Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für April, 2013

Dem Mitch sein erstes Mal

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Mann, was war der Junge nervös…der Düsseldorf-Marathon 2013 sollte Mitchs erster Marathon sein – und wer ihn kennt, weiß, wie akribisch er sich in den vergangenen Wochen und Monaten auf diesen Wettkampf vorbereitet hatte. Zusammen mit vielen verschiedenen Seidenraupen, allen voran Nachbar Axel, hatte er sich durch den Winter gequält, um dann am Sonntag erstmals an der Startlinie zu stehen.

Stehen ist gut gemeint, denn rund zwei Minuten vor dem Startschuss musste der Junge doch glatt nochmal für kleine Jungs und verschwand unweit des Blocks kurz in die Büsche. Axel und ich konnten da als erfahrene Marathonis nur lächeln ;-), hatten wir doch solche Situationen schon x-mal durchlebt. Demzufolge konnten wir es aber auch natürlich nachvollziehen. An solch einem Tag soll alles passen und trotz aller Tipps ist man sich bis zum Ende nicht sicher, ob es tatsächlich klappt. Nervosität ist da vollkommen normal. Eins vorne weg: Es hat geklappt.

Unsere Dreier-Kombo hatte sich die 3:30 auf die Fahne geschrieben, wobei Axel direkt sagte, dass er so lange mitmarschiert, wie es geht, und sich dann fallen lässt. Und eigentlich war auch ich nicht sicher, ob meine Knochen nur zwei Wochen nach meinem Marathon in Wien das Programm nochmals durchhalten. Egal, werden wir ja sehen.

Vom Start kamen wir recht langsam weg, es war mächtig voll und nicht wirklich gut organisiert, denn nur wenige hundert Meter nach dem Start gab es plötzlich keine Absperrung mehr zwischen den Läufern gen Messe und den Einrad-Fahrern wieder zurück. Nicht gut. In der Startphase begegneten wir auch Karsten, der zum siebten Mal am Start war. Respekt. Gerade hatten wir ihn hinter uns gelassen, wurde die erste Pinkelpause eingelegt. Mitch und ich mussten in die Boxengasse – komisch, dass mir das bei meinen mittlerweile 17 (ich hoffe, ich habe keinen vergessen) Marathons nur zweimal passiert ist. Beidesmal in Ddorf. Naja, weiter gings. Am Aquazoo vorbei und zurück Richtung City, durch das Ratinger Tor und auf die Oberkasseler Brücke. Hier empfing uns zunächst Ali, der später noch für Mercedes in der Staffel lief, und unser Fanclub Eva, Sandra und Kirstem, der richtig Rabbatz machte. Durch Oberkassel und am Rhein entlang gings dann wieder zurünck – und schwupps, waren die ersten 20 KM schon gelaufen. Marcus stellte zwar irgendwann einen Phantomschmerz fest, aber der war schon bald wieder weg.
Kurz nach der HM-Marke signalisierte Axel, dass wir alleine weiterziehen sollte. Schade, denn bislang waren wir als Trio gut voran gekommen. So musste ich Mitch nun alleine durch die Landeshauptstadt ziehen, was auch gut gelang. Wir legten einen Gang zu, denn die HM-Marathon-Zeit von 1:45:53 sagte uns, dass wir ein wenig Zeit vertrödelt hatten. Es gab nun deutlich flottere Kilometer als zuvor, stets im Bereich zwischen 4:40 und 4:50, auf der Jagd zur 3:30, wofür konstante fünf Min/KM nötig sind.
Die nun folgenden zehn KM sind für mich immer recht schwierig zu laufen, gut, dass es diesmal klappen sollte. Daran hatten sicherlich auch die zahlreichen Zuschauer einen Anteil – anders als bei meinem Start 2011 hatte ich das Gefühl, dass mehr los war. Kurz dachte ich dann bei KM 32, dass ich Mitch ziehen lassen musste, aber nach ein, zwei Minuten lief es gut weiter. Zwischenzeitlich hatten wir den Fanclub auch wieder getroffen, diesmal hörte man ihn schon kilometerweit im Voraus – Respekt.
So langsam wurden aber trotzdem die Beine schwer – und es war gut, dass wir noch zusammen waren, denn so konnte jeder den anderen immer mal wieder in Schlepptau nehmen. Ab KM 35 hieß es, nur noch auf die Zähne zu beißen. Bei Mitch machten sich die Beine nun sehr deutlich bemerkbar, ich hatte kurz das Gefühl, dass mein Oberschenkel zu machen wollte – beißen.
Und so zogen wir uns gegenseitig weiter, nun durch Bilk und durch den Hafen, der leider sehr schwach besucht war. Aus 2011 wusste ich, dass es nun gleich auf die Kö geht, und dann das Ziel in greifbarer Nähe ist. Mitch machte mir etwas Sorgen – während ich ein kleines Runnershigh erlebte und das Gefühl hatte, plötzlich den Fernsehturm erklimmern zu können, musste er kämpfen. Die Kö hoch, hier jubelte noch einmal unser Fanclub, über die 40KM-Marke, und dann nur noch zurück zum Rhein. Die Zwischenzeit war gut, 3:19, passt. Come on…
Ich rannte nun wie ein Verrückter und rief und gestikulierte, Mitch war mir im Nacken.
Gut so, weiter, KM 41. Mitch, wo ist Mitch? Irgendwie muss ich ihn auf dem letzten KM verloren haben, dabei dachte ich, sein gelbes Shirt im Augenwinkel noch zu sehen. Hatte ich mich verguckt?
Ich war jedenfalls kurze Zeit später im Ziel, 3:29:35 – wo bleibt Mitch? Das gelbe Shirt, das ich ihm zugeordnet hatte, gehörte einem anderen Läufer, verdammt – wo bleibt er denn? Und da kam er dann, verbissen, entschlossen und endlich im Ziel. Yes, der erste Marathon in der Zeit von 3:30:06 – was ein geiles Brett. Im Tableu bedeutet das Platz 711, in der AK M30 95, saucool. DAvon hätte ich bei meinem ersten Marathon geträumt…
Wenig später war dann auch Axel wieder bei uns, er finishte in 3:37:31, Platz 885, AK M50 (so alt bist du schon???) 124. Und Ali kam mit der Mercedes-Staffel in 3:58 ins Ziel.

Am Ende kann man sagen: Super! Mitch ist seine 3:30 gelaufen und hat nun das Ziel, in Köln sechs Sekunden schneller zu sein. Axel ist deutlich unter der anvisierten 3:45 geblieben und auch Ali hat das Lauffieber wohl endlich wieder gepackt.


Breaking News: Seidenraupen-Ergebnisse aus Düsseldorf

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Hier kurz die Ergebnisse der Seidenraupen beim heutigen Düsseldorf Marathon, morgen dann ausführlich.
Marcus Noack kam nach 3:30:06 als 711. ins Ziel (Ak 30: 95). Den Halbmarathon absolvierte die Seidenraupe aus dem Chapter Uerdingen in 1:45:53, die zweite Hälfte in 1:44:12. Nachbar Axel Heinrichs wurde 885. (Ak 50: 124.) in 3:37:31 (Hm: 1:46:00). Black Rabbit Emanuele Antonio da Kölker el rey begleitete die beiden und kam nach 3:29:35 ins Ziel.
Ali Celik lief als Schlussläufer einer Mercedes-Staffel und parkte den Silberpfeil nach 3:58 in der Boxengasse.

Ein dickes Lob geht an den Fanclub der Seidenraupen, der an mehreren Stellen mächtig Rabbatz gemacht hat und uns zu den genannten Leistungen angefeuert hat.

Morgen dann die ausführliche Fortsetzung.


Fan-Szene mobilisiert sich

Die Fan-Szene der Seidenraupen mobilisiert sich für den Düsseldorf-Marathon am kommenden Sonntag. Maximal vier Seidenraupen werden sich ab 9 Uhr auf die Strecke wagen und bauen auf die Unterstützung der Fans.
Folgende Routen schlagen Läufer und Fans am frühen Sonntag ein, um rechtzeitig in der Landeshauptstadt zu sein:
Ab Bahnhof Uerdingen: 7.21 Uhr per Bus 831 nach Haus Meer, dort um 7.46 Uhr Umstieg in die U76
Ab Krefeld Rheinstraße: 7.26 Uhr per U76.

Die Fangruppen werden sich zunächst an den Kilometermarken 1 und 7 positionieren und dann nach Oberkassel ziehen. Dort werden sie unter anderem auf der Brücke stehen, die es zweimal (KM 10 und KM 20) zu überqueren gilt. Nächster Posten ist KM32 und dann die Kö. Ratsam ist auch ein Besuch der sogenannten Aluminium Meile zwischen Kilometer 27 und 28. Die Anwohner der Düsseldorfer Fritz-Wüst-Straße brennen hier ein wahres Spektakel ab (http://www.metrogroup-marathon.de/service-beim-metro-group-marathon/news/article/727).

Wir freuen uns über jeden Unterstützer!


Konzentration auf Düsseldorf

Der Düsseldorf-Marathon steht vor der Tür und auch die Seidenraupen sind mit am Start. Mitch und Axel starten bei dem Rennen, Manu wird als black rabbit an den Start gehen und Ali soll eine Staffel bremsen (wobei letzteres noch nicht ganz klar ist, er sucht noch nach Ausreden 😉 ). Logisch, dass sich die Fans auch schon mobilisieren. Seidenräupchen Eva hat die Orga übernommen und plant, diverse Fanmeilen anzusteuern. Sie bittet darum, sich mit ihr in Verbindung zu setzen, was einige Seidenraupen aus dem SR-Chapter Uerdingen noch nicht getan haben (> Rüge).

Einen Plan des Marathons (Start ist um 9 Uhr an der Tonhalle, das Ziel auf den Rheinterrassen) gibt es übrigens hier: http://www.metrogroup-marathon.de/assets/Uploads/KartenStrecken/Marathon-2013-Internet.pdf. Gekennzeichnet ist die Strecke durch eine lange, schöne Passage am Rhein, unglaubliche Anstiege auf maximal 47 Meter über dem Meeresspiegel und einer gähnend langweiligen Runde zum Ende hin über die Kö (Achtung: Fußhupen-Alarm!).

Hieß es vor einigen Wochen noch im Zollhof, der Marathon würde locker gelaufen, postulierte Mitch gestern vollmundig, die 3:30h anzupeilen. Locker ist anders. Wahrscheinlich hat aber Marc Warnecke eine LKW-Ladung von Powerchips, Energydrinks und Proteinriegel vorbeigebracht, so dass Mitch am Start explodieren wird. Bei betandwin und tipico werden Wetten angenommen, ob er die ersten zehn Kilometer unter 40 Minuten läuft. „Ich habe kürzlich einen langen Lauf mit den beiden absolviert. Als ich kurz vor dem Tod war, wurde das Tempo noch einmal forciert“, erzählte gestern Büffel Ansgar. Auch er plant, am Sonntag in Ddorf vor Ort zu sein, war aber gestern überrascht, dass das Rennen bereits am Morgen stattfindet. Am Nachmittag sei das besser zu schaffen, so seine Meinung. Wie dem auch sei, die Nahrung in den jeweiligen Haushalten wurde mittlerweile wieder auf Kohlenhydrate umgestellt, die Speicher füllen sich.


Zoo-Olympiade mit den Seidenraupen

Zebras im Krefelder Zoo. Foto: Zoo Krefeld

Zebras im Krefelder Zoo. Foto: Zoo Krefeld

Der Zoo Krefeld und unser Hauptsponsor Intersport Borgmann veranstalten am kommenden Samstag ab 17 Uhr die 1. Zoolympics. Natürlich dürfen dabei auch die Seidenraupen nicht fehlen.

Bie den Spielen müssen „Olympische Disziplinen der Tiere“ absolviert werden: weitspringen wie ein Leopard, abhängen wie ein Faultier,
spucken wie ein Lama, watscheln wie ein Pinguin und noch einiges mehr. Besondere Disziplinen gibt es für Teilnehmer mit geistigem und / oder körperlichem Handycap. Es zählt nur der Olympische Gedanke „Dabei sein ist alles“, es geht einmal nicht um „Höher, Schneller, Weiter“. Gestartet wird in verschiedenen Altersklassen, wobei die Seidenraupen in der Klasse „15-100 Jahre“ antreten.

Die Gewinner werden noch am gleichen Abend durch das Olympische Komitee gezogen! Medaillen gibt es in jeder Altersklasse. Die Siegerehrungen finden sofort nach der Auslosung statt. Auf die Medaillengewinner warten tolle Preise und für jeden Teilnehmer gibt es eine Urkunde. Einlass ist ab 17 Uhr, Beginn um 18 Uhr und Zooschluss um 21 Uhr. Gerne darf in einem Tierkostüm angetreten werden – ob selbst entworfen oder gekauft, ist völlig egal! Das beste Kostüm wird durch eine Jury prämiert.
Der Eintritt ist übrigens frei, lediglich für die Teilnahme an den Zoolympics entstehen geringe Kosten.

Anmeldung hier: http://www.intersport.de/intersport-borgmann-krefeld/content/aktionen-events/1.zoolympics-im-zoo-kr

Düsseldorf-Marathon
Für unsere Seidenraupen Mitch und Axel beginnt mit dem heutigen Tag die „Woche der Wahrheit“, am Sonntag starten beide ab 9 Uhr beim Düsseldorf-Marathon. Hierzu hat sich bereits auf Facebook eine Fangruppe formiert. Die Gruppenleitung hat Eva übernommen. Gut möglich, dass noch weitere Raupen am Start sind.

Crox als Laufschuh?
Man muss die Dinger mögen, aber recht lustig sehen sie aus, die Laufschuh-Crox. Hier gibt es einen Artikel zu den Dingern: http://greatist.com/fitness/crosskix-croc-minimal-running-shoe

Heuschnupfen
Wer wie ich gerade durch die Heuschnupfen-Hölle geht, wird hier vielleicht ein paar Tipps finden. Richtig „neu“ sind sie aber nicht: http://www.achim-achilles.de/gesundheit/laufen-a-gesundheit/1993-dem-heuschnupfen-davonlaufen.html

4-Trails-Training beginnt
Mit dem heutigen Tag beginnt die zwölfwöchige Trainingsphase zum 4-Trails, an dem Henne und ich teilnehmen (Start: 10. Juli, noch 78 Tage). Geplant sind nicht nur lange Läufe, sondern auch wieder Ausflüge zur Halde Norddeutschland oder anderen „Bergen“ in der Umgebung. Mitläufer sind gerne gesehen. Ich werde mich ungefähr an folgendem Plan orientieren: http://www.4trails.de/portals/4trails-deutsch/Trainingsplan2013.pdf. Für Henne wird es dagegen ungleich schwieriger. Er darf für seinen Arbeitgeber in wenigen Tagen ins smogverseuchte China und kann dadurch wohl die ersten Wochen nur auf dem Laufband trainieren. Noch zu hoffen ist, dass er zum Trainingslager in Sonthofen (Pfingsten) wieder zurück ist…


Berlin Marathon 2013 unter 4:00:00

Lang, lang ist’s her als ich (die einzige weibliche Seidenraupe) hier im Blog aktiv war…

Dafür war ich außerhalb des Blogs umso aktiver…

In der vergangenen Woche bin ich trotz unregelmäßigem u ab und an durch ein zwicken im Knie gestörtes Training den Halbmarathon beim 30. Vienna City Marathon gelaufen. Das war ein wahres Erlebnis, die Stadt ist wunderschön und meine Zielzeit auch…1:57:35…das kann sich echt sehen lassen. Ich bin super zufrieden mit dem Ergebnis und habe den Lauf sehr genossen.

Nach einer 1wöchigen Laufpause habe ich die Schuhe heute für’s AOK Laufteam geschnürt und bin beim 25. Korschenbroicher City Run mitgelaufen.
Zusammen mit Marius, Nadine, Sandra, Karsten und zahlreichen anderen Kollegen haben wir viel Spaß beim Lauf gehabt.
Und auch diese Zeit kann sich sehen lassen. Ich habe die Ziellinie des 5km Lauf’s nach 24:17minuten überquert…yeah!!! Danke an Karsten für’s ziehen…

Wow, das war eine erfolgreiche Laufwoche und mit diesen beiden Motivationsschüben begebe ich mich ab nächster Woche auf meine persönliche Laufreise 2013. Das Projekt „Berlin Marathon unter 4:00:00“ kann beginnen…ich habe jetzt genau 23 Wochen Zeit mich auf das Jubiläum in Berlin vorzubereiten. Drückt mir die Daumen das alles gut klappt, ich werde mich auch zwischen durch mal wieder öfter melden, versprochen.

Gute Nacht von Seidenräupchen Eva 😉

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Seidenraupen bei Krefelds größter Sportveranstaltung am Start

Aktuelle Rennmaschine.

Aktuelle Rennmaschine.

Ob das eine gute Idee war? Wer weiß, jedenfalls starten Moritz und ich am 25. August beim 26. Bayer-Traithlon am E-See. Ich muss zugeben, eigentlich hat mich Krefelds größtes Sportevent schon immer gereizt – mit zwei Einschränkungen: 1.) Ich kann nicht wirklich gut schwimmen. 2.) Ich habe keine Rennmaschine.

Beides hat sich bis heute nicht geändert – aber bis Ende August sind ja noch nen paar Tage. In denen ich mir von Moritz erhoffe, dass er mir zumindest das Schwimmen beibringt. Gemäß dem Motto „Je mehr, je mehr!“ ist es natürlich auch direkt die olympische Distanz geworden. Nicht, dass mir der Volkstriathlon nicht gereicht hätte, aber die 500 Meter Schwimmen hätte ich auf die leichte Schulter genommen und wahrscheinlich nicht trainiert. Bei nun 1500 Metern komme ich wohl nicht drum herum…anschließend folgen dann 40 Kilometer aufm Rad und zehn zu Fuß. Glaube ich zumindest…

Die Seidenraupen trafen Joey Kelly (Dritter von links). Auch wenn man es meinen mag: Es herrschte kein Wettbewerb, wer es schafft, am dümmsten auszusehen ;-)

Die Seidenraupen trafen Joey Kelly (Dritter von links). Auch wenn man es meinen mag: Es herrschte kein Wettbewerb, wer es schafft, am dümmsten auszusehen 😉

Mut machte mir in der Entscheidung vor allem Joey Kelly, den wir in der vergangenen Woche im Rahmen einer Veranstaltung des Marketing Clubs Krefeld getroffen haben. Joey, der sich mittlerweile mit 24 Stunden-Rennen auf Rolltreppen oder Läufen durch Wüsten oder zum Südpol über Wasser hält, absolvierte seinen ersten Triathlon nämlich gänzlich ohne Training, wie er in einem kleinen Filmchen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Auch wenn er sich während des Schwimmens an einer Boje ausruhen musste, er hat ihn dann doch am Ende geschafft. Irgendwie kommen alle ans Ziel 😉 Hoffe ich…


Gedanken zu Boston und Rückblick auf Wien

Wo ist die Relation? Fast täglich explodieren auf der Welt Bomben und reißen zumeist Zivilisten in den Tod oder verstümmeln sie bis an ihr Lebensende. Syrien, Irak, Afghanistan – die Bilder in den Nachrichten sind bekannt, fast ist man geneigt, den Terror in diesen Ländern aus Normalität abzustempeln. Auch gestern zeigte sich dieses Bild: die neue Bombenserie im Irak, wohl anlässlich der kommenden Wahl, wird in einem knappen Minuten-Clip in der Tagesschau abgespeist. Überstrahlt wird alles von den Anschlägen in Boston.
Mit den hier geschilderten Gedanken wollen wir die Verletzten und Toten in den genannten Ländern keinesfalls auf Stufe zwei setzen. Weil sich dieser Blog aber zum größten Teil mit dem Laufsport beschäftigt, gilt unser Augenmerk den Vorkommnissen in Boston.

http://www.spiegel.de/video/embedurl/video-1266287-640_000000_ffffff.html

4:09:43 – diese Zeit zeigt die Uhr an der Ziellinie des Boston-Marathons, als dort die erste von zwei Bomben explodiert. Sekunden später folgt die zweite, knapp 100 Meter vor der Ziellinie. Ganz egal, aus welchem Antrieb die Bomben gelegt wurden, sie treffen Sportler und deren Freunde. Sportler und Freunde, die hier zusammen den Zieleinlauf beim ältesten Marathon-Wettbewerb der Welt zelebrieren.
Jeder, der sich einmal über die 42-Kilometer-Runde gewagt hat, weiß, wie es ist, die letzten Meter zu laufen. Trotz Schmerzen in jedem Körperteil ist man glücklich. Manch einer spult vor seinem inneren Auge die beschwerliche Trainingszeit ab, denn einen Marathon läuft man nicht mal eben so. Man trainiert Wochen, Monate. Kämpft sich, je nach Jahreszeit, durch den Regen, durch Schnee oder durch glühende Hitze. Über verschlammte Pisten, harten Asphalt, knochentrockenden Waldboden. Die letzten Meter gehören dem Läufer, der hier von tausenden Menschen angefeuert wird. Der Glückgefühle ausschüttet, wie sonst nur bei einem Lottogewinn. Und der einfach nur froh ist, gleich eine vom Material her wertlose, aber für ihn doch sehr bedeutsame Medaille um den Kopf gehängt zu bekommen. Der sich schon auf der Massageliege sieht, und, ein kühles Getränk nippend, dankend und zurecht stolz Schulterklopfer der oben erwähnten Freunde entgegennimmt.

Allein diese Freude zu nehmen, zeigt die Unmenschlichkeit dieses Anschlages. Er trifft Sportler. Sportler, denen es vollkommen egal ist, ob der Nebenmann schwarz, weiß oder gelb ist, Christ, Moslem oder Jude, Amerikaner, Afrikaner oder Europäer. Sportler, deren Leistung davon gezeugt ist, andere und deren Leistung zu respektieren. Er zeigt aber auch die Ahnungslosigkeit der Verantwortlichen – die Ahnungslosigkeit über das Urwesen des Sports. Denn Sport ist nicht nur Erfolg und Niederlage. Sport ist auch immer ein Weitermachen. Ein Niemals-Aufgeben. Ein Mund-Abwischen. Ein Fuck-you-und-weiter. Daran wird diese feige Tat nichts ändern.
Sie hat mit Sicherheit neue Schicksale geschaffen, die uns tief bewegen. Wir wünschen vor allem den Läufern Kraft, die, wie zu lesen war, Füße oder Beine verloren haben, und wahrscheinlich nicht mal eben so weiterlaufen können. Habt den Mut, wieder aufzustehen, und euch neue Ziele zu setzen.

Das „Weitermachen“ trifft auch in unserem Fall zu. Weitermachen, in dem wir schildern, wie wir den Marathon in Wien erlebt haben – ein Erlebnis, das wir uns nicht von Menschen kaputtmachen lassen, die meinen, unsere Power mit Bomben brechen zu können. Los gehts…

Walk the line...Schürfwunde vom Pulsgurt, der 42,195 Kilometer NICHT funktioniert hat. Danke! A****loch!

Walk the line…Schürfwunde vom Pulsgurt, der 42,195 Kilometer NICHT funktioniert hat. Danke! A****loch!

Rechter Fuß nach 42,195 Kilometern

Rechter Fuß nach 42,195 Kilometern

Wien strahlte uns am Sonntag an. Waren der Freitag und Samstag noch durchwachsen und sehr windig, so zeigte sich die österreichische Hauptstadt nun im besten Kaiserwetter (hatte sich also gelohnt, am Vortag sich diesem ganzen Kaiser-Kram zuzuwenden). Eva mussten wir schon sehr bald nach der Gepäckabgabe verabschieden, da sie auf der anderen Straßenseite starten musste.
Wir zwängten uns nach einer kurzen Aufwärmrunde dann bald in den prallgefüllten blauen Startblock, lauschten der heimischen Hymne und schickten Haile und die anderen Eliteläufer mit tosendem Applaus auf die Reise. Wenig später ging es dann auch für uns los, zunächst über die Reichsbrücke und dann am Prater vorbei. Mächtig viel los, die ersten drei, vier Kilometer waren davon geprägt, nicht dem Vordermann in die Haxen zu treten.
Nach fünf Kilometern ging es dann an den Donaukanal, der uns immer wieder begegnen sollte. Bis dahin hielt ich mit Henne gut mit, auch wenn der Hüne stramme 4:15-Kilometer lief, zum Teil noch schneller. Nach rund zehn Kilometern, wir waren mittlerweile auf dem Ring, entschied ich mich, das Tempo nicht mitzugehen. Zum einen hatte ich es nicht trainiert, zum anderen war es mittlerweile doch recht warm, eine Anzeige am Wegesrand zeigte schon stolze 20 Grad an. Das Haushalten mit den Kräften ist gerade beim Marathon ein eigenes Kapitel für sich, was viele aber gerne überblättern. Da will ich mich nicht ausschließen, aber diesmal ließ ich die Vernunft walten. Also, drosseln auf 4:20, und weiter…

Vor dem Lauf.

Vor dem Lauf.

Vorbei an alten Gemäuern und dem Karlsplatz ging es nun Richtung Schloss Schönbrunn, das ich, dort angekommen, fast übersehen hätte. Immerhin hielt eine Dame ein Schild in den Händen (Run like Zombies are chasing you), das mich zu einem Zwischenspurt animierte 😉
Vorbei an Schönbrunn ging es nun wieder zurück in die City, wenig spektakulär, dafür aber an einigen Ecken recht stimmungsvoll. Am Museumsquartier wurde es dann noch einmal richtig schnell, da es hier die Mariahilfer Straße nach unten ging. Zudem mobilisierten viele Halbmarathonis die letzten Kräfte und luden zum Mitrennen ein.

Massage muss sein.

Massage muss sein.

Pünktlich zum Halbmarathon wurde es dann plötzlich richtig leer und leise. Läufer, an denen man sich teilweise orientiert hatte, waren plötzlich nicht mehr da. Am Montag war zu lesen, dass viele Läufer, die für den Marathon gemeldet hatten, die Möglichkeit ergriffen, nach 21,1 km das Rennen zu beenden. Auch so ist zu erklären, dass von 10.588 Marathonläufern lediglich 6850 auch tatsächlich das Ziel erreichten (Halb-Marathon: 14.907 gemeldet, 13.188 im Ziel; Staffel: 12.556, im Ziel 11.728).
Wie dem auch sei – für mich beginnt ab der Halbmarathon-Marke zunächst immer ein luftleerer Raum. Das Rechnen fällt mir schwer (ich zähle meist in Stadtwaldrunden) und es gibt wenig, das mich dann noch motiviert. Kurioserweise war das in Wien nicht so.
Nach 24 Kilometern ging es wieder zurück an den Donaukanal, diesmal in die andere Richtung. Ab Kilometer 27 begegneten einem dadurch dann auch Spitzenläufer, die wohlgemerkt schon zehn Kilometer mehr auf dem Buckel hatten. Im Vorfeld hatte mich diese Streckenpassage ein wenig gestört, im Rennen merkte ich aber, dass man sonst ja nie diese Läufer mal selber bei einem Wettkampf zu Gesicht bekommt. Schon heavy, in was für einem Tempo die schwarzen Perlen da einem entgegen kamen, darunter auch die erste Frau, Flomena Cheyech aus Kenia, die später in 2:24:34 gewann.

Manu kurz vor dem Ziel. Foto: Seb Busch

Manu kurz vor dem Ziel. Foto: Seb Busch

Nach 29 Kilometern gings Richtung Stadion, wo eine 180-Grad-Wende vollzogen wurde, nicht ganz easy zu diesem Zeitpunkt des Rennens, bei dem man eigentlich darauf bedacht ist, irgendwie den Rythmus beiuzbehalten.
Auf dem folgenden langen Stück über die Hauptallee (zuerst zwei KM hoch, dann wieder zwei KM runter) sah ich dann Henne das erste mal wieder. Er hatte zwischenzeitlich auch einen Gang zurückgeschaltet, lag aber trotzdem etwas mehr als einen Kilometer vor mir. Natürlich haben wir kurz angehalten und ne Melange getrunken. Sachertorte gab es auch, dazu ne milde Brise von der Donau. Perfekt. Da soll noch einer sagen, man hätte keine Zeit bei so nem Marathon.
Naja, ganz so war es vielleicht nicht, aber immerhin hat es zu einem kurzen Abklatschen gereicht. Auf der Allee (eine Straße, viele Bäume) hörte ich auch einige Tracks, die man sich im Vorfeld auf der Website des Marathons wünschen konnte. Nette Sache, hätte nicht gedacht, dass das funktioniert.

Bis hierhin hatte ich kein einziges Mal meine Gesamtzeit im Auge gehabt. Lediglich die 5km-Rundenzeiten zeigten mir jeweils, dass mein Plan, 3:15h zu laufen, aufgehen würde, sofern jetzt nichts mehr passiert. Das wollte ich nicht mehr riskieren.

Glückliche Sieger!

Glückliche Sieger!

Auf diesem Stück zeigte sich, dass fast alle mit den Kräften am Ende waren und mit lockerem 4:45-km-Schnitt ins Ziel wollten. Fixpunkt war für mich ein Läufer in Grün, der mein Tempo lief. Nochmals gings an den Donaukanal – waren die Steigungen an den Brücken gerade auch so heavy? Diesmal kamen mir die Läufer entgegen, was natürlich doppelt motiviert. Denn, hey, ich bin gleich fertig 😉 Erstmals ließ ich mich nun zu den Verpflegungsstellen locken, Cola und Iso strömten schon einen gewissen Reiz aus, zudem ging mein Wasservorrat im Rucksack langsam zu Ende.

Im Ziel!

Im Ziel!

Die letzten zwei Kilometer vergingen dann wie im Flug. Eltern, Brüder und Freunde, und ganz zum Schluss Eva, standen hier an der Strecke, die durchaus hätte etwas verengt werden können (auch wenn es natürlich schick ist, auf so ner fetten Allee zu laufen). Kurios: Auf den letzten 300 Metern waren die Zuschauer dann plötzlich weg, weil die Absperrungen sie nicht mehr durchließen. Dann aber der Heldenplatz: Gelber Teppich, vollbesetzte Tribünen auf beiden Seiten, herrlich. Schließlich der Blick zur Uhr: 3:10 – wow! Da kann man mal ein wenig tanzen und Show machen, was ja sonst gar nicht mein Ding ist 😉
Außerdem mussten ja auch die Sponsoren bei Laune gehalten werden. Ali hatte ich ja einen Namens-Tanz von Pflege Optimal versprochen – zumindest das „I“ habe ich hinbekommen. Und ich meine, der ein oder andere Buchstabe wäre auch dabei gewesen 🙂

Sponsoren-Tanz. Hier: Das "I" von Pflege optimal.

Sponsoren-Tanz. Hier: Das „I“ von Pflege optimal.

Im Zielbereich realisierte ich dann das gerade erreichte. Wieder Bestzeit, wieder ein riesiger Sprung nach vorne, diesmal um acht Minuten. Klasse, hat sich das Training also gelohnt. Natürlich ließ ich mir die Massage nicht nehmen, auch die Dusche im hocherotischen Bundeswehr-Zelt hatte ihren Reiz. Besonders die abgefrickelten Pflaster strömen einen besonderen Charme aus. NICHT. Aber eigentlich ist es auch egal, denn man nimmt diese ganzen Begleitumstände einfach so hin, wie sie sind. Schließlich hat man gerade was geiles erreicht, da kann ein Pflaster nicht stören. Und ein zweites auch nicht.
Ein großes Lob geht an die Macher, die hier im Volksgarten ein Marathon-Zeltdorf errichtet hatten, das ich so noch nicht auf einer Laufveranstaltung gesehen hatte. Schade nur, dass die Stimmung ein wenig im Partyzelt hängen blieb, das man bei über 20 Grad nicht wirklich aufsuchen wollte.
Aber egal, der Empfang durch Familie und Freunde, darunter auch die beiden Exil-Krefelder Manni und Busch, war auch toll. Danke dafür. Vatter ließ es sich sogar nicht nehmen, ein wenig meinen Rücken zu massieren – von Silberrücken zu Silberrücken quasi, wa Henne? 😉

In Zahlen ausgedrückt bedeutet der Wien-Marathon für mich neue persönliche Bestzeit in 3:10:06 (HM: 1:32:15, zweite Hälfte 1:37:50). Damit bin ich 448. im Gesamtklassement (10.588 Starter), 432. von 5573 Männern und 66. in meiner Altersklasse (M30) von 628. Im Schnitt war ich 13,31 km/h schnell und benötigte 4.30 Minuten pro Kilometer. Henne ist mit seinen 3:03:55 (HM: 1:30:09, 2. HM: 1:33:45) 290., in seiner AK 40. von 580 und 277. bei den Männern. Er war 13,77 km/h schnell, also 4:22 Minuten pro Kilometer unterwegs. Eva war bei 1:57:38 im Halb-Marathon-Ziel, was Platz 702 von 4270 Frauen bedeutet und Gesamtrang 4749 von 14.907. Sie hatte 10.76 km/h aufm Tacho (Zeit pro Kilometer:5:35 min/km). Knackige Zeiten also.

Henne beißt auf Gold.

Henne beißt auf Gold.

Was nach jedem Lauf schade ist: Man hat zehn Wochen auf diesen einen Tag hingearbeitet. Innerhalb von wenigen Stunden ist das trainierte also verpufft.
Wirklich? Ja, in ein kleines Loch fällt man, nun gilt es, die nächsten Ziele anzuvisieren. Für Henne und mich bedeutet dies, Augen auf den 4Trails, Evas nächstes großes Event ist der Berlin-Marathon. Und mal sehen, was dazwischen noch für Läufe anstehen, einige Routen gilt es noch zu erkunden, einige Trails zu entdecken. Run for it!

Im Zusammenhang „Boston“ sucht ein Freund und Kollege für eine Presse-Berichterstattung nach Menschen, die entweder in Boston am Start waren oder in London an den Start gehen werden. Meldet euch bei mir, ich stelle gerne den Kontakt her.


Uns trennt nichts

Hmmm, da hat man noch immer Adrenalin im Blut und Muskelkater in den Beinen und brennt darauf, vom Wien-Marathon zu berichten – und dann passieren so schlimme Dinge beim Boston-Marathon.
Wir wollen das Szenario dort nicht zu sehr kommentieren, weil wir Hintergründe und ähnliches nicht kennen, aber es sei gesagt, dass Sportlern Hautfarbe, Rasse, Herkunft und Religion egal sind. Das können auch Bomben und Gewehre nicht verhindern. Uns trennt nichts, wir sind eine Familie!!!

Unsere Gedanken gehen nach Boston. Aber, und das wollen wir nicht vergessen, auch in den Irak, wo heute ebenfalls viele Menschen bei Anschlägen verletzt und uns um Leben kamen…


Zwei Bestzeiten in Vienna

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Breaking News: Alle drei Seidenraupen sind äußerst gut beim Wien-Marathon unterwegs gewesen. Eva erreichte über die Halb-Marathon-Distanz mit 1:57:38 ihr Ziel, unter zwei Stunden zu bleiben. Damit liegt sie zwar etwas unter ihrer PB (1:51), ist aber trotz schwieriger Vorbereitung schneller als Morla vorige Woche in Berlin 😉

Für Henne und Manu gab es über die vollen 42 Kilometern jeweils Bestzeiten: Henne knallte seine PB auf 3:03:55 (bisher 3:13), Manu schraubte seine PB auf 3:10:06 (bisher 3:18). Beide begannen äußerst flott (Henne HM: 1:30:09, Manu: 1:32:15), mussten dann aber in der zweiten Hälfte etwas zurückschalten.

Sobald wir wieder in Deutschland sind, gibt’s mehr Infos…