt es noch einmal fast 34 Kilometer zu absolvieren, die es wirklich in sich haben. Die Kulisse dieser Etappe könnte allerdings nicht atemberaubender und schöner sein, denn mit den Drei Zinnen, dem Wahrzeichen der Dolomiten, finisht das Teilnehmerfeld dann vor einer wahrhaft spektakulären Kulisse!