Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Wahrlich ein scheiß Abschied

Danke, das war es. Endgültig. Nicht mehr umkehrbar, Schluss – aus – vorbei! Es ist Zeit, „Adieu“ zu sagen. „Tschüß.“ Vielleicht auch „machs gut“! „Auf Wiedersehen“ würde schon nicht mehr stimmen, denn am Ende war es hart mit dir. Wo du dich früher gedämpft verhalten hast, war jetzt nur noch harter Widerstand zu spüren. Dazu dein Geruch, der immer schlimmer wurde, mit dem Gipfel am heutigen Tag. Ich habe es am Ende nicht mehr ausgehalten, so dass es besser ist, getrennte Wege zu gehen. Das weißt du, genauso gut wie ich.

Doch wenn ich zurückblicke, bleiben die positive Erlebnisse, da sei sicher. Wir sind gemeinsam durch einen harten Winter gegangen, haben Berlin genossen, Aachen gerockt und in Duisburg geglänzt. In Krefeld haben wir so ziemlich jeden Winkel entdeckt, zuletzt sogar so gottverlassene Flecken wie St. Tönis, Fichtenhain oder Fischeln-Süd. Dabei haben wir so gut zueinander gepasst, wie kaum ein anderes Paar zueinander. Die Meter, die wir zurückgelegt haben, konnte kein GPS besser einfangen, als wir zusammen mit dem Polar-System. Schritt auf Schritt, Fuß auf Fuß – es hat einfach gepasst.

Dazu kommt dein nahezu perfektes Aussehen, an dem sich bis heute eigentlich nichts geändert hat. Damals, ich erinnere mich noch deutlich, war es Liebe auf den ersten Blick. Wo andere über Orangenhaut meckern, habe ich sie genossen. Es passte einfach zu dir, genau wie die dezenten silbernen Streifen, die sich um dich schlungen. Denke ich zurück, erinnere ich mich an viele neidischen Blicke. „Der und die?“ wurde hinter unserem Rücken gelästert, doch wir haben uns nicht darum gekümmert. Es war uns egal, was die anderen erzählen, dafür waren wir einfach zu verliebt ineinander. Kurzum, wir haben zueinander gepasst, trotz – oder vielleicht gerade wegen – der Schwächen des jeweils anderen.

Hin und wieder hast warst du einfach zu – naja – zu dreckig, da hätte ich mir ggewünscht, du hälst dich etwas zurück. Auf der anderen Seite habe ich dich dazu natürlich aber auch immer getrieben: durch die größte Pfütze, durch den tiefsten Matsch, bloß keine Kompromisse. Egal, was solls. Wir haben uns ergänzt, waren wie das Ying und Yang, wie das Alpha und Omega, wie der Regen und die Traufe, wie Mond und Sonne, einfach wie die Luft und die Liebe.

Dass ich dir schon relativ früh in unserer Beziehung fremdging, hat dich nicht gestört – du hast es fast sogar etwas genossen. Berge waren eh nicht so deins, tiefer Matsch oder gar Schnee erst recht nicht. Da hast du dich lieber zurückgezogen und andere die Arbeit machen lassen.

Aber wie schon erwähnt, irgendwann erlischt jede Liebe einmal. Hier und da wird sie zu Freundschaft, manchmal aber auch zu Hass. Ich würde eindeutig ersteres erwähnen, gehasst habe ich dich nie. Auch als du mir zuletzt deutlich deine harte Seite zeigtest und damit deutlich machtest, dass es so nicht mehr gehe. Ich habe das natürlich gemerkt, lange spürte ich schon, dass es bröckelt, dass es nicht mehr lange gut geht. Es war wohl vergangenen Freitag, an dem wir beide gesehen haben, dass es besser sei, sich zu trennen.

Und wie sind Männer? Nicht lange trauern, auf zu neuen Ufern. Wenn möglich besser, schneller, weiter, höher und so. Das werden wir sehen. Vielleicht schon ab morgen, evtl. auch erst im Laufe der Woche. Ich erwarte mir einen Energy Boost, der sich gewaschen hat. Mit Wundermitteln aus Ludwigshafen und tiefen Gefühlen aus Franken. Ja, ich habe mich in deiner Familie umgesehen und habe etwas entdeckt, was es nun zu erforschen gilt. Ob es gut geht? Wir werden sehen, ich bin offen für alles. Gib uns bitte die Chance und versuche nicht, dazwischen zu funken.

Schuhe Einen letzten Abschiedsgruß gaben wir uns heute in der Frühe. Ganz entspannt, ganz langsam. Keine Hektik, nichts ausdauerndes, einfach eine schöne, geruhsame Runde. Entschuldige bitte, dass ich die Gruppe suchte und mich nicht alleine verabschiedet habe, aber ich hatte zuviel Respekt vor meinen Gefühlen. Ich weiß nicht, ob du es mir böse genommen hast, aber der Entschluss, zum Ende noch in einen dicken Scheißhaufen zu treten, war nicht okay. Das war unter der Gürtellinie.

Aus diesem Grund fällt es mir jetzt, wie ich diese Zeilen schreibe, aber auch nicht schwer, „Tschüß“ zu sagen. Danke meine lieben orangen Supernova Glides für die angenehme Zeit, durch die wir seit August gemeinsam gegangen sind. FÜr 1259.74 Kilometer. Für viel Schweiß und einiges an Blut, für Love, Peace and Harmony.

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