Wir laufen und laufen und laufen und laufen

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40. Berlin Marathon…

…auch ein Tag später fällt mir nur ein Wort ein…WOOOOW!!!

Als gestern um 6Uhr der Wecker klingelte und ich mir mein Marathonfrühstück vorbereitete stieg die Vorfreude gemischt mit Nervosität mehr und mehr an.
Als ich mir dann die Schrippe mit Nutella und ne Banane gegessen habe und dabei beobachten konnte wie die Sonne aufgeht, da schlug mein Herz vor Freude direkt noch n bissl schneller.

Die Voraussetzungen stimmten: die Vorbereitung hat gut geklappt und der WetterGott hat es perfekt gemacht. 16grad und Sonne ist das Kaiserwetter eines jeden Läufers.

Also machte ich mich Happy mit Sack und Pack auf den Weg zum Start. Nach dem Check in begann ich die Suche nach nem Dixi…die meterlange Schlangen haben meine Befürchtungen schnell bestätigt. Also machte ich mich auf die Suche nach ner Alternative.
„Yes, pee in the bush is ok. Everybody pees in the bush.“ Ok danke und ab ins Gebüsch.

So, jetzt aber ZZ in 25min ist der Start. Kleiderbeutel weg gebracht und dann zum startbereich getanzt…die push up Musik war echt gut und im Startblock G (vorletzter Startblock) ging es auch echt human zu.

8:45uhr, Haile Gebrselassie gibt den Startschuss und so langsam setzte sich die Läufermasse von über 40.000startern in Bewegung. Wow, Gänsehaut Feeling pur.
Um 9:01uhr überquerte ich die startlinie und macht mich auf die 42km Reise durch Berlin.

Ich hatte mir das Ziel gesetzt unter 4h zu laufen und auf der Messe gab es ein Armband mit der Zielzeit 3:55uhr und den entsprechende Zwischenzeiten alle 5km. Ich hab mich von Anfang an dran gehalten und hab mich auch gut gefühlt beim Schnitt von 5:34 pro Kilometer.
Ich habe mir auch viel die Umgebung angeschaut und die Stimmung und Atmosphäre genossen.
Bei km11sollte ich meine erste Fankurve sehen, leider hat das nicht geklappt, da mein GPS was anderes angezeigt hat, als tatsächlich richtig war. Schade.
Bei km14 stieg Manu dann mit ein.

Das war echt super, jemanden bei sich zu haben und so fluppte die erste Hälfte richtig gut.
Ich bin mit laufrucksack gestartet und musste deshalb nicht an die verpflegungsstationen ran. Falls doch Obst oder nen isogetränk notwendig war, hat Manu mir die Sachen angereicht. Das war wirklich ein erstklassiger Service, vielen vielen Dank dafür, Schatz.

Es lief also wirklich super und ich war sehr zufrieden und happy. Leider sollte es für die zweite Hälfte nicht so easy werden. Ab km23 meldete sich leider das Knie wieder…oh no…ich hab erstmal das Tempo weiter durch gezogen. Ganz schnell war mir aber klar, das wird nix bis zum Ziel. Also hab ich das Tempo etwas runter geschraubt…schließlich hatte ich ja nen Zeitpuffer eingeplant (zielzeit: 3:55).

Das Knie lies leider nicht locker (manchmal wird das nämlich wieder besser, wenn ich einfach weiterlaufe) also war beißen angesagt. Ich hab mich wieder mehr auf die Zuschauer konzentriert, um mich abzulenken und die Stimmung mitzunehmen. Dadurch purzelten wieder nen paar Kilometer.

Als der 4h Pacemaker an mir vorbei lief, hab ich noch mehr gebissen, um dran zu bleiben. Manu fragte dann, ob wir nochmal angreifen und nen Zahn zulegen. Konditionell 100% möglich, knietechnisch keine Chance. Mein Kopf war dann irgendwann so zu das mir alles egal war, Hauptsache ankommen.
Also Adios Zielzeit unter 4h und weiter…dabei sein ist alles.

Da nähert sich der Potsdamer Platz und bald stehen nochmal Kathi und Morla am Rand. Jetzt noch 5km bis zum Ziel.

5km das ist ja nix…pffff, wenn man schon 37km auf m Buckel hat sind 5km fucking lang
So, jetzt mal zusammenreißen und schön lächeln und winken, Marathon macht ja schließlich Spaß.

Am Gendarmenmarkt (km40) stehen Kahti und Morla. Schnell ne Busserl für jeden abgegeben und weiter. Manu ist jetzt ausgestiegen und ich zieh die letzten 2km noch alleine durch.
Jetzt hab ich nochmal den „Turbo“ gezündet und noch nen paar Sekunden schneller gemacht.
Noch zweimal um die Ecke und dann ist’s geschafft.
Als sich das Brandenburger Tor vor mir auftut stellt sich jedes Haar am Körper und beim Zieleinlauf brechen die Freundentränen nur so aus mir raus…Geiler Scheiß, ich hab’s geschafft…juhuuuuuuu!

40. Berlin Marathon…Thank you for having me

Danke an Manu für die gigantische Unterstützung während des Laufs.
Und danke an meine Fans Kathi und Morla…
Ihr seid alle super 😃👍

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Borgmann-Gutscheine für die Platzierten

Intersport Borgmann llAuf die Plätze, fertig, los! Wenn am Sonntag, 20. Oktober, die Teilnehmer des Seidenraupen-Cross mit diesen Worten auf die Runde durch das Hülser Bruch geschickt werden, steht der Spaß im Vordergrund: rauf auf die Berge, über wellige Wege und dunkle Pfade und zum Abschluss durchs Gestrüpp. Das Natur-Erlebnis wird einzigartig sein und steht absolut im Vordergrund. So ist das nun einmal bei Trail- und Crossläufen, die von ihrer Beschaffenheit ja überhaupt nicht mit Straßenkursen zu vergleichen sind.

Und doch muss es natürlich auch eine erste Läuferin und einen ersten Läufer geben, der durchs Ziel kommt. Beide dürfen sich nicht nur über Ruhm und Ehre freuen, sondern auch über einen 100-Euro-Gutschein von Intersport Borgmann. Die Zweiten erhalten einen 50-Euro-Gutschein, die Dritten einen 25-Euro-Gutschein. Hört sich doch klasse an, oder?

Infos zum Lauf gibts hier: https://seidenraupen.wordpress.com/seidenraupencross2013/allgemeine-informationen/
Und zur Anmeldung geht es übrigens hier lang: https://seidenraupen.wordpress.com/seidenraupencross2013/anmeldung/


Schnupperetappe???

Hallöchen zusammen und schöne Grüße aus dem sommerlichen Imst in Tirol. Heute meldet sich die weibliche Stimme der Seidenraupen und ich möchte von meiner ersten Trailrunningerfahrung berichten.

Als ich von dem Angebot der Schnupperetappe beim 4 Trails erfahren habe und klar war ich begleite die Jungs wieder als Unterstützung, wuchs in mir die Lust die Schnupperetappe mal auszuprobieren. Also Anmeldung raus und Strecke trainieren. 

Damit ich aber auch mit den Höhenmeter Erfahrung mache, waren wir an Pfingsten im Allgäu und sind von Oberstdorf zum Nebelhorn (2200 Höhenmeter) hoch gelaufen. Es hat super geklappt und auch Spaß gemacht. Also die besten Voraussetzungen für den Start bei der Schnpperetappe. Diese geht über 36km von Garmisch-Patenkirchen bis nach Ehrwald in Österreich. 6 Anstiege und 6 Abstiege…ALARM!!!

Gestern als um 7:30 Uhr der Wecker klingelte war schlagartig eine extreme Nervosität bei mir da, weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte auf was ich mich da eingelassen habe. Bei Nervosität habe ich immer einen extremen Reizmagen und kann nichts essen. Aber ohne Frühstück auf eine 36km Etappe mit 2400 Höhenmeter geht gar nicht. Ich habe mir dann also nen Brötchen mit lecker selbstgemachter Marmelade von Tini Raubal runtergezwungen (unter anderen Umständen hätte ich die Marmelade bestimmt mehr genossen), ne Banane hinterher, mehr ging nicht.

Ich habe dann alle meine Sachen zurecht gemacht um nix zu vergessen…wenn ich nervös bin renn ich total planlos auf und ab und weis von einer Sekunde auf die Nächste nicht mehr was ich machen wollte. Klar, den Rucksack mit Wasser befüllen…

…aber shit…der Rucksack hat ein Leck…das Wasser ist direkt ausgelaufen und ich dachte ich bin im falschen Film. Die Vorstellung ohne Wasser starten zu müssen ging gar nicht.

Beim Start, war glücklicherweise ein Stand von Salomon und scheinbar sah ich so verzweifelt aus, dass die mir direkt für umme nen neuen Verbindungsschlauch gegeben haben. Damit war das Problem gelöst und es konnte los gehen.

Um 10 Uhr dann der Startschuss…die Menge setzte sich in der knallen Sonne in Bewegung.  Manu startete mit mir zusammen und wir haben ausgemacht, dass wir bis zur ersten Verpflegungsstation zusammen bleiben.

Also 2 km locker zum einlaufen bis dann die erste Steigung kam. Ich dachte das müsste ausreichen um ins Rennen zu finden, aber so war es leider nicht. Ich war von Anfang an mit mir selbst beschäftigt und mit meinem nervösen Magen. Die erste Steigung war überwiegend in der Sonne und ging richtig krass bergauf. Ich dacht mit den Stöcken kann ich mich da ganz gut hoch hangeln. Leider fehlte mir irgendwie die Kraft in den Armen und mein ganzer Körper fühlte sich komisch an. Ich hab recht schnell gemerkt, dass es absolut nicht MEIN LAUFTAG war.

Ich hab mich also die erste Steigung hoch gequält. Irgendwann habe ich mir nen Energy Gel rein getrunken in der Hoffnung das es mich ein bissl nach vorne bringt. Manu hat mich immer wieder motiviert und ich war echt froh das er da war. An KM 6 nach 500 Höhenmeter kam dann plötzlich eine Verpflegungsstadion, die gar nicht eingeplant war. Naja, bissl Obst reingeschaufelt, Energie Drink und weiter. Es ging dann auf nem Waldweg ein wenig bergab und die Energiemittel haben gewirkt. Ich habe mich auf einmal gut gefühlt und dachte, dass ich mich gefangen habe.

Bei KM 9 sollte eigentlich eine richtige Verpflegungsstation kommen, die kam aber nicht. Hatten die irgendwie woanders auf ne falsche Strecke gestellt. Das hat mich alles irgendwie sehr verwirrt und ich wusste gar nicht mehr was als nächstes kommt.

Die 2. Steigung von 6 ragte dann unmittelbar vor mir in den Himmel hoch. Jetzt hieß es in 3 km von 900 Höhenmeter auf 1600 Höhenmeter. Da es mir grad gut ging, fand ich den Anstieg anfangs gar nicht so schlimm…aber umso steiler es wurde, umso mehr verließ mich die Kraft. Ich hatte auf dem Berg „Körper“ und hab mich die ganze Zeit gefragt, wie ich die mir bevorstehenden 4 Aufstiege schaffen soll, wenn ich hier schon fast einknicke.

Manu ist schon mal nen Stück voraus gelaufen…hat aber immer wieder nach unten gerufen…THANKS Schatz…=o)

Der Berg wollte und wollte nicht enden und der Spaß hatte mich bereits verlassen. Ich habe  schon beim zweiten Anstieg gegen mich selbst gekämpft. Warum habe ich heute eine so schlechte Tagesform? Wo ist meine Kraft und Leistung? Ein wenig Verzweiflung machte sich schon breit, weil ans aufhören wollte ich anfangs nicht denken…

„Was ich anfange, ziehe ich auch durch“…“Wenn ich was will, dass schaffe ich es auch“…“Wie fühlt es sich wohl an ins Ziel einzulaufen?“ 

All diese Gedanken mache ich mir immer um mich zu pushen…aber auf diesem Berg konnte ich nur an eins denken „Wie um alles in der Welt komme ich über diesen Berg?“ Ich will mich hinsetzen und nicht mehr weiterlaufen. Als ich gemerkt habe das ich diese Gedanken habe, wurde es echt kritisch…ich hatte Engel und Teufel auf der Schulter sitzen…der eine sagt: „Lauf weiter, du schaffst das!“…der andere sagt: „Hömma, so wie du aussiehst, wird das eh nix, steig aus!“

Ab diesem Zeitpunkt hat das nix mehr mit innerem Schweinehund zu tun, da geht es darum realistisch zu sein. Wenn ich mich jetzt schon so quäle, wie soll es dann beim nächsten noch längeren Anstieg werden? Auf diese Frage fand ich keine Antwort mehr, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte über den nächsten Berg zu laufen.

Ich habe also beim erklimmen der 1600 Höhenmeter überlegt auszusteigen. Als ich ob angekommen bin und Manu mich lachend empfangen hat, hab ich mich erst gar nicht getraut was zu sagen. Ich war nun da oben auf 1600, mit gutem Wetter und klarer Sicht…ich war aber so blockiert und mit mir selbst beschäftigt, dass ich die Aussicht überhaupt nicht war genommen habe. 

Ich habe Manu gesagt, dass ich aussteige und er wollte mich motivieren weiter zu machen. „Jetzt geht es ja erstmal wieder bergab, gib nicht auf“…

Der Abstieg war in 3 km von 1600m auf 772m und ich sag euch, das ist kein Spaß. Ich musste immer wieder anhalten, weil mir die Kraft in den Oberschenkeln fehlte. Manu hat immer wieder auf mich gewartet, das war wirklich super lieb und ich schätze das sehr. „Danke Schatz“. Ich wollte aber nicht seine Zeit kaputt machen und habe ihn dann irgendwann los geschickt, er soll einfach laufen. 

Ich war dann also irgendwann allein und habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt weiter zu machen. Es hat ne ganze Zeit gedauert, bis ich mich endgültig entschlossen hatte aufzuhören…der Abstieg wurde immer krasser und tat auch mittlerweile so krass in den Oberschenkeln weh. Diese Gefühle bewegten mich dann ca 1km von der Verpflegungsstation die endgültige Entscheidung zu treffen.

„Ich bin raus!“ waren die Worte zum Medical Team

Von Schnupperetappe kann hier nicht die Rede sein. Das war der absolute Hammer!!!

Im Anbetracht, dass ich im September den Berlin Marathon laufen möchte war es die richtige Entscheidung. Ich hätte mir weder mental noch physisch nen Gefallen getan, wenn ich weiter gelaufen wäre. Ein bischen traurig bin ich, dass es nicht geklappt hat. Aber ich kann auch auf das was ich geschafft habe stolz sein.

Nämlich auf 16km mit 1600m hoch und 1200m runter…YEAH!!! =o)

Jetzt bin ich wieder in die Position der Rennbegleitung übergegangen und da hab ich auch Spaß dran.

Manu läuft die 2. Etappe, der Start war um 7 Uhr heute morgen und die Läufer sind jetzt 7:44 dran…Der Sieger der heutigen Etappe ist nach 4.50h reingelaufen…das ist so ein bekloppter Spanier…hier sind schon auch Freaks unterwegs…

Das war meine erste Trailerfahrung, ich will nicht sagen das es dabei bleibt. Ich bin aber froh das ich jetzt erstmal über keinen Berg mehr drüber muss…zumindest nicht zu Fuss, sondern evtl mit der Bahn ;o)

In diesem Sinne…Adios aus Imst

Ich hol den Manu gleich im Ziel ab…GO MANU GO!!!!


Breaking News: Seidenraupen-Ergebnisse aus Düsseldorf

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Hier kurz die Ergebnisse der Seidenraupen beim heutigen Düsseldorf Marathon, morgen dann ausführlich.
Marcus Noack kam nach 3:30:06 als 711. ins Ziel (Ak 30: 95). Den Halbmarathon absolvierte die Seidenraupe aus dem Chapter Uerdingen in 1:45:53, die zweite Hälfte in 1:44:12. Nachbar Axel Heinrichs wurde 885. (Ak 50: 124.) in 3:37:31 (Hm: 1:46:00). Black Rabbit Emanuele Antonio da Kölker el rey begleitete die beiden und kam nach 3:29:35 ins Ziel.
Ali Celik lief als Schlussläufer einer Mercedes-Staffel und parkte den Silberpfeil nach 3:58 in der Boxengasse.

Ein dickes Lob geht an den Fanclub der Seidenraupen, der an mehreren Stellen mächtig Rabbatz gemacht hat und uns zu den genannten Leistungen angefeuert hat.

Morgen dann die ausführliche Fortsetzung.