Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für Dezember, 2013

Aki: Einer von 8500, die Gutes taten

Aki beim Köln-Marathon.

Aki beim Köln-Marathon.

4:00:10 – so lautete das Ergebnis von Aki Khader beim diesjährigen Köln-Marathon. Zehn Sekunden über der magischen Vier-Stunden-Marke erscheinen auf den ersten Blick mehr als ärgerlich, auch wenn es der erste Marathon in der Karriere von Aki war. Zehn Sekunden sind eigentlich nichts. Vor allem nicht im Verhältnis zu vier Stunden. Das ist vielleicht einmal kurz zum Getränkebecher greifen oder den Schuh zumachen. Oder, wie Aki es tat, umkehren, um über die Spendenmatte zu laufen. „Ich habe diese Matte erst spät gesehen und war dran vorbeigelaufen. Ich wusste nicht so recht, was sie zu bedeuten hat. Dann dämmerte mir, dass es vielleicht auch eine Zeitnahme-Matte sein könnte. Also bin ich kurz danach umgekehrt und drüber gelaufen“, erzählte die Seidenraupen nach dem Lauf durch Köln. Hier, direkt am Aachener Weiher bei Kilometer 19, liegen also die zehn Sekunden, die am Ende fehlten. Unwiderrufbar, nicht mehr aufzuholen – aber auf keinen Fall verschenkt.

Denn die Matte, die Aki dann doch überlief, war die Spendenmatte, seit Jahren eine Tradition beim Marathon durch die Domstadt. Jeder Läufer, der sie heuer überquerte, spendete automatisch drei Euro an das Projekt „Kindermittagstisch“, welches anlässlich der 25-jährigen Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Corinto in Nicaragua und der Stadt Köln ausgesucht wurde. Die rund 8500 Matten-Überquerer spendeten so 27.901 Euro, die nun den Kindern in Corinto zur Verfügung gestellt werden (Hier gibt es mehr Infos). Das freut natürlich auch Aki: „Auch wenn ich davon nichts wusste, spende ich natürlich gerne. Und dadurch habe ich natürlich für den nächsten Marathon ein Ziel: Unter vier Stunden bleiben UND gleichzeitig spenden.“

Wir finden, dass sich die zehn Sekunden in diesem Zusammenhang gelohnt haben, bravo Aki! (Verheimlichen wollen wir aber auch nicht, dass weitere Seidenraupen an diesem Tag über die Matte liefen. Ihr seid alle Helden!)


Das Seidenraupen-Wordle

Lustiges Wordle unserer Seite...

Lustiges Wordle unserer Seite…


Beleuchtete Laufstrecke im Bayer-Sportpark

Sportler des SC Bayer 05 Uerdingen starten zum Lauf auf der beleuchteten Laufstrecke.

Sportler des SC Bayer 05 Uerdingen starten zum Lauf auf der beleuchteten Laufstrecke.

Ein weiteres Highlight auf der Sportparkanlage des SC Bayer 05 Uerdingen wurde jetzt offiziell eröffnet. Die beleuchtete Laufstrecke, welche sich über das gesamte Gelände des Sportparks erstreckt und bis zu 2,6 km lang werden wird, ist auf einer Teilstrecke in Betrieb genommen worden, sodass Läufer ihre Trainingseinheiten auf einem sicheren und beleuchteten Gelände absolvieren können. Da können wir Seidenraupen nur sagen: Super Sache!!!

Zur offiziellen Eröffnung waren der geschäftsführende Vorstand des SC Bayer, der Stadtsportbund Vorsitzende, Dieter Hofmann, sowie Sportler des Vereins anwesend. Die Nachwuchstriathletin Luca durfte das Band durchschneiden und die Strecke für den Laufbetrieb freigeben. Willkommen sind dem SC Bayer auch Nichtmitglieder – das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und werden mit Sicherheit in den kommenden Wochen mal vorbeischauen. Jörg Heydel, Geschäftsführer des SC Bayer: „Wir sind stolz darauf unseren Mitgliedern, aber auch den Krefelder Bürgern eine einmalige Möglichkeit für ein Lauftraining in der dunklen Jahreszeit anzubieten. Der Sportparkgedanke wird mit einer offenen Laufstrecke noch stärker von uns gelebt. Dies ist ein Topangebot für Krefeld und ein weiteres Highlight in unserem Sportpark.“ Wer die Strecke nutzen möchte, muss sich nur kurz am Servicepoint im Fitness- und Gesundheitscenter timeout anmelden.

Timo Bauermeister (Vorstand SC Bayer), Wolfgang Langhoff (Vorstand SC Bayer), Triathletin Luca, Dieter Hofmann (SSB Vorsitzender) und Jörg Heydel (Geschäftsführer des SC Bayer, von links) geben die beleuchtete Laufstrecke frei.

Timo Bauermeister (Vorstand SC Bayer), Wolfgang Langhoff (Vorstand SC Bayer), Triathletin Luca, Dieter Hofmann (SSB Vorsitzender) und Jörg Heydel (Geschäftsführer des SC Bayer, von links) geben die beleuchtete Laufstrecke frei.


Die Kosten der Laufstrecke belaufen sich auf 100.000 Euro. „Normalerweise hätte die Laufstrecke mit Beleuchtung 200.000 Euro gekostet, doch aufgrund vieler Eigenleistung durch unser Personal, konnten wir den finanziellen Aufwand gering halten“, so Wolfgang Langhoff, Vorstandsmitglied für die Infrastruktur des Vereins. Die laufenden Kosten sollen durch eine jährlich stattfindende Laufveranstaltung eingenommen werden bzw. gering gehalten werden. Dieter Hofmann zur Bedeutung der Laufstrecke für Krefeld: „Es gibt sehr viele Läufer in Krefeld, somit ist es toll, dass der SC Bayer diese bisher einmalige beleuchtete Laufstrecke in Krefeld, auch allen Krefeldern zur Verfügung stellt.“ Wird die Stadt im angrenzenden Stadtpark ebenfalls eine durchgängige Beleuchtung ermöglichen, entsteht zusammen mit dem Sportparkgelände eine Strecke von über fünf Kilometer, die in der Dunkelheit genutzt werden kann. Ensprechende Gespräche laufen nach Seidenraupen-Informationen bereits mit ansässigen Firmen, die ein Sponsoring in Aussicht gestellt haben.

Die Öffnungszeiten im Sportpark sind so gewählt, dass Früh- wie Spätläufer davon profitieren. Montags bis freitags ist die Strecke von 6.30 bis 21.30 Uhr geöffnet und am Wochenende von 9 bis 17 Uhr. Wer unter professioneller Leitung trainieren möchte, kann dies montags, mittwochs und freitags in der Lauf- und Ausdauerschule tun, nähere Infos gibt es am Servicepoint.


Kunstwelt verzückt: Ein Trimborn taucht auf

Swantje S. (Name von der Redaktion geändert) besitzt nun den "Kläff".

Swantje S. (Name von der Redaktion geändert) besitzt nun den „Kläff“.

Die internationale Kunstwelt ist verzückt. Nur Wochen nach der Entdeckung der Sammlung von Cornelius Gurlitt in München hat nun ein lange verschollen geglaubtes Kunstwerk wieder den Weg in die Öffentlichkeit gefunden. Es handelt sich dabei um das Meisterwerk „Der Kläff“ von Norma Trimborn aus dem Jahre 2007. Die Künstlerin, mittlerweile in der Karibik, genauer St. Martin, beheimatet, hat das kleine, aber verdammt kostbare Ölbildnis auf Leinwand einst geschaffen. „Der Kläff“ zeichnet sich durch seine starken Konturen in der Bildmitte aus, verflacht nach außen, um dann grandios zu vollenden. Nicht vielen gelingt ein solches Bild für die Ewigkeit. Die Kunsthäuser der Welt reißen sich seit jeher um das Werk. Wie es nun in die Händer der renomierten Kunsthändlerin Swantje S. (Name von der Redaktion geändert) gelangt, ist ein Ritt durch die verworrene Kunstwelt der Moderne, wie sie Hollywood und Babelsberg zusammen nicht hätte besser schreiben können.
Nicht vieles ist bekannt und soll an die Außenwelt gelangen, nur soviel: Marcus Noack hatte das Bild auf einer Auktion im Jahre 2012 erstanden, schon bald aber aus den Augen verloren. „Ich habe es einfach nicht mehr wiedergefunden. Es ist so klein, so unscheinbar, aber doch von großem Wert.“ Noack suchte und suchte, er fand den „Kläff“ aber nicht mehr wieder. Sollte dieses Werk der Antike, der Moderne und der Zukunft sowieso für immer in den Archiven verborgen bleiben? Undenkbar. Zwischenzeitlich wurden Detekteien mit der Suche beauftragt, ohne Erfolg. Ganze Pfadfinder-Kompanien streiften durch Wälder, Suchtrupps der Bundespolizei durchkämmten wie einst auf Dune die Wüste.

Dann das unerwartete, das schier unmögliche. Auf einer Auktion, die vor drei Tagen an einem unbekannten, bewusst geheim gehaltenen Ort in Krefeld stattfand, tauchte der „Kläff“ wieder auf. Das Publikum war berührt, die Welt schien stillzustehen. „Der Kläff“ war zurück. Hosanna in der Höhe, hochgelobt sei der, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe. Es war, als taten sich Welten auf, die Sonne, längts untergegangen, kehrte zurück und vermählte sich mit dem Mond, ein wahrer Regen an Sternschnuppen prasselte auf Krefeld, dieser kleinen Samt- und Seidenstadt, nieder. Regenbogen um Regenbogen reihte sich über den „Kläff“. Oh-oh-mein-Gott.

Nurten Celik, hier noch mit dem "Kläff".

Nurten Celik, hier noch mit dem „Kläff“.


Schnell überboten sich die Kunstnarren. Jeder wollte sich den „Kläff“, einen echten Trimborn, unter den Nagel reißen – am Ende hatte Nurten Celik die Nase vorn. Ihr Gebot, die Höhe bleibt unveröffentlicht, erhielt den Zuschlag. Stolz reckte sie die kleine Leinwand in die Höhe, jubelte, hatte Tränen der Rührung in den Augen. „Dieser Kläff ist einzigartig. Für ihn lohnt es sich, über die Schmerzgrenze zu gehen.

Dachte sich auch Swantje S. aus Kempen. Die Kunstsammlerin bat Auktionsführer Manuel Kölker noch einmal an den Hammer und legte ein Angebot vor, das seinesgleichen suchte. Nurten Celik konnte nicht anders, die Nerven lagen blank – der Trimborn wechselte wieder den Besitzer. S. wollte wenig zu ihrem Neuerwerb sagen, ließ sich aber entlocken, dass er vorerst ein Jahr unter Verschluss bleibt. „Dieses Kunstwekrt verträgt nicht viel Sonne. Es muss schonend, unter Schutzatmosphäre, gelagtert werden.“

Manuel Kölker bei der Ansprache.

Manuel Kölker bei der Ansprache.


Der Stadtwald, die grüne Lunge im Herzen von Krefeld

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie über Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Im sechsten Teil geht es durch den Stadtwald.

Der Deuß-Tempel erinnert an den Stifter des Krefelder  Stadtwalds, Wilhelm Deuß.  Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Der Deuß-Tempel erinnert an den Stifter des Krefelder
Stadtwalds, Wilhelm Deuß.
Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Für die meisten Krefelder ist der Stadtwald die grüne Lunge Krefelds. In seinem Süden grenzt er quasi an die Stadtmitte, im Norden und Osten ist er von weiten Feldern umgeben. In unmittelbarer Nähe lässt es sich sehr gut leben, die Grundstückspreise spiegeln das wieder. Gleichzeitig ist der „Central Park der Samt- und Seidenstadt“ perfekt für Sportler und Freizeitsuchende. Wahrscheinlich hatte Seidenbaron Wilhelm Deuß genau das im Sinn, als er 1897 der Stadt das Areal, damals 35 Hektar groß, übergab. Mit zwei Schenkungen ermöglichte er zudem den Zukauf von weiteren Flächen. 1901 gab die Stadt die ersten Bereiche des im Stil englischer Landschaftsgärten angelegten Parks für die Bürger frei. Verständlich, dass an Deuß direkt hier erinnert werden muss: mit einer nach ihm benannten Straße und dem gleichnamigen Tempel am Weiher.

Unser Lauf beginnt zwischen den Tennisplätzen des Crefelder HTC und dem Stadtwaldhaus, das 1911 aus einer Waldschänke hervorging. Im zweiten Weltkrieg nutzte es die Wehrmacht kurzzeitig als Kaserne, später kamen dann die englischen Truppen und richteten hier ihren Verwaltungssitz ein. Fast wäre es in den späten 1950-er Jahren einer neuen Stadthalle gewichen, die direkt am Weiher entstehen sollte. Nachdem die Pläne fertig waren, lehnte sich Bevölkerung aber auf und sprach sich gegen ein solches Projekt aus. Der Stadtrat kam diesem Drängen nach. Wir starten nicht nur wegen der vielen Parkmöglichkeiten hier, sondern auch, um nach dem Lauf im größten Biergarten Nordrhein-Westfalens ein Wasser trinken zu können. Grundsätzlich ist im Stadtwald so ziemlich jedes Maß zu laufen: eine kleine Runde um den Weiher, eine größere um die Rennbahn oder die Standard-Route auf dem äußeren Ring, die 4,75 Kilometer lang ist. Das gute an letzterer: man kann sich kaum verlaufen.

Und so beginnt der Lauf direkt auf dem Weg, der vom Biergarten nach Westen führt. Schon bald passieren wir die Tennisplätze des Bundesligisten HTC Blau-Weiß und wenig später das „gelbe Haus“, in dem der Künstler Chris Worms mit Birgit Schlechter sein Atelier hat. Ein Besuch lohnt sich allemal, allein der Garten verführt einen in eine andere Welt. 18 Jahre haben die beiden hier gewerkelt, ehe das Schmückstück im heutigen Glanz erstrahlen konnte. Für die Mühen gab es 2012 den Krefelder Denkmalpreis. Wir folgen dem Weg, der sich zunächst nach rechts windet, um wenig später nach links abzubiegen, und „außen“ zu bleiben. Zahlreiche Wege kreuzen und führen ins Innere des Stadtwaldes, man kann also ständig abkürzen oder verlängern. Wir lassen die Hundefreilaufwiese rechts liegen und durchlaufen ein ehemaliges Flussbett weiter Richtung Norden. Wer zu dunkler Stunde läuft, kann auch die parallel verlaufende Deußstraße nutzen. Früher fuhr hier übrigens die Straßenbahnlinie 12 im Stundentakt nach Moers. Wenige Meter weiter führt die Brücke über den Europaring. Wem die normale Runde nicht reicht, kann über die Brücke entlang der Nieper Kuhlen bis nach Traar und über den Buscher Holzweg und die Alte Kemmerhofstraße zurück laufen (circa fünf Kilometer mehr). Wir biegen aber nach rechts und laufen parallel zum Ring. Langsam aber sicher schiebt sich eine sumpfige Landschaft mit dem Moersbach dazwischen. Dieser Teil des Waldes kam 1927 hinzu.

Auf der rechten Seite schimmert die Galopprennbahn, eine der schönsten in Deutschland, durch das Geäst. Natürlich bietet sich immer ein Abstecher an, morgens werden die Pferde im angrenzenden Stall, von Mario Hofer betreut, auf der Sandbahn bei Sonnenaufgang trainiert. Die Trainingsstrecke führt in einem großen Bogen einmal um die gesamte Rennbahn herum. 1912 erging der Auftrag an den Architekten August Biebricher, der die äußere Architektur aller Tribünen entwarf, und an ein Kölner Ingenieurbüro, von dem die Entwürfe und die Gestaltung der Innenräume sowie der technischen Einrichtungen stammen. Am 11. Juni 1913 gab es schließlich den ersten Renntag. Unser Weg führt weiter Richtung Osten bis zur Hüttenallee und dann hart nach rechts. Geradeaus ginge es über die Vreed zum und durch den Kleingartenverein Alt Bockum. Die Verlängerung vorbei an einer der besten Hähnchenbratereien würde 500 Meter Verlängerung bedeuten.

Der äußere Ring verläuft nun an der Anlage des Hockey-Bundesligisten Crefelder entlang. Für kurze Zeit fühlt man sich dank der Vegetation wie in einer Heide. Der Weg schlängelt sich am Großhüttenhof vorbei, zu dem das angrenzende Areal, der frühere private Hüttenpark, einst gehörte, und biegt dann wieder tiefer in den Wald ein. Nun befinden wir uns am südlichen Ende der Galopprennbahn. Erneut blicken wir auf ein gelbes Haus, Baujahr 1908, und auch hier haben sich Künstler niedergelassen. Frank Jacob Esser und die Theater- und Sozialpädagogin und Filzerin Jutta Maria Wittmann haben hier ihr Atelier „Roter Fuchs“ mit zahlreichen Angeboten für Kinder. Wer übrigens möchte, kann jetzt noch eine Extra-Runde einlegen und einfach den Weg nach rechts, um das Gelände der Galopprennbahn, laufen. Die Verlängerung bringt knappe drei Kilometer.

Das Stadtwaldhaus ist allerdings auch fast schon in Sichtweite. Und damit auch das verdiente Erfrischungsgetränk – oder man wendet einfach und läuft die Route noch einmal, nur in entgegen gesetzter Richtung oder biegt mal hier nach links oder mal da nach rechts. Im Stadtwald sind so viele verschiedene Routen möglich, dass jeder auf seine Kosten kommt.
http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/765AF70380C433F0C1257C3700405273?Opendocument

Weiter Laufstrecken gibt es hier.

Wie man im Stadtwald fernab der Wege läuft, könnt ihr hier auf dem Video sehen. Viel Spaß!


Toll: Riesen-Spende durch den Charity-Run

Von links:  Jörg Giesen, Laufsport Bunert, Birgit August, Vorsitzende Kinderschutzbund Krefeld, Paul Peeters, Preussen Krefeld, eichtathletik Rolf Klupsch, Preussen Krefeld Leichtathletik

Von links: Jörg Giesen, Laufsport Bunert, Birgit August, Vorsitzende Kinderschutzbund Krefeld, Paul Peeters, Preussen Krefeld, eichtathletik
Rolf Klupsch, Preussen Krefeld Leichtathletik

Einen neuen Teilnehmerrekord gab es in diesem Jahr beim charity run, an dem sich auch die Seidenraupen beteiligt haben: 1035 Läufer aller Altersklassen hatten im Sommer ihre Laufschuhe geschnürt und waren zu Gunsten des Krefelder Kinderschutzbundes im Stadtwald an den Start gegangen. Manuel Kölker konnte gar den Gesamtsieg im 5k-Lauf holen, Henne wurde Zwieter und holte mit dem Team der Firma Siempelkamp die Firmenwertung. Das ebenfalls mit Seidenraupen gespickte Team von bockum life kam auf Rang zwei.

„Auch in diesem Jahr waren wieder sehr viele Bambinis und Schüler am Start. Der Firmen- bzw. Mannschaftslauf wird jedes Jahr umfangreicher. Viele Betriebe versuchen ehrgeizig die größte und schnellste Mannschaft zu stellen. Das macht allen Spaß“, berichten die Mitveranstalter Paul Peeters von Preussen Krefeld Leichtathletik sowie Jörg Giesen von Laufsport Bunert.

Kinderschutzbund-Vorsitzende Birgit August freut sich vor allem über die familiäre, entspannte Atmosphäre. Mit einem herzlichen Dankeschön nahm sie nun den Erlös der Laufveranstaltung in Höhe von 6500 Euro entgegen. Das Geld ist bestimmt für die Beratungsstelle Wendepunkt bei sexuellem Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung von Kindern.

Im kommenden Jahr gibt es ein Jubiläum zu feiern. Am Sonntag, 22. Juni 2014, laden die Veranstalter zum 10. charity run ein und hoffen auf eine Jubiläums-Teilnehmerzahl.


Joggen in Linn: Stets das Mittelalter im Blick

Ein uns nicht ganz unbekannter Schreiber veröffentlicht aktuell via Presseamt eine Serie über Laufstrecken in Krefeld. Gerne übernehmen wir diese, um euch vielleicht auf den ein oder anderen unbekannten Pfad unserer schönen Stadt zu lenken. Im fünften Teil geht es um die Linner Burg.

Historischer kann man in Krefeld kaum unterwegs sein: Linn ist ein Eldorado für jeden, der der Stadtgeschichte auf den Grund gehen möchte. Dass dies auch sportlich gelingt, belegt eine Laufrunde um die Burg Linn und das Haus Greiffenhorst.

Die Linner Burg bei Nacht. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Die Linner Burg bei Nacht. Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation

Startpunkt ist an den Parkplätzen der Linner Burg an der Rheinbabenstraße. Meist sind diese gut gefüllt, so dass man eventuell auf die Parkplätze in Nähe des Bahnhofes ausweichen muss. Hier befindet sich seit kurzem übrigens Krefelds erster offizieller Wohnmobilstellplatz. Die Linner Burg ist von hier schon zu sehen und bestimmt das Stadtbild seit Jahrhunderten. Der größte Teil der Burganlage, erbaut im Stil byzantinischer Festungsbaukunst, stammt aus dem 13. Jahrhundert und entwickelte sich aus einem Wehrturm. Den Rebellen aus dem hiesigen Schützenverein dient sie alle drei Jahre während ihres traditionellen Fests als Trutzburg. Regelmäßig entführen sie hier hin die Königin, um im anschließenden Kampfgetümmel den Kürzeren zu ziehen.

Während des Spanischen Erbfolgekrieges wurde die Burg erstmals zerstört: 1702 beschossen sie kaiserliche Truppen und verjagten die französische Besatzung. 1704 brannte sie erneut und 1715 sorgte ein Blitz für den nächsten Brand. Es sollte das vorläufige Ende sein, denn danach kümmerte sich keiner mehr um die Burg. Einzig das Jagdschloss in der Vorburg blieb bewohnt. 1924 kaufte die Stadt die vollkommen zu gewucherte Ruine samt den Anlagen in der Vorburg. Die Burg an sich wurde nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise restauriert. Die markanten Dächer stammen aus den 1980-er Jahren und sind ein Kompromiss zwischen Mittelalter und Neuzeit. Über 260 Jahre war die Burg ohne Dachstuhl.

Doch jetzt erst einmal los. Dass wir nun entlang des äußeren Wassergrabens laufen können, haben wir Maximilian Friedrich Weyhe zu verdanken. Für die Brüder und Seidenhändler Cornelius und Phillip de Greiff wollte er die Anlage 1830 im Stil englischer Gärten mit der Burg als Fixpunkt bauen. Sein Plan wurde jedoch nicht vollständig umgesetzt, was der heutigen Optik keinen Abbruch tut. Während wir die Burg stets links im Augenwinkel haben, grasen rechts des Wegs friedlich die Pferde der hier beheimateten Ställe. Nach wenigen Metern fließt der Linner Mühlenbach in den Burggraben. Vorbei an Teilen des Kreuzweges folgen wir über eine kleine Holzbrücke nach links. Am anderen Ufer wird zunächst eine Insel sichtbar, danach ein großer Kinderspielplatz. Er ist einer der schönsten in Krefeld und daher ständig in der Hand tobender Kinder. Über die Margaretenstraße – links von uns liegt nun das historische Linn – geht es den Graben entlang und dem Weg weiter folgend nach nach links. Den Turm, den wir hier erkennen können, ist der Issumer Turm, ein Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert, der sich Jahrhunderte in der Hand adliger Herren befand. Mittlerweile ist er in Privatbesitz.

Unsere Route führt nun nach rechts in den Elter Schützenweg, umgeben von Pferdekoppeln und Kornfeldern. Wenig später sind auf der rechten Seite Bahnen des Krefelder Golfclubs zu sehen, der hier, zwischen mächtigen Laubbäumen sein Domizil hat. Läufer, die nicht gerne auf Asphalt laufen, biegen nicht in den Elter Schützenweg, sondern erst 60 Meter weiter rechts in den Greiffenhorstpark ein. Auch dort war Weyhe im Auftrag von de Greiff tätig. Der Gartenkünstler schuf den Park um 1843 im englischen Stil und formte den Linner Mühlenbach zu langgezogenen Parkweihern. Inmitten des Parks liegt das Haus Greiffenhorst, das ehemalige Garten- und Jagdhaus de Greiffs. Nach dem zweiten Weltkrieg verfiel es, wurde dann aber in den 70-er Jahren restauriert. Burg- und Greiffenhorstpark erhielten im Rahmen der dezentralen Gartenausstellung Euroga 2002plus einen neuen Anstrich.

Wer sich die kleine Runde vorgenommen hat, macht am Haus Greiffenhorst kehrt und läuft den Weg wieder zurück. Alle anderen laufen, sofern sie nicht den Asphaltweg gewählt haben, vom Haus Greiffenhorst rechts über die Brücke zum Hausenhof, Richtung Gellep-Stratum. Am Hof steht eine kleine Kapelle, die mühsam vom Linner Schützenverein saniert wurde. Über „In der Elt“ läufet man durch ein großes Wasserreservoir. Auf den Feldern stand im 7. Jahrhundert die älteste Linner Kirche, die alde Kerk, die dem Hochwasser von 1279 zum Opfer fiel. Eine Gedenkstätte im nördlichsten Teil des Greiffenhorstparks erinnert an sie. Vorbei am Wasserwerk, das kürzlich von den Stadtwerken um eine Wasserenthärtungsanlage erweitert wurde, geht es weiter unter dichten Bäumen und dann rechts in die Straße „An der Puppenburg“. Sie trägt ihren Namen von einer Niederungsburg aus dem 11. Jahrhundert, die angeblich früher per Tunnel mit der Linner Burg verbunden war. Nach dem Kleingartenverein biegen wir rechts in die Heulesheimer Straße und am Kotheshof (Reitstall Siebenlinden) vorbei. Gerade im Sommer brennt hier die Sonne unerbittlich: Kein Baum spendet auf dem langen Asphaltweg vorbei an Feldern, zwei Schweinemastbetrieben und durch das nördliche Latumer Bruch, Schatten.

An einer T-Kreuzung gibt es zwei Möglichkeiten. Links, und dann wenig später rechts, führt der Weg parallel zur nahen Autobahn, rechts geht es am Haupteingang des Golfclubs vorbei, was deutlich ruhiger und angenehmer ist. Über die Kurkölner Straße geht es, links wie rechts wieder in den Burgpark zurück.
http://www.krefeld.de/C1257455004E4FBF/html/F6BE844690F56E95C1257C30005B7805?Opendocument

Weitere Laufstrecken gibt es hier.