Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für April, 2019

Zwei Bestzeiten und eine Sub3: Seidenraupen auf der Überholspur

Ein Sonntag voller Läufe könnte man meinen: Marathons in London, Hamburg, Düsseldorf und Antwerpen, dazu der Apfelblütenlauf in Vorst. Die Seidenraupen waren mit Anne Klaßen, Martin Myrold und Manuel Kölker bei drei der Veranstaltungen vertreten. Die Ergebnisse passten trotz zum Teil widriger Umstände, denn es gab zwei persönliche Bestzeiten.

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Anne konnte sich über eine neue PB freuen.

Anne wurde beim 10 KM-Lauf in den Vorster Apfelplantagen Zehnte (WH: 8.; Gesamt: 79.). Ihre 49:10 min sind gleichzeitig persönliche Bestzeit, und das trotz viel Gegenwind. Sie kam zwar etwas langsamer als geplant ins Rennen (nach 1,6 km im 5:11 min/km-Schnitt), konnte sich dann aber auf 4:52 min/km steigern. Applaus!

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Auch wenn die Sub3 verpasst wurde, war Martin sichtlich zufrieden.

Martin verpasste beim Düsseldorf-Marathon leider knapp das angestrebte Ziel, unter der Drei-Stunden-Marke zu bleiben und finishte in 3:03:53 h – immerhin aber auch in persönlicher Bestzeit. „Es ist zwar ärgerlich, so nah an der Sub-3 zu sein, ich bin aber trotzdem zufrieden.“ Im Gesamt-Ranking bedeutet das Platz 240 (von 2493 Startern) und 212. bei den Männern (von 1990, MHK: 88. von 466).

Myrold Zeiten 2019

Die Zwischenzeitgrafik von Martin.

„Ich bin den 3h-Pacern gefolgt, die sind ein wenig zu langsam gestartet“, sagte Martin, der die ersten 5km „nur“ in 21:49 min lief. Für eine 2:59:00 h-Zeit sind jedoch 21:13 min nötig. Dann aber war er im Rennen und konnte die verschluderten Sekunden bis zur Halbmarathon-Marke fast alle wieder einsammeln. Die war bei 1:29:36 h erreicht, nur sechs Sekunden unter dem Soll von 1:29:30 h >>> super.

Und es sah auch lange danach aus, dass es mit der Sub3 klappen sollte, denn bei KM 30 stand 2:07:37 h auf dem Tacho, 2:07:15 h sind für 2:59:00 h nötig, also immer noch voll im Soll. „Dann aber wurde es mental schwierig, da ich meine Gruppe verloren habe und viel alleine laufen musste.“ Die Kette war sprichwörtlich ab, die Pace sackte im Split 30-35 KM auf 4:25 min/km, und im 35-40 KM-Split auf 4:50 min/km, dahin der Traum von der Sub3. Schade, aber trotzdem natürlich eine mehr als respektable Zeit.

Den Traum konnte sich Manuel bei miesen Wetter (Wind, Regen, sieben Grad) in Antwerpen erfüllen. Nach 2:58:37 h war er im Ziel (Platz 86 von 2768 Startern, M40: 18., 85. bei den Männern). Mit der Zeit wurde er zweitbester Deutscher. Es ist seine drittbeste Marathon-Zeit jemals, nur in Boston 2015 (2:54:19 h) und in Köln 2016 (2:58:14 h) war er schneller.

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Durch Wind und Wetter, aber glücklich: Manu in Antwerpen.

Getreu dem Motto „Einfach ballern“ lief er die ersten fünf Kilometer in zackigen 19:44 min (laut Runtastic, es gab leider keine 5km-Zeitmatte) – und das, obwohl auf diesem Abschnitt der rund zwei Kilometer lange Waasland-Tunnel durchlaufen werden musste, der einiges an Gefälle und Steigung mit sich bringt. „Ich merkte, dass es gut lief, wusste natürlich aber nicht, ob und wie lange ich das durchhalten kann, da mein Training ja nicht so optimal gelaufen war. Aber ich bin einfach beherzt weiter“, so Manu. Die Halbmarathon-Marke war nach 1:27:04 h erreicht, also gute zwei Minuten besser als für die 2:59 h-Marke vorgesehen (1:29:30 h) und auch nach 30 Kilomter sah es gut aus: 2:04:15 h, genau drei Minuten über der vorgegeben 2:07:15 h. „Hier und da zwickte es zwar, aber es sah bis zum 34. Kilometer sehr gut aus, auch weil ich zwei, drei Läufer um mich herum hatte, denen ich gut folgen konnte.“

Dann aber wurden die Beine schwerer, starker Regen setzte wieder ein und eine kleine Unlust machte sich breit. „Die wich aber, als ich rechnete, dass ich einen so großen Puffer herausgelaufen hatte, dass mir eigentlich fast nichts mehr passieren konnte. Ich konnte also entspannt weiterlaufen, ohne mich unter Druck setzten zu müssen. Und vor allem wusste ich, dass zwischen KM 40 und 41 mein kleiner Fanblock, bestehend aus Lou, Eva, Xenia und Oli, auf mich warten würde.“

Und so kam es dann auch. Das Quintett feuerte jeden Läufer lautstark an und motivierte noch einmal für die letzten Meter. Damit waren sie die nahezu lauteste Fangruppe während des Marathons, denn (enthusiastische) Zuschauer suchte man auf den 42 Kilometern, mal abgesehen von Start, Ziel und einigen sehr wenigen Hotspots vergebens. Das Haupt-Lauf-Event sind und bleiben in Antwerpen die „Zehn Meilen“, an dem 22.638 Läufer teilnahmen.


Seidenraupen in Vorst, Ddorf und Antwerpen unterwegs

Für drei Seidenraupen heißt es am Sonntag Vollgas: Anne läuft in Vorst die zehn KM-Strecke, Martin ballert in Düsseldorf den Marathon und auch Manu hat in Antwerpen 42 Kilometer vor sich.

Auf den malerischen Wegen durch die Vorster Apfelplantagen geht es für Anne natürlich um eine neue PB. Die Strecke ist flach und dadurch Bestzeiten-prädestiniert. Startschuss für die zehn KM ist um 14 Uhr.

Martin peilt ab 9.30 Uhr beim Düsseldorf-Marathon ein Sub3 an und man kann davon ausgehen, dass das auch gelingen wird. Für Manu geht es bereits eine halbe Stunde vorher auf die Strecke. Angelaufen wird ebenfalls auf die 3h-Marke, ob das aber gelingt, wird sich zeigen, da das Trainings nicht ganz nach Plan gelaufen ist. Kurios: Erst ganz zum Schluss geht es in die City, zuvor werden viele Stadtteile durchlaufen – Venlo lässt grüßen.


Lisa in Nepal: Die Vorbereitung & Es geht los (Teil zwei)

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und nimmt uns mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mit. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Hier nun Teil zwei.

Teil 2: Die Vorbereitung

Im Juli kaufe ich erstmal Himalaya taugliche Wanderschuhe und laufe sie im Rekordsommer in den heimischen Gefilden ein. Ende August buche ich dann den Flug. Am 02.10. werde ich losfliegen, über Delhi nach Katmandu. Jetzt bleiben mir noch ca. 5 Wochen, das nötige Equipment zusammen zu kaufen/leihen. Denn so richtig Ahnung davon, was ich da machen möchte, habe ich nicht. Zumindest nicht praktisch. Ich habe die letzten 3 Jahre einiges an Büchern, Artikeln, Forenbeiträgen usw. zum Himalaya gelesen, aber bis dato blickte ich lediglich auf einige Genusstouren in den Alpen zurück – hoch wandern, runter fahren im Lift – und meine erste und letzte Übernachtung auf einer (österreichischen) Hütte lag ungefähr 16 Jahre zurück…. Es fehlte schon an den grundlegendsten Dingen.

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Aussicht vom Renjo La, Blick auf Gokyo Lake und Mount Everest (Bildmitte zwischen den Wolken)

Und so bin ich dann im September quasi „quer durch die Republik“ und bis nach Paris gefahren, um in meinem erweiterten Bekanntenkreis, die nötigen Dinge zusammen zu klauben. Einen Rucksack in Krefeld (die Tante des besten Freundes meine Bruders), einen Schlafsack in Broekhuysen (Arbeitskollegin meiner Mutter), Wanderhosen, lange Unterwäsche, einen zweiten Rucksack und Kartenmaterial in Paris (meine Gastschwester Pauline). In Köln habe ich noch einen Seiden-Inlet für den Schlafsack gekauft, in Düsseldorf Merinounterwäsche, Mütze/Stirnband und noch weitere nützliche Kleinigkeiten.

Am Ende habe ich 2 gepackte Rucksäcke vor mir stehen, jeweils 7,5 kg und schon entsprechend aufgeteilt: Den einen Rucksack werde ich in der ersten Woche von Jiri bis Lukla mitnehmen. Den zweiten Rucksack, mit den dickeren Sachen für weiter oben, lasse ich von Kathmandu nach Lukla fliegen und werde ihn da dann am 13.10. entgegen nehmen für die restliche Tour, die ich in Begleitung eines Guides, eines Porters und eines weiteren Trekkers machen werde.

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Eine von vielen Hängebrücken über den Dudh Kosi

Es geht los

Und dann ist der Tag da, an dem es losgeht. Morgens um 11.00 ab Amsterdam-Schiphol. Der Flug ist lang. So lang, dass ich mich mit jeder weiteren Stunde im Flieger frage, ob das eine gute Idee war. Aber – jetzt ist es, wie es ist, also Augen zu und durch. Ein 7-Stunden-Layover in Delhi raubt mir die letzte Energie, ich will nur noch irgendwo liegen und schlafen. Dann geht es weiter Richtung Kathmandu. Ich sitze auf der falschen (rechten) Seite im Flieger, ich schaue nach Süden. Der Himalaya liegt auf der linken Seite. Als ich zum Klo gehe, schaue ich links durch eines der Fenster und der Anblick ist ÜBERWÄLTIGEND. Hier wollte ich hin, alles ist gut.

In Kathmandu liege ich dann erstmal flach. Ich habe mir im Flieger eine Erkältung eingefangen und plötzlich kriege ich Panik, ob die Tour klappen wird oder jetzt an einem blöden Schnupfen alles scheitert. Es ist Mittwochmittag. Freitagmorgen um 5.30 will ich im Bus nach Jiri sitzen. Ich schlafe bis Mittwochabend, dann gehe ich raus und treffe mich zum Abendessen mit Eva, einem Mädchen aus Den Haag, das ich im Flieger von Delhi nach Kathmandu kennengelernt habe. Um 20.00 liege ich wieder im Bett, bis Donnerstagmittag um 16.00. Dann raffe ich mich auf und bringe meinen zweiten Rucksack zum Office der Organisation, damit der Guide ihn im Flieger mitnehmen kann nach Lukla. Danach esse ich noch was in Thamel, dem Zentrum von Kathmandu und geh wieder zurück ins Bett. Pünktlich um 4.00 am Freitagmorgen werde ich von alleine wach – und fühle mich super.

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Aufstieg nach Tengoche, rechts die Ama Dablam

Ich packe und laufe durch ein fast ausgestorbenes Kathmandu zum Busbahnhof. Dort angekommen trifft mich der Schock. Zu viele Menschen, zu viele Busse und nicht einen Hauch von einer Idee, welcher davon nach Jiri fährt. Ich hab noch 20 Minuten den richtigen Bus zu finden. Ich gebe mir einen Ruck und laufe durch die Menschenmenge und rufe laut (und zunehmend verzweifelter): „JIRI. JIRI. JIRI….“ Plötzlich steht ein Mann vor mir und spricht mit mir auf Nepali. Er will, dass ich mit ihm mitgehe. Er redet und gestikuliert. Ich überlege kurz: Wie alle Asiaten ist er einen Kopf kleiner als ich…. Ach komm, ich riskier’s, was kann schon passieren? Ich folge ihm eine Weile durch das Gedrängel ohne erkennen zu können, wo wir hinlaufen. Dann  stehen wir vor einem Bus und er lächelt und sagt: „Jiri.“

Vor mir liegen jetzt 14 Stunden Fahrt. Ich bin die einzige Ausländerin, ansonsten nur locals. Und Hühner. Und Ziegen. Das Radio spielt Musik, wie man sie aus Bollywood Filmen kennt…. Das wird ein harter Tag werden.

Ich komme abends in Bhandar (in der Nähe von Jiri) an, mein älterer nepalesischer Sitznachbar aus dem Bus bringt mich zur ersten Lodge im Ort. Ich bringe meine Sachen auf das Zimmer, bestelle Essen. Beim Anblick und Geruch des vorhandenen Plumpsklos beschließe ich, dass es noch nicht so dringend ist. Danach schlafe ich erstaunlich gut in meinem Seiden-Schlafsack und ein paar Decken aus der Lodge (in denen, nach deren Anblick zu schließen, schon einige Trekker drin geschlafen haben). Ich stelle schon jetzt fest, dass man sich hier immer wieder ein Stück weit überwinden muss.

 


Unser Osterei: Lisas Nepal Trip (Teil 1)

Nepal – das ist das Dach der Welt, hier stehen die höchsten Berge unserer Erde. Lisa Hahn hat das Land kürzlich bereist und wird uns nun in den kommenden Wochen mit ihrem Reisebericht auf eine spannenden Ausflug mitnehmen. Insgesamt gibt es elf Teile, die immer mittwochs online gehen. Teil eins gibt es aber schon heute – unser Osterei. Habt eine schöne Osterzeit und genießt Lisas Story. Sie hat es in sich…

Teil 1: Nepal – Die etwas andere läuferische Herausforderung

Einmal in den Himalaya und da den höchsten Berg der Welt mit eigenen Augen sehen…. Vor ca. 3 Jahren hat es angefangen. Eine Faszination, die sich im Laufe der Zeit zu etwas wie einer Besessenheit entwickelt hat. Wer mich kennt weiß, dass ich keine Ruhe mehr finde, wenn ich mir einmal was in den Kopf gesetzt habe.

Aber woher die Zeit nehmen? Für eine geführte Rundtour ab/bis Lukla zum Everest Base Camp sollte man 8 – 9 Tage planen. Aber wirklich nur den „Solu Khumbu Highway“, den überlaufensten Trek im Himalaya machen? Fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Für alle anderen Touren benötigt man allerdings locker an die 20 Tage. Ich schiebe die Idee erstmal an die Seite…. Für später, wenn sich mal ein günstiges Zeitfenster ergibt.

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Lisa an Tag 12 – Im Hintergrund ist die nächste Tagesetappe Richtung Chhukung zu sehen

Als ich im Juni 2018 meinen Job kündige, ist dieses Zeitfenster plötzlich da und Nepal sofort wieder in meinem Kopf. Die Gelegenheit war noch nie so günstig. Ende September wird mein letzter Arbeitstag sein und Oktober/November ist die beste Zeit, um im Himalaya zu trekken.

Ohne zeitliche Einschränkungen stelle ich mir meine absolute Wunschroute zusammen: Eine Kombination aus dem Jiri – Lukla Trek, dem Everest Base Camp Trek und dem 3 High Passes Trek mit Gokyo Lakes. Diese 3 Routen sollen die schönsten, aber auch schwierigsten in der Everest Region sein. So miteinander verkettet kann ich die einzelnen Routen etwas „einkürzen“, da ich nicht für jeden der drei Abschnitte erneute Akklimatisierungstage benötige.

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Start- und Landebahn Lukla Airport

Jiri ist der Ausgangspunkt der ursprünglichen Everest-Besteigungs-Route. Bevor es den Flughafen in Lukla gab, sind alle Expeditionen zum Everest (von der Südseite) ab hier gestartet. Heute ist dieser Abschnitt bis Lukla eher weniger belaufen, verfügt aber wegen der Historie über eine „gute Infrastruktur“ – damit sind hier markierte Trails, Dörfer entlang der Route mit kleinen Kiosken und ausreichend Lodges zum Schlafen gemeint.

Lonely Planet meint dazu: „Physically speaking, this is a long, hard trek with many steep hills. The reason we grade it as ‚moderate‘ is simply because of the convenience of teahouse accomodation and relatively low altitudes.”

Man startet in Jiri auf einer Höhe von knapp 2.000 m, Lukla liegt auf 2.800 m. Der höchste Punkt des Abschnitts ist der Lamjura Pass mit 3.500 m. Diesen Teil traue ich mir alleine zu und möchte ihn in 6 Tagen laufen. Ich baue mir zur Sicherheit 2 Tage Puffer ein, falls etwas schief läuft.

Ab Lukla soll es dann in 16 Tagen weitergehen…. Durch Namche Bazaar auf den Nangkartshang (5.073 m) über den Kongma La Pass (5.550 m) zum Everest Base Camp (5.364 m), auf den Kala Patthar (5.643 m) über den Cho La Pass (5.420 m) auf den Gokyo Ri (5.357 m) und über den Renjo La Pass (5.417 m) zurück durch Namche nach Lukla.

Das Urteil von Lonely Planet: „This is an epic journey that will lead you over some of the highest mountain passes in the world. The trails are steep and the altitude hangs on your muscles like a diving belt, but the sense of achievement at the end of the trek is quite profound. Only for the truly adventurous.”

Hier fehlt mir in Gänze die Erfahrung, um das alleine durchzuziehen. Daher frage ich eine geführte Tour für diesen Abschnitt an.

Die Organisation (Nepal Eco Adventures), an die ich mich wende, bietet die Tour u. a. vom 13. – 28.10. an. Begleitet wird man von einem Guide und je einem Porter für 2 Personen, sie kümmern sich um die benötigten Permits, buchen meinen Rückflug von Lukla nach Kathmandu und bieten mir an, einen Teil meines Gepäcks zu verwahren und mit dem Guide nach Lukla fliegen zu lassen, sodass ich den Solo-Part in der ersten Woche mit leichterem Gepäck bestreiten kann.

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Lisa auf dem Renjo La Pass (5.535m)

Der Plan steht, alle Informationen liegen mir vor – jetzt muss nur noch eine Entscheidung getroffen werden.

Das Ergebnis:

23 Tage – 220 km – 11.513 hm Aufstieg – 10.953 hm Abstieg – unzählige Liter Schweiß und Tränen

Was nun folgt ist die ziemlich beeindruckende Bilderserie, die das Abenteuer dokumentiert, und mein persönlicher Bericht darüber, wie sich der ganze Wahnsinn angefühlt hat….

 


Whoopwhoop: Rennen für Bambinis und Kids im Rahmen des SRC

Mal etwas Neues wagen: Dachten sich die Seidenraupen und heben im Rahmen des Seidenraupen-Cross am Sonntag, 6. Oktober, zwei Läufe für Bambinis und Kinder ins Leben. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagt Manuel Kölker, der die Idee schon seit einigen Jahren in der Tasche hatte, immer wieder hervorkramte und dann nach kurzer Diskussion dorthin zurück verfrachtete. Jetzt aber wird ein Versuchsballon gestartet. „Wir werden sehen, ob es klappt, oder ob uns die Organisation überrollt“, so der Vorsitzende.

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So in etwa könnte der Kurs verlaufen. Die tatsächliche Strecke wird noch bekannt gegeben.

Bambini (Jahrgang 2012-2018) und Kids (2007-2011) starten um 10 bzw. 10.15 Uhr auf eine oder zwei Runden auf der Anlage des Hülser SV, die nachfolgenden Rennen verschieben sich um 35 Minuten. Kölker: „Wo es genau langgehen wird, ist zwar angedacht, aber noch nicht in Stein gemeißelt. Mal sehen.“

Die Anmeldung ist ab sofort geöffnet, und hier zu finden: https://my4.raceresult.com/112388/registration?lang=de


Meikes heißer Ritt durch die Hauptstadt

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat Meike Thomassen den Berlin-Habmarathon gerockt. Lachend, weil Wetter und Atmosphäre passten, weinend, weil sie alleine auf die 21,1 KM musste. Kathi Schulze Dieckhoff zog wegen Krankheit am Morgen die Notbremse und verordnete sich schweren Herzens Startverbot. Vorbei der Traum vom gemeinsamen Lauf durch die Hauptstadt samt Zieleinlauf am Brandenburger Tor.

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Da war die Welt noch in Ordnung: Meike (links) und Kathi (rechts) mit den Startnummern in der Hand.

Meike kam gut aus dem Block, die ersten fünf KM waren schon nach 27:33 min erreicht. Etwas langsamer dann die zweiten fünf KM (28:20 min), ehe es richtig warm wurde. „Es war geil, aber dann auch super heiß“, sagte Meike später im Ziel.

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Meike auf dem Kudamm. Sehr nice…

 

Logische Konsequenz: Fuß vom Gas, genießen. Und so waren die weiteren 5KM-Splits bei 29:29 min und 36:20 min (6 KM) eine angenehme Genussrunde vorbei am Checkpoint Charly, Gendarmenmarkt, Schauspielhaus, französischer und deutscher Dom, Unter den Linden zum Ziel kurz hinter dem Brandenburger Tor. Für Kathi heißt es dann im kommenden Jahr wieder Vollgas (oder ist da nicht noch im Herbst ein Lauf durch Berlin?).

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Dritter Halbmarathon in Folge: Manu, Martin und Denis sind schon ein wenig bekloppt…

Mit deutlich weniger Zuschauern mussten Martin Myrold und Manuel Kölker leben. Sie hatten sich als dritten Halbmarathon in Folge den Benrather Volkslauf ausgesucht: 21 KM durch das Naturschutzgebiet Benrather und Hasseler Forst und um den Unterbacher See in Düsseldorf. Abgesehen vom Start/Ziel-Bereich und einigen Spaziergängern auf den kurvigen Waldwegen keine Spur von Fans 😉 Die Vorzeichen standen bei den beiden anders: Martin hatte schon im Vorfeld zwölf KM auf der Uhr, wollte also über 30 KM laufen, Manu im Bereich von 1:25 h finishen. In 1:37:07 h joggte Martin schließlich ins Ziel (Platz 43., M30: 9.), Manu in 1:26:22 h (10. / M40: 2.). Denis Brick, auch mal wieder dabei, kam auf 1:33:48 h (30. / M30: 8.).

Nun steht am kommenden Samstag der Lauf nach Venlo an.


Zwei Seidenraupen beim Berliner Halbmarathon

Gleich zwei Seidenraupen sind am kommenden Sonntag in Berlin beim dortigen Halbmarathon am Start. Meike und Kathi werden das Pflaster auf der Jagd nach neuen Bestzeiten erglühen lassen – bekanntlich ist das auf dem flachen Terrain in der Hauptstadt gut möglich.

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Die Strecke des Berliner Halbmarathons.

Anders als in den vergangenen Jahren startet der Halbmarathon nicht an der Karl-Marx-Allee, sondern Start und Ziel sind erstmals in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor und zur Siegessäule. Der Grund für die Verlegung ist die geplante Sanierung der Karl-Marx-Allee. Vorbei an der Technischen Universität, geht es über den Ernst-Reuter-Platz zum Schloss Charlottenburg. Lietzensee, Kurfürstendamm und Gedächtniskirche sind weitere Hotspots, ehe der Potsdamer Platz erreicht wird. Es folgen Checkpoint Charly, Gendarmenmarkt, Schauspielhaus, französischer und deutscher Dom Unter den Linden zum Brandenburger Tor. Fertig.

Martin und Manu in Düsseldorf am Start

Weniger spektakulär wird da wahrscheinlich der Halbmarathon, den Martin und Manu sich für Samstag auferlegt haben. Zwar auch 21 Kilometer, die aber „nur“ durch das Naturschutzgebiet Benrather und Hasseler Forst und um den Unterbacher See in Düsseldorf gehen > Natur pur eben.


Let’s Move-Sporttag am 13. April fällt aus – Lauf findet aber statt

Der Sporttag „Let’s Move by Roze Zaterdag“ fällt wegen zu geringer Anmeldezahlen aus. Ursprünglich war die Veranstaltung für Samstag, 13. April, geplant und sollte im Rahmen des Roze Jaar stattfinden. Das Roze Jaar bzw. der Roze Zaterdag Venlo-Krefeld am 29. Juni wirbt für ein gleichwertiges Miteinander mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgenders und Intersexuellen (LSBTI). Erstmals richten mit Venlo und Krefeld zwei Städte diesen seit 1977 in den Niederlanden stattfindenden Tag aus. Bei dem Sporttag war geplant, dass sich Menschen, egal welcher sexueller Neigung, in verschiedenen Sportarten treffen. Ein Fußball-Training und ein Tennis-Turnier standen auf dem Programm, ebenso Läufe, Wanderungen, Fahrrad-Touren, Boule und verschiedene Indoor-Sportarten.

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Auch wenn der Sporttag nicht stattfindet: Gelaufen wird trotzdem.

Der geplante Lauf von Krefeld nach Venlo findet trotz der Absage allerdings statt. Federführend ist der Verein Seidenraupen Krefeld, der den Lauf schon einige Male durchgeführt hat. Läufer treffen sich um 9.45 Uhr vor dem Krefelder Rathaus, von wo es um 10 Uhr 33 Kilometer ohne Wettbewerbscharakter in einem Tempo zwischen 5 und 5.30 min/km bis nach Venlo geht. Da es keine Zwischenstops oder Verpflegungsstände auf der Strecke gibt, wird zur Mitnahme eines Trinkrucksacks oder –gürtels geraten. Die Rückfahrt erfolgt per Zug. Interessierte können sich unter seidenraupen_krefeld@gmx.de melden. Die Strecke ist hier zu sehen: www.gpsies.com/map.do?fileId=wpjqidzdtnbfslop. Ein Einstieg ist entlang der Route natürlich möglich.


Seidenraupen trotzen dem windigen Venlo

Ein besseres Laufgefühl, wohl aber keine Bestzeit: So fasste Martin Myrold seinen ersten Venloop zusammen. Mit 1:23:51 h verfehlte er seine erst vor einer Woche in Duisburg aufgestellte PB zwar um 29 Sekunden, war danach aber trotzdem sichtlich zufrieden.

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Manu (Zweiter von links) und Martin (Dritter von rechts) ließen, wie auch die anderen Protagonisten auf diesem Foto, Michelle diesmal im Kofferraum und gingen in Venlo frühstücken.

Was anderes ist in Venlo eigentlich auch kaum möglich, passen doch die Stimmung und der Support entlang der Strecke immer. Störend war einzig der kräftige Wind, der den Läufern auf den langen Passagen entlang der Maas bei ansonsten schönem Wetter gefühlt ständig um die Ohren bließ. Martin wurde mit seiner Zeit Gesamt-229. (M-sen: 132.) von 8892 Finishern.

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Manu hatte schon zehn KM in den Beinen, als es auf die HM-Runde ging.

Auch die anderen Seidenraupen waren flott unterwegs: Hendrik Hahn (1:27:39 / 431. / M-sen: 179.), Manuel Kölker (1:31:56 / 625. / M40: 69), der zuvor schon zehn KM abgeschrubbt hatte, Moritz Mayntzhusen (1:41:51 / 1483. / M-sen: 410) und Ali Celik (2:23:25 / 7957. / M40: 787) konnten mit ihren Zeiten zufrieden sein.

Hier gibt es ein Video des letzten KM.