Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für Mai, 2019

Lisa in Nepal: Diamox (Teil sieben)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil sieben.

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Tag 10 – Aufstieg nach Tengoche, rechts die Ama Dablam

Teil 7: Diamox

Am nächsten Tag steigen wir zu einem Aussichtspunkt auf 5.100 m auf (von bisher 4.300 m). Der Aufstieg ist beschwerlich, die Aussicht unbezahlbar. Wir essen einen Mars Riegel oben auf dem Gipfel – einer der besten Mars Riegel meines Lebens. Ich fühl mich super, kann selbst nicht mehr glauben, dass es mir am Tag zuvor so viel schlechter ging.

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Tag 10 – Tengboche Monastery

Jacinda und Ruan dagegen werden beim Abstieg immer stiller. Die Höhenkrankheit holt sie ein. In der Lodge legt sich Ruan direkt schlafen, er fängt an Diamox zu nehmen. Jacinda bekommt beim Abendessen plötzlich Panik. Auf dem linken Auge sieht sie nichts mehr. Sie weiß nicht, ob es eine beginnende Migräne ist oder Auswirkungen der Höhe. Wir beide fangen an Diamox zu nehmen. Ruan und Jacinda tauschen das Zimmer, sie schläft bei mir.

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Tag 11 – Aufstieg nach Dingboche

Am nächsten Morgen geht es ihr besser, aber sie hat Angst. Sie entschließt sich nicht über den Kongma La Pass (5.550 m) zum Base Camp zu gehen, sondern außen rum. Wir verabschieden uns für die nächsten 2 Tage voneinander, sie muss wieder ein Stück zurückgehen, während wir weiter Richtung Chhukung und dann am nächsten Morgen um 5.30 aufbrechen zu unserem ersten Pass.

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Tag 11 – Wir folgen immer noch dem Dudh Kosi (milchiger Fluss)

Der Passtag ist hart. Hart, hart, hart. Wir beide hören Musik, Ongcchu läuft mal mit Ruan, mal mit mir. Reden will keiner. Ruan und ich kämpfen denselben Kampf,  jeder mit seinem eigenen Kopf. Immer wieder fragen wir Ongcchu, wie lange es noch dauert, bis wir oben sind. Die letzte Stunde zieht sich ewig….

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Tag 11 – Ankunft in Dingboche

Auf dem Pass angekommen sind wir extrem erschöpft aber glücklich und machen Pause. Was wir nicht wissen zu diesem Zeitpunkt ist, dass wir noch einige Stunden unterwegs sein werden und es dabei nicht, wie angenommen, nur bergab geht, sondern auch noch einige Male knackig bergauf.

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Tag 12 – Akklimatisierungstour von Dingboche aus

Während der letzten Stunde müssen wir dann noch den Lobuche Gletscher passieren, über große Felsbrocken kraxelnd und dann sind wir ENDLICH da – Lobuche, 4.900 m. Von hier geht es morgen zum Base Camp. Wir essen, trinken, schlafen….


Zwei Seidenraupen in Oslo

Martin Myrold und Manuel Kölker haben beim Ecotrail Oslo erfolgreich die 80 Kilometer-Strecke (81,6 KM) absolviert. Beide kamen ins Ziel, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Myrold war in seiner Heimatstadt nach 9:05 h im Ziel (45. von 228 Männern / M23-34: 17.) und hocherfreut über diese Zeit, Kölker nach 10:54 h (139. / M40: 22.) und am Boden. „Es war sehr cool, wieder zu Hause zu laufen“, so ein zufriedener Martin.

Martin (links) und Manu vor dem Start.

Der Lauf begann bei besten Bedingungen und für beide locker. Malerisch schlängelte sich die Route rund zehn Kilometer am Akerselva aus der Stadt heraus, dem Prinzip des Ecotrails folgend: Raus aus der Urbanität, rein in die Natur. Der imposante See Maridalsvannet empfing die Läufer wenig später mit klarem Blau – eine Augenweide, wie auch der Weg um ihn herum: Ein angenehmes Auf und Ab durch traumhafte Natur.

Der See Maridalsvannet.

Bis hierhin waren die beiden Seidenraupen, die noch mit drei anderen Bekannten von Martin liefen, auch noch frohen Mutes, frisch und agil.

Noch sind alle zusammen. Foto: Sportograf

Leider verlor sich ihre Spur aber schon kurze Zeit später. Manu füllte an der ersten Station eine Flasche, Martin joggte locker im Tross weiter, doch die rund fünf/sechs Minuten, die ab hier zwischen ihnen lagen, konnten nicht mehr geschlossen werden.

Kurz danach verlor sich die Gruppe.

„Ich habe in der folgenden Steigung Gas gegeben und sie auch noch ein, zweimal einige hundert Meter weiter gesehen, aber irgendwann war da nichts mehr zusehen“, so Manu, der sich dummerweise beim folgenden Downhill auch noch in einem Bachlauf langlegte. „Nix wildes, aber die Prellung an der Rippe war schon nicht angenehm.“ Dennoch: Auch das kostete ein, zwei Minuten – die Gruppe war endgültig gesprengt.

Auffie gehts…

Von da an war es also ein Rennen für Manu alleine, Martin mit den drei anderen. Und endlich war es auch ein richtiger Trail. Vorbei die Straßen und Waldautobahnen, knackige Anstiege und Singletrails en masse. Nach KM 17 war der erste harte Gipfel erreicht, und wäre man nicht in einem Rennen gewesen, so hätte ein Bad im malerischen Fagervann gepasst, denn die Waden qualmten schon enorm.

Martin und seine Begleiter an der Schanze… Foto: Sportograf

Am Holmenkollen (KM34) folgte dann nach vielen Up and Downs die nächste Verpflegungsstation und natürlich der Blick auf diese wahnsinnig imposante Skisprungschanze. Acht Minuten lagen zwischen Martin und Manu.

…und Manu auch.

Wenig später, bei Hyttikulpen, dann der erste Kontakt zu Martins Vater, der mit dem Rad unterwegs war und bei Bedarf mit Essen oder trockenen Shirts hätte aushelfen können.

Beste Sicht auf Oslo. Foto: Sportograf

An Essen war bei Manu aber mal wieder nicht zu denken, „bei längeren Etappen fällt es mir schwer, irgendwas festes zu mir zu nehmen. So musste ich mit meinen Gels auskommen.“ Auch den Underberg, den einige Kids bei Nordmarkskappelet anboten, lehnte er ab. Und das muss schon etwas heißen 😉 Doch noch waren die beiden recht nah beieinander, was die Durchgangszeit bei KM50 an der Station Sorkedalen bewieß: Martin 5:30 h, Manu 5:49. „Nur“ 19 Minuten.

Kurz nach der 50KM-Station war die Kette ab.

Dann aber war beim Oldie die Kette ab. „Meine Muskeln wollten nicht mehr so, wie ich wollte. Machte ich zu große Schritte, krampften meine Beine – egal wo. In den Schienbeinen und in den Oberschenkeln ging bei zu großer Belastung nichts mehr.“ Das dumme: Noch waren es 30 Kilometer, also wahrlich kein Katzensprung. Was folgte, waren auch im Berg indiskutable KM-Zeiten, die aber auch nicht viel besser wurden, als der Canyon vom Lysakerelva nach der Station bei Fossum (60KM; Martin: 6:55, Manu: 7:27) erreicht wurde. Noch mal ein knackiges Stück, diese verteufelte Schlucht am rauschenden Wasser.

Martin bei KM 60.

Hier folgte ein zweiter Sturz bei Manu und auf dem folgenden, leider sehr trostlosen Stück eine Tempoverschäfung bei Martin, der danach bis ins Ziel noch richtig Gas geben konnte. „Der Ernährungsplan hat gut funktioniert. Das Gefühl, auf den letzten 10 km noch Energie zu haben, um umzuschalten und noch einmal auf die Tube zu drücken, war richtig gut! Ich bin sehr zufrieden mit meiner Zeit, denn immerhin war das Ziel, bei circa neun Stunden ins Ziel zu kommen. Allerdings merke ich die Konsequenzen, in einer flachen Gegend zu wohnen. Es wäre vielleicht hilfreich, vorher mehr Höhenmeter zu laufen“, so Martin nach seinem ersten Rennen über 50 KM.

„Für mich ging es ab einem bestimmten Punkt nur noch darum, ins Ziel zu kommen. Schade, denn bis zu einem gewissen Punkt im Rennen lief es eigentlich ganz gut. Auf der anderen Seite habe ich mir dann aber bewusst Zeit genommen. Laut meiner Uhr habe ich 35 Minuten an den Stationen verdaddelt, ich habe aber auch zwischendurch mal in einem Fluss gebadet, um meine Muskeln zu kühlen. Unter den Umständen eigentlich dann doch ganz okay“, bilanzierte Manu nach dem Ritt über Oslos Straßen.

Hier gehts zum Relive-Video.


Road to Oslo: Streckentest absolviert

Kurz bevor am Samstagmorgen um 8 Uhr der Startschuss fällt, waren wir noch einmal kurz auf der Strecke. Hinter der Idee des Ecotrails steckt bekanntlich: Raus aus der Stadt, rein ins Grüne – was in Oslo prima klappt. Ein paar Straßenbahnhaltestellen vom Zentrum, und Zack, ist man mitten in der Natur.

Wir haben uns den Abschnitt angeschaut, der uns circa bei KM60 blüht. Schaut man auf die Karte, sieht man einen Fluss, dem es zu folgen gilt. Downhill könnte man meinen, es ist aber ein äußerst welliges Unterfangen. Aber seht selbst:

https://instagram.com/p/Bx2eRlVovaT/

Eins der Fotos zeigt die Streckenmarkierer, denen wir begegnet sind. Wir müssen „nur“ dem rot-gelben Flatterband folgen. Nur…🤷🏼‍♂️

Der Boden ist nach den Regenfällen der vergangenen Tage erwartet nass. Wird geil, denken wir mal…


Road to Oslo: Welcher Schuh für den 80 KM Asphalt-Wald-Geröll-Mix?

Normalerweise bin ich nicht der Schuh-Shopper im Internet. Neben dem Aspekt, lieber den regionalen Handel zu unterstützen, muss ein Schuh schließlich passen. Doch wie viele Paare sollen es werden, wenn man noch nicht genau weiß, welches Modell es überhaupt werden soll? Pro Modell zwei oder drei, um auch die richtige Größe zu finden? Das große Problem: Ich würde es in der Kürze der Zeit wohl nicht schaffen, alle gewünschten Schuhe bei regionalen Anbietern testen zu können.

trail Magazin – Titelbild Ausgabe 3/2019

Glücklicherweise kristallisierten sich aus dem Laufschuh-Test des Trail-Magazins (Ausgabe 3 Mai/Juni 2019) vier Modelle heraus, von denen ich bei drei Marken meine Größe kannte: Als Adidas-Träger zeigte ich mich hocherfreut, dass zwei Modelle der Herzogenauracher als gut empfunden wurden, der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Adidas Terrex Agravic Boa. Hinzu kam der Salomon Sense Pro 3 und als gefühlter Testsieger der La Sportiva Kaptiva. Das Einsatzgebiet: Der Ecotrail Oslo 80 km. Kein hochalpines Profil, trotzdem aber knapp 2000 HM. Viel Wald, aber auch 15 bis 20 km Asphalt. Natürlich verfüge ich über eine breite Palette an Schuhen und Trailschuhen, doch der Mix aus Geröll, Wald und vor allem Asphalt erschien mir für meine bisherige Latschen als too much. Vor allem meine Trailschuhe sind alle eher etwas für alpine Trails mit wenig Asphalt-Anteil.
Übrigens: Sprengung und Gewicht waren mir egal, ich komme mit sehr vielen Modellen zurecht.

Zur Auswahl (von links) La Sportiva Kaptiva, Adidas Terrex Agravic XT GTX, Adidas Terrex Agravic Boa oder Salomon Sense Pro 3.

Passform
Innerhalb weniger Tage waren die Schuhe da – und siehe da: Alle passten. Und wie: Beide Adidas schmiegten sich an meinen Fuß wie eine Socke, der Kaptiva packte meinen Fuß, als wären die beiden füreinander geschaffen. Lediglich der Salomon steckte ein wenig nach, er versuchte nicht sofort ein Aha-Gefühl.
Punkte für beide Adidas und den Kaptiva.

Der Boa sieht tatsächlich so geil aus, der Agravic XT ist bei mir blau. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Aussehen
Ist mir in der Regel eigentlich schnurzpiepe, vor allem im Gelände, wenn eh nach wenigen Kilometer der Schmutz überwiegt. Dennoch: Der Adidas Terrex Agravic Boa sieht einfach verdammt geil aus. Diese Mischung aus rot und blau lässt Herzen höher schlagen. Der Kaptiva wirkt ungewöhnlich, aber das zeichnet ihn auch hier aus. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Sense Pro 3 sind schlicht und solide, mehr aber auch nicht.
Punkte für den Boa und Kaptiva.

Obermaterial
Lobte ich gerade noch den Adidas Terrex Agravic Boa, so hat dieser hier deutliche Nachteile. Auf dem Mittelfuß hat er ein äußerst dünnes Material, das keinem Stein widerstehen könnte. Kann man auf der Straße mögen, im Gelände aber ein absoluter Fail. Der Adidas Terrex Agravic XT GTX und der Salomon bestechen dagegen mit einem robusten, aber nicht zu festen Material. Was der Kaptiva bietet, ist ebenfalls sehr angenehm und dürfte sehr ausdauernd sein. Ist das schwierig…
Punkte für den Terrex Agravic XT GTX, den Kaptiva und den Salomon, Minuspunkte für den Boa.

Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trail-Magazins.

Schnürung
Der Adidas Terrex Agravic Boa punktet hier wieder. Das Boa-System ist einfach klasse: Ein wenig drehen und zack sitzt der Schuh. Fraglich nur, wie es sich nach hunderten Kilometern Outdoor verhält. Salomon bietet sein gewohntes Schnellschnür-System, das sich bewährt hat. Kennt man, ist einfach super. Die beiden anderen kommen mit „normalen“ Schnürsenkeln daher.
Punkte für den Boa und den Salomon.

Sohle und Dämpfung
Hier sollte es einfach stimmen, denn was bringt der beste Look, das robusteste Obermaterial oder die cleverste Schnürung, wenn sich die Sohle nach ein paar Kilometern in Luft auflöst oder sie einfach viel zu hart ist. Laut Trailmagazin ist der Adidas Terrex Agravic XT auch für nassen Asphalt geeignet, bei seinem Boa-Kollege kann ich mir das auch vorstellen, hier macht die Sohle einen weichen Eindruck – beide kommen übrigens mit der bewährten und von mir sehr geschätzten Boost-Dämpfung daher. Ausdrücklich geeignet für Schotter- und Asphalt-Passagen ist laut Trail-Magazin aber vor allem der Sense Pro 3, dessen Sohle sich auch nicht als sooo hart wie zum Beispiel beim S-Lab Sense zeigte. Der Kaptiva hat eine kleine Legende dabei, die ihn als Profi auf den knackige Trails ausweist, für Asphalt jedoch nur bedingt geeignet scheint.
Punkte für Salomon und die beiden Adidas

Mein Modell des Sense Pro 3 kam in Schwarz daher. Foto mit ausdrücklicher Genehmigung des Trailmagazins.

Facebook
Warum nicht die Masse fragen? Und so stellte ich die Frage nach dem besten Schuh für diesen Zweck aus den vier gewählten Modellen in der Gruppe „Berg- und Trailläufer dieser Welt“. 24 Kommentare gab es, einige davon gingen zu gänzlich anderen Modellen, andere waren wenig förderlich. Drei jedoch empfahlen den Sense Pro 3.
Punkte für ihn.

Preis:
Der große Vorteil beim Online-Shopping ist der breite Vergleich von Preisen. Die im Trail-Magazin genannten Preise stimmten daher nicht komplett, lediglich der Kaptiva war nirgendwo günstiger als 139 Euro. Der Boa kostete im günstigsten Fall 117 Euro, der Salomon 103 Euro, der Adidas Terrex Agravic XT GTX 98 Euro.
Punkte für den Adidas Terrex Agravic XT GTX und den Sense Pro.

Ergebnis
Verdammt, am liebsten hätte ich alle vier behalten. Jeder hatte Vor- und wenig Nachteile, alle vier waren einfach der Hammer, was mir auch zeigte, wie gut dieser Test im Trailmagazin war bzw. ist.
Nach allem Für und Wider für den genannten Zweck landete ich schließlich beim Salomon. Ausschlaggebend war die Sohle, das robuste, aber trotzdem angenehme Obermaterial, die Erwähnung im TM über die Eignung auf Asphalt und die positiven Stimmen bei der Facebook-Abfrage.
Er setzte sich letztlich gegen den Adidas Terrex Agravic XT GTX durch, der mein zweiter Favorit war. Beim Boa störte mich einfach das sehr sehr weiche Obermaterial, und der Kaptiva erschien mir für den Zweck einfach nicht geeignet. Ich glaube, er wäre es geworden, stünde ein alpiner Trail an, was auch zeigt, dass der Preis das wenig ausschlaggebenste Argument war.

Die ersten Läufe
Nach rund zwei Wochen mit den Schlappen zeigt sich, dass sie tatsächlich gut im Mix funktionieren. Ich hatte sie auf einer 25 KM-Runde durch Parks an, habe sie auf Straßen getragen und war auch einmal auf Krefelds höchstem natürlichen Berg, dem Hülser Berg (immerhin 67 Meter hoch). Wirkliche Trails gibt es bei uns leider nicht, hier bleibt ein Ergebnis also offen.
Etwas schwammig kam er mir auf sehr weichem Waldboden vor, es war aber auch echt verdammt matschig. Die Anstiege am Berg meisterte er ohne Probleme und auch auf der Straße machte er eine gute Figur. Ich glaube, die Wahl war gut – aber das bestätigt sich jetzt in Oslo.

Ein dickes Danke geht an das Trailmagazin, das nicht nur einen tollen Test geliefert hat, sondern auch den Abdruck der Testberichte auf http://www.seidenraupen.org gestattet.


Road to Oslo: Die Spannung steigt

Am Samstag heißt es für MartinM und Manu „Auf in ein neues Abenteuer“. Die beiden starten ab 8 Uhr beim Ecotrail Oslo über die Ultra-Distanz von 80 Kilometer.

Es wird ein gewagtes Unterfangen: Beide haben am 28. April einen Marathon gelaufen und danach deutlich heruntergefahren. Nach rund zwei Wochen ging es dann wieder los, schließlich müssen die müden Knochen ja an den Ritt gewöhnt werden. Vergangenen Sonntag stand dann mit dem 25KM-Lauf bei Crossover Linn der letzte längere Lauf an.

Huch – was ist denn hier passiert. Foto: Marit Karlsen

In Martins Heimatstadt erwartet sie eine weitaus größere Schleife rund um Oslo: 82 Kilometer, 1700 Höhenmeter. Raus und rein geht es entlang von Flüssen, darüberhinaus dann in die Berge und Täler der Fjordlandschaften von Norwegen.

Martin kennt einen großen Teil der Strecke, war er doch schon einmal auf der 50km-Strecke des Ecotrails unterwegs. Die beiden werden in Norwegen auf zwei Freunde von Martin treffen – geplant ist dann, dass das Quartett die Mühen gemeinsam auf sich nimmt. „Unter neun Stunden sollte das zu schaffen sein“, sagt Martin. Und deutet damit an, dass es kein Spaziergang werden wird. Manu dazu: „Eigentlich hatte ich es etwas gemütlicher geplant, aber wenn es dann anders kommt, ist das auch okay.“

Kennt jeder, der sich für Sport interessiert: Die Skisprungschanzen am Holmenkollen. Foto: Marit Karlsen

Spektakulär wird es auf jeden Fall: Es geht an Norwegens berühmteste Skisprungschanze auf dem Holmenkollen, der nach einem rund 30 Kilometern langen Anstieg erreicht wird. Ab KM50 sieht das Streckenprofil so aus, dass es nur noch bergab bis ins Ziel geht, was angesichts der dann schon absolvierten Distanz auch nicht ganz verkehrt sein kann. Warten wir es ab…

Streckenprofil des Eco-Trails Oslo.

Lisa in Nepal: Die Luft wird dünner (Teil sechs)

Nepal – dort ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Seidenraupe Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil sechs.

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Tag 9 – Akklimatisierungstour von Namche Bazaar aus, Ama Dablam im Hintergrund

Teil 6: Die Luft wird dünner

Namche liegt auf 3.550 m, eine Höhe, die ich in der Woche zuvor schon einmal erreicht habe, bei der Überquerung des Lamjura Passes mit Glenn und den British Army boys. Heute wird mir nicht mehr übel, als ich oben ankomme, aber man kommt hier deutlich schneller außer Atem als das bisher der Fall war.

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Tag 9 – Der Blick ins Tal nach Lukla

Namche ist der Hotspot der Region, kein Dorf, sondern eine Stadt. Es gibt hier alles. Ruan und ich kaufen Süßigkeiten und Medikamente. Und noch mehr Süßigkeiten. In einem kleinen Café gibt es neben sämtlichen Kaffeespezialitäten und Kuchen auch WIFI. Jacinda, eine Australierin Mitte 30, die alleine mit Ongcchus Bruder als Guide unterwegs ist, schließt sich uns für die Tour am nächsten Tag um Namche herum an. Zur besseren Akklimatisierung bleiben wir eine zusätzliche (geplante) Nacht in Namche.

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Tag 9 – Immer häufiger bekommen wir jetzt den Everest zu sehen, hier leider hinter den Wolken

Danach geht es weiter. Wir laufen um die Ama Dablam, herum immer weiter hinein in den Himalaya. Die nächsten zwei Tage stell ich fest, dass Nepali flat ein dehnbarer Begriff ist und offensichtlich von Tag zu Tag steiler wird. Ab 4.000 m Höhe wächst kein Baum mehr, ab 4.700 m werden auch keine Büsche mehr wachsen.

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Tag 9 – Khumjung (3.790m)

Es wird jetzt von Tag zu Tag kälter, nachts ist es -8 Grad, tagsüber nicht wärmer als 1 – 2 Grad. Die Lodges sind innen auch nicht wärmer, sie halten lediglich den Wind ab. Ich stelle um von der mitteldicken Daunenjacke auf die dicke Daunenjacke, und hoffe, dass es nicht noch sehr viel kälter wird.

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Tag 9 – Kongde Ri, Blick vom Abstieg aus Khumjung zurück nach Namche Bazaar

In Dingboche legen wir einen weiteren (ungeplanten) Akklimatisierungstag ein, da wir langsam alle (ich am Tag zuvor am deutlichsten) merken, dass die Luft immer dünner wird. Noch bin ich bei ca. 90 % Sauerstoffsättigung und einer Herzfrequenz von 90 in Ruhe.

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Tag 9 – Ab Namche Bazaar tragen nur noch Yaks und Porter Lasten

Ich versuche wach zu bleiben nachmittags, da das bei der Akklimatisierung helfen soll und ich nehme eine letzte warme Dusche. Bis zu meiner Rückkehr nach Kathmandu werde ich nicht mehr duschen gehen. Weiter oben wird es kein fließendes Wasser mehr geben, ganz zu schweigen von warmem Wasser. Es fällt mir immer schwerer zu essen, auch Jacinda bekommt teilweise nichts oder nur sehr wenig von den Mahlzeiten runter. Ruan füttert uns mit seinen Süßigkeiten.

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Tag 9 – Noch einmal der Kongde Ri im Hintergrund


Vier Seidenraupen bei Crossover aktiv

Startschuss beim 25KM-Lauf (Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, L. Strücken)

Drei Seidenraupen sind am vergangenen Wochenende beim Kulturlauf @ Crossover Burg Linn gestartet. Anne nahm sich die 10KM vor und war nach nach 50:50 min im Ziel (Platz 6, W35: 2.). Es gewann Cordula Meisgen in 46:45 min.

Anne auf heißen Sohlen…

MartinM und Manu gingen auf die 25 KM-Strecke, um sich schon einmal für das kommende Wochenende (Ecotrail in Oslo) einzulaufen. Das Ziel war ein lockerer Lauf. Am Ende sind sie damit überraschend Vierter und Fünfter in 1:56:31 h geworden, gewannen jeweils ihre Altersklasse und verpassten das Podium nur um 25 Sekunden. „Wir wähnten uns gar nicht so weit vorne. Hätten wir das mal gewusst“, so Martin. Marco Backschat gewann in 1:53:21.

Manu (links) und Martin im Ziel.

Mehr als ein Ultraläufer leistete MartinH, der erneut der Mann ander Zeitmaschine war und diese ab 10 Uhr bis in den Nachmittag bediente – uff! Good job!


Lisa in Nepal: Lukla bis Base Camp (Teil fünf)

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Tag 8 – Free Wifi und Kaffee auf 3.550m

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil fünf.

Teil 5: Lukla bis Base Camp, drei Pässe und Gokyo

In Lukla habe ich das erste Mal seit einer Woche wieder eine warme Dusche. Die Lodge erinnert an ein Hotel (ein eigenes Sitzklo mit Spülung auf dem Zimmer!!!). Die Anzahl an Trekkern, die hier alle 20 Minuten eingeflogen werden, ist schier unglaublich. Ich beobachte das Ganze von der Dachterrasse eines kleinen Hotels mit Blick auf die Start-/Landebahn. Hier gibt es sogar Kaffee. Ich kriege eine Ahnung davon, wie überlaufen der Trail von hier bis zum Base Camp sein wird. Danach allerdings, über die Pässe zu den Gokyo Seen soll es wieder sehr ruhig sein.

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Tag 8 – Ankunft in Namche Bazaar

Am nächsten Tag ist es bewölkt/neblig. Am Flughafen passiert den ganzen Tag nichts. Lukla ist abgeschottet von der Welt. In den Lodges sitzen den ganzen Tag alle im Gemeinschaftsraum um die Öfen und lesen, unterhalten sich gedämpft über das, was sie schon erlebt haben bzw. das, was ihnen noch bevorsteht. Ich habe einen sehr schönen Abend mit einem neuseeländischen Paar, was schon auf der Heimreise ist. Sie waren im Base Camp.

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Tag 8 – Im Aufstieg sind immer mehr weiße Gipfel zu sehen

Am nächsten Morgen gehe ich um 7.00 zu dem mir genannten Treffpunkt, der Buddha Lodge. Ich habe keine Ahnung, wie mein Guide oder der andere Trekker heißen oder aussehen. Ich gehe einfach rein, stehe im Gemeinschaftsraum, schaue mich um und warte einen Moment…. Und tatsächlich, kurz danach steht ein Nepali vor mir und fragt mich, ob ich Lisa bin. Er bringt mich zu einem Tisch. Hier sitzt schon Ruan, 26 und Brite.

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Tag 8 – Eine von vielen Hängebrücken über den Dudh Kosi

Ongcchu, unser Guide, bringt mir Tee und sagt, er kommt gleich wieder. Ruan und ich unterhalten uns. Wir werden uns verstehen, das ist jetzt schon klar und ich bin froh und erleichtert. Gegen 8.20 geht es weiter nach Phakding. Eine fast flache – Nepali flat – Strecke von ca. 3 Stunden, ein kurzer Tag. Für mich. Ruan dagegen ist fertig, legt sich direkt nach dem Mittagessen in unserem Zimmer hin und schläft. Ich gehe mit Ongcchu zu einem buddhistischen Kloster. Ongcchus Englisch ist schwer zu verstehen (noch), aber ein ruhiger, lieber Mensch. Er ist 35 und seit 6 Jahren Guide. Davor war er Porter.

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Tag 8 – Aufstieg nach Namche Bazaar

Am nächsten Tag kommt der harte Aufstieg nach Namche Bazaar. Wir überqueren den Dudh Kosi Fluss 5 Mal über die typischen, nepalesischen Hängebrücken. Danach geht es nur noch bergauf. Auf ungefähr der Hälfte des Aufstiegs kommt ein Aussichtspunkt – von hier aus kann man das erste Mal den Mt. Everest sehen! So langsam verändert sich die Landschaft und man bekommt einen Eindruck davon, was da für gewaltige Aussichten noch auf uns warten. Das hier ist was anderes als die Alpen.

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Tag 8 – Apotheken und Kühe….


Grotifant, Eddie the Eagle und Kevin laufen mit – Du auch?

Wenn das nichts ist: Die Maskottchen des KFC Uerdingen, der HSG Krefeld und der Krefeld Pinguine haben ihre Zusage für den Bambini- und Kids-Lauf beim 7. Seidenraupen-Cross am Sonntag, 6. Oktober, gegeben.


Grotifant (Zweiter von links), und Kevin (Mitte) und
Eddiey the Eagle (rechts) laufen am 6. Oktober mit. Ob sich Haiko (links) und Rick Raven auch ins Getümmel stürzen, ist noch unklar. Foto: Krefeld Pinguine

Grotifant, Eddie the Eagle und Kevin werden bei beiden Rennen zumindest starten – ob sie die Kondition für die Strecken haben, wird sich zeigen. „Alles Formsache, bis dahin bin ich fit“, sagt der Grotifant. Immerhin er kennt sich aus mit Wettrennen. Unvergessen, als er im Mai 2006 an Stefan Raabs 1. offizieller deutscher Maskottchen-WM bei „TV-total“ teilnahm. Im Qualifikationslauf wurde er überlegen Erster, musste im Finale aber einem gestürzten Konkurrenten ausweichen und verlor wertvollen Boden. Am Ende sprang Rang neun heraus. Mal sehen, wer diesmal die Nase vorn hat.

Ihr wollt dabei sein? Hier geht es zur Anmeldung!


Noch bis Samstag, 12 Uhr, beim Kulturlauf anmelden

Die Anmeldefrist für die Kulturläufe während „Crossover Burg Linn“ läuft am Samstag, 11. Mai, 12 Uhr ab. Ambitionierte Freizeitjogger oder Ultra-Läufer können am Sonntag, 19. Mai, ab 10 Uhr in der Vorburg an den Start über Distanzen von 5, 10, 25 und 50 Kilometer gehen. Die Anmeldung ist unter
http://my5.raceresult.com/114090/info?lang=de zu finden. Nachmeldungen sind am Raceday auch noch möglich.

Anlässlich des Internationalen Museumstages an diesem Sonntag erwartet die Besucher nicht nur freier Eintritt in die Museen. Rund um die Läufe wird es ein krassgeiles Programm für Kinder und Erwachsene geben. Unter anderem zeigt das Kresch-Theater Aufführungen, ein Workshop zum Light-Painting findet statt und Führungen durch die Ausstellungen.


Jennifer Morscheiser und Jens Sattler freuen sich schon sehr auf die zweite Auflage von 
Crossover.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Bereits am Samstag, 18. Mai, schlagen Römer wieder ihr Lager am Archäologischen Museum Krefeld auf und berichten von dem damaligen Leben. Ferner sind Sportangebote und Vorführungen unter anderem mit Football und Baseball sowie E-Sports vorgesehen. Zudem sind weitere Aktionen und ein Bühnenprogramm geplant.

Den kompletten Programm-Plan gibt es hier und den Lageplan hier. Weitere Infos unter www.museumburglinn.de/de/crossover-burg-linn