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Mayntzhusen und Kölker kämpfen sich durch Matsch und Schnee

So muss ein Winterlauf sein: Klirrende Kälte, viel Matsch und Schnee und heißer Glühwein im Ziel. Moritz Mayntzhusen und Manuel Kölker haben die Seidenraupen-Fahne beim Aachener Winterlauf hochgehalten. Wenn auch mit gemischten Gefühlen.

Beide hatten ihren Spaß, aber auch ihre Mühen. Während Moritz als 163. Mann nach 1:20:31h im Ziel war und damit seine Zeit aus 2014 (1:20:15h) in etwa erreichte, war es für Manu ein Kampf, das Ziel überhaupt zu erreichen. Bei KM4 hatte die Wade wieder zugemacht, die restlichen 14 Kilometer waren ein extrem langsamer und schmerzhafter Weg. Er erreichte in 1:30:44h (464.) das Ziel und lag damit deutlich über den Zeiten aus 2014 (1:18:41h) und 2012 (1:20:30h). Anvisiert war eigentlich eine Zeit um 1:15h.

Da konnte in der Tat nur der Glühwein über die Schmerzen hinwegtrösten. Überraschend hatten sich dazu nicht nur Manus Eltern, sondern auch Onkel Robert eingefunden. Danke an die Fan-Gemeinde!

Es gewann übrigens Martin Heuschen in 59:08h, bei den Damen hatte Kira von Ehren von Bayer Uerdingen in 1:10:56h die Nase vorn.


Seidenraupen-Duett in Aachen

Besser können die Vorzeichen vor dem ATG-Winterlauf am Sonntag nicht sein: Während Moritz das Wochenende auf einem Junggesellen-Abschied verbringt und erst in der Nacht zu Sonntag zurückkehrt, laboriert Kölker an einer hartnäckigen Wadenverletzung plus Halsfreck. Läuft!

Aber was nimmt man für einen der coolsten Läufe der Republik nicht alles auf sich…der Winterlauf der Aachener TG ist eben ein Erlebnis. Nicht ohne Grund sind die begehrten 2500 Startplätze innerhalb weniger Tage vergriffen.

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Startschuss!

Manch einer fühlt sich an den Boston-Marathon erinnert, wenn er am Sonntagmorgen in den Bus steigt und sich in das weit entfernte Vichtbachtal bringen lässt. Hier besaß die ATG früher ein Jugendheim, und von hier starteten die zwölf Gründer des Laufes am 22. Dezember 1963 das erste Mal zum vereinseigenen Sportplatz Am Chorusberg. Zu Beginn war der Lauf ein Orientierungslauf, heißt, jeder konnte den Weg laufen, den er für den schnellsten hielt. Doch das sollte sich bald ändern. 1968 war die optimale Strecke (diese hier) gefunden, über die die beiden Seidenraupen am Sonntag bügeln werden. Oder auch nicht. Warten wir einmal ab, wie sie die 18 Kilometern meistern. Der Tag wird auf jeden Fall schön ausklingen, mit der Seidenraupen-Weihnachtsfeier bei Gleumes.

Zur Strecke (Text stammt von der ATG ):

Nach dem Start sortiert sich das Läuferfeld auf der gut einen Kilometer langen geraden Strecke bis Mulartshütte. Dort biegt man nach rechts ab und erreicht sogleich die erste selektive Stelle, die Steigung hinauf zum Birkenhof. Hier läuft man bei Kilometer zwei rechts in den Wald hinein, vorbei am Sportplatz des VfR Venwegen und anschließend links herunter über Feldwege und durch ein Wohngebiet in Venwegen.

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Christoph Lohse (in blau) bei seinem Sieg im Jahr 2012. Foto: ATG

Spätestens hier sollte man sein Tempo gefunden haben. Nach Erreichen des Endes der Spielstraße Am Kalkofen passiert man in der Umstraße bereits Kilometer vier und erreicht kurz danach die Hauptdurchfahrtsstraße durch Venwegen, wo zahlreiche Streckenposten die Läufer anfeuern. Auf dieser Straße läuft man nun die nächsten beiden Kilometer fast ausschließlich bergab in Richtung Kornelimünster und hat dabei vielleicht noch einen Blick für den schönen Eisenbahnviadukt, den man dabei unterquert.

Kurz hinter Kilometer sechs geht es dann am Ortseingang von Kornelimünster links in Richtung Walheim und nach einem kurzen steileren Anstieg gelangt man auf die Vennbahntrasse. Jetzt heißt es nach dem Anstieg möglichst schnell wieder sein Tempo zu finden. Denn das nun folgende absolut flache Teilstück, das sich von km 7 bis etwa km 11 erstreckt, ist entscheidend, wenn man eine gute Zeit laufen will. Man läuft dabei über zwei Viadukte, vorbei am ehemaligen Bahnhof Kornelimünster, wo sich immer einige Zuschauer einfinden und wo die Verpflegungsstelle eingerichtet ist, und tangiert Niederforstbach.

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Mussa und der Matsch!

Bei etwa km 11 verläßt man dann die Vennbahntrassse und gelangt auf einen Feldweg, der je nach Witterungsbedingungen eine echte Herausforderung sein kann. Durch seinen S-förmigen Verlauf kann man hier aber einen sehr guten Überblick über die vor einem liegenden Läufer gewinnen, es sei denn, man befindet sich in der Führungsgruppe…

Kurz vor Kilometer 12 unterquert man die Autobahn und gelangt wenig später nach Hitfeld. Nachdem man dort die Hitfelder Straße überquert hat und nach rechts abgebogen ist, läuft man direkt in den Aachener Wald hinein, der die Kulisse für das Schlußdrittel darstellt. Der kontinuierlich abfallende Waldweg führt kurz vor Kilometer 14 zu einem der tiefsten Punkte der Strecke, dem Beverbach. An dieser Stelle finden sich bei jedem Wetter einige treue Zuschauer ein, um die Läufer anzuspornen, die letzten Kräfte zu mobilisieren.

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Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Das kann man auch gut gebrauchen, denn von der Brücke über den Beverbach geht es rund 1,5 km über einen welligen und kräftezehrenden Waldweg, die Monschauer Straße überquerend, zur Pionierquelle.

Hat man die Pionierquelle aber erreicht, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Denn es geht nun hinunter zum Pommerotter Weg, den man bis zur Eupener Straße durchläuft (km 16). Nachdem man die Eupener Straße überquert hat, geht es nach ca. 100 m erneut in den Wald, wo man einen letzten kurzen Anstieg zu bewältigen hat. Dieser Waldweg mündet wenig später in den Grindelweg und man gelangt zur Stauanlage Diepenbenden (km 17). Spätestens hier spürt man nun schon die Nähe des Ziels. Nachdem man den Weg Am Chorusberg erreicht hat, ist der Sportplatz schon bald in Sichtweite. Eine letzte scharfe Kurve führt dann auf den Sportplatz und die Zielgerade.


ATG-Winterlauf: Mussa machts! Was dann aber passierte, ist schier unglaublich…

Der Winterlauf-Sieger Mussa mit Moritz und Manu.

Der Winterlauf-Sieger Mussa mit Moritz und Manu.

Mussa Hudrog heißt der überlegene Sieger des 52. Aachener Winterlaufs. Er gewann in 57:11min. Dann passierte aber etwas, was wir nie erwatet hätten.

Heftig, heftig, heftig – das BO! 😉 Nee, mal Butter bei die Fische: Der Winterlauf war ein Paradebeispiel, wie die Seidenraupen funktionieren: Nur eine Handvoll, nämlich zwei, macht sich auf den Weg (der Rest liegt wahrscheinlich faul im Bett), kommt ultraknapp am Start/Zielort an und legt dann noch verdammt fixe Zeiten hin.

Doch der Reihe nach: Dass man beim ATG-Winterlauf mit Bussen zum Start gefahren wird, war uns bekannt. Nicht aber, dass um 10.20 Uhr der letzte seiner Art abfährt. Irgendwie hatte ich das anders in Erinnerung. Verrückte Welt!

Nachdem wir gegen 9 Uhr in Krefeld aufgebrochen waren, kamen wir noch recht enspannt um 10 Uhr in Aachen an. Allerdings mussten wir noch Moritz Nummer holen. Philipp Piecha (danke noch einmal) hatte diese in seinem Briefkasten deponiert. Da jedoch der Zeitungsbote das Sonntagsblättchen schon verteilt hatte, war es unmöglich, an die Nummer zu kommen. Also musste Philipp geweckt werden und so langsam wurde es also knapp…

Moritz muss mal...

Moritz muss mal. Schon vor dem Start ein Kampf!

Gegen 10.20 Uhr kamen wir schließlich am Chorusberg an, Parkplätze natürlich Mangelware und weitweitweg. Nachdem wir uns am Auto kurz umgezogen hatten, ging es ab zum Sportplatz, wo wir noch lässig das Gepäck deponieren wollten. Doch Pustekuchen, ein freundlicher Helfer machten uns darauf aufmerksam, dass jeden Moment der letzte Bus kommen würde – und so war es auch. Das Gepäck wurde also mitgenommen (um es dann am Start wieder per Shuttle zurückzuschicken), Zeit für einen nötigen Toilettengang blieb jedoch nicht mehr. Was Moritz auf den kommenden 30 Minuten Busfahrt bitter bereuen sollte. Das Foto spricht Bände…

Endlich, endlich kamen wir dann an, keine fünf Minuten vor dem Start. Schnell noch pinkeln, Gepäck abgeben, an allen anderen vorbeiflitzen, vorne einreihen und ohne Warm-Up los. Das nennt sich perfekte Rennvorbereitung.

Auf den ersten Winterlauf-Kilometern ist und war kaum ein Überholen möglich – unverständlich auch hier wieder, wieso Läufer, die deutlich-deutlich-oberdeutlich nicht die Zeit laufen können, die am Startblock angebracht ist, sich vorne einreihen. Naja, lassen wir das, zu häufig wurde darüber schon gefachsimpelt.

Muss und der Matsch!

Mussa und der Matsch!

Moritz und ich hatten nicht ausgemacht zusammenzulaufen, trotzdem begegneten wir uns bis zum Anstieg auf die ehemalige Bahnstrecke der Vennbahn am Iternberg noch einige Male. Ärgerlich: Seit langem kämpfte ich wieder mit „eingeschlafenen Füßen“, ein Phänomen, das ich früher häufig hatte, in den vergangenen zwei Jahren, seitdem ich auf den Boost umgestiegen war, aber eigentlich gar nicht mehr.

Das änderte jedoch nichts daran, dass ich gut voran kam – und zwar ohne Uhr, die ich zu Hause vergessen hatte. Kilometer um Kilometer arbeitete ich mich nach vorne und gerade die Passagen, in denen es über matschige Wege und tiefe Pfützen ging, machten Spaß. Warum ausweichen, wenn es auch geradeaus durch geht?

Spätestens ab Kreuzerdriesch, also nach rund 13km, ließ ich es krachen und kassierte Läufer um Läufer – schade, dass mir hier die Zwischenzeiten fehlen. Die letzten zwei Kilometer hatten es dann noch einmal in sich: Matsch, Glatteis und Steigungen, ehe das Ziel erreicht wurde. Geil. Genauso geil wie der Tee und die leckeren Kuchen, die die ATG-Jugend anbot. Sensationell!!!

Startschuss!

Startschuss! Foto: ATG

Mit der Zeit von 1:18:41h gewann ich die „Krefelder Wertung“ (sieben Starter!) und kam insgesamt auf Platz 184 (AK-19.). Möglich wurde dies allerdings nur, weil Christoph Lohse für den TV Wattenscheid startete – er wurde übrigens Zweiter mit 1:02min-Rückstand auf Mussa. Herzlichen Glückwunsch!

Moritz kam zeitgleich mit Gerd Quack von Preussen Krefeld nach 1:20:15h ins Ziel (218./AK-36.), die beiden nächsten Krefelder. Marcel Witeczek, den wir am Start getroffen hatten, erreichte das Ziel krankheitsgeschwächt nach 1:32:25h.

Mussa, der übrigens auf eine Durschnittspace von 3:10 pro Kilometer kommt (>>>wie geht das???), hatte nach der Siegerehrung noch Zeit für ein kleines Pläuschchen und meinte sogar, irgendwo den Namen „Seidenraupen“ schon einmal gehört zu haben. Mal sehen, vielleicht kommt er ja im kommenden Jahr zum Seidenraupen-Cross, Interesse zeigte er zumindest (oder gaukelte es vor, höhöhö). 😉


Aachener Winterlauf im TV

Wer uns heute via TV verfolgen möchte, kann dies unter http://www.live.winterlauf-aachen.de/ machen. Die Bilder von der Strecke versprechen viel Matsch.

Auf geht’s, weiter. Immer weiter.


Mit Glühwein-Atem nach Aachen

Christoph Lohse (in blau) bei seinem Sieg im Jahr 2012. Foto: ATG

Christoph Lohse (in blau) bei seinem Sieg im Jahr 2012.
Foto: ATG

Der Aachener Winterlauf ist fester Bestandteil eines jeden Läufers in unserer Region. Was einst als kleiner Lauf begann, ist mittlerweile ein Event für fast 3000 Läufer. Nach unglaublichen 16 Stunden waren alle Startplätze vergriffen, Moritz und ich schafften es immerhin, über die Warteliste und Startplatzbörse noch etwas zu ermöglichen. So lockt am Sonntag die Voreifel und schließlich Aachens Vorort-Idylle.

Schon der Start bzw. die Start-Prozedur macht den Lauf einzigartig: Die Läufer werden vom späteren Ziel am Chorusberg mit Shuttlebussen ins Vichtbachtal kutschiert, ab da warten dann 18 knackige Kilometer auf die Läufer inklusive einiger Höhenmeter. Eine ausführliche Beschreibung gibt es hier: http://www.atg-aachen.de/content/winterlauf-streckenbeschreibung.

Interessant wird nicht nur, wie wir uns schlagen, sondern auch, ob es dem Seidenraupen-Cross-Gewinner Christoph Lohse gelingt, den Lauf wie angekündigt zu gewinnen. 2012 schaffte er es schon einmal, damals in 60:14 Minuten. Christoph blieb fünf Sekunden vor Rachid Ezzouniou und sieben Sekunden vor Dominic Fabianowski. Und 20 Minuten vor mir – huch…naja, immerhin wurde ich 204.! Den Bericht dazu gibts hier: https://seidenraupen.wordpress.com/2012/12/17/matschiger-winterlauf-in-aachen/. Allerdings bekommt es Christoph mit starker Konkurrenz zu tun. Vorjahres-Sieger Mussa Hudrog geht ebenso an den Start wie auch der fünfmalige Champion Philipp Nawrocki. Hudrog verwieß ihn schon im Vorjahr auf Platz zwei.

Die Vorbereitung für Sonntag läuft für uns jedenfalls bombig: Glühwein (trotz 15 Grad Außentemperatur), Reibekuchen³ und Gänsekeulen gelten in diesen Tagen als perfekte Ernährung und werden daher regelmäßig konsumiert. Moritz konnte immerhin vergangene Woche in Wegberg eine neue 10km-PB aufstellen (41:08min). Läuft also!!! Vielleicht mischen ja auch wir vorne mit 😉


Tennis-Fans: Ab in den Stadtwald

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Da sich ganz Deutschland, und damit auch Krefeld, dank der tollen Leistung von Bum-Bum-Bine Lisicki in Wimbledon im Tennisfieber befindet, kann es für Krefelder heute nur ein Ziel geben: der Stadtwald, genauer die Anlage von Blau-Weiß Krefeld, an der ich heute morgen noch locker vorbeigelaufen bin.

Hier beginnt heute ab 13 Uhr die Tennis-Bundesliga-Partie BW Krefeld gegen TK Kurhaus Lambertz Aachen, immerhin Deutscher Meister. Süßwarenhersteller Lambertz, Sponsor der Seidenraupen, unterstützt auch den TK und macht es möglich, dass der Club auch in diesem Jahr Topspieler aufbieten kann.
Der wohl bekannteste ist Philipp Kohlschreiber, der in der Weltrangliste auf Platz 19 rangiert. Er wird gegen 15 Uhr aufschlagen.

Also: Hin und dem heimischen Verein die Daumen drücken. Ihr seid übrigens nicht alleine: Zum ersten Heimspiel gegen Düsseldorf kamen immerhin 1000 Zuschauer.


Matschiger Winterlauf in Aachen

Christoph Lohse (links) konnte sich in 1:00:14h durchsetzen.
Fotos: Aachener Nachrichten

Christoph Lohse konnte sich in 1:00:14h durchsetzen.
Fotos: Aachener Nachrichten

Leckomio – dieser Lauf, der 50. Aachener Winterlauf, hatte es in sich. Und dass er ganz schön an die Substanz ging, merke ich auch noch Stunden danach, in denen sich mein Körper meldet. Am Ende kann und muss ich damit zufrieden sein, die 18 Km vom Stolberger Vichtbachtal bis zum Aachener Chorusberg in 1.20.30h absolviert zu haben. In der Endabrechnung bedeutet das Platz 188 bei den Männern und 204 im Gesamt-Ranking von 2500 Startern und Platz 23 in der AK30. Premiere feierte unser neues oranges Laufshirt, das sogar eine Zuschauerin begeisterte. „Das ist aber ein schönes Shirt“, sagte die Dame, während ich an ihr vorbeiglitt 🙂

Das Feld sortierte sich nach dem Start recht schnell, auch wenn es sich mir nach wie vor nicht erschließt, wieso sich Läufer in Startblöcke stellen, in denen sie absolut nichts verloren haben. Grund für die „Selbstreinigung“ war ein erster knackiger Anstieg schon nach rund einem Kilometer. Der Puls hatte da schon die 170 erreicht, läuft. Dass es wenig später danach aber auch viele hundert Meter rasant wieder nach unten ging, ließ einen nicht wirklich in einen Rythmus kommen. Aber man konnte wenigstens etwas rollen lassen.

Leider löste sich hier der Senkel meines linken Schuhs, was mir so ziemlich noch nie passiert ist. Große Frage: Stoppen und neu binden oder weiterlaufen? Ich entschied mich für letzteres, denn jetzt schon, bei Kilometer vier, eine Pause einzulegen, wäre nicht gut, der Rythmus wäre komplett dahin gewesen. Und so vertraute ich darauf, dass der Schuh hält und mir nicht vom Fuß rutschen würde.

Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Schön war, dass sich in den Orten überall kleine Grüppchen gebildet hatten, die uns Läufer anfeuerten. Was dann in Kornelimünster auch bitter notwendig war, als es bei Kilometer sechs steil nach oben auf eine alte Bahntrasse und über ein Viadukt ging. Wer Höhenangst hat, sollte da besser nicht nach links oder rechts schauen, alle anderen erfreuten sich an einem tollen Ausblick über die Region. Die nun folgenden drei/vier Kilometer waren die angenehmsten: flach, Asphalt und gute Stimmung, besonders an der Bahnhofsmission. Es wurde sogar Schnapps gereicht 😉 Naja, wer will…

Kurz nach diesem Stück, auf dem sich das Feld nun engültig finden konnte, folgte der matschige Teil des Winterlaufs. Schmierige Feldwege, tiefe Pfützen und spitze Steine – wahrlich kein Zuckerschlecken und wohl eher ein Terrain für Trailschuhe. Dass dazu noch ein kalter Wind von eigentlich überall bließ, machte die Sache nicht angenehmer. Auf dem letzten Drittel der Strecke ging es dann in den Wald, zunächst mit einem gemeinen Anstieg, dann über wellige, sehr weiche Wege. Der ein oder andere war hier schon fix und foxi, andere drehten noch einmal richtig auf, so dass den zahlreichen Zuschauern einiges an Überholmanövern geboten wurde. Selbst ein verirrtes Pferd durfte auf diesem Abschnitt nicht fehlen. Und dann waren es nur noch ein paar abschüssige Meter, ehe das Ziel am Chorusberg erreicht war.

Gewonnen hat übrigens Christian Lohse, der einst für Preussen Krefeld lief und mittlerweile für Wattenscheid startet, in 1:00:14h. Mit Valentin Quack vom Ausrichter, der Aachener TG, lief ein weiterer ehemaliger Preusse mit, er kam in 1:09:19 auf den Geasmt-Platz 50. Neben mir waren fünf weitere Krefelder am Start, die ich aber alle hinter mir lassen konnte 😉 Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Lauf als schwieriger gewertet, was sich auch in den Zeiten der Gewinner ausdrückt. So blieb Lohse vier Minuten über der Zeit aus 2011, noch nie gab es zudem in Geschichte des Laufs mit dem jetzigen Verlauf einen Sieger mit einer Zeit über einer Stunde.

Ein dickes Lob geht an die ATG, die diesen Lauf nun zum 50. Mal ausgerichtet hat. Allein die Logistik, 2500 Läufer per Bus-Shuttle zum Start zu kutschieren, ist aller Ehren wert. Auch darüberhinaus haben die Verantwortlichen tolle Arbeit geleistet und Lust auf das kommende Jahr gemacht. Statt Matsch wäre dann ja Schnee ganz toll.


Aachen vor der Brust

Szene vom Winterlauf 2011. Foto: ATG/Jörn

Szene vom Winterlauf 2011. Foto: ATG/Jörn

Nach der lustigen Weihnachtsfeier im Mammas steht für mich (Manu) am Sonntag der Aachener Winterlauf auf dem Programm. Der Lauf geht in seine 50. Auflage und ist wohl, wie es sich liest, ein absolutes Muss für jeden Aachener Läufer. So ist die Teilnehmerzahl mit 2500 Startern auch schon nach kurzer Zeit erreicht worden – und das, obwohl es anspruchsvolle 18 Kilometer zu bewältigen gilt.

Interessant ist die Entwicklung des Laufes, der sich aus einem Orientierungslauf mit Karte und Kompass heraus entwickelt hat. Zwölf Läufer kämpften sich 1963 durch das Gelände, ehe sie den Sportplatz am Chorusberg erreichten. Sieben Jahre später waren schon fast 300 Läufer am Start, ehe sich der Lauf zum Klassiker entwickelte und die internationale und nationale Laufelite anlockte.

Wer übrigens an der Strecke stehen möchte, hier die Beschreibung, wo es überall lang geht: Die Strecke des Winterlaufs führt vom Start im Vichtbachtal, wo die Aachener Turngemeinde früher ein Jugendheim betrieb, zum vereinseigenen Sportplatz Am Chorusberg. Der Start ist für alle Klassen gemeinsam auf der Straße zwischen Zweifall und Mulartshütte (L 238). Nach dem Start sortiert sich das Läuferfeld auf der gut einen Kilometer langen geraden Strecke bis Mulartshütte. Dort biegt man nach rechts ab und erreicht sogleich die erste selektive Stelle, die Steigung hinauf zum Birkenhof. Hier läuft man bei Kilometer zwei rechts in den Wald hinein, vorbei am Sportplatz des VfR Venwegen und anschließend links herunter über Feldwege und durch ein Wohngebiet in Venwegen. 

Spätestens hier sollte man sein Tempo gefunden haben. Nach Erreichen des Endes der Spielstraße Am Kalkofen passiert man in der Umstraße bereits Kilometer vier und erreicht kurz danach die Hauptdurchfahrtsstraße durch Venwegen, wo zahlreiche Streckenposten die Läufer anfeuern. Auf dieser Straße läuft man nun die nächsten beiden Kilometer fast ausschließlich bergab in Richtung Kornelimünster und hat dabei vielleicht noch einen Blick für den schönen Eisenbahnviadukt, den man dabei unterquert. 

Kurz hinter Kilometer sechs geht es dann am Ortseingang von Kornelimünster links in Richtung Walheim und nach einem kurzen steileren Anstieg gelangt man auf die Vennbahntrasse. Jetzt heißt es nach dem Anstieg möglichst schnell wieder sein Tempo zu finden. Denn das nun folgende absolut flache Teilstück, das sich von km 7 bis etwa km 11 erstreckt, ist entscheidend, wenn man eine gute Zeit laufen will. Man läuft dabei über zwei Viadukte, vorbei am ehemaligen Bahnhof Kornelimünster, wo sich immer einige Zuschauer einfinden und wo die Verpflegungsstelle eingerichtet ist, und tangiert Niederforstbach. 

Bei etwa km 11 verläßt man dann die Vennbahntrassse und gelangt auf einen Feldweg, der je nach Witterungsbedingungen eine echte Herausforderung sein kann. Durch seinen S-förmigen Verlauf kann man hier aber einen sehr guten Überblick über die vor einem liegenden Läufer gewinnen, es sei denn, man befindet sich in der Führungsgruppe… 

Kurz vor Kilometer 12 unterquert man die Autobahn und gelangt wenig später nach Hitfeld. Nachdem man dort die Hitfelder Straße überquert hat und nach rechts abgebogen ist, läuft man direkt in den Aachener Wald hinein, der die Kulisse für das Schlußdrittel darstellt. Der kontinuierlich abfallende Waldweg führt kurz vor Kilometer 14 zu einem der tiefsten Punkte der Strecke, dem Beverbach. An dieser Stelle finden sich bei jedem Wetter einige treue Zuschauer ein, um die Läufer anzuspornen, die letzten Kräfte zu mobilisieren. 

Das kann man auch gut gebrauchen, denn von der Brücke über den Beverbach geht es rund 1,5 km über einen welligen und kräftezehrenden Waldweg, die Monschauer Straße überquerend, zur Pionierquelle. 

Hat man die Pionierquelle aber erreicht, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Denn es geht nun hinunter zum Pommerotter Weg, den man bis zur Eupener Straße durchläuft (km 16). Nachdem man die Eupener Straße überquert hat, geht es nach ca. 100 m erneut in den Wald, wo man einen letzten kurzen Anstieg zu bewältigen hat. Dieser Waldweg mündet wenig später in den Grindelweg und man gelangt zur Stauanlage Diepenbenden (km 17). Spätestens hier spürt man nun schon die Nähe des Ziels. Nachdem man den Weg Am Chorusberg erreicht hat, ist der Sportplatz schon bald in Sichtweite. Eine letzte scharfe Kurve führt dann auf den Sportplatz und die Zielgerade.


Aachen und der Hermann-Kresse-Weg

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Bevor es am Samstag im Meilenstein hochherging, waren die Seidenraupen natürlich auch läuferisch aktiv. Henne scheuchte Fabian Heinrichs durch die Krefelder Wälder, ich erkundete mit Meike und Peter Thomassen die Aachener Soers und den Lousberg. Richtig schön wars, seht selbst…

Wer übrigens wie wir im Moment sehr häufig schon morgens früh unterwegs ist und die übliche „Traarer Runde“ läuft, muss ab sofort bis Ende des Jahres den Umweg über die Moerser Landstraße wählen. Die Stadt saniert den Hermann-Kresse-Weg, hier die offizielle Pressemeldung dazu:

Sanierung des Hermann-Kresse-Weges startet kommenden Montag

Die Erneuerung der Wegedecke auf dem Hermann-Kresse-Weg zwischen Heyenbaumstraße und Moerser Landstraße beginnt am Montag, 26. November. Der Hermann-Kresse-Weg ist für den Rad- und Fußverkehr von Traar über den Stadtwald zur Innenstadt eine zentrale Nord-Süd-Verkehrachse. Die Bezirksvertretung hatte im Juli die Wegesanierung beschlossen, der Bauausschuss im September zugestimmt. Durch die starke Frequentierung und witterungsbedingte Einflüsse wie hohe Niederschläge und Frost-Tau-Wechsel in den Wintermonaten sind weite Abschnitte erheblich geschädigt. Wegen der Vertiefungen und Unebenheiten lässt sich der Fuß- und Radweg nur noch schlecht begehen und befahren. Auf rund 2000 Metern wird die Wegedecke nun durch verschiedene Maßnahmen bis Ende des Jahres erneuert. Die Kosten betragen 72.500 Euro. Es werden die seitlichen zu hohen Rasenbankette abgeschält. Das Wegeprofil muss neu erstellt werden. Darauf aufbauend kommen eine Kalksteinschotterschicht und eine wassergebunde Deckschicht. Für die Arbeiten wird der Weg abschnittsweise gesperrt. Umleitungen bestehen über den Heidedyk und die Moerser Landstraße.


Uerdinger Minigolfanlage und Lambertz neu im Sponsorenpool

Die Minigolfanlage im Uerdinger Stadtpark und das Aachener Unternehmen Lambertz sind neue Partner im Sponsorenpool der Seidenraupen. Wir sind froh, dass beide Interesse an unserer Teilnahme am Transalpine-Run gefunden haben, und bedanken uns schon jetzt herzlich für die Unterstützung.

Die Minigolfanlage in Uerdingen wird seit Jahren von Werner Mosch betrieben. Eben jenem Werner, der auch dem Fan-Projekt der Krefeld Pinguine vorsteht. Da Henne und ich leidenschaftliche Pinguin-Fans sind, lag es nahe, auch Werner in die Überlegungen miteinzubeziehen. Und er hatte eine Idee, die es in sich hat: Am Sonntag, 12. August, werden die Pinguine und viele Fans die schöne Anlage im Uerdinger Stadtpark bespielen. Wir beide nicht, denn wir werden an diesem Tag 35 Kilometer durch den Park rennen und immer wieder an den Bahnen vorbeikommen. So können wir auf unser Projekt aufmerksam machen und gleichzeitig den Pinguinen beim Einlochen die Daumen drücken.

Besonders groß war natürlich die Freude, als wir erfahren haben, dass auch ein überregionales Unternehmen, nämlich Lambertz aus Aachen, begeistert von unserem Laufvorhaben ist. Lambertz, das steht seit Generationen für vorzügliche Printen. In den vergangenen Jahren hat sich die Firma aber auch anderen Köstlichkeiten gewidmet und zahlreiche Süßwaren-Kreationen präsentiert. Der Aufschwung vom lokalen Familien-Betrieb zum Weltunternehmen verdankt Lambertz Hermann Bühlbecker, der seit Jahren die Fäden in der Kaiserstadt zieht.

Toll, dass ihr beide dabei seid!!!