Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für März, 2013

Winter = Körner sammeln. Reicht aber langsam trotzdem!

Nee, meckern wollen wir gar nicht. Uns macht es schon Spaß, auch im Winter die Schuhe anzuziehen und unsere Runde zu drehen. Dick im Zwiebelprinzip eingepackt kann uns Wind und Wetter wenig. Schnee begegnen wir skeptisch, aktzeptieren ihn aber genauso wie Regen oder Hagel. Toleranz und so, ihr wisst schon, wovon ich spreche.

Und bekanntlich heißt es ja auch, dass man sich die nötigen Körner für eine erfolgreiche Laufsaison eben im Winter erläuft. Faul auf der Couch rumlümmeln und Tonnen an Chips in sich reinfuttern, kann ja jeder. Bei einigen Seidenraupen hat das auch ganz gut funktioniert, was die Winterlauf-Serie in Duisburg unterstrichen hat und zahlreiche Bestzeiten purzeln ließ, bei anderen weniger. Über die schweigen wir lieber!

Doch irgendwann ist auch mal gut. Auf meinem gestrigen 35k-Ritt um Kempen herum und über Hüls zurück bließ mir bei null Grad ein verdammt eisiger Ostwind bzw. Ostorkan entgegen. Und das eigentlich fortfährend. Zunächst auf dem Weg von Krefeld nach Kempen und dann zurück aus Kempen nach Hüls. Damn Kempener Platte! Nein, das macht dann auch irgendwann keinen Spaß mehr, um die Frage einer Arbeitskollegin zu beantworten. Absolut nicht.

Noch am Samstag erinnerten wir uns in Duisburg an das vergangene Jahr. Damals standen wir nach dem Halbmarathon in Tshirts am Eiswagen und genossen ein verdientes Eis. Und jetzt? Können wir uns das Eis von der Fensterscheibe kratzen.

Da können wir nicht ganz ohne Neid sagen, dass Seidengraupe Ali alles richtig gemacht hat. Hat Sack und Pack gepackt und ist für nen paar Tage nach Thailand. Übrigens mit Laufschuhen. Die er aber, wie er vorhin mitteilte, bislang nur aus der Ferne gesehen hat. Können wir vielleicht partiell verstehen, aber nur ein wenig 😉

Wie dem auch sei. Die Seidenraupen wünschen euch ein schönes Osterfest. Mampft nicht soviel und bewegt euch vielleicht auch mal. Hugh!

Ooops, fast vergessen: Lauf-Kollege Achim A. hat nen schönen Artikel gepostet, den wir euch nicht vorenthalten wollen, auch wenn er uns vielleicht davon abhalten sollte, allzu häufig laufen zu gehen: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/herzinfarkt/article/835319/sterberisiko-sinkt-laengeren-leben-joggen.html


Nach Duisburg ist vor Wien und Ddorf

Nach der Duisburger Winterlauf-Serie richten sich die Blicke der Seidenraupen auf die kommenden Aufgaben. Henne und ich laufen beim Wiener Marathon um die Wette, Mitch hat sich mit Axel für den Düsseldorfer Marathon angemeldet. Und selbst „Laufmuffel“ Ali liebäugelt noch mit einem Start in der Landeshauptstadt. Eine Entscheidung darüber soll im Urlaub in Thailand getroffen werden (oder wurde bereits getroffen?).

So oder so sind die Wochen bis zu den Läufen an einer Hand abzuzählen. Das Wiener Jubiläumsspektakel geht am 14. April über die Bühne, in Ddorf ertönt der Startschuss zwei Wochen später. Grund genug also, die Kräfte zu sammeln. Für Henne und Manu steht in diesen Tagen der richtig lange Lauf auf dem Plan, ehe die Tapering-Phase beginnt, Mitch muss noch ein paar Runden drehen.

Die sportlichen Ziele sind mittlerweile definiert: Henne plant die 3.10 an, Manu versucht, so lange wie möglich dran zu bleiben und schielt auf 3.15. Axel und Mitch rechnen mit einem Finish von 3.45. Mit den Zeiten von Samstag wahrlich keine unrealistischen Ziele…


Sensation an der Wedau: Hahn unterbietet Fitschen!!

Am gestrigen Samstag, den 23.03.2013 stand der letzte Lauf der diesjährigen Winterlaufserie des ASV Duisburg auf dem Programm und endete mit einem wahren Paukenschlage, hierzu später mehr…
Aus einer ehemalig stattlichen Seidenraupen-Fraktion waren letztlich noch 3 einsame Raupen übrig geblieben, so dass Manuel, Mitch und ich die Fahnen der Seidenraupen hochhalten mussten.
Die äußeren Bedingungen luden nicht gerade zu sportlichen Höchstleistungen ein: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, grauer Himmel und ein eisiger Ostwind.

Pünktlich um 15:00 wurden wir also auf die Piste geschickt. Für Manu und mich stand damit der letzte richtige Härtetest vor dem in 3 Wochen stattfindenden Vienna-City Marathon auf dem Plan. Die Strecke war zu Beginn exakt die, die wir bereits vor 4 Wochen bei dem 15er der Winterlaufserie gelaufen waren, so dass die Tücken bestens bekannt waren. Die ersten Kilometer liefen wie am Schnürchen: Zwischenzeiten von 3:45-3:55 pro Kilometer bestätigten die durchaus gute Form. Dies ging bis etwa Kilometer 14 so weiter bis sich ein erstes Magengrummeln bemerkbar machte (vielleicht war die Currywurst/Pommes 15 Minuten vor’m Start doch nicht die beste Wettkampfvorbereitung…. 😉 ).
Etwa bei Kilometer 15 wurde ich von dem Express der LG Wanderhoden aus Moers eingeholt. Tim Bullermann, der mich bereits auf den letzten 2 Kilometern des 15ers mächtig quälte, strotze noch vor Energie, so dass ich hier nicht mithalten konnte. Respekt für diesen Antritt auf den letzten Kilometern!
Das Grummeln im Magen nahm nun immer mehr zu, so dass irgendwann feststand, dass ich mich wohl oder übel kurzfristig etwas intensiver mit der Vegetation im Sportpark Wedau beschäftigen müsste. Nachdem ich einen guten Zeitpunkt abgepasst hatte (kein Läufer direkt hinter mir und keine Streckenposten in Sicht) wurde kurzehand der Rekord von Jan Fitschen geknackt. Was er während des Berlin-Marathons in 14 Sekunden schaffte, erledigte ich in unter 10, neuer deutscher Rekord! Nun galt es wieder Tempo aufzunehmen und nochmal die letzten Reserven zu mobilisieren. Die letzten Kilometer waren nochmal sehr hart und ich merkte, dass ich nicht mehr an die vorherige Leistung anknüpfen konnte. Dennoch stand am Ende der 29. Platz (5. in der AK) mit einer Nettozeit von 1:23:08 auf dem Papier (knapp an der persönlichen Bestleistung vorbei). Manuel belegte mit einer Zeit von 1:25.25 den 38. Gesamtplatz (8. in der AK) und stellte damit eine neue persönliche Bestleistung auf, wobei auch Manu auf den letzten Kilometern ordentlich zu beißen hatte. Dritter im Bude wurde Mitch mit einer Zeit von 1:32:59, was Platz 164 (23. in der AK) bedeutete, ebenfalls ein tolles Ergebnis!
In der Endabrechnung tauchen nur noch Manu und ich auf, da keine andere Seidenraupe alle 3 Läufe absolviert hat. Für Manu sprang mit einer Gesamtzeit von 3:06:02 der 38. Platz (9. in der AK) heraus. Ich belegte mit 2:59:59 den 19. Gesamtplatz (4. in der AK).
Im kommenden Jahr werden wir versuchen in der Teamwertung anzugreifen. Hierzu müssen mindestens 3 Läufer eines Teams alle 3 Läufe absolvieren.

Alles in allem war es mal wieder eine sehr gut organisierte Winterlaufserie des ASV Duisburg, die in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre machte: es war wirklich schweinekalt und das gleich bei allen 3 Läufen. Trotz widriger Bedingungen im ersten Lauf schafften es die Organisatoren das Event durchzuziehen.

Für Manu und mich stehen nun noch 3 Wochen Vorbereitung für Wien auf dem Programm, wobei sich gestern bereits andeutete, dass wir auf einem guten Weg sind. Hoffentlich haben wir dann in 3 Wochen etwas mehr Glück mit dem Wetter und müssen in Wien nicht wieder die Schneeketten aufziehen…


Morgen aufm Plan: Halbmarathon in Duisburg

Die Halbmarathon-Strecke beim Winterlauf in Duisburg.

Die Halbmarathon-Strecke beim Winterlauf in Duisburg.

Mit dem morgigen letzten Teil der Duisburger Winterlauf-Serie, dem Halbmarathon, haben die Seidenraupen noch einmal eine Mammutaufgabe vor der Brust. Die 21 Kilometer folgen in etwa der 15km-Strecke, machen aber zusätzlich noch einen Schlenker um die Regattabahn und den angrenzenden Sportpark Wedau.

Gemein an der Streckenführung ist der ständige Kontakt mit Läufern, die schon mehr Kilometer auf dem Buckel haben. So gibt es den ersten Kontakt am Aussichtsturm in der Sechs-Seen-Platte. Später begegnen sich schnellere und langsamere Läufer noch auf der Masurenallee, an der Regattabahn und im Sportpark. Auf der anderen Seite: Ist man in der Position, schon an der weiter fortgeschrittenen KM-Markierung zu sein, quasi mit Blick auf die langsameren Läufer, dreht sich das Blatt und man ist froh, das Ziel in greifbarer Nähe zu haben…

Um die Motivation hochzuhalten, hat der ASV Duisburg diesmal für mehrere Musikbands gesorgt, im Ziel gibt es nicht nur alkoholfreies Bier, sondern auch Massagen.

Für die Seidenraupen am Start: Henne Hahn, Manuel Kölker, Ansgar van de Loo und Marcus Noack (in der Reihenfolge ihrer Platzierung). Nichtstarter sind Eva-Moritz Neder (dsq.), Juppi Noack (gießt Blumen) und Ali Celik (Urlaub). Nur Hahn, Kölker, van de Loo und Neder haben bislang alle Läufe absolviert.


Jetzt aber wieder…

…sorry, dass ich die vergangenen Tage hier ein wenig abgetaucht war, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, ein paar Zeilen zu tippen. Man kommt ja auch in ein biblisches Alter 😉 Dafür folgt jetzt ein ganzer Schwung an Informationen.

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Frozen
Nur einen Tag nach meinem 34. Geburtstag standen 34 Kilometer auf dem Programm – dachte ich zumindest. Im Grunde waren eigentlich nur 32 angesagt, wie später ein Blick in den Plan verriet, aber das machte den Braten auch nicht mehr fett. Bei widrigen Verhältnissen (Schneefall, minus vier Grad, harter Ostwind) hatte ich Glück, auf Mitch und Axel als Pacemaker bauen zu können. Sie begleiteten mich über die ersten 15 Kilometer rund um den E-See. Was folgte, war dann aber eine Tortur: Das Wetter machte endgültig dicht und ließ sogar das Wasser in meinem Trinkrucksack gefrieren. Die Schneeflocken waren mittlerweile so schnell durch den eisigen Wind, dass sie im Gesicht übelst schmerzten. Und passend dazu ging dann aber Lank nicht mehr viel auf den Straßen und Wegen. Zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch lag hier der Schnee bedingt durch Verwehungen auf den Feldern: Ein großes Vergnügen! Noch größer war es allerdings, irgendwann nach 34,5 Kilometern in die Badewanne steigen zu können.

Early Bird
Zur großen Freude der Early Bird-Abteilung der Seidenraupen wird es mittlerweile wieder früher hell. Kopflampen und Signalwesten können also ab sofort wieder verpackt werden, denn die Sonne empfängt uns immer früher als noch vor wenigen Wochen.

Hülser Berg
Eine interessante Laufroute wählte ich in der vergangenen Woche am Hülser Berg. Nach einer Einführungsrunde um den höchsten natürlichen Berg Krefelds hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht, jeden Anstieg bei maximaler Belastung zu nehmen, um direkt danach den folgenden Abstieg wieder hinunterzubrettern. Gerade im Bereich „Downhill“ hatten Henne und ich ja im vergangenen Jahr beim Transalpine-Run arge Probleme. Vielleicht bringt es ja etwas, das nun hier regelmäßig zu trainieren. Aufsehen erregte ich vor allem bei den Rehen und Hirschen, die doch etwas verdutzt schauten, als ich an ihrem Wildgehege vorbeiraste.

Frankfurt
Traumhaftes Wetter empfing mich am vergangenen Samstag, den ich auf Einladung von Miri und Marc Dimke zusammen mit Seidenräupchen Eva in Frankfurt verbrachte. Vorausschauend, und einer alten Tradition folgend, hatte ich die Laufsachen natürlich mit im Gepäck. Strahlender Sonnenschein und Temperaturen um den Nullpunkt luden zu einer schönen Tour durch den Frankfurter Finanzgürtel und entlang des Mains ein. 16 Kilometer später hatte ich alle Frankfurter Brücken bis Offenbach gesehen und einen richtig schönen Lauf genossen.

Intervalle
Sie zählen zu den unschönen Einheiten im Trainingsplan: die äußerst flotten Intervalle. In dieser Woche waren 3x4000m zu absolvieren, ursprünglich im Marathontempo, heißt in je 18.30 Minuten. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich gerne ein wenig quäle, und so bin ich die Intervalle etwas schneller, nämlich zwischen 17 und 17.30 Minuten gelaufen – ob das jetzt gut oder schlecht ist? Keinen Plan.

Pollen
Wie viele andere leide auch ich aktuell sehr unter den ersten Frühblühern. Auch wenn es draußen nach zwei, drei Tagen Frühling wieder Winter ist, sind die Pollen unterwegs und machen mir das Laufen nicht leichter. Mal abgesehen von der triefenden Nase und den geschwollenen Augen sind besonders die Atemwege blockiert. Die Lunge ist schwer, pro Atemzug kommt deutlich weniger Sauerstoff hinein, als sonst üblich. Durch eine mir selbst angeeignete Technik, ich nenne sie „Durch den Bauch-Atmen“, gelingt es mir, die Probleme etwas zu lindern, ganz ohne Einschränkung geht es aber leider nicht. Ich hoffe, dass die Problematik sich bis zum Wien-Marathon am 13. April gelegt hat.

Laaaangsam
Auf den Plänen von Lauf-Guru Herbert Steffny, nach denen ich seit Jahren trainiere, tauchen auch pro Woche auf immer Einheiten auf, die man im gemächlichen 6min/km-Tempo laufen soll – ich tippe mal aus Regenerationsgründen. 6min/km ist allerdings für mich fast eine größere Herausforderung, als zB in flotten 4.30 zu laufen. In sofern war ich glücklich, gestern Eva und Ali im Gepäck gehabt zu haben. So gingen zehn entspannte und schweißfreie Kilometer auch vorbei.

Morgens, 6.30 am Kreisel
Einen doch vielleicht etwas zu lang gewordenen Einblick in die morgendliche Runde gibt es abschließend hier. Wer mag, kann sich den Blockbuster (13 Minuten) natürlich in voller Länge geben. Wir sind allerdings nicht böse, wenn das nicht passiert 😉
Bis morgen – versprochen!


„…und du hast gelächelt!“

Die ersten Blumen sprießen...

Die ersten Blumen sprießen…

„Ich habe immer gewunken…und du hast gelächelt“, sagt sie schmachtend. Langsam legt er seinen Arm um sie und schaut ihr fest in die Augen auf dieser Bank am Stadtwaldweiher. Die Vögel zwitschern, hier und da sprießen die ersten Frühlingsblüher und selbst die Amphibien haben sich auf die Wanderung begeben, um für Nachwuchs zu sorgen: Mit dem Frühling kommen die Gefühle – hach, wie schön.
Übrigens, was die Amphibien angeht: Die Frösche, Lurche, Molche und was auch immer wandern immer dann, wenn es wärmer wird. Dafür werden ganze Straßen gesperrt, unter anderem im Hülser Bruch und in Linn. Die Stadt informiert: http://www.krefeld.de/C125747E003B4F9F/html/A35E921FAF441130C1257B280041C2F8?Opendocument

Amphibien-Fangzaun im Stadtwald.

Amphibien-Fangzaun im Stadtwald.

Doch schon bald heißt es wieder: „Winter is coming!“ Nicht, weil heute die zweite Staffel von „Games of thrones“ anläuft, sondern weil es wieder knackig anzieht. Bis morgen soll es auf minus 3 Grad runter gehen, selbst Schnee ist nicht ganz undenkbar. Dabei waren wir doch gerade erst aufgetaut und hatten die ersten Läufe in kurzen Shorts und Shirts absolviert. Da ist es gar nicht so schön, dass es nun wieder kälter werden soll. Aber was solls, die Wintersachen sind eh noch nicht im Keller verschwunden, da macht es auch nichts mehr aus, dass wir wieder zurück in die Kälte müssen. Apropos müssen: Morgen steht bei mir ein sehr, sehr schneller Zehner auf dem Programm. Jemand Lust, mich evtl. aufm Fahrrad zu begleiten. Ich sollte das Ding in 42 Minuten gelaufen sein, besser wäre, sogar noch schneller. Wird natürlich hart, das nicht unter Wettbewerbsverhältnissen zu machen, aber der Winterlauf in Nettetal kolldiert vollends mit dem Derby. Geht ja wohl mal gar nicht. Also, jemand Lust? Zeit? Bock? Kommt schon, lasst mich nicht alleine durch den Frost ziehen 😉

IMG_2872 Während ich gerade also im Stadtwald nen gemütlichen Zehner gelaufen bin, kamen sich die Menschen an diesem frühlingshaften Nachmittag näher und schenkten sich Liebe. Auch mir: „Super Hose“ entwich es einer Dame am Wegesrand, die Augen glänzend, das Herz klopfend (also ich meine, es gehört zu haben). Ihr wisst warum? Ich schon…

Schönes Logo auf der Hose!

Schönes Logo auf der Hose!


Energy Boost: Die ersten Eindrücke

Frisch aus der Packung: Der Energy Boost. Im Hintergrund: "Niederrheinische Küche"

Frisch aus der Packung: Der Energy Boost. Im Hintergrund: „Niederrheinische Küche“

Nach der vollzogenen und endgültigen Trennung von meinen heißgeliebten Supernovas habe ich mal tief in den Geldbeutel gegriffen und mir die neuen, angeblich revolutionären Adidas Energy Boost (www.adidas.de/boost) gekauft. „Seine Mittelsohle stellt mit 1000 speziellen Energiekapseln ein absolutes Novum dar und sorgt zusammen mit der weichen Dämpfung für eine extrem hohe Energierückgewinnung. Ob Wettkämpfer oder Einsteiger, der Schuh eignet sich für jeden Sportfan und wird auch Euch in seinen Bann ziehen!“ So schreibt die Werbung. Ob das jetzt alles stimmt? Wer weiß. Hier aber mal meine ersten Eindrücke.

Der Schuh kommt optisch unspektakulär und sehr leicht daher. Das Obermaterial erinnert ein wenig an die Nike Free-Serie. So richtig wasserabweisend dürfte es nicht sein, da dünne Stoffanteile überwiegen. In der Verse ist der Schuh stabil, schränkt aber nicht ein.
Vorsicht sei Internetbestellern geboten: der Energy Boost fällt sehr klein aus. Erst seit zwei, drei Schuhen laufe ich in 45 1/3, obwohl mir regulär Schuhe der Größe 44 passen, Tendenz zur 43. Auch in Fußballschuhen bin ich regelmäßig mit 44 2/3 ausgekommen, beim Laufen habe ich es dagegen gerne etwas lockerer. So viel Platz, wie ich in den Supernovas bei der gleichen Größe habe, habe ich nun nicht mehr. Ich denke aber, dass sich das durch das weiche Obermaterial nicht negativ auswirkt.
Die Sohle weist zwar Profil auf, jedoch nicht wirklich viel. Keine Ahnung, ob man hier bewusst gespart hat, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass man 1000 km mit diesem Schuh laufen kann, es sei denn, man steht auf Slicks.
Die Dämpfung (sieht so aus wie Styropor) ist dann aber tatsächlich der Hit. Ich habe den Schuh nun einmal bei einem lockeren Waldlauf angehabt und bei einem flotten Straßenlauf. Im Wald habe ich von Stöcken oder Steinen auf dem Weg nichts gemerkt, auch auf der Straße lief es sich wirklich angenehm weich. Ob ich jetzt Energie zurückgewonnen habe? Puh – wer soll mir das beweisen? Ich werde auf jeden Fall berichten, wie er sich so verhält…

Und jetzt was für die Girlz. Selbst Models tragen den Schuh:

Und zum Schluss noch zwei Linktipps: Rene, ein neuer Mitläufer bei den Seidenraupen, empfiehlt folgende Bücher zum Gratis-Download: http://www.ingo-froboese.de/download/.
Und hier gibts nen paar nette Hinweise in Sachen Trailrunning: http://www.asics.de/running/Wissen/umstieg-auf-trail-running/


Seidenraupen sehen „Gold“

Die Seidenraupen im Kino.

Die Seidenraupen im Kino.

Es muss schon etwas besonderes sein, wenn sich die Seidenraupen in das mondäne, zauberhaft wirkende und von Baustellen zerfressende Düsseldorf begeben. Und ja, es war etwas besonderes: Ein gemeinsamer Kinobesuch des Films „Gold – du kannst mehr, als du denkst“ (http://www.du-bist-gold.de/). Da der Film in Krefeld nicht gezeigt wird, war also die Reise in die Nachbarstadt notwendig. Sie hat sich allerdings mehr als gelohnt.

Das schnucklige Programm-Kino Bambi in Little Tokio zeigt den wahrlich meisterhaften Film über die Spitzensportler Henry Wanyoike, einem blinden Marathonläufer aus Kenia, Kirsten Bruhn, einer querschnittgelähmten Schwimmerin aus Deutschland, und Kurt Fearnley, einem australischen Rennrollstuhlfahrer auf ihrem Weg zu den Paralympics in London 2012. In bewegenden Bildern wird geschildert, wie sich die drei mit ihren Behinderungen auf diesen Wettkampf vorbereiten. Wanyoike erblindete mit 20 von jetzt auf gleich, ohne Vorwarnung. Auch Bruhn ereilte das Schicksal plötzlich. Nach einem Motorradunfall fand sie sich im Rollstuhl wieder. Erst nach vielen Jahren lernte sie, mit ihrer Behinderung fertigzuwerden. Anders dagegen Fearnley, der quasi ohne Beine zur Welt kam und sich somit von kleinauf durchkämpfen musste.

Diese doch sehr verschiedenen Menschen geben Einblick in ein Leben fernab von politischen Diskussionen über Inklusion, hier zählt nur der Mensch und das Streben nach sportlichem Erfolg. Ein toller Film, der hoffentlich schon bald im Fernsehen gezeigt wird, denn das typische Kinopublikum wird er wohl nicht erreichen (neben uns schaute sich noch genau eine Person den Film mit uns an).

Gute Tipps kommen heute wieder vom Laufguru Peter Greif in seinem wöchentlichen Newsletter unter http://www.greif.de/news.html#inhalt1. Er beschäftigt sich heuer damit, wie man seine Laufleistung steigert. Will ja eigentlich jeder. Die Lösung ist nicht ganz einfach, aber nach seiner Aussage effektiv.


Wahrlich ein scheiß Abschied

Danke, das war es. Endgültig. Nicht mehr umkehrbar, Schluss – aus – vorbei! Es ist Zeit, „Adieu“ zu sagen. „Tschüß.“ Vielleicht auch „machs gut“! „Auf Wiedersehen“ würde schon nicht mehr stimmen, denn am Ende war es hart mit dir. Wo du dich früher gedämpft verhalten hast, war jetzt nur noch harter Widerstand zu spüren. Dazu dein Geruch, der immer schlimmer wurde, mit dem Gipfel am heutigen Tag. Ich habe es am Ende nicht mehr ausgehalten, so dass es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Das weißt du, genauso gut wie ich.

Doch wenn ich zurückblicke, bleiben die positive Erlebnisse, da sei sicher. Wir sind gemeinsam durch einen harten Winter gegangen, haben Berlin genossen, Aachen gerockt und in Duisburg geglänzt. In Krefeld haben wir so ziemlich jeden Winkel entdeckt, zuletzt sogar so gottverlassene Flecken wie St. Tönis, Fichtenhain oder Fischeln-Süd. Dabei haben wir so gut zueinander gepasst, wie kaum ein anderes Paar zueinander. Die Meter, die wir zurückgelegt haben, konnte kein GPS besser einfangen, als wir zusammen mit dem Polar-System. Schritt auf Schritt, Fuß auf Fuß – es hat einfach gepasst.

Dazu kommt dein nahezu perfektes Aussehen, an dem sich bis heute eigentlich nichts geändert hat. Damals, ich erinnere mich noch deutlich, war es Liebe auf den ersten Blick. Wo andere über Orangenhaut meckern, habe ich sie genossen. Es passte einfach zu dir, genau wie die dezenten silbernen Streifen, die sich um dich schlungen. Denke ich zurück, erinnere ich mich an viele neidischen Blicke. „Der und die?“ wurde hinter unserem Rücken gelästert, doch wir haben uns nicht darum gekümmert. Es war uns egal, was die anderen erzählen, dafür waren wir einfach zu verliebt ineinander. Kurzum, wir haben zueinander gepasst, trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Schwächen des jeweils anderen.

Hin und wieder hast warst du einfach zu – naja – zu dreckig, da hätte ich mir ggewünscht, du hälst dich etwas zurück. Auf der anderen Seite habe ich dich dazu natürlich aber auch immer getrieben: durch die größte Pfütze, durch den tiefsten Matsch, bloß keine Kompromisse. Egal, was solls. Wir haben uns ergänzt, waren wie das Ying und Yang, wie das Alpha und Omega, wie der Regen und die Traufe, wie Mond und Sonne, einfach wie die Luft und die Liebe.

Dass ich dir schon relativ früh in unserer Beziehung fremdging, hat dich nicht gestört – du hast es fast sogar etwas genossen. Berge waren eh nicht so deins, tiefer Matsch oder gar Schnee erst recht nicht. Da hast du dich lieber zurückgezogen und andere die Arbeit machen lassen.

Aber wie schon erwähnt, irgendwann erlischt jede Liebe einmal. Hier und da wird sie zu Freundschaft, manchmal aber auch zu Hass. Ich würde eindeutig ersteres erwähnen, gehasst habe ich dich nie. Auch als du mir zuletzt deutlich deine harte Seite zeigtest und damit deutlich machtest, dass es so nicht mehr gehe. Ich habe das natürlich gemerkt, lange spürte ich schon, dass es bröckelt, dass es nicht mehr lange gut geht. Es war wohl vergangenen Freitag, an dem wir beide gesehen haben, dass es besser sei, sich zu trennen.

Und wie sind Männer? Nicht lange trauern, auf zu neuen Ufern. Wenn möglich besser, schneller, weiter, höher und so. Das werden wir sehen. Vielleicht schon ab morgen, evtl. auch erst im Laufe der Woche. Ich erwarte mir einen Energy Boost, der sich gewaschen hat. Mit Wundermitteln aus Ludwigshafen und tiefen Gefühlen aus Franken. Ja, ich habe mich in deiner Familie umgesehen und habe etwas entdeckt, was es nun zu erforschen gilt. Ob es gut geht? Wir werden sehen, ich bin offen für alles. Gib uns bitte die Chance und versuche nicht, dazwischen zu funken.

Schuhe Einen letzten Abschiedsgruß gaben wir uns heute in der Frühe. Ganz entspannt, ganz langsam. Keine Hektik, nichts ausdauerndes, einfach eine schöne, geruhsame Runde. Entschuldige bitte, dass ich die Gruppe suchte und mich nicht alleine verabschiedet habe, aber ich hatte zuviel Respekt vor meinen Gefühlen. Ich weiß nicht, ob du es mir böse genommen hast, aber der Entschluss, zum Ende noch in einen dicken Scheißhaufen zu treten, war nicht okay. Das war unter der Gürtellinie.

Aus diesem Grund fällt es mir jetzt, wie ich diese Zeilen schreibe, aber auch nicht schwer, „Tschüß“ zu sagen. Danke meine lieben orangen Supernova Glides für die angenehme Zeit, durch die wir seit August gemeinsam gegangen sind. FÜr 1259.74 Kilometer. Für viel Schweiß und einiges an Blut, für Love, Peace and Harmony.