Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für Juli, 2016

9:33:52h bis auffe Spitze

Joooonge, was für ein Brett, dieser Zugspitz-Marathon. Nach 9:33:54h war ich im Ziel, was Platz 133 bei den Männer bedeutet. 181 Männer haben es ins Ziel geschafft, bei rund 80 kam an der Verpflegungsstation 3 (übrigens in der Hand von Familie Raubal) das Ende wegen einen Unwetterwarnung. Gut, dass ich da schon vorbei war. Gewonnen hat Lukas Naegele in wahnsinnigen 5:22 (natürlich ohne Konkurrenz). 

Ansonsten hier nur kurz ein Mini-Bericht: Krasse Strecke, die mit dem noch humanen Anstieg zum Ups begann. Letztlich angenehmen zu laufen bis km30, mal abgesehen von der brutalen Bieberwierer Scharte, ab da nur noch brutale Uphills und felsige Downhills, die kaum zu laufen waren. 

Später dann mehr. 


Alles auf die 82

Jetzt aber. Startschuss. Auffie. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man Spilts reinbekommt (https://www.datasport.com ist der Anbieter, der zumindest beim 3km-Citylauf auch Live-Ergebnisse hatte). Ich starte mit der 82! Go!


Gute Nacht aus Ehrwald

So, das war Teil eins der dreitägigen Scott-Rock the Top-Zugspitz-Trailchallenge: ein spaßiger 3km-Trail durch Garmisch-Partenkirchen (Platz 37, 11:34min), ein schönes Treffen mit den Raubals und eine Pastaparty samt Briefing. Mit einem zu erwartenden Ergebnis: Das Ziel ist morgen an Sonnalpin und nicht ganz oben. 400 Höhenmeter und ein Kilometer bleiben uns erspart. 

Der Grund sind Gewitter, die sich ab dem frühen Nachmittag angesagt haben. Und da der letzte KM äußerst gewitteranfällig und fast ausschließlich mit Drahtseilen versehen ist, die bei einem Blitzeinschlag als perfekter Leiter funktionieren, eine vollkommen richtige Entscheidung. Wir haben heute Nachmittag mit bekommen, wie heftig und vor allem schnell sich hier ein Gewitter entwickeln kann – das braucht man ganz sicher nicht auf 2900 Metern Höhe. Somit werden es „nur“ 42,4 und gute 3500 Höhenmeter. Langt. Guts Nächtle, morgen, Samstag, ab sechs bitte Daumen drücken. 


Diese Strecken erwarten uns am Wochenende

Wie versprochen stellen wir euch heute die verschiedenen Strecken vor, die auf uns Starter bei der Scott-Rock the Top-Zugspitz Trail Challenge in den kommenden Tagen warten. Und einen Blick auf die Zugspitze geben wir auch noch. Bislang sieht es gut aus, dass wir bis ganz nach oben laufen können.

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Fotos: Plan B

AOK-City-Lauf Garmisch-Partenkirchen

So recht wissen wir nicht, was uns da erwartet, Veranstalter Plan B spricht von einem „Traillauf quer durch die Innenstadt und Fußgängerzone“. Der rund drei Kilometer lange Parcours führt durch die Innenstadt von Garmisch-Partenkirchen. Hier wohnt bekanntlich Eishockeygott Andi Raubal mit seiner bezaubernden Tini, beide werden am Wochenende hier und da sogar mit anpacken, damit die Läufer gut über die Strecken kommen.

Der Kurs durch GAP ist gespickt mit Hindernissen, Treppe, Ecken, Kanten und Wiesengelände und erfordert  Konzentration und Geschicklichkeit. Lassen wir uns überraschen.

City-Lauf

 

Marathon

Richtig pfundig wird es dann am Samstag. Der Zugspitz-Marathon, der über die volle Marathondistanz von 43,5 km und üppige 3965  Höhenmeter im Aufstieg geht, zählt unbestritten zu den anspruchsvollsten Trailrunning-Strecken der Alpen. Vom Start in Ehrwald führt die Strecke zunächst über wunderschöne und einsame Trails durch die Lechtaler Alpen, bevor mit der exakt 2000 Meter hohen Biberwierer Scharte im Mieminger Gebirge die erste alpine Herausforderung wartet.

So steht es auf der Website. Ups! Ups? Ja, Ups, der Berg Grüner Ups – den vergessen die meisten nämlich gänzlich. Denn die ersten 900 Höhenmeter (auf den ersten sechs Kilometern) absolvieren die Läufer bereits auf der Schleife Richtung Westen, die sie machen müssen, um überhaupt auf die volle Distanz zu kommen. Nach dem Abstieg vom Ups geht es dann wellig weiter, ehe dann auch wirklich die Scharte folgt. Vier Kilometer, 1000 Höhenmeter. Knackig.

Nun geht es vorbei am wunderschön gelegenen Seebensee, und hoch über der Ehrwalder Alm erreichen die Läufer schließlich das Wettersteingebirge und beginnen den Aufstieg auf die 2962 Meter hohe Zugspitze. Über das Gatterl wird die Grenze zwischen Tirol und Bayern überschritten und das weitläufige Karstgelände auf dem Zugspitzplatt erreicht.

Und dann hoffen wir mal auf gutes Wetter: Der finale Aufstieg zum Gipfel der Zugspitze kann nur bei günstigen Wetterverhältnissen angegangen werden und fordert von den Teilnehmern noch einmal die letzten Reserven. Es wäre der höchste Zieleinlauf, den man bei einem Trailrunning-Wettbewerb erreichen kann.

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Halbmarathon

Am dritten Tag der Challenge wartet dann noch der Halbmarathon auf die mutigen Ritter. Start und Ziel ist auch hier wieder Ehrwald, von wo es über den Glockenschlag und die Hochthörlehütte auf den höchsten Punkt am Hohen Egg geht. Von dort führen die Downhills zurück nach Ehrwald, am Ende stehen insgesamt 22,3 Kilometern und 1023 Höhenmetern auf dem Tacho. Auch wenn man es nicht wahrhaben möchte, warnt Plan B vor einem anspruchsvollen Höhenprofil.

Besonders freue ich mich, dass Harry Grubert am Sonntag mitläuft. Er war ja bekanntlich mit seinem Kumpel Koen beim TAR2012 mit dabei und ist mit mir auch eine Etappe des 4Trails2013 gelaufen – cool, dass es nun wieder klappt, ein paar KM zu ballern.

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Ein Berg, ein Wochenende, eine Challenge

Die Zugspitze, mit 2962 Metern Deutschlands höchster Gipfel, steht am Wochenende im Fokus der Scott-Rock the Top-Zugspitz Trailchallenge, die mehrere Läufe umfasst. Und mittendrin zwei Seidenraupen, Eva und Manuel Kölker.

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So sieht es aktuell am Zielbereich „oben“ aus. Foto: Plan B

Während sich Eva mehr oder weniger unfreiwillig der Aufgabe „Halbmarathon“ am Sonntag stellt (es war ein Geschenk), geht Manu bereits am Freitag um 18.07 Uhr erstmals auf die Strecke. Dann nämlich wartet der AOK-City-Lauf durch Garmisch-Partenkirchen auf die Läufer. Der Lauf ist mehr Aufgalopp als wirkliche Herausforderung: Nach zwei Runden durch die Heimatstadt des Eishockey-Gotts Andi Raubal und rund drei Kilometern ist auch schon wieder Schluss. Ein paar Hindernisse sind wohl zu überwinden, überfordern wird die Distanz aber wohl keinen.

Dafür dann aber das Brett am Samstag. Hier hat sich Manu für den Marathon (Start 6 Uhr) entschieden: 43,5 Kilometer mit üppigen 3965 Höhenmetern – leckomio. Ebenfalls anspruchsvoll, allerdings ein wenig kürzer, ist die Vertical Challenge, ein Berglauf, der um 9 Uhr startet. Hier geht es vor allem eins: steil hinauf. Am Ende sind nach 16 Kilometern 2200 Höhenmeter überwunden.

Beide Streckenverläufe können sich übrigens kurzfristig noch verschieben. Der Veranstalter Plan B behält sich das Recht vor, auf das Wetter zu reagieren und die Zielankunft zu verlegen, wie er es in den vergangenen zwei Jahren gemacht hat. Auch heuer liegt „oben“ Schnee, es scheint aber nach aktueller Prognose zu klappen. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass die ZTC nicht das Rennen ist, bei dem 2008 zwei Läufer gestorben sind (das war der Zugspitz-Extremlauf, der 2013 das letzte Mal stattfand).

Am Sonntag geht es dann für das Ehepaar Kölker um 10 Uhr gemeinsam weiter. 22,8 km und 1023 Höhenmeter sind zu überwinden, ehe das Ziel in Ehrwald erreicht wird. Höchster Punkt wird irgendwo bei „Auf den Törlen“ bei 1597 Meter (nach 14 Kilometer) sein.

In den kommenden Tagen werden wir euch die Strecken vorstellen, stay online!


Sauber: Seidenraupen-Staffel wird 270. in Roth

 

Die Seidenraupen-Staffel mit Moritz Mayntzhusen (Schwimmen), Manni Bender (Rad) und Daniel Bahrenberg (Laufen) hat nach 11:46:57h das Ziel bei der Challenge Roth erreicht. In nackten Zahlen bedeutet das Platz 270 bei den männlichen Staffeln (insgesamt Platz 518). Die Splits: Swim 1:02:01h (83), Trans 1 2:05min (132), Bike 6:21:03h (284), Trans 2 01:07min (56), Run 4:20:43h (243). Jan Frodeno war da etwas schneller. Er gewann in neuer Weltrekord-Zeit von 7:35:39h – Hammer! Die schnellste Staffel war nach 7:23:49h im Ziel.

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Mit dem Start von Moritz um 8.55 Uhr hatte ein langer Tag für das Trio begonnen. Moritz kam gut durch und kletterte schon nach einer guten Stunde (1:02:01h) als 83. aus dem Wasser. Dann musste Manni auf die 180 Kilometer lange Radstrecke, die auf zwei 90km-Runden aufgeteilt ist. „Vielleicht hatte ich etwas zu viel Respekt“, so sein Kommentar nach dem Ritt, denn er ließ es zunächst gemächlich angehen.

BIKE 5km                  10:07:35      01:12:33      08:27             01:43 35.09
BIKE 37,5km            11:12:42      02:17:41      01:05:08      02:01 29.94
BIKE 70,9km           12:26:56      03:31:55      01:14:14      02:14 27.00
BIKE 89,5km           13:05:44      04:10:43      38:48             02:08 28.30
BIKE 122km             14:16:40      05:21:38      01:10:55      02:10 27.75
BIKE 155,5km          15:34:54      06:39:53      01:18:15      02:21 25.69
BIKE 174,2km         16:11:58      07:16:57      37:04             01:59 30.27
BIKE FINISH            16:20:09      07:25:08      08:11             01:25 42.49

Hinten raus wurde es dann wie zu sehen etwas schneller, aber vielleicht wäre ein wenig mehr drin gewesen als die tatsächlichen 6:21:03h, mit der den 284. Platz belegte (Schnitt 28,35 km/h). Als er zu Daniel übergab, lag die Staffel auf Rang 265. Er war mit der Vorgabe, einen 5er-Schnitt zu laufen, ins Renngeschehen gestartet, musste aber schon bald der Hitze Tribut zollen und kam nach 4:20:43h ins Ziel, was für ihn Platz 243 bedeutet.

Run 0,5km     16:23:28      07:28:27      02:12 04:54 12.26
Run 4,1km     16:40:48      07:45:47      17:20 05:21 11.25
Run 12,5km    17:24:15      08:29:14      43:27 05:09 11.67
Run 21,1km    18:15:19      09:20:18      51:04 05:53 10.22
Run 24,9km   18:41:50      09:46:49      26:31 06:38 9.05
Run 28km       19:01:56      10:06:55      20:06 06:29 9.26
Run 31km        19:23:40      10:28:38      21:43 07:15 8.28
Run 38,2km    20:19:12      11:24:11      55:33 07:43 7.78
Run 39,2km    20:26:55      11:31:54      07:43 07:43 7.78
Run 39,5km    20:29:24      11:34:23      02:29 08:17 7.24
Ziel                    20:41:58      11:46:57      12:34 04:40 12.87

Auf den ersten zehn Kilometer konnte das Vorhaben noch umgesetzt werden, dann schraubte er mit Vernunft runter und runter und runter 😉 Die letzten zehn Kilometer glichen dann eher einer Qual: Mit einer Pace von deutlich über sieben Minuten näherte er sich dem Ziel, dem er dann aber ab km40 entgegenstürmte. „Für den Läufer ist die Staffelteilnahme kein Zuckerschlecken, wenn er die anderen Teilnehmer seiner Staffel sehen will: Er muss morgens zum Schwimmstart, das sind vom Campingplatz acht Kilometer auf dem Rad. Dann muss er wieder zurück und später zehn Kilometer nach Roth. Und dann darf er endlich irgendwann einmal starten“, schildert Moritz. Hinzu kommt, dass die Laufstrecke rund 20 Kilometern recht öde am Kanal verläuft. Für den Kopf sicherlich kein Zuckerschlecken. „Egal, wir haben es geschafft. Haken drunter und fertig.“


Die SDR-Staffel in Roth ist auf der Strecke

Ab sofort ist die Seidenraupen-Staffel bei der Challenge Roth aktiv. Über http://datev-challenge-roth.r.mikatiming.de/2016/?pid=tracking und http://www.liverank-portal.de könnt ihr sie verfolgen, auf www.challenge-roth.de gibt es eine Live-Übertragung (von 6.15 bis 16 Uhr und von 19.15 bis 23 Uhr). www.tri2b.com wird ebenfalls im Ticker über das Rennen berichten (ab 6 Uhr morgens).  Die TV-Zeiten im Bayerischen Fernsehen: 13.45 bis 14.30 Uhr und 18.14 bis 19.15 Uhr Die ARD zeigt ab 17.30 Uhr eine Zusammenfassung in der Sportschau.

Schwimmstart

Grandios. Foto: Challenge Roth


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Die Schwimmstrecke.


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Im Tunnel. Foto: Challenge Roth


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Die Radstrecke.


Laufen

Fast geschafft. Foto: Challenge Roth


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Die Laufstrecke.


Liebesgrüße aus Roth


Das Seidenraupen-Mobil rollt gen Roth

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Das Seidenraupen-Mobil.

Mit Moritz Mayntzhusen und Daniel Bahrenberg haben sich zwei Drittel der Seidenraupen-Staffel Richtung Roth aufgemacht. Manni Bender tuckert berufsbedingt morgen hinterher. Am Sonntag heißt es ab 8.55 Uhr Daumen drücken, wenn der Startschuss für Moritz im Main-Donau-Kanal fällt. Dann ist bereits der Großteil der insgesamt 3400 Einzelstarter auf dem Rad, die ersten Triathleten legen die 3,8 Kilometer lange Schwimmstrecke nämlich bereits ab 6.30 Uhr zurück. Moritz dürfte nach einer guten Stunde aus dem Wasser kommen und an Manni übergeben. 180 Kilometer (auf einer 90km-Runde, die zweimal gefahren wird) mit 1000 Höhenmetern liegen vor ihm, ehe Daniel auf die Laufstrecke wechselt.

Die SDR-Staffel (Nummer 4285) ist eine von 650 – das Ziel ist vordergründig natürlich ankommen, aber das sollte bei den drei eigentlich kein Thema sein. Moritz hat in den vergangenen Woche extrem viel Zeit im Wasser verbracht. Manni hat dann auch eingesehen, dass ein wenig Training nicht schaden könnte und Daniel ist ein erfahrener Marathon-Hase, der bei vier Stunden finishen kann.

260.000 Zuschauer werden entlang der Wettkampfstrecken und im Triathlon-Stadion erwartet – und machen Roth damit nicht nur zur weltgrößten Triathlon-Veranstaltung auf der Langdistanz, sondern auch zur Legende: Das berühmte Triathlon-Festival findet in der europäischen Triathlon-Hochburg bereits seit mehr als drei Jahrzehnten (erste Austragung 1984) statt.

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Manni, Moritz und Daniel im Düsseldorfer Medienhafen.

Der Wettkampf startet mit 3,8 Kilometern Schwimmen im Main-Donau-Kanal, setzt sich fort mit einem Radrennen über 180 Kilometer und einem abschließenden Marathon über 42 Kilometer. Der Sieger wird voraussichtlich auch in diesem Jahr wieder unterhalb der magischen Acht-Stunden-Marke über die Finishline gehen, die von Andreas Raelert in Roth aufgestellte Weltbestzeit (2011) liegt bei unglaublichen 7:41:33 Stunden. Unsere Jungs dürften bei circa elf Stunden eintrudeln.

Stadt und Landkreis Roth erleben am 17. Juli ein weiteres Mal ein Sport-Spektakel der Spitzenklasse unter dem Challenge-Label. Dafür sorgt wie jedes Jahr ein spektakuläres Starterfeld mit vielen bekannten Top-Athleten aus aller Welt. Gleichzeitig ist der DATEV Challenge Roth aber auch ein riesiges Familienfest mit einem umfangreichen Rahmenprogramm vom Triathlon-Spezialmarkt im Rother Triathlon-Park (Donnerstag bis Montag), NightRun, Junior Challenge und Challenge forAll, dem Frauenlauf Challenge Women bis hin zur abendlichen Finishline-Party am Wettkampftag.


Ahooooooooooh: Spartaner überrennen Duisburg!

Knapp 3000 Frauen und Männer wurden am vergangenen Samstag in Duisburg zum Spartaner ausgebildet – ich war auf Einladung des Veranstalters einer davon. Am Ende blieb mir vom Spartan Race an der Regattabahn hauptsächlich das Gefühl, eine einzige Schürfwunde zu sein. Aua! 😉

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Startschuss für das Super Elite Heat. Foto: Ruhrpott-Runners

Eigentlich sollte das Race für mich eine lockere Trainingseinheit werden. Nach den 36 Kilometern auf dem Rheinsteig am Vortag wollte ich nur ein wenig auslaufen und Spaß dabei haben. Viel hatte ich mich nicht mit dem Spartan Race beschäftigt, außer, dass ich die Distanz (13 Kilometer) kannte und wusste, dass es über ein paar Hindernisse gehen würde. Mit den Erfahrungen einiger Starts beim Strongmanrun dachte ich, das wird schon irgendwie passen. Und dass der Veranstalter von sich selber behauptet, der beste und härteste in diesem Segment zu sein, hakte ich als das übliche Säbelrassen ab. Fehler!

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Weil mein Terminplan am Samstag eng getaktet war, hatte ich mich in den ersten Startblock, der um 9 Uhr auf die Strecke durfte, eingebucht – ohne wirklich zu wissen, was ich mir damit antat. Denn dadurch fand ich mich im sogenannten „Super Elite Heat“ wieder. Um mich herum fast ausnahmelos durchtrainierte (also wirklich durchtrainierte) Frauen und Männer, bis in die Haarspitzen motiviert und scheinbar bereit, über Leichen zu gehen. Ist es bei normalen Laufwettbewerben unüblich (und durchaus auch verpönt) mit nacktem Oberkörper zu starten, so gilt hier ganz offensichtlich: Zeig her, was du hast. Dadurch sind nicht nur etliche großflächige Tätowierungen zu sehen, sondern auch Brust- und Bauchmuskeln jenseits der Normalität. Und ich? Stehe da wie ein kleiner Schuljunge, eingepackt im Triathlon-Einteiler, ohne Sixpack und so. Meine allergrößte Frage: Können die auch laufen? Das kann ich bekanntlich einigermaßen, wenn auch an einem anderen Tag, aber das kann auch der Großteil im „Super Elite Heat“, dem Startblock für die besonders Fitten, wie sich zeigen wird. Unangenehmer Nebeneffekt dieses Blocks übrigens: Dir darf bei den Hindernissen keiner helfen und du hast auch nur einen Versuch. Beim Scheitern folgen unweigerlich 30 Burpees. „Der Marschall ist das Gesetz“, sagt der Einpeitscher, der auch gut in Wacken zu gebrauchen wäre, kurz vor dem Start – und was er damit meint, merke ich später.

Sandsäcke, Baumstämme, Steinkugeln, Stahlketten, Autoreifen

Und dann geht es los – verdammt fix. Die erste Reihe, allesamt gekonnte OCR-Wettkämpfer (OCR steht für Obstacle Course Racing, also Hindernisrennen), spurtet los, als seien die Perser höchstpersönlich hinter ihr her. Ich lasse es dagegen ruhig angehen, mit einem knappen Fünfer-Schnitt will ich die Laufpassagen absolvieren. So zumindest der Plan. Nach 500 Metern geht es erstmals über eine, noch recht überschaubare, Holzwand, dann im Krabbelgang unter ein Netz hindurch – ebenfalls noch ganz easy. Schwieriger wird es dann aber so gleich: 25 KG schwere Sandsäcke über rund 400 Meter schleppen macht keinen Spaß. Das gilt übrigens auch für die kommenden Schlepp-Aktionen mit Baumstämmen, Steinkugeln, Stahlketten oder unhandlichen Autoreifen, die einem zusätzlich noch die Schultern zerschneiden. Wie dem auch sei: Für Sparta-Anwärterin Verena ist das Rennen hier schon beendet. Samt Sandsack ist sie im Matsch umgeknickt, Tränen kullern. „Lauft weiter, bei mir geht es nicht mehr“, ruft sie ihren Mannschaftskolleginnen noch zu, um dann den symbolischen Heldentod zu sterben. Tragik. Denn schließlich will am Ende, also auf der Ziellinie, jeder ein Spartaner sein. „You will know at the finish line“, prangt es schließlich auf dem Werbeflyer.

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Klettern, klettern, klettern.

Nach der Sandsack-Arie heißt es erst einmal laufen. Angenehm. Doch das nächste Hindernis wartet schon. Durchs Dickicht einen Hang hinauf und wenig später in das Wasser eines der vielen Gewässer rund um die Regattabahn. Zwei Kilometer zeigt meine Uhr, als ich im Barbarasee gegen einen Betonklotz unter Wasser knalle. Der Kollege vom DLRG hebt verdutzt die Arme. Könne er ja auch nicht wissen, so sein Kommentar. Das Blut rinnt mein Bein hinunter, Erinnerungen an eine ähnliche Verletzung beim Transalpinerun werden wach. Ganz so schlimm wie damals ist es glücklicherweise nicht, aber ich will nicht wissen, welche Bakterien sich aus dem Brackwasser gerade in der Wunde suhlen. Kopf aus, Beine in die Hand, wieder ein paar hundert Meter laufen.

Hochachtung übrigens für die Streckenführung: Geht es bei der Winterlauf-Serie ja klassisch und durchaus ermüdend über die Straßen und Wege, so treiben einen die Macher des Spartan Race über bislang unbekannte Pfade – oder halt durch das Gebüsch. Dornen reißen sich dabei genüsslich in die Oberschenkel, Brennessel nagen an den Waden und ständig lauert die Gefahr, im Dickicht auf einem der vielen Äste umzuknicken. Konzentration ist also auf jeden Fall gefragt.

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Schon bald habe ich die Spitze der Regattabahn erreicht, jetzt folgen viele, viele Kehren im Wedau-Wald (heißt der so?) – und zwischendurch immer wieder Hindernisse: Balancieren auf einem Holzbalken, rauf, runter und zur Seite klettern oder mal wieder irgendetwas Unhandliches schleppen. Bei der Slackline erlebe ich dann die Unbarmherzigkeit eines weiblichen Marschalls. Ich setze nur einen Fuß darauf, um die Spannung zu testen und nehme ihn wieder herunter, um dann beginnen zu wollen. Aber nicht zu können. „Stop. Du hast deinen einen Versuch verbraucht. Du bist im Super Elite Heat. 30 Burpees bitte.“ Kurz will ich diskutieren, aber ich erinnere ich mich an die Worte zu Beginn des Rennens. „Der Marschall ist das Gesetz.“ Und so folgt Burpee auf Burpee auf Burpee. Argh. Zum Glück ist die Getränkestation nicht fern, darauf erst einmal ein Wasser.

Die folgende Stadionrunde samt Autoreifen auf den Schultern nutze ich zur Regeneration und zum Plausch mit anderen Athleten. Ursprünglich, so die aus dem Schwabenland kommende Dame in Blau, wollte sie aufs Treppchen. Das sei aber nach den Burpees gerade ad acta gelegt. Und als sie bei der nächsten Aufgabe das Gewicht auf den Boden fallen lässt, sind auch die letzten Hoffnungen begraben. Während mich diese Gewichte eher lächeln lassen, stoße ich bei den Überkopf-Übungen an meine Grenzen. Der erste Starter aus Block zwei überholt mich und schwingt sich wie ein Schimpanse von Tau zu Tau, während ich nach kurzer Überlegung in die nächsten 30 Burpees einstimme. Meine Oberarme, aber auch meine Konzentration, ist längst nicht mehr bei hundert Prozent. Ich würde wie ein nasser Sack an diesen Tauen hängen und mich der Lächerlichkeit preisgeben. Dann lieber die Burpees und einfach weiterlaufen.

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Burpee auf Burpee. Foto: Ruhrpott-Runners

Mittlerweile ist es richtig warm geworden und ich mache drei Kreuze, dass ich schon so früh gestartet bin. Um nicht gleich an irgendeinem Baum zu liegen, nehme ich deutlich Tempo raus. Who cares? Undenkbar für mich, den ganzen Parcour bei knapp 30 Grad und dieser Schwüle zu absolvieren. Über Stock und Stein geht es weiter, wieder raus an die Regattabahn. Und zwischendurch natürlich wieder klettern, schleppen und malochen. Nichts für schwache Nerven – aber bitte, Sparta war damals auch nichts für Wattebällchenwerfer.

Das Ende muss nun nah sein, meine Uhr zeigt mir, dass der letzte Kilometer beginnt. Mein Kopf sagt mir aber, dass da noch einige Hindernisse kommen, die nicht nur ekelhaft, sondern auch Burpee-verdächtig sind. Nach zwei Schwimmeinheiten im Bertasee und einem Matschbad wieder so eine Aufgabe mit meterhohen Tauen. Oder eben Burpees. Dann eine Art Klimmzug-Challenge. Oder Burpees. Ich merke, dass die Luft raus ist und zum Glück hat der Marschall hier ein gewisses Einsehen. Denn die Burpees sehen schon längst nicht mehr wie solche aus, werden aber trotzdem gewertet.

Vor den letzten beiden Kletterhindernissen wartet noch ein Spartaner-Heuballen, der mit einem Speer erlegt werden muss, dann kurz übers Feuer springen und endlich nach 1:55:32h im Ziel. Im Gesamt-Ranking ist es am Ende des Tages immerhin noch Platz 363 von über 1400 Super-Startern (weitere 1400 gingen über die Kurz-Distanz an den Start), im Super Elite Heat liege ich allerdings deutlich am Ende der Fahnenstange, 72. von knapp 90. Ich sage mir, dass wahrscheinlich keiner von den vor mir Platzierten ein ähnliches Brett am Vortag gelaufen ist, und hake das Ding damit ab. Übrigens: Charles Franzke, schon eine Nummer in Sachen OCR, gewinnt am Ende das Ding, in der wahnsinnigen Zeit von 1:05:12h. Äh, wtf???

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Die Gewinner.

Fazit: Was die Macher des Spartan Race hier in Duisburg angeboten haben, ist schon eine Hausnummer und nicht vergleichbar mit Strongmanrun, Tough Mudder und Co, die dagegen wie ein Kindergeburtstag im Okidoki-Land wirken. Allein diese Wege durchs Gehölz zu suchen und zu finden, zeugt von viel Kreativität, dazu die schon sehr heftigen Hindernisse – puh. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Teilnahme als Duo oder Team, alleine kann das Ganze nämlich recht ermüdend wirken, sofern man nicht ausdrücklicher Fan von OCR ist. Also, Spartaner, kommt ruhig wieder – ihr wart eine Bereicherung für die Region.

Ein großes Danke geht an die Ruhrpott-Runners, die uns einige Fotos zur Verfügung gestellt haben. Und: Von Ferdinand Seidel, der unser Gewinnspiel gewonnen hatte, haben wir leider trotz Nachfrage nichts gehört. Und da er auch nicht in die Ergebnislisten auftaucht, gehen wir davon aus, dass er nicht gestartet ist. Schade…