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Archiv für Juni, 2019

Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet wieder SRC-Kontingent

Das Mercure Parkhotel Krefelder Hof bietet auch in diesem Jahr wieder vergünstigte Zimmerpreise für Teilnehmer des Seidenraupen-Cross. Bedeutet: An dem Race-Wochenende in Krefelds schickstem Hotel absteigen und am Sonntag, 6. Oktober, Krefelds geilste Pisten rennen. Und wer mag, legt dann noch einmal die Füße hoch. Die Preise gelten vom 4. bis 7. Oktober, das Abrufkontingent gilt vorerst bis zum 23. August und solange der Vorrat reicht.

Eingangsbereich zum Krefelder Hof. Foto: Stadt Krefeld

DIE PREISE

Standard Einzelzimmer 59.- €
Standardzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 69.- €
Standard Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 79.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 1 Person 69.- €
Superiorzimmer mit Queensize Bett für 2 Personen 79.- €
Privilege Doppelzimmer oder Twin für 2 Personen 99.- €

Das Frühstücksbuffet ist inbegriffen. Das Parken auf dem Hotelgelände wird mit sechs Euro pro Fahrzeug / Tag berechnet.

Infos und Anfragen? Hier entlang.


Lisa in Nepal: Ein ganz schönes Brett (Teil zehn)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil zehn.

Teil 10: Ein ganz schönes Brett

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Tag 17 – Aufstieg zum Cho La Pass

Der nächste Tag ist vergleichsweise easy und die Gokyo Seen sind ein echter Hingucker. In Gokyo bestellen Jacinda und ich mittags in der Lodge jeweils zwei Pizzen!

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Tag 17 – Aufstieg zum Cho La Pass zunächst links neben, später auf dem Gletscher (rechts)

Von nun an geht es gefühlt nach Hause. Wir reden jeden Tag darüber, wie sehr wir uns auf eine Dusche freuen. Und Fleisch (das soll man hier oben nämlich nicht essen und wir haben uns brav dran gehalten). Und frische Kleidung. Ein Pass steht uns noch bevor, aber wir wissen, dass wir das schaffen werden und danach – smooth sailing. Dachten wir.

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Tag 17 – Cho La Pass (5.430m)

Tatsächlich fordert der Pass uns nochmal alles ab. Und auch die darauf folgenden 2 Tage werden nicht wirklich entspannt.

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Tag 17 – Aussicht von unterwegs

Durch unseren zusätzlichen Akklimatisierungstag in Dingboche müssen wir die ursprünglich geplanten 3 Tage Abstieg nach Lukla auf 2 Tage verkürzen. Mit jeweils 18 km. Was mir im Vorfeld nicht besonders viel erschien, ist jetzt an Tag 21 und 22 ein ganz schönes Brett.

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Tag 17 – Blick auf den Gletscher im Abstieg

In den 2 Tagen machen wir Bekanntschaft mit Katrin, 41 aus Deutschland. Wir nehmen sie auf in unseren Club. So langsam kann man sich beim Gehen auch wieder unterhalten und das macht es doch kurzweiliger.

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Tag 18 – Yaks auf dem Weg nach Gokyo

Ich lasse mir mit dem Abstieg Zeit, es spielt für mich keine Rolle, ob ich um 14.30, 15.00 oder 16.00 in der Lodge ankomme, Hauptsache vor Anbruch der Dunkelheit. In Namche kaufe ich Souvenirs und laufe nochmal durch die Gassen und erinnere mich daran, wie es sich angefühlt hat, als wir im Aufstieg diesen Ort erreicht/passiert haben. Und jetzt habe ich es tatsächlich fast geschafft….

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Tag 19 – Gokyo Lake am frühen Morgen

Es stellt sich langsam ein Gefühl tiefer Zufriedenheit ein, dass seinen Höhepunkt in dem Moment findet, indem ich am folgenden Nachmittag um die letzte Ecke dieses Trails biege und vor mir ein kleiner Torbogen auf die gepflasterte Straße, die nach Lukla reinführt, blickt. WAS FÜR EIN GEFÜHL…. Mir kommen die Tränen….

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Tag 19 – Pferd mit gefrorener Mähne vorm Gokyo Lake

Ich laufe durch die Straßen, bis mich irgendwo Ongcchu abfängt und mit mir abklatscht. Wir essen zusammen mit Jacinda, Katrin, Ongcchu, Ongcchus Bruder, Katrins Guide und unseren Portern zu Abend.

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Tag 19 – Renjo La Pass (5.535m)

Am nächsten Tage fliegen wir, aufgeteilt auf 3 unterschiedliche (klapprige) Maschinen, vom gefährlichsten Flughafen der Welt zurück nach Kathmandu.

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Tag 23 – Rückflug Lukla – Kathmandu

Vom Flugzeug aus sieht man noch einmal den Everest. Die Aussicht ist immer noch überwältigend. Ich bin immer noch richtig hier und wenn ich das nächste Mal hier bin, will ich auf 6.000 m stehen!

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Tag 19 – Unser Weggefährte für den Tag genießt die Pause auf dem Pass

Ruan, Jacinda, Katrin und ich treffen uns abends in Thamel. Das beste Steakhouse der Stadt haben wir für den Abend gewählt. Während ich mittags die einzelnen Lagen (wirklich dreckiger) Wäsche vom Körper geschält habe, ist mir aufgefallen, dass ich in den 3,5 Wochen einige Kilo Körpergewicht in den Bergen gelassen habe.

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Tag 19 – Aussicht vom Renjo La, Blick auf Gokyo Lake und Mount Everest (Bildmitte zwischen den Wolken)

Jetzt sitzen wir hier, alle sind frisch geduscht, tragen saubere Kleidung, die Stimmung ist gelöst, nach einem Cocktail sind wir noch viel heiterer und dann kommt endlich das heiß ersehnte Fleisch….

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Tag 21 – Abstieg nach Namche Bazaar

Am Tag danach habe ich mir morgens eine Massage in Kathmandu gegönnt und mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht. Und dann war ich plötzlich wieder zurück….


Zwischenstand beim KLC

Nach den ersten beiden Rennen im Krefelder Lauf-Cup (KLC) hat sich wie erwartet ein breites Führungsfeld ergeben – zu unterschiedlich sind eben der Halbstunden-Paarlauf des SC Bayer und der Kulturlauf in Linn.

Startschuss beim 25KM-Lauf (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Wie dem auch sei: Auf https://seidenraupen.org/krefelder-lauf-cup/ ist der Zwischenstand zu sehen. Spannend wird es, wenn am Sonntag, 30. Juni, der Charity-Run, und damit der dritte Part im KLC, über die Bühne geht. Hier dürften sich einige der Teilnehmer beider Wettbewerbe wiederfinden und sich ggf. an die Spitze setzen.


Lisa in Nepal: Zu Ende machen oder abbrechen? (Teil neun)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil neun.

Teil 9: Zu Ende machen oder abbrechen?

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Tag 16 – Aussicht vom Kala Patthar (5.643m)

Auf dem Kala Patthar dann, am nächsten Morgen zwischen 4.30 und 7.00, kommt der Punkt an dem ich mich sehr ernsthaft frage, ob ich das Ganze hier zu Ende machen kann (und will) oder abbrechen und umkehren möchte. Beim Frühstück in der Lodge, von der wir morgens zum Gipfel aufgebrochen sind (unsere Sachen hatten wir da gelassen, da wir an der Lodge vorbei zurück und dann weiterziehen würden), heule ich dann für fast eine ganze Stunde. Ongcchu und Ruan schauen mir traurig dabei zu.

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Tag 16 – Das Dreigestirn bei Sonnenaufgang vom Kala Patthar aus

Ich spreche mit Ongcchu. Geplant sind noch 6 weitere Tage, darunter 2 Passtage und Gokyo Ri, also noch 3 Mal rauf auf über 5.200 m. Es gibt die Möglichkeit, dass ich ab Lobuche, 2 Stunden Abstieg von hier, mit dem Porter zurück nach Namche gehe. Ruan und Ongcchu würden dann mit Jacinda und Ongcchus Bruder von da in die entgegengesetzte Richtung weitergehen und die Tour wie geplant beenden. In den folgenden 2 Stunden nach Lobuche spielt sich in meinem Kopf alles ab….

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Tag 16 – Abstieg nach Dzonglha mit viel Nepali Flat

Mit dem Ergebnis, dass ich dann doch lieber noch 6 weitere Tage die Zähne zusammen beißen möchte, als mich mein restliches Leben lang zu ärgern, dass ich es nicht versucht habe. Ich ziehe das jetzt durch!

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Tag 16 – Aussicht von unterwegs

Ruan füttert mich von nun an mit noch mehr Süßigkeiten (wieviel zusätzliche Kilo schleppt der Junge bloß mit sich rum seit Namche?!), es geht wieder bergauf mit der Stimmung. Der Aufstieg zum Cho La Pass am nächsten Tag läuft wie am Schnürchen. Ich vorne weg, hinter mir irgendwo Ruan, zum Schluss Jacinda. Für sie ist es der erste Pass. Ich hab richtig Spaß! Die Strecke ist abwechslungsreich, es sind kaum noch andere Trekker um uns herum, die Sonne scheint….

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Tag 16 – Ongcchu begleitet mich bis zur Ankunft in Dzonglha an meinem schwarzen Tag

Während der Pause auf dem Pass essen wir unser mitgebrachtes Mittagessen. Und Süßigkeiten. Danach geht es dann bergab. Wir übernachten in Dragnag, 4.700 m. Sauerstoffsättigung wieder bei 86%, Herzfrequenz 95. Sogar ein bisschen Appetit kommt beim Abendessen zurück.


Lisa in Nepal: Der Verfall der Menschen ist erschreckend (Teil acht)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil acht.

Teil 8: Verfall der Menschen ist erschreckend

Beim Frühstück am nächsten Morgen kurz vorm Aufbrechen höre ich, wie jemand meinen Namen ruft: Glenn! Ich freue mich riesig ihn hier wieder zu sehen. Allerdings teilt er mir mit, dass er abbrechen und umkehren wird. Er hatte von Namche schon zwei Versuche gebraucht, um weiter aufzusteigen. Beim ersten Mal musste er nach einem Tag wieder umkehren, da er mit der dünnen Luft nicht klar kam, nachts immer wieder nach Luft schnappend aufgewacht ist und nicht mehr schlafen konnte. Bis Lobuche war er dann am Vortag doch noch gekommen, nicht über den Pass, sondern auf direktem Weg, aber weiter könne und wolle er nicht mehr. Ich bin erschüttert. Glenn war so fit, immer schneller als ich, immer gut drauf, hoffnungsvoll, motivierend und beruhigend….

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Tag 15 – Aufbruch zum Everest Base Camp

Ich selber merke jetzt mit jeder Stunde, dass ich immer weiter abbaue. Am Abend zuvor lag meine Sauerstoffsättigung nur noch bei 71% und die Herzfrequenz in Ruhe bei 112. Alles, wirklich alles, ist jetzt anstrengend und unangenehm. Für mich ist es inzwischen Tag 16, seit 4 Tagen habe ich diesen fürchterlichen, trockenen Husten, den hier oben alle haben – die Nepali nennen ihn den „Khumbu cough“, in Anlehnung an den Namen der Region, Solu Khumbu. Meine Nase sitzt permanent zu, Ruan hat jeden Tag Nasenbluten. Ich spüre am rechten Fuß die Zehen nicht mehr – 3 davon werden taub bleiben, Kälteschaden. Latente Kopfschmerzen sind dein stetiger Begleiter. Durch das Diamox muss ich nachts 3 Mal pro Stunde mindestens zur Toilette. Jedes Mal schäl ich mich dafür aus dem Schlafsack, dann dem Seidenschlafsack, rein in die Schuhe, Stirnlampe und Klopapier liegen immer griffbereit neben dem Kopfkissen und dann los. Sobald ich wieder im Bett liege, muss ich erstmal wieder zu Atem kommen.

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Tag 15 – Everest Base Camp (5.360m)

Ich habe ein Zwischentief, der Weg zum Base Camp und am nächsten Tag rauf auf den Kala Patthar (5.600 m) wird für mich zum absoluten Grenzgang, mental gesehen. Wir treffen wieder auf Jacinda. Da wir nun einige Tage auf einer Höhe > 5.000 m verweilen und dabei ausschließlich auf Gletschern unterwegs sind, ist es jetzt noch einmal spürbar kälter, die Temperatur liegt bei -17 Grad. Ich habe den Eindruck, dass Ruan und Jacinda nun fitter sind als ich, aber das hält mich zusammen.

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Tag 15 – Das Dreigestirn Lhotse – Everest – Nuptse vom Base Camp aus

Das Base Camp ist unspektakulär, da im Herbst keine Expeditionen da sind. Ich höre und sehe an diesem Tag 4 gewaltige Lawinenabgänge am Lhotse, dem vierthöchsten Berg der Welt. Die Anzahl der Helikopter Evakuierungen hier oben ist enorm und der sichtbare Verfall der Menschen um mich rum ist erschreckend. Viele sind nicht mehr in der Lage alleine zu gehen, sie sind zu schlecht akklimatisiert, werden von ihren Begleitern oder Guides gestützt. Wir übernachten in Gorakshep auf 5.100 m. Ruan bekommt Magen-/Darmprobleme, er hatte am Tag zuvor auf dem Pass Wasser aus einem Fluss getrunken bevor die Chlortablette es anständig reinigen konnte. Er nimmt Imodium, legt sich schlafen und hofft, dass es am nächsten Tag wieder gut ist. Ich putz mir derweil die Nase wund und huste so sehr, dass ich dabei ständig würgen muss.