
Nicht vieles ist bekannt und soll an die Außenwelt gelangen, nur soviel: Marcus Noack hatte das Bild auf einer Auktion im Jahre 2012 erstanden, schon bald aber aus den Augen verloren. „Ich habe es einfach nicht mehr wiedergefunden. Es ist so klein, so unscheinbar, aber doch von großem Wert.“ Noack suchte und suchte, er fand den „Kläff“ aber nicht mehr wieder. Sollte dieses Werk der Antike, der Moderne und der Zukunft sowieso für immer in den Archiven verborgen bleiben? Undenkbar. Zwischenzeitlich wurden Detekteien mit der Suche beauftragt, ohne Erfolg. Ganze Pfadfinder-Kompanien streiften durch Wälder, Suchtrupps der Bundespolizei durchkämmten wie einst auf Dune die Wüste.
Dann das unerwartete, das schier unmögliche. Auf einer Auktion, die vor drei Tagen an einem unbekannten, bewusst geheim gehaltenen Ort in Krefeld stattfand, tauchte der „Kläff“ wieder auf. Das Publikum war berührt, die Welt schien stillzustehen. „Der Kläff“ war zurück. Hosanna in der Höhe, hochgelobt sei der, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe. Es war, als taten sich Welten auf, die Sonne, längts untergegangen, kehrte zurück und vermählte sich mit dem Mond, ein wahrer Regen an Sternschnuppen prasselte auf Krefeld, dieser kleinen Samt- und Seidenstadt, nieder. Regenbogen um Regenbogen reihte sich über den „Kläff“. Oh-oh-mein-Gott.

Schnell überboten sich die Kunstnarren. Jeder wollte sich den „Kläff“, einen echten Trimborn, unter den Nagel reißen – am Ende hatte Nurten Celik die Nase vorn. Ihr Gebot, die Höhe bleibt unveröffentlicht, erhielt den Zuschlag. Stolz reckte sie die kleine Leinwand in die Höhe, jubelte, hatte Tränen der Rührung in den Augen. „Dieser Kläff ist einzigartig. Für ihn lohnt es sich, über die Schmerzgrenze zu gehen.
Dachte sich auch Swantje S. aus Kempen. Die Kunstsammlerin bat Auktionsführer Manuel Kölker noch einmal an den Hammer und legte ein Angebot vor, das seinesgleichen suchte. Nurten Celik konnte nicht anders, die Nerven lagen blank – der Trimborn wechselte wieder den Besitzer. S. wollte wenig zu ihrem Neuerwerb sagen, ließ sich aber entlocken, dass er vorerst ein Jahr unter Verschluss bleibt. „Dieses Kunstwekrt verträgt nicht viel Sonne. Es muss schonend, unter Schutzatmosphäre, gelagtert werden.“



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