Wir laufen und laufen und laufen und laufen

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Neue Sieger braucht der SRC

So langsam, aber sicher trudeln die Wanderpokale wieder auf der Seidenraupen-Geschäftsstelle ein, und damit auch Rückmeldungen der Sieger aus dem Vorjahr. Und die lassen erkennen, dass wir in mindestens drei Wertungen neue Champions suchen und es keine Titelverteidigung geben wird.

Magnus Gödiker holte sich nach 2013 und 2016 mit seinem Sieg 2018 jetzt seinen dritten Stern auf der 16 Kilometer-Strecke.

Magnus Gödiker, dreifacher Sieger auf der 16 Kilometer-Runde, einer von nur drei Läufern, die beim SRC unter der Stunden-Marke blieben, und Sieger in 2018, wird zeitgleich in Namibia sein und daher nicht starten können. Die Chance also für Christoph Lohse, mit einem weiteren Erfolg und dann vier SRC-Titeln wieder davonzuziehen. Oder wird es diesmal etwa ein ganz anderer, der sich die beliebte Holzraupe auf den Kaminsims stellen kann?

Silke Optekamp holte nach dem zweiten Platz in 2017 nun den Sieg.

Über die gleiche Distanz war im vergangenen Jahr Silke Optekamp erfolgreich (Zeit: 1:11:32 h) – auch sie kann leider diesmal nicht dabei sein, wie sie uns kürzlich mitteilte. Damit suchen wir hier die siebte Siegerin im siebten Rennen – noch nie wurde hier der Titel verteidigt.

Bastian Siemes vom Tri-Team Nettetal.

Bastian Siemes vom Tri-Team Nettetal, mit der Streckenrekord-Zeit von 24:14 min Gewinner des kleinen SRC in 2018, legt aktuell den Trainingsschwerpunkt aufs Rad und verzichtet daher ebenfalls auf einen Start am 6. Oktober. Auch hier hat es stets andere Sieger gegeben, zumindest diese Serie behält Bestand.

Esther Jacobitz, seit 2016 beim SRC erfolgreich.

Noch keine Rückmeldung gibt es von Esther Jacobitz, seit 2016 ungeschlagen auf der 6,6 Kilometer-Strecke und mit 24:54 min auch Streckenrekordhalterin. Winkt dem heimischen Laufwunder der vierte Eintrag in die Siegerliste?

Die erfolgreiche Staffel des TuS Oedt.

Auch die Staffel des TuS Oedt, 2017 und 2018 – wenn auch in unterschiedlichen Besetzungen – erfolgreich und damit möglicherweise vor dem Hattrick, hat noch nicht gemeldet.

In it for the long run: Dabei sein war alles!



Grundsätzlich braucht es viel, um mich zu begeistern. Und damit meine ich weniger materielle Dinge. Wenn da aber Menschen mit Herzblut etwas anpacken, sie bis zum umfallen dafür ackern und am Ende etwas gutes dabei raus kommt, dann neige ich gerne den Kopf. Einen dieser Menschen durfte ich am Mittwoch kennenlernen: Anthony Horyna. Es war mir eine große Ehre, ihn (und seine Freundin Jule, die ich auf keinen Fall vergessen möchte) beim Projekt 19/19 auf der Etappe 18 von Wirges (vorher nur auf einem Autobahnschild mal gesehen) bis nach Bad Marienberg (bislang gänzlich unbekannt) begleiten zu dürfen. Knapp 42 Kilometer durch den Westerwald. Für eine verdammt gute Sache.

Anthony und Jule (und ich) über den Wolken. Fast.

Anthony ist Läufer. Genau genommen sogar Ultraläufer. Also so einer, der nach 42,195 Kilometern nicht aufhört, sondern erst richtig Lust bekommt und getreu dem Kahnschen Motto weiter, immer weiter rennt. Da geht es mal über Berge in Bulgarien, bei -40 Grad gen Nordkap oder eben 160 Kilometer im Kreis durch den Kurpark in Wiesbaden.

Läufer kommen bei ihren Läufen häufig auf dumme Ideen, weil sie viel Zeit haben, um nachzudenken. Sie setzen sich Sachen in den Kopf und tüfteln so lange, bis aus der puren Idee etwas Handfestes wird. Bei Anthony war es aber keine dumme Idee, sondern eine ernste – und eben unterstützenswerte. Denn Anthony läuft 1900 Kilometer durch Deutschland und macht mit diesem Kraftakt auf Depression und Suizid, und vor allem die Prävention, aufmerksam. Motto: „In it for the long run.“

Immer dem E1 entlang…

Sein Lauf begann Ende Juli am Bodensee und führt ihn bis nach Flensburg. 45 Tages-Etappen auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 , im Schnitt 43 Kilometer lang, geplantes Ende ist der 10. September, dem Welttag der Suizidprävention. „Ich kenne das Thema aus nächster Nähe und weiß, wie sehr es noch immer vernachlässigt und tabuisiert wird. Mit meinem Lauf möchte ich auch wachrütteln“, erzählte er mir während der sechs Stunden, die wir unterwegs sind. Er macht aber nicht nur aufmerksam, sondern unterstützt auch die Organisation „Freunde fürs Leben“. Sie informiert über Depression und Suizidprävention, klärt auf und hilft. Neben dem Umstand, dass Anthony Läufer sucht, die ihn auf dieser langen Reise begleiten, muss ich sagen, dass genau das mich angefixt hat – auch, weil es Menschen in meinem Umfeld gibt, die sich mit dieser Krankheit seit Jahren herumschlagen, sich mal erholen, und dann wieder von jetzt auf gleich in ein Loch zurückfallen.

„Ja, Depressionen sind eine Krankheit. Keine bloße Verstimmung, sondern ein sehr ernst zu nehmendes Problem. Wer Krebs hat, dem ist es anzusehen. Wer aber an Depressionen leidet, der kann dies verstecken. Und das tun viele, denn in unserer Gesellschaft ist es noch immer ein Tabu“, schildert Anthony.

Wir haben auf unseren 42 Kilometern viel Zeit, darüber zu quatschen, denn heute bin ich der einzige Mitläufer – wenn man von Jule absieht. Anthonys Freundin kommt uns nämlich irgendwann entgegen und läuft dann recht spontan noch 23 Kilometer mit uns mit.

Mit diesem Monstertruck sind die beiden unterwegs.

Es ist ein Wahnsinns-Ding, was die beiden rocken, nicht nur sportlich, sondern auch im Bereich der Orga. Während Anthony „nur“ läuft, kümmert sich Jule um das Organisatorische, das beim Camping-Plätze finden beginnt und beim Brötchenschmieren aufhört (Danke nochmal auch dafür). Hörte sich ein wenig so an, was wir damals beim TAR erlebt haben (nur halt an acht „popligen“ Tagen statt an 45): Henne und ich auf dem Trail, Eva am Steuer – aber nicht weniger angestrengt als wir.

Auch darüber erzählen wir: Läufe hier, Läufe da. Urlaube, Kinder, Weltanschauungen. Sehr angenehm übrigens: Es ist kein Wettlauf gegen die Uhr: Mal bleiben wir stehen und blicken auf einen See, dann quatschen wir mit dem Förster über seinen Job (aber auch eben über Anthonys Thema) und mal klettern wir auf einen Aussichtsturm. Alles easy!

Am Ende des Tages zieht Anthony ein Fazit:

Und auch ich muss sagen: Es war einfach toll. Jule und Anthony sind faszinierende Menschen, die mit einem grandiosen Projekt eine gute Sache unterstützen. Und dafür war es mir absolut wert, diese An- und Abreise auf mich zu nehmen. Übrigens ein Klacks gegenüber dem, was die beiden leisten – und natürlich ein laues Lüftchen gegenüber dem, was die Menschen durch- und mitmachen, die an Depression erkrankt sind. Ich hoffe, ihr werdet Flensburg gesund und munter erreichen. Ich werde mal den lieben Herrgott um ein paar Boosts bitten ;-), und dann klappt das schon.

Mehr Infos zum Projekt (und Spendenmöglichkeiten) gibt es hier: http://projekt1919.de/, auf Facebook gehts zu Anthony hier lang (https://www.facebook.com/profile.php?id=100003662968371, Hashtag #projekt1919) und auch auf Insta gibts Eindrücke: https://www.instagram.com/projekt1919/. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen…

Seidenraupen bieten längste Tour beim Hospizlauf an

Mit den Seidenraupen kannst du’s nicht besser – aber länger. Getreu diesem Motto freuen wir uns, erstmals beim Hospizlauf (22. September) einen eigenen Startpunkt anbieten zu können. Und nicht nur das: Wir haben auch die längste Strecke im ganzen Programm.

Großer Jubel bei den Finishern des Hospizlaufs am Blumenplatz. Foto: SSB

Los geht es um kurz nach 11 Uhr vom Sportplatz am Hölschen Dyk 46 über eine wellige Runde am Hülser Berg. Am Ende unserer Runde kehren wir zum Sportplatz zurück und laufen dort gegen 12 Uhr weiter Richtung Hospiz (weitere sieben Kilometer). Beide Abschnitten werden im 5 min/km-Tempo gelaufen. In der Folge laufen wir auf die Walker (10 min/km) und Läufer (7 min/km) auf, die bereits um 11.30 bzw. um 11.50 Uhr vom Sportplatz aus und unter der Regie des Hülser SV gestartet sind.

Unser erster Streckenabschnitt ist laut Gpsies 9,9 KM lang, der folgende 7,1 KM. Zusammen sind es also 17 Kilometer. Besonders Schmankerl für die Hülser Läufer: Zurück geht es mit dem Schluff.

Gerade für unsere Runde sollte eine gewisse Lauferfahrung mitgebracht werden. Wir laufen einige Anstiege, die zwar nicht sehr lang sind, aber doch schon anstrengen können. Aufgrund der Hügel ist es schwierig, eine genaue Pace zu nennen, die wir durchgängig laufen werden, wir orientieren uns aber an 5 min/km.

Weitere Infos und die Online-Meldung gibt es unter www.ssb-krefeld.de/9-krefelder-hospizlauf/ Man kann sich aber auch noch vor Ort anmelden.

SRC 2019 startet in genau zwei Monaten

Genau zwei Monate sind es noch, dann startet der Seidenraupen-Cross 2019. Schon jetzt scheint die Vorfreude bei vielen Läufern groß zu sein, denn mit ziemlich genau 100 Meldungen liegen genau doppelt so viele vor wie noch vor genau einem Jahr. Mit ein Grund für den Boom sind auch die beiden neuen Rennen: So wird es für Bambini und Kids zwei Wettbewerbe geben.

Der Nachwuchs startet auf einer (bzw. zwei) Runden auf der Sportanlage und wird über einen spannenden Kurs geführt. „Zu viel wollen wir aber noch nicht verraten“, so Manuel Kölker. Der Vorsitzende der Seidenraupen erinnert allerdings daran, dass die Kinder zusammen mit den Maskottchen des KFC Uerdingen, der Krefeld Pinguine und der HSG Krefeld starten werden ( https://seidenraupen.org/2019/05/14/grotifant-eddie-the-eagle-und-kevin-laufen-mit-du-auch/ ).

Erste Infos haben die bislang gemeldente Läufer übrigens im ersten Newsletter erhalten, der hier nachzulesen ist: https://seidenraupen.org/seidenraupencross/infos-und-ausschreibung/newsletter-juli-2019/

Bämmm: Neue 10km-PB für Moritz

Berlin ist bekannt für sein schnelles Pflaster, regelmäßig purzeln hier die Rekorde. Moritz Mayntzhusen konnte bei der 28. adidas Runners City Night am vergangenen Samstag davon nun auch profitieren und seine 10 Kilometer-Bestzeit auf 40:54 min verbessern. Damit wurde er 468. im Gesamt-Ranking und 95. in der M35. Es gewann Valentin Pfeil in 29:15 min.

Martin und Manu bei „Retour le Tour“

Ebenfalls aktiv waren Martin Myrold und Manuel Kölker. Die beiden radelten beim Nachbarschaftsrennen im Rahmen von „Retour le Tour“ mit und hatten trotz mäßigem Wetter viel Spaß.

Manu und Marcus bei den Kleinfeld-Open 2019.

Nur einen Tag später war Manu wieder on fire, diesmal bei den 19. Kleinfeld-Open im Trikot der Pilstrinker. Doch weder ihm, noch Marcus Noack mit den Tennisfreunden Fischeln gelang der Sprung in die Endrunde. So begnügte man sich eben mit ein zwei Bierchen und ließ dem Seriensieger Dohmes & Golomb den Vortritt.

Hendrik zieht ein Fazit: 4 Trails reloaded

Nachdem Manu und ich eigentlich 2013 gemeinsam am 4 Trails teilnehmen wollten, ich allerdings verletzungsbedingt nicht starten konnte, bot sich in diesem Jahr die Chance erstmalig wieder an dem viertägigen Trailevent teil zu nehmen. Das neue Konzept sieht im Vergleich zu den früheren Veranstaltungen etwas kürzere Etappen vor, um so eine breitere Masse anzusprechen. Der 4 Trails fand in diesem Jahr vom 10.07 bis zum 13.07 statt und führte von Seefeld in Tirol über Leutasch, Wildermieming und Nassereith nach Imst. In Summe machten sich 507 Trailrunner und erstmalig 33 Hiker auf, um die ursprünglich geplanten 95,9 km mit 5.714 Höhenmetern im Auf- und 6.080 Höhenmetern im Abstieg zu meistern.

Für mich persönlich war es die erste Trail-Veranstaltung seit der Teilnahme am Transalpine 2012. Die Vorbereitung war im Vergleich zur damaligen Vorbereitung eher semi-professionell: keine Läufe in hügeligen Gebieten, keine Dauerbelastung über mehrere Tage, kein Training in der Höhenkabine. Rückblickend betrachtet stellt sich heraus, dass die schweißtreibenden und zeitintensiven Einheiten, die Manu und ich damals gemeinsam absolviert haben, durchaus sinnvoll und hilfreich gewesen sind.

Gute Laune und voller Tatendrang

Gut gelaunt und voller Tatendrang reisten Lena und ich am 09.07.2019 nach Seefeld, um dort die Startunterlagen entgegen zu nehmen. Wie man es von Plan B schon vom Transalpine Run gewohnt war, war auch hier die Organisation perfekt und äußerst freundlich. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren und das Quartier bezogen war, ging es  abends auf die Rosshütte, um dort dem berühmten Streckenbriefing zu lauschen und die Energiespeicher zu befüllen.

Am Mittwoch um 08:55 bei strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und den Klängen von „highway to hell“ ertönte dann der Startschuss und es ging endlich los. Nach einem kurzen Abstecher durch das schöne Örtchen Seefeld ging es gleich steil bergauf. Getragen durch das gute Wetter und einer stetig steigenden Euphorie war ich deutlich schneller am Gipfel als zuvor gedacht. Beim anschließenden downhill wurde mir erneut sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, was einen geübten Trailrunner von einem Straßen- und Waldläufer unterscheidet. Trotz einer für meine Verhältnisse hohe Geschwindigkeit rauschten die anderen Teilnehmer nur so an mir vorbei. Die zweite Steigung des Tages hatte es dann nochmal richtig in sich, so dass ich völlig ausgepowert aber glücklich ins Ziel einlief. Abends ging es dann wieder zur Pasta Party und es gab erstmalig die Fotos und das Video des Tages. Wie schon 2012 eine emotionale, beeindruckende und motivierende Vorstellung!

Der nächste Morgen begann mit der Erkenntnis, dass die Renneinteilung des Vortages taktisch keine Meisterleistung war. Beim Versuch die Koffer von der ersten Etage in das Erdgeschoss zu tragen, melden sich beide Oberschenkel erstmalig sehr deutlich und versprühten keine große Zuversicht. So ging es zum Start der zweiten Etappe, wie immer nach dem gleichen Schema: bei weiterhin recht gutenBedingungen lief die Etappe trotz schwerer Oberschenkel gut an. Dies kippte an dem Punkt, als es hieß die zuvor aufgestiegenen Höhenmeter in die andere Richtung zurück zu legen. So wurde ich an diesem Tag beim downhill von sicherlich 40-50 Läufern überholt und kam mit völlig verhärteten Oberschenkeln und wie auf Eiern laufend ins Ziel. 

Vor der dritten Etappe führte mich mein Weg direkt zu den Physios mit der Bitte irgendetwas für meine Oberschenkel zu tun. Mit einem intensiven Taping wurde versucht zu retten, was noch zu retten war, jedoch mit eher überschaubarem Erfolg. So ging es also mit inzwischen vollkommen verhärteten Oberschenkeln auf die dritte Etappe, die wegen schlechter werdender Wetterverhältnisse „entschärft“ worden ist, was mir und meiner körperlichen Verfassung sehr entgegen kam. Die ersten 2 Kilometer verliefen im flachen Terrain recht zäh, bevor es zu den ersten Steigungen kam. Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Tages passierten wir einige Schneefelder und wurden angehalten die Pflichtausrüstung (die in der Tat täglich kontrolliert worden ist) in Form vonMütze und Jacke anzulegen. Das gute Gefühl des erklommenen Gipfels wich sehr schnell der puren Frustration und der Schmerzen beim Weg zurück ins Tal.

Waren es am Vortag noch 40-50 Läufer, die mich bergab überholten waren es an diesem Tag sicherlich um die 100. Gefühlt lief das gesamte Feld an mir vorbei, viele fragten, ob alles ok sei oder ob ich Hilfe bräuchte. Eine Kuh beim Almabtrieb gibt sicherlich ein dynamischeres Bild ab als ich an diesem Tage. Jeder Schritt bergab tat weh, gefühlt hatte ich zunehmend weniger Kontrolle über meine Beine/Füße. Zwischendurch kam der Gedanke auf, dass ich die Etappe nicht zu Ende laufen könne, als mich ca. 7 km vor Schluss eine strahlende Dame im gelben Regencape an der Strecke in Empfang nahm. Statt mir vom Streckenrand aus kurz Mut für die restliche Strecke zuzusprechen, wurde Lena kurzerhand „verpflichtet“ mich bis zum Ziel im strömenden Regen zu begleiten 😉. Gemeinsam quälten wir uns Meter um Meter Richtung Ziel, um es schlussendlich mit einer Mischung aus Schmerz, Frust, ein wenig Stolz und einer großen Portion Dankbarkeit für die Begleitung, auch zu erreichen. 

Der weiterhin existierende Gedanke an Aufgabe wurde spätestens auf der Abendveranstaltung eliminiert. Als wir mit vollem Tablett nach einem freien Platz suchten, wurden wir von 4 netten Herren heran gewunken. Die netten Herren entpuppten sich als „die Hügelhelden“ vom Niederrhein, die mich gemeinsam mit Lena mit neuer Zuversicht und Motivation zurück auf die Spur brachten.

Am Samstag hieß es dann nochmals Kräfte bündeln, um auch die letzte Etappe zu meistern. Bei stetig besser werdenden Bedingungen verlief die Etappe ähnlich wie die beiden Tage zuvor, wobei das nahende Tour-Finish nochmal ein paar Kräfte frei setzte. 6 Kilometer vor Schluss, kurz nach der letzten Verpflegungsstation, kam Lena mir erneut entgegengelaufen, um mich auf den letzten Kilometern zu begleiten, so dass wir gemeinsam bei inzwischen wieder blauem Himmel und Sonnenschein in Imst ins Ziel einlaufen konnten. Immer und immer wieder ein tolles und einzigartiges Gefühl!

Wie fällt nun mein persönliches Fazit nach den 4 Tagen aus?!? Es waren für mich 4 Tage mit Licht und Schatten. Negativ war sicherlich die Kombination aus einer eher schlechten Vorbereitung auf die Veranstaltung und einer äußerst schlechten Aufteilung der Kräfte. Durch die vollkommene Verausgabung auf der ersten Etappe, habe ich mir selbst sehr viel kaputt gemacht und konnte die Folgetage nicht so angehen und genießen wie ich es gern getan hätte. Stattdessen habe ich mich mehr oder weniger über die Berge geschleppt und mich durch die Etappen gequält. Doch wo Schatten ist, ist auch Licht und davon gab es sogar einiges: Angefangen bei der perfekten Organisation, den tollen Strecken und Landschaften, den atemberaubenden Bilder und Videos, dem tollen Zusammenhalt unter den Läufern bis hin zu dem Menschen, ohne den ich die Serie wohl nicht ins Ziel gebracht hätte, hierfür nochmals meinen herzlichen Dank!

Aus meiner Sicht eine wirklich tolle Laufveranstaltung und ideal für jeden Läufer, der Interesse an einem mehrtägigen Laufevent im Gebirge hat. Die Strecken sind einerseits anspruchsvoll und landschaftlich sehr reizvoll, anderseits sind die Tagesetappen mit max. 25 km auch für weniger geübte Läufer machbar.

Jetzt noch schnell anmelden: SRC-Trainingskurs startet in wenigen Tagen

Aufgepasst: Der Trainingskurs für den Seidenraupen-Cross startet am Freitag, 2. August. Viktoria und Daniel, unsere beiden Coaches, nehmen noch Anmeldungen entgegen. Infos findet ihr hier.

Worauf also warten? Let’s go!!!

Henne meistert auch dritte 4Trails-Etappe

Die 4Trails sind zurück – und zwar mit einem neuen Konzept, einer neuen Streckenführung und vor allem: Hendrik Hahn. Das Gründungsmitglied war bekanntlich 2013 bei dem viertägigen Etappenrennen durch die Alpen angemeldet, musste dann aber wegen einer hartnäckigen Achillessehnenreizung passen. Manuel Kölker musste daher alleine los. Jetzt wagt er das Comeback!

Ein Haufen Irrer! Foto: Plan B

Vor sechs Jahren waren die 4Trails noch die kleine Variante des Transalpine Runs: Vier Etappen, jeweils im Bereich eine Marathondistanz, dazu happige 10.000 Höhenmeter im Aufstieg. Beim TAR war es eben die doppelte Menge. Nach einer kleinen Unterbrechung hat Organisator Plan B das Rennen ein wenig umgemodelt. Die Etappen sind nun kürzer, und nicht mehr so steil. Bisweilen waren die Läufer weit über fünf Stunden und mehr unterwegs. Das ging nicht nur an die Substanz, sondern schreckte auch viele ab. Zudem können heuer auch Hiker (oder auch Walker genannt) mitmachen.

Beste Voraussetzungen also für Hendrik, dessen letzter Trailrunning-Wettkampf in den Bergen tatsächlich der TAR 2012 war. „Eigentlich bin ich recht fit, aber vier Tage am Stück mit Höhenmetern. Wir werden sehen…“ Auf der ersten Etappe hatte er von Seefeld bis Leutasch 25,40 km, 1557 Hm Aufstieg und 1590 Hm Abstieg zu bewältigen. Von Seefeld aus begann der Tag mit einem Aufstieg durch das Skigebiet Rosshütte zum Seefelder Joch (2.060m) hoch.

Wo laufen sie denn? Foto: Plan B

Ein schöner Blick ins Karwendel Gebirge belohnte die Läufer für die Mühen. Es folgte ein steiler Abstieg ins Eppzirler Tal und weiter zur zweiten Verpflegung nach Gießenbach. Bekanntlich sind die Downhill-Etappen genau das, was man drauf haben sollte – so die Erfahrung vom TAR. Ein weiterer kleiner Aufstieg durch die Sattelklamm auf den Hausberg der Leutasch, den Hohen Stich (1.502m), musste noch bezwungen werden, bevor es die letzten Kilometer bergab ins Ziel ging. Hendrik lief als 46. Ins Ziel. Seite Zeit (3:20:43 h) lag 59 Minuten hinter dem Führenden.

Auf rauschende Ufer ein Mädel ich fand…Foto: Plan B

Auf der gestrigen Etappe ging es von Leutasch nach Wildermieming (22,9 km / 1297 Hm Aufstieg / 1534 Hm Abstieg), zunächst aber hinein ins Gaistal inmitten des beindruckenden Wetterstein Massivs. Die Strecke führte entlang des Ganghofer-Weges bis zur V1 an der Gaistalalm. Nun folgte ein steiler Aufstieg zur Niederen Munde (2.059m), ein sagenhafter Blick hinab ins Inntal und hinüber zum mächtigen Gipfel der Hohen Munde (2.662m) entlohnte für die Anstrengungen.

Here comes the sun! Foto: Plan B

Nun ging es bergab über den Hintereggensteig zur zweiten Verpflegung an der Neuen Alplhütte, von hier aus weiter auf panoramareichen Wegen, vorbei an Kapellen und Hütten bis ins Ziel nach Wildermieming. Hendrik kam nach 3:44:30 h als 66. ins Ziel, im Gesamt-Raniking liegt er somit auf Position 55.

Henne – etwas platt. Foto: Plan B

Heute stand dann die Etappe von Wildermieming nach Nassereith an (22 KM / 1247 Hm Aufstieg / 1288 Hm Abstieg). Nach einem leichten Anrollen ging es dann ab KM 3 stetig nach oben, bis bei 2030 Metern der höchste Punkt der heutigen Etappe erreicht wurde. Positiv: Danach gab es tatsächlich nur noch einen minimalen Anstieg, ehe es dann gemächlich abfiel. Henne war nach 3:53:31 h im Ziel, Platz 89. „Meine Oberschenkel sind komplett durch, da geht gar nichts mehr“, so sein bescheidenes Fazit nach Etappe 3.

Höher, schneller, weiter. Foto: Plan B

Morgen steht dann die Schlussetappe nach Imst auf dem Programm: 23,7 km, 1333 Hm Aufstieg und 1377 Hm Abstieg . Traumhafte Trails führen die Läufer zunächst auf dem Starkenberger Panoramaweg hinauf zum Sinnesgatter unterhalb der Alpeilspitze und weiter zur Walfahrtskirche Sinnesbrunn. Nun geht es talwärts durch einzigartige Lärchenwälder nach Obtarrenz. Die Querung der Salveesenklamm bringt uns weiter in Richtung Imst.  Ein erneuter Aufstieg nach Teilwiesen eröffnet den Blick über Imst und das Gurgltal. Vorbei an Schloss Starkenberg geht es nun direkt ins letzte Ziel, nach Imst.

Happy Birthday: Meike nun auch offiziell in der W40

Wir wünschen unserem Seidenräupchen Meike heute alles Gute zum 40. Geburtstag. Bleib so (schnell) wie du bist 😉

Meike Thomassen.

KLC: Martin Myrold schiebt sich nach vorne

Dank einer Doppelschicht hat sich Seidenraupe Martin Myrold auf den ersten Platz beim Krefelder Laufcup verschoben. Der Norweger holte beim Charity-Run am vergangenen Sonntag mit dem dritten Platz im 5KM-Lauf drei Punkte) und dem fünften (ein Punkt) im 10KM-Lauf insgesamt vier Punkte. Dank seines vierten Platz beim Kulturlauf kommt er damit auch sechs Zähler, die aktuell (mit acht anderen Läufer zusammen) für Platz eins sorgen.

Seidenraupe Martin ist ganz oben dabei.

Auch bei den Damen ist nach dem insgesamt dritten von sechs Läufen noch alles offen: Acht Frauen stehen mit je sechs Punkten oben.

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