Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für November, 2013

Selbstversuch: Vegan meets Running

Mit diesem Weihnachtsmännchen aus Vollmilch-Schokolade endet meine vegane Phase.

Mit diesem Weihnachtsmännchen aus Vollmilch-Schokolade endet meine vegane Phase.

Wie einige vielleicht mitbekommen haben, haben Eva und ich seit unserer Rückkehr aus dem Urlaub (11.11.) einen veganen Lebensstil gepflegt – heißt, keine tierischen Produkte zu uns genommen. Nicht aus Überzeugung, weil es allen Tieren so mies geht und die Nahrungsmittelindustrie abgrundtief schlecht ist, sondern um es einfach mal auszuprobieren. Angesteckt wurden wir von unserem Reiseveranstalter in Dubai, der Sandy Dreams GmbH, die uns zehn Tage im Wüstenstaat gehostet hat. Marina und Domi hatten gerade eine einmonatige Challenge hinter sich, bei der sie sich an einem der Bücher von Attila Hildmann orientiert haben. Challenge heißt in dem Sinne, noch ein wenig mehr auf alles zu verzichten, als „nur“ vegan – wenn ich das richtig mitbekommen habe, auch auf so Späße wie Bier oder Zucker.

Wobei wir beim ersten Streitpunkt sind: Zucker. Ist Zucker jetzt vegan oder nicht? Es ist nur ein von vielen Fragen, die man sich stellt, wenn man plötzlich beginnt, auf vegan umzustellen. Zucker ist jetzt ja bekanntlich kein tierisches Produkt, kann aber durch Tierkohle gefiltert werden, was es dann nicht mehr zu einem veganen Lebensmittel macht. Ihr merkt: KANN. Muss es dass aber auch?
Das größte Problem, was man beim veganen Ernähren hat: Man schaut regelmäßig nach, was vegan ist, was nicht. Man steht im Supermarkt und nervt die Angestellte oder lässt beim Bäcker die Gehilfin in der Zentrale anrufen, ob die Brötchen nun vegan sind oder nicht. Fast überall erntet man skeptische, fragende Blicke. Vor allem, wenn man nicht so aussieht, wie sich die Allgemeinheit einen Veganer vorstellt: Dreadlocks, Nasenring, Jutesack als Kleidung und so.
Irgendwann hat man dann aber ungefähr den Dreh raus. Man tappt zielstrebig ins Gemüse- und Ökoregal, weiß, wo Hirse und Amaranth stehen und greift zu. An der Kasse wundert man sich, warum man plötzlich 65 Euro zahlt, obwohl man doch gar nicht so viel eingekauft hat. Es ist schon nach kurzer Zeit festzustellen: Vegan leben heißt auch teuer leben.
„Ja, aber“ werden jetzt die Veganer einwerfen, die keine Kritik zulassen – nix aber. Wer nicht 50 Stunden in der Woche Zeit hat, Lebensmittel zu sortieren und diese dann einzukaufen, oder sich einen gewissen Lebensstil trotz veganer Ernährung erhalten möchte, kommt nicht drum herum, massig Kohle an der Kasse zu lassen. Ohne Frage – die Lebensmittel sind mit großer Wahrscheinlichkeit alle in bester Qualität, aus Öko-Anbau und auch ohne Geschmacksverstärker, aber sie kosten eben mehr als ein „normales“ Produkt. Als kleines Beispiel sei ein Liter Milch angeführt. Dieser kostet 55 Cent (oder so), der Liter Soja-Milch (oder artverwandt) aber direkt das doppelte oder dreifache. Und so geht es eben immer weiter. Vielleicht in kleinen, aber am Ende bemerkbaren Schritten.

Ein weiterer negativer Aspekt: Man isoliert sich aus der Gesellschaft. Attillas Gerichte sind gut und schön und auch alle lecker, aber diese oder ähnliche in einem normalen Restaurant zu finden, ist fast unmöglich. Geht man auswärts essen, muss man schon arg auf der Karte suchen, bis man ein Gericht findet, in dem kein Milch- oder Eiprodukt zu finden ist. Meist endet man beim Salat (natürlich ohne Yoghurt-Dressing) oder bei den Vollkorn-Nudeln mit Tomatensauce. Auf Dauer kann das nerven.
Also ist man gezwungen, selber für seine Mahlzeiten zu sorgen – okay, nicht das schlechteste, aber es ist eben zeitaufwändig. Keine Kantine, kein Snack von der Frittenschmiede oder keine Pizza mehr, dafür dann Gemüseauflauf oder Tofuburger. Wie gesagt, schmeckt alles – aber man muss es eben machen. Mal macht das Spaß, mal nervt es aber auch zu Tode. Und: Man zwingt zum Teil auch seine Umwelt dazu, den Spaß mitzumachen und extra für die Veggies zu kochen – oder man isst eben nix. Ist man eingeladen, wie zB in der Vorwoche, und es gibt Kuchen und Abends Chili con carne, steht man blöd da, man kommt ja nicht mit der Tupperdose auf ne Party.

Genau da habe ich für mich gesagt, dass irgendwo der Spaß aufhört. Soll ich, weil ich nicht anders essen kann, verhungern? NEIN! Natürlich hätte ich mich zu Hause hinstellen können, mir meinen eigenen veganen Kuchen backen und mir mein Chili sin carne zaubern können – aber will ich das? Nein, ich will mich auch einfach mal hinsetzen und Mensch sein dürfen. Zum Menschen gehört es nach meiner ureigenen Meinung, sich auf einem normalen Level auch von tierischen Produkten ernähren zu können. Eine Kuh hat einen Euter, aus dem Milch kommt – dafür hat sie diese Fähigkeit, genauso wie ein Huhn Eier legen kann. Diese Fähigkeiten sind gott – und/oder naturgegeben, soll jeder entscheiden, wie er möchte.

Und wenn jeder ein wenig darauf achtet, dass das Huhn in einer anständigen Lebensumwelt sein Ei legt und die Kuh nicht ausgebeutet wird, ist es auch gut. Ob man diese (und andere) Tiere essen möchte, lasse ich dahin gestellt, das (und auch die vegane Lebensweise) muss sowieso jeder für sich entscheiden.

Die größte Frage, die ich ja bei der ganzen Geschichte hatte, war, wie es sich auf den Sport auswirkt. Ist mein Körper trotzdem zu anstrengenden Einheiten in der Lage oder bricht er wegen der Ernährungsumstellung ein bzw. verbessert er sich? Ich muss sagen, dass ich keinen Unterschied festgestellt habe – ich konnte schnell und langsam laufen, lang und kurz, hoch und runter. Es gab weder positive noch negative Auswirkung, die ich hätte feststellen können. In dem Sinne, war es also fast egal…aber darum ging es ja auch nicht primär.

Und damit endet nun meine dreiwöchige vegane Phase – wie vorher beschlossen, wenn es mit den Weihnachtsfeiern losgeht. Heute gibts dann im Brauhaus zum Bier (das übrigens, sofern nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, vegan ist) ein saftiges Steak. Ich freue mich. Abschließend kann ich sagen, dass ich einmal, beim besagten Geburtstag, den Joker ziehen musste. Ich habe zudem einen Kakao getrunken, auf dem Sahne war. Hätte ich den, nur wegen der Sahne, zurückgeben sollen? Und dann fiel mir auf: In Kakao ist ja auch Milch – verdammte Axt 😉


Elfrather See: Immer eine frische Brise im Gesicht

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie über Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Im vierten Teil geht es um den Elfrather See.

Der Elfrather See aus der Luft. Foto: Stadt Krefeld/Presseamt

Der Elfrather See aus der Luft. Foto: Stadt Krefeld/Presseamt

Ein Lauf um den Elfrather See sorgt stets für eine frische Brise im Gesicht, da der Weg um den See fast ausschließlich einige Meter über der Wasserkante verläuft. Gerade an heißen Tagen ist das ein Genuss, denn schattenspendende Bäume sucht man hier vergebens. Der See im Nord-Osten ist übrigens die größte stehende Wasserfläche der Stadt und ein Mekka für alle Sportler: Surfer, Ruderer und Segler gehen hier auf dem Wasser ihrer Leidenschaft nach. Taucher nutzen das trübe Wasser der ehemaligen Kiesgrube für geheimnisvolle Tauchgänge. Eine große Sandfläche nahe des Badesees lockte vor einigen Jahren noch Tausende von Handballfreunde zum größten Beachhandball-Meetings Europas. Heute kann die Fläche frei genutzt werden, ebenso wie die Basketball-, Tennis- und Fußball-Felder. Durch seine Vielfältigkeit ist der Elfrather See schon seit über einem Vierteljahrhundert Schauplatz des beliebten Bayer-Triathlons. Entstanden ist der See aus einer aufgelassenen Kiesgrube, welche sich mit Grundwasser gefüllt hatte. Der wurde bis in die 1970er Jahre zu großen Teilen für den Bau der Autobahn A57 verwendet. Danach wurde der See zum heutigen Naherholungsgebiet ausgebaut.

Der Lauf beginnt am Parkplatz P1, unweit der Bushaltestelle der Linie 058. Hier treffen sich die meisten Läufer, um alleine oder in einer der Laufgemeinschaften ihre Runden zu ziehen. Auf dem asphaltierten Weg geht es zunächst unterhalb des Bootshauses des Crefelder Ruderclubs vorbei. Der Weg zieht nach oben und nach einer Linkskurve an den Segel- und Surfklubs vorbei. Nach einer kleinen Anhöhe beginnt der Hundefreilaufbereich, den man nicht umlaufen kann. Von hier hat man einen tollen Blick über das ganze Areal. In der Mitte des Sees ruht eine Insel, die von Wasservögeln als Brutstätte genutzt wird.

Nach einer Links-Rechts-Schleife geht es wenige Meter später zwischen dem Anglersee und einer weiteren Bucht hindurch. Der Weg führt nach rechts, und an einer T-Kreuzung laufe ich nach links. Rechts befindet sich ein weiterer Segelclub. Nach wenigen Metern passieren wir einen Parkplatz. Hier befand sich vor einigen Jahren noch die Vennickelstraße, die den E-See durchschnitt, dann aber gekappt wurde. Dadurch bietet der See auch den Ruderern perfekte Trainings- und Wettkampfbedingungen. Am Parkplatz vorbei schlängelt sich der Weg nun oberhalb des Ufers zum nördlichen Ende des Sees. Der Blick richtet sich gen Süden und damit über die komplette, 2300 Meter lange, weite Wasserfläche. Wer an einer Verlängerung interessiert ist, kann über einen Weg die Krefelder Stadtgrenze überqueren und im Lauersforster Wald noch eine Extra-Runde drehen.

Zurück am See geht es nun Richtung Süden weiter. Hier, geschützt vor neugierigen Blicken, tummeln sich im Sommer Freunde des FKK – und zwar zum Sonnen, denn das Schwimmen ist im Elfrather See nicht gestattet und wird von den Mitarbeitern des Fachbereichs Sport und Bäder kontrolliert. Nur im Badesee, den wir in rund einem Kilometer links passieren, ist es erlaubt. Vorbei an den Beachhandballfeldern verstellt eine weitere große Bucht den Weg geradeaus. Nach dem nötigen Schlenker kann man zwischen Kies oder Asphalt wählen, an der Streckenlänge ändert das nicht viel. Der Blick geht nun schon nach rechts, rüber zum Ruderclub. Die rund fünf Kilometer weiter Runde kann natürlich noch einmal gelaufen werden, hier und da bieten sich auch kleine Alternativen, zum Beispiel direkt am Wasser entlang oder rund um den Badesee. Vielfach gelaufen wird auch über die Autobahnbrücke und dann entlang des Golfclubs – die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten dementsprechend genutzt werden.
http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/4D6CDEE3A913FFF4C1257C290055E2B8?Opendocument

Weitere Laufstrecken in Krefeld gibt es hier.


Mal was anderes als Laufen

Draußen ists fies und – glaubt man den Gazetten – geht bald die Welt vor Kälte unter. Diesen Eindruck könnte man zumindest bekommen, wenn man den aktuellen Berichterstattungen landauf-landab glaubt. Ein Experte jagt den nächsten, alle sprechen vom Zwiebelprinzip, von atmungsaktiven Layern oder wasserabweisenden Windbreakern. Was das alles soll, wissen wir nicht – und warum man dafür Experten noch und nöcher benötigt noch weniger. Jeder normale Mensch kann sich anständig warm anziehen, und wenn man merkt, dass man zu viel anhat, kann man sich den Pulli, die Jacke oder was auch immer auch ausziehen und umbinden.

Wer partou trotzdem nicht vor die Tür möchte (auch diese Spezies solls geben), kann sich auch gerne dem neuesten Fitness-Trend anschließen, dem Bootydance. Eigentlich wollen wir nicht viele Worte verlieren, schaut lieber selbst, was sich hinter dieser „Sportart“ verbirgt (vielleicht bleiben die Kids dabei draußen 🙂 ) Und nein, eine Abteilung dafür gibts bei den Seidenraupen nicht. Soooo sehr würden sich die Jungs aber nicht wehren, wenn die Mädels sich zu einer Gründung entschließen. Gehen wir mal von aus…


Lange Runde durch das Hülser Bruch

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie über Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Im dritten Teil geht es durch das Hülser Bruch und dabei auf großen Teilen der Strecke des Seidenraupen-Cross entlang.

Der Flöthbach wird mehrmals überquert. Er umfließt den Kapuzinerberg.

Der Flöthbach wird mehrmals überquert. Er umfließt den Kapuzinerberg.

Das Hülser Bruch ist das El Dorado der Krefelder Läufer, die nicht so sehr auf den „normalen“ Lauf stehen. Denn mit seinen drei „Bergen“, dem Hülser Berg, dem Kapuzinerberg und dem Inrather Berg bietet er Trailläufern fernab von Mittelgebirgen und hochalpinen Gegenden zumindest eine kleine Möglichkeit, in die Höhe zu schweifen. Alle drei Berge bieten übrigens trotz ihrer geringen Höhe an einigen Stellen knackige Anstiege, die einen schnell aus der Puste bringen. Das Hülser Bruch ist übrigens häufig Schauplatz von Läufen: Der Krefelder Gesundheitslauf führt auf einer flachen Fünf-Kilometer-Route bis an den Hülser Berg und zurück zum Start am Sportplatz Hölschen Dyk. Eine ähnliche Route wird auch bei „Vera Beckers läuft“ gelaufen, bei der der Krefelder Schulstadtmeister gesucht wird. Der erstmalig ausgetragene Seidenraupen-Cross begeisterte die Crossläufer, die über alle drei Berge liefen.

Zwischen dem Kapuzinerberg und dem Inrather Berg, am Parkplatz Flünnertzdyk, Ecke Langen Dyk, startet die heutige Route. Wer übrigens ein GPS-fähiges Handy besitzt, sollte dies zur Sicherheit mitführen. Zwar sind die Wege im Bruch fast alle parallel zueinander angelegt worden – und damit recht leicht zu orten – doch wer sich hier nicht auskennt, kann schnell die Übersicht verlieren. Los geht’s, und zwar zunächst die steile Rampe auf den „linken“ Berg, den Kapuzinerberg. Der Weg hinauf auf die ehemalige Hausmülldeponie ist bis auf den Anfang und das Ende recht einfach zu laufen. Oben angekommen bietet sich am Gipfelkreuz, 77 Meter über dem Meeresspiegel, ein toller Blick über Krefeld. Doch verschnaufen wollen wir hier noch nicht. Wer möchte, kann eine steile Passage einbauen, ansonsten geht es den gleichen Weg wieder hinunter. Wir halten uns auf dem letzten Stück aber links, um über den Flöthbach und am Anglersee vorbei Krefelds höchsten Berg zu erklimmen. Kurz nach dem See geht es auf den Inrather Berg. Er ist eine ehemalige Bauschuttdeponie, auch Kriegstrümmer lagern hier und luken hin und wieder durch das dichte Geäst hindurch. Bis auf 87 Meter führt der Weg, der den Berg gleich zweimal umrundet – nicht steil, aber stetig. Eine Panorama-Aussicht gibt es von oben nicht, da auf dem Gipfel Bäume wachsen. Auch hier gibt es nur den einen Weg hinunter. Unten geht es nach links weiter, über den Sprudeldyk (benannt nach einer ehemaligen Mineralquelle) und dann nach links und direkt wieder rechts in den Johansenweg. Dieser windet sich durchs Bruch, was sicherlich attraktiver ist, als einen der vielen langen Geradeaus-Wege zu laufen. Nach rund 1,5 Kilometern schlängelt er sich über den Plankerdyk, dann geht es rechts herum, Richtung Norden über den Sankertgraben bis zum Steeger Dyk.

Der Sankertgraben stellt den Hauptvorfluter für das östliche Hülser Bruch dar – für den westlichen Teil ist der Flöthbach zuständig. Benannt nach dem „Sankert“, einem Feuchtgebiet südlich des Flünnertzdyks, wurde der Graben angelegt, um das Hülser Bruch trocken zu legen. Die „Meliorationsgräben“ entwässern vielfach in den Sankertgraben. Diese Gräben, sie erinnern vom Aussehen ein wenig an Spargelanbau, begegnen einem während des Laufs fortwährend. Ihren Namen haben sie aus dem Lateinischen „Meliorare“, das bedeutet verbessern. Durch die Anlage von Gräben und Wällen wurde im 19. Jahrhundert das Bruch nutzbar gemacht, aus dem Sumpf wurde ein Wald. Auf den im regelmäßigen Abstand aufgeworfenen Wällen konnten Bäume wurzeln, während in den angelegten Gräben dazwischen das anstehende Wasser abgeführt wurde. Noch vor rund 150 Jahren waren Bruch und Hülser Berg weitgehend waldfrei. Heide bestimmte das Bild.

Nachdem der Steeger Dyk überquert ist, geht es kurz nach rechts und dann nach links in den Junkersdyk. Er hat seinen Namen vom Seidenhändler Johannes Junkers, der den Krefelder Wanderklub gründete. Nach einer Linkskurve geht es dann rechts zum Hülser Berg. Er ist die höchste natürliche Erhebung in Krefeld (immerhin 63 Meter hoch) und durch die Saale-Eiszeit vor 150 000 Jahren entstanden. Das aufgeschichtete Geröll, welches die Gletscher von Skandinavien kommend vor und unter sich her- und mitschoben, blieb nach dem Abtauen zurück. Der Weg zum Berg ist nach dem ehemaligen Konrektor der Hülser Schule, Heinrich Mertens, benannt. Unsere Route führt nach rechts und an der zweiten Kreuzung nach links. Vorbei am Gedenkstein für Mertens erreichen wir die Eremitenquelle und Reste einer Wallanlage. Sie ist die einzige bekannte Befestigung aus vorrömischer Eisenzeit (500-300 vor Christus) am linken Niederrhein. Das Befestigungswerk besteht aus einem Wall und zwei Gräben, die heute noch bis zu zwei Meter hoch und 1,5 Meter tief sind. An der Eremitenquelle fand der Legende nach einst ein Einsiedler Rast. Weitere Bodenvertiefungen, die uns auf dem holprigen Weg begegnen, sind Tonkuhlen, ehemalige Abbaustellen der Lehmstecher. Über den Weg geht es nun, mal auf, mal ab, bis zum Johannesturm – wer mag, kann die 29 Meter oder 163 Stufen erklimmen, um einen traumhaften Blick über den Niederrhein zu erhaschen. Wieder unten geht es Richtung Bergschenke. Vor dem Spielplatz aber nach links und dann über einen breiten Weg steil nach unten auf den Talring. Vielen ist er im Winter als perfekte Schlittenabfahrt bekannt.

Der Lauf führt nun entlang des Talrings bis zur vierten Abbiegemöglichkeit nach rechts, dem Reitweg folgend Richtung Hubertushof, und dann in den kleinen Weg auf der rechten Seite. Dieser schlängelt sich durch dichten Wald auf den Rohrammerdyk. Diesen laufen wir bis zum Steeger Dyk, dem wir in Richtung Hüls folgen, aber schon nach wenigen Metern queren, um in das Melmsträßchen einzubiegen. Nach 500 Metern bietet sich auf der rechten Seite noch einmal die Möglichkeit, ein Stück des Helmut-Mertens-Wegs zu laufen. An seinem Ende biegen wir nach links und laufen nun den einzigen asphaltierten Teil unserer großen Runde, den Langen Dyk. Jetzt ist es nur noch ein knapper Kilometer – fertig!

http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/527137D366A567C3C1257C22004FDDE8?Opendocument

Und auch die WZ druckte den Bericht: http://www.wz-newsline.de/lokales/krefeld/stadtleben/huelser-bruch-auf-zum-seidenraupen-cross-1.1528456

Weitere Laufstrecken findest du hier.


Anmeldung für den Seidenraupen-Cross 2014 freigeschaltet – Morgen für Taifunopfer laufen

Liebe Freunde, Läufer und Fans (!),

freudig möchten wir euch mitteilen, dass das Anmeldeportal für den Seidenraupen-Cross 2014 ab sofort freigeschaltet ist. Ganz ungeduldige können sich also hier schon für den Lauf am Sonntag, 19. Oktober 2014, anmelden.
Sofern wir hier nicht davon berichten, ändert sich erst einmal nichts. Aufgrund einiger Beschwerden überlegen wir lediglich den Fahrer des Führungsfahrrads auszutauschen. Er schien mit der Gesamtsituation überfordert 😉 Nein, Spaß beiseite – es bleibt wohl alles beim Alten. Sollte es Änderungen geben, werden wir hier sie hier bekanntgeben.

Morgen für Taifun-Opfer laufen
Auf der Website „Aktion Deutschland Hilft“ hat Stefan Kohler eine schöne Aktion ins Leben gerufen. Mit dem gesammelten Geld werden die Flutopfer in Asien unterstützt.

Steffens Idee:
Der Taifun Yolanda war der 21. Cyclone auf den Philippinen in diesem Jahr. Die Idee ist, das wir alle gemeinsam am 21.11.2013 für die philippinischen Opfer des fürchterlichen Taifuns Yolanda laufen.
Jeder läuft dabei so viele Kilometer wo und wie er will, egal zu welcher Zeit, Hauptsache es erfolgt am 21.11.2013. Gespendet werden soll pro erlaufenem Kilometer mindestens 1 €, gerne auch mehr.
Alle erlaufenen Kilometer, genau wie die Spendengelder, werden erfasst und zu einer Gesamtsumme addiert.
Alle Teilnehmer erhalten etwa 14 Tage nach diesem Lauf eine Erinnerungsurkunde als PDF per Mail mit ihrem Namen, ihren gelaufenen Kilometern, den Gesamtkilometern und der Gesamtspendensumme.
Die Registrierung der Teilnehmer sowie der erlaufenen Kilometer und gespendeten Beträge erfolgt dann NACH dem Lauf an diese Mailadresse:
philippinen@laufend-etwas-bewegen.de
Um folgende Angaben wird gebeten: Vollständiger Name, gültige Mailadresse, gespendete Summe sowie die jeweils erlaufenen Kilometer.

Die Spenden bitte direkt nach der Aktion an aktion-deutschland-hilft.de überweisen!

Nach der Sammelüberweisung erhalten alle Teilnehmer (Spender) ihre Erinnerungsurkunde per Mail zum ausdrucken zugesendet.
„Ich hoffe das so viele Läufer wie nur irgend möglich durch ihren persönlichen und unseren gemeinsamen „Spendenlauf“ helfen können das Leid und Elend etwas einzudämmen. Lasst uns zeigen das wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen können und lasst uns durch diesen Lauf ein gemeinsames starkes Zeichen der Solidarität, des Mitgefühls und vor allem der Hilfsbereitschaft an die philippinische Bevölkerung senden. Über eine sehr rege Teilnehmerzahl würde ich mir sehr freuen“, sagt Steffen.

Hier gibt es auch noch einmal den Link zu seiner Idee: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/aktiv-helfen/interaktiv-helfen/starte-deine-spendenaktion/?hptitle=run-for-the-philippines

Wir finden, dass dies eine klasse Aktion ist. Wer möchte, kann sich einigen von uns morgen früh um 6.30 Uhr am Kreisverkehr Hüttenallee/Jentgesallee anschließen. Wir laufen von dort über die Deußstraße und den Hermann-Kresse-Weg bis zum Buscher Holzweg, über jenen und die Alte Kemmerhofstraße und Gatzenstraße, dann Wallerspfad, zurück auf die Hüttenallee. Die Runde ist knapp neun Kilometer lang. Denkt bitte an reflektierende Kleidung und ggf. Kopflampen.

Wer möchte, kann natürlich auch so seine KM abspulen und dann seine persönliche Spende überweisen.


Kurzer Lauf durch den ersten Volksgarten Krefelds

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie über Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Im zweiten Teil geht es durch den Schönwasserpark.

Der Schönwasserpark im Herbst.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der Schönwasserpark im Herbst.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Kurzer Lauf durch den ersten Volksgarten Krefelds
Die Platanen am Haus Schönwasser sind ein Naturspektakel für sich: im Winter trotzen sie Wind und Wetter, dann bilden sie ein dichtes Blätter-Dach, das im Sommer und im Herbst den Läufern des Krefelder Lauftreffs ( http://www.lauftreffkrefeld.de) ausreichend Gelegenheit gibt, sich an ihrem Start- und Zielort zu dehnen. Der Lauftreff mit Gründungsjahr 1974 ist der älteste in Krefeld, die 72 Platanen wurden jedoch noch früher, nämlich bereits 1950, gepflanzt. Von diesen stehen noch 52 Stück, immer wieder wurde nachgepflanzt, erklärt Beate Steeger vom Fachbereich Grünflächen

Noch viel älter ist aber die mächtigen Federbuche aus dem Jahre 1765 – gepflanzt also noch vor Baubeginn des Haus Schönwasser, das aus dem Hof Schoenwater hervorging und heute das Krefelder Studieninstitut beheimatet. Der Tabakfabrikant Johann Helgers baute das Herrenhaus 1830, kurz danach folgten die Anbauten. Später waren die Textilfabrikanten Scheibler und de Greiff und der Restaurator Bends Eigentümer. Almuth Spelberg vom Fachbereich Grünflächen:. „Das Haus diente ab 1845 als Landsitz der Familie Scheibler. Später waren hier immer mal wieder Cafés untergebracht.“ 1910 erwarb die Stadt das Gelände. Der angrenzende Botanische Garten entstand 1927/1928 aus einem ehemaligen Schulgarten der benachbarten Schule. Und noch etwas ist besonders an dem Start der heutigen Laufrunde. Denn hier befindet sich auch das Grab von Johannes Johansen, von 1911 bis 1930 Bürgermeister von Krefeld. Er setzte sich in seiner Amtszeit in besonderem Maße für das 28 Hektar große Areal ein. An seinem Grab, zwischen den beiden Treppen hinunter in den Park, beginnt der Lauf. Der Landschaftsgarten wurde in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts im Rahmen von Notstandsarbeiten durch Arbeitslose zu seiner jetzigen Form umgewandelt. Er ist damit die erste Volksparkanlage Krefelds. Zunächst führt uns die Route um den großen Teich, der aus der „feuchten Rinne“, dem Glindholzbach, entstand. Das Flüsschen im südlichen Teil ist der Gathgraben, grob gesehen die Grenze zwischen Bockum und Oppum.

Der Weg führt zwischen mächtigen Bäumen und diagonal über die Wiese. Eine kurze Pause sei nach rund einem Kilometer gestattet, und zwar mit einem Blick zurück zum Haus Schönwasser. Damals wie heute war die Lichtachse vom und zum Haus prägend für den langgezogenen Park. „Blutbuchen, Ahorn und rotblühende Kastanien wurden bewusst so gesetzt, dass diese Lichtachse nicht versperrt wurde und das Wiesental frei blieb“, so Spelberg. Als sich auf einer Insel im Teich Bäume angesiedelt hatten und die Achse zu versperren drohten, wurde diese in den 1980er-Jahren abgetragen. Dem Gartenbau-Projekt Euroga 2002plus verdankt der Park seine heutige Gestalt. Wer übrigens mag, kann einen kurzen Abstecher über die Johansenaue wagen, um sich die rostige Treppe der tschechischen Künstlerin Magdalena Jetelova vor der Kirche Pax Christi anzuschauen.

Weiter geht’s über die Buddestraße, über die (nicht von Autos zu befahrene) Maybachstraße in den letzten Teil des Schönwasserparkes und dann rechts über die Glindholzstraße. Der Spielplatz hier war früher ein Schwimmbad. In den Sommermonaten wurde Wasser eingefüllt, der Spielplatz wurde zu einem riesigen Planschbecken. Noch heute erinnert die steinerne Einfassung an den Rändern an diesen Umstand, der nach dem 2. Weltkrieg aber aufgegeben wurde. Rechts halten, also über die Schienen der Straßenbahn, Linie 044, und der Hafenbahn, und direkt wieder links in den Crönpark. Drei parallele Wege führen entlang des hier sehr breiten Linner Mühlenbach, der über den Greiffenhorstpark bis zum Rheinhafen fließt – es ist also ziemlich egal, welchen man hin, und am Ende des Parks zurückläuft. Wer mag, kann die 3,8 Kilometer-lange Runde natürlich beliebig verlängern: nach Linn, oder einfach durch mehrere Runden um den Weiher vor Haus Schönwasser.

http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/B0FF976FB0DAE20DC1257C1B004A08E3?Opendocument


Der Lauf auf dem historischen Kampfareal

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie zu Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Los geht es mit dem Forstwald.

Der Krefelder Forstwald. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der Krefelder Forstwald.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der Lauf auf dem historischen Kampfareal
Wer im Süd-Westens Krefelds wohnt, für den gibt es kein schöneres Laufgebiet als den Forstwald. Die vielen verschiedenen Wege machen nicht nur spielerisch Abkürzungen und Verlängerungen möglich, sondern bieten auch immer wieder neue Routen. Langeweile kommt so nie auf, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Auch wenn der Forstwald zurzeit in ein herbstliches Blätterkleid gepackt ist und viele Läufer anlockt, die größte Anzahl von Ausdauersportlern findet sich hier regelmäßig zum Jahresende, zum traditionellen Silvesterlauf, ein. Dabei laufen die Läufer nur auf einem kleinen Teil der üblichen Runde. Die beginnt zumeist in der Nähe des Sportplatzes am Bellenweg oder dem Bahnhof Forstwald, da sich hier einige Parkmöglichkeiten befinden. Die „normale“ Runde ist rund 4700 Meter lang, kann aber beliebig abgekürzt oder erweitert werden. Vom Bellenweg, der seinen Namen vom gleichnamigen Bellenhof hat, läuft man zunächst in südliche Richtung über die Plückertzstraße (auch nach einem Hof benannt) – Achtung Autoverkehr – nach der es nun in den geschichtsträchtigen Wald hinein geht.

Entstanden ist der Forstwald im Jahre 1830. Der Kaufmann Gerhard Schumacher ließ auf dem Gelände der St. Töniser (Sankt Antonis) Heide, die er 1822 von der bettelarmen Gemeinde Vorst ersteigert hatte, einen Landschaftspark anlegen und mit Kiefern aufforsten. Nach einem verheerenden Brand folgte eine zweite Aufforstung mit dem bis heute bestehenden Wegenetz. Schumacher war Naturfreund durch und durch und betrieb schon an seinem Wohnort, dem Gut Großlind in Tönisvorst, einen botanischen Park. An der Kreuzung der Plückertz- und Forstwaldstraße, die übrigens schon damals bestand, baute Schumacher 1838 das Forsthaus als Jagdsitz. Es bildet seitdem das Zentrum des umliegenden Waldes. Von dort konnte Schumacher über das dichte Wegenetz auf die Pirsch gehen. Im rückwärtigen Bereich gibt es übrigens ein kleines Wildgehege.

Die übliche Laufroute schlängelt sich nach der Überquerung der Forstwaldstraße am Sieger-Hof, einem 350 Jahre alten Wehrhof, vorbei und trifft schließlich auf eine der großen Alleen im Forstwald, den Bosseljonweg, benannt nach dem Krefelder Musiker, Maler und Dichter Bernd Bosseljon. Was der eine mag, ist dem anderen eine Qual: Der Blick geht in die Ferne – noch so weit? Vor Schumachers Engagement für die Grüne Lunge im Südwestend war es allerdings nicht anders. Die Heide war ein plattes, ödes Land, von Bäumen keine Spur. Am Bosseljonweg begegnet den Läufern auch erstmals die Landwehr im Forstwald. Sie wurde um das Jahr 1350 auf Betreiben des Kölner Kurfürsten zwischen den Ämtern Kempen und Linn angelegt. „Im Spätmittelalter wurden Landwehren vor allem zur Wahrung des Landfriedens angelegt, aber auch zum Schutz vor Vieh- und Holzdieben“, erklärte Dr. Christoph Reichmann, Leiter der Museen Burg Linn, jüngst bei einem Termin vor Ort. Im Forstwald lag zwischen den Hauptwällen und -gräben ein Höhenunterschied von fünf Metern. „Auf den Wällen war eine dichte Bepflanzung mit Dornenbüschen, die das Durchdringen verhindern sollte“, so der Archäologe. Wer im Forstwald läuft, kann Teile des verbliebenen Stücks, rund 1600 Meter, zu diversen Übungen nutzen. Bewusst ist das Betreten nicht überall möglich, denn Vorsicht ist geboten: Seit 1988 steht die Wehr unter Denkmalschutz. Diverse Schutzmaßnahmen und Bepflanzungen sollen eine weitere Zerstörung verhindern, die Läufer, Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer in den vergangenen Jahren verursacht haben. Auf mehreren Informationsstelen kann sich der Läufer, zum Beispiel während einer kurzen Verschnaufpause, über die Bedeutung der Wehr informieren und sich entsprechend verhalten.

Kurz vor dem TC Forstwald biegt der Weg nach links ab und verläuft nun parallel zur B 57, Richtung Landgasthof Hückelsmay. Hier tobten einst wilde Schlachten, da sich die Heide für den Aufmarsch und Kampf Mann gegen Mann eignete und die Wehr, wenn auch trügerischen, Schutz bot. Während des Hessenkriegs im Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) hatte sich der kaiserliche General Lamboy mit seinem 9000 Mann starken Heer in der „Schlacht an der Hückelsmay“ (1642) hinter der Wehr verschanzt, wurde jedoch vom französischen General Jean Guebriant mit gleicher Truppengröße geschlagen. Die zweite Schlacht, die „Schlacht von Krefeld“ am 23. Juni 1758 sollte weitaus blutiger ausgehen. Der preußische Prinz Ferdinand zwang mit seinen 32 000 Soldaten das französische Heer, bestehend aus 47 000 Mann, in die Knie. Diesmal hatte der französische Heerführer Clermont die Landwehr als Verteidigung gewählt. Ferdinand fiel ihm und dem sehr viel größeren Heer jedoch in den Rücken und konnte den Sieg erringen. Ein Denkmal an der B57 erinnert an die Schlacht mit 5700 Toten, ein dazugehöriges Diorama steht im Museum Burg Linn.

Zurück zum Lauf: Nach einer 90 Grad-Linkskurve geht es erneut über die Landwehr und an einem Steinkreuz vorbei. Hier beginnt (oder endet) auch ein Trimm-Dich-Pfad. Nach einer Linkskurve führt der Weg nun einen guten Kilometer in nord-westliche Richtung und auch am Bürgerwald an der Plückertzstraße vorbei. Hier können Bürger oder Institutionen zu verschiedenen Anlässen Bäume pflanzen – natürlich mit Hilfe des Fachbereichs Grünflächen. Nun ist die Bahnstrecke nicht mehr weit. Sie verläuft hier seit 1854, ein Bahnhof kam auf Initiative der Witwe von Schumacher 1896 hinzu, was den Tagestourismus deutlich förderte.

Die Bahnstrecke, zu der parallel im Wald gelaufen wird, und die Bäume im Forstwald, die im Sommer viel Schatten spenden, hatten den Forstwald übrigens für weitere militärische Zwecke interessant gemacht. Die NSDAP-Organisation Todt hielt sich während des Zweiten Weltkriegs ständig im Wald auf und konnte sich unbemerkt vom Feind bewegen. Vereinzelte Gefechte gab es beim Durchmarsch der Alliierten im März 1945. Die Briten nutzten später vereinzelt Gebäude der Organisation Todt und bauten ab 1952 an der Grenze zu Tönisvorst eine Kaserne für das 28. Signalregiment.

Wer mag, kann nun nach links Richtung Sportplatz abbiegen – oder hängt noch eine Verlängerung dran. Hierzu bietet sich der Weg neben den Bahnschienen an. Am Stockweg macht dieser eine harte Linkskurve. Folgt man diesem Weg neben der Plückertzstraße, ist der Bellenweg schon fast in Sichtweite. Eine weitere Alternative bietet sich am Stockweg: Die Bahnschienen überqueren und in das der Kaserne gegenüberliegende Waldstück. Dieses ist etwas wilder in seinem Bewuchs und auch die Wege sind nicht sehr eben, also Vorsicht. Am besten folgt man dem kleinen Weg und biegt dann rechts in den Degensweg. Hier stand übrigens bis 1970 das imposante Hotel Praaßhof, gebaut vom Architekten Buschhüter. Nach fünfhundert Metern taucht auf der linken Seite ein Baggersee auf, jetzt rechts abbiegen und wenig später wieder rechts, zurück zum Forstwald.

(http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/7B8947E308557293C1257C14005544E2?Opendocument)


Endlich: Bilder aus der Wüste

Endlich sind sie da, Fotos aus der Wüste, vielmehr vom Wadi Adventure Race…enjoy!


Mayntzhusen wird 14. beim Martinscross

Moritz Mayntzhusen hat beim 42. Martins-Crosslauf des CSV Krefeld den 14. Platz im Hauptlauf belegt. Die fünf Kilometer lange Strecke über die Edelstahl-Kampfbahn im Süden der Stadt absolvierte der Hühne in 20:13 Minuten und damit 4:34 Minuten langsamer als Martin Lohse (15:39, TV Wattenscheid), der zum fünften Mal gewann. In der Alterklasse bedeutet die Zeit Rang zwei!


Fünf Wüsten-Seidenraupen unter den Top40

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Zehn Kilometer in der Wüste von Dubai bei 33 Grad sind schon eine Hausnummer. Kommen auch noch 20 Hindernisse hinzu, wird es ungemütlich. Dennoch haben die Seidenraupen Eva und Manu sowie die Gastraupen Marina, Domi und Fynn beim Wadi Adventure Race den Sprung in die Top40 geschafft. Eva und Marina kamen als 17. in jeweils 1:24:36 ins Ziel (1.: 58:72 (!!!), 2.: 1:04:52, 3.: 1:05:30). Ich lief in 1:02:01 über die Linie (19.), Domi in 1:05:38 (34.) und Fynn in 1:06:30 (38. / 1.: 52:58, 2.: 55:03, 3.: 56:14).

Knackig der Auftakt. Nach einem Kilometer auf Geröll und über Seile müssen wir uns Sandsäcke krallen: die Mädels 15kg-Packungen, wir Jungs erhalten die 20kg-Hochwasser-Version – und das bis Kilometer zwei. Verdammte Axt, das haut irgendwann gehörig rein. Nett auch, wenn der Vordermann Sand verliert und das als kleine Verwehung ständig auf deinen Kopf rieselt. #sanduhr

Aber nicht meckern, Dudes, keep on running. Flux über ein paar Hürden drüber und dann das erste Mal in den Wadi-Adventure-Park, einem Wasserpark, in dem man unter normalen Umständen surfen, raften oder paddeln kann. Normal kann jeder, also waten wir die verschiedenen Rafting-Kanäle hoch, natürlich entgegen den Strom, durch einen Wasserfall und dann aus dem Wasser eine kilometerhohe (gefühlt) Wand hinauf.
Zeit zum ausruhen bleibt kaum, denn nach einigen Metern führt der Weg über eine Kette von Schlauchbooten, die über einen See quert. Wer keinen Hintermann hat, der einem von so einem Boot torpediert, ist hier schnell durch, ich dagegen muss schwimmen. Kurz darauf folgt die nächste Strömung und dann geht’s erst einmal raus aus dem Park, rein in die Berge: kein Wasser, viele Steine, aber immerhin laufen. Rauf und runter, durch ein trockenes Flussbett und Kanalrohre, wieder einen Berg hoch und über sattes Grün (tatsächlich gibt es so etwas hier) und dann die beliebte Übung mit den Autoreifen. Nix neues, also weiter. Wieder Seile, wieder Reifen und dann ein wirklicher Killer: Robben unter Stacheldraht. Im Grunde nix schweres, aber 300 Meter lang? >>> Fuck!!! Und auch gar nicht so angenehm, der Kontakt zwischen Rücken und Draht…
Das anschließende Balancieren ist dagegen ein Zuckerschlecken, ebenso wie das Umwämsen von Traktorreifen und das Überwinden und Durchtauchen von Hürden im Wasser. Es folgt eine lange sandige Passage, erneutes Robben und wieder viel Sand, kurz erneut über Stock und Stein und schließlich mittels Sprossen über ein Wasserloch (und wem die Power fehlt, durch das Wasserloch). Dann die letzten Hindernisse: rein in den Pool, 100 Meter schwimmen und noch einmal über eine haushohe Wand: Finish.

Fazit: ein spaßiges Unterfangen mit einigen heftigen Aufgaben. Abwechslung pur und das auch noch perfekt organisiert. Danke Sandy Dreams für diesen tollen Trip. Den Fleischhappen bei Burgerfuel hatten wir uns verdient, nice!!!