Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Matschiger Winterlauf in Aachen

Christoph Lohse (links) konnte sich in 1:00:14h durchsetzen.
Fotos: Aachener Nachrichten

Christoph Lohse konnte sich in 1:00:14h durchsetzen.
Fotos: Aachener Nachrichten

Leckomio – dieser Lauf, der 50. Aachener Winterlauf, hatte es in sich. Und dass er ganz schön an die Substanz ging, merke ich auch noch Stunden danach, in denen sich mein Körper meldet. Am Ende kann und muss ich damit zufrieden sein, die 18 Km vom Stolberger Vichtbachtal bis zum Aachener Chorusberg in 1.20.30h absolviert zu haben. In der Endabrechnung bedeutet das Platz 188 bei den Männern und 204 im Gesamt-Ranking von 2500 Startern und Platz 23 in der AK30. Premiere feierte unser neues oranges Laufshirt, das sogar eine Zuschauerin begeisterte. „Das ist aber ein schönes Shirt“, sagte die Dame, während ich an ihr vorbeiglitt 🙂

Das Feld sortierte sich nach dem Start recht schnell, auch wenn es sich mir nach wie vor nicht erschließt, wieso sich Läufer in Startblöcke stellen, in denen sie absolut nichts verloren haben. Grund für die „Selbstreinigung“ war ein erster knackiger Anstieg schon nach rund einem Kilometer. Der Puls hatte da schon die 170 erreicht, läuft. Dass es wenig später danach aber auch viele hundert Meter rasant wieder nach unten ging, ließ einen nicht wirklich in einen Rythmus kommen. Aber man konnte wenigstens etwas rollen lassen.

Leider löste sich hier der Senkel meines linken Schuhs, was mir so ziemlich noch nie passiert ist. Große Frage: Stoppen und neu binden oder weiterlaufen? Ich entschied mich für letzteres, denn jetzt schon, bei Kilometer vier, eine Pause einzulegen, wäre nicht gut, der Rythmus wäre komplett dahin gewesen. Und so vertraute ich darauf, dass der Schuh hält und mir nicht vom Fuß rutschen würde.

Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Schön war, dass sich in den Orten überall kleine Grüppchen gebildet hatten, die uns Läufer anfeuerten. Was dann in Kornelimünster auch bitter notwendig war, als es bei Kilometer sechs steil nach oben auf eine alte Bahntrasse und über ein Viadukt ging. Wer Höhenangst hat, sollte da besser nicht nach links oder rechts schauen, alle anderen erfreuten sich an einem tollen Ausblick über die Region. Die nun folgenden drei/vier Kilometer waren die angenehmsten: flach, Asphalt und gute Stimmung, besonders an der Bahnhofsmission. Es wurde sogar Schnapps gereicht 😉 Naja, wer will…

Kurz nach diesem Stück, auf dem sich das Feld nun engültig finden konnte, folgte der matschige Teil des Winterlaufs. Schmierige Feldwege, tiefe Pfützen und spitze Steine – wahrlich kein Zuckerschlecken und wohl eher ein Terrain für Trailschuhe. Dass dazu noch ein kalter Wind von eigentlich überall bließ, machte die Sache nicht angenehmer. Auf dem letzten Drittel der Strecke ging es dann in den Wald, zunächst mit einem gemeinen Anstieg, dann über wellige, sehr weiche Wege. Der ein oder andere war hier schon fix und foxi, andere drehten noch einmal richtig auf, so dass den zahlreichen Zuschauern einiges an Überholmanövern geboten wurde. Selbst ein verirrtes Pferd durfte auf diesem Abschnitt nicht fehlen. Und dann waren es nur noch ein paar abschüssige Meter, ehe das Ziel am Chorusberg erreicht war.

Gewonnen hat übrigens Christian Lohse, der einst für Preussen Krefeld lief und mittlerweile für Wattenscheid startet, in 1:00:14h. Mit Valentin Quack vom Ausrichter, der Aachener TG, lief ein weiterer ehemaliger Preusse mit, er kam in 1:09:19 auf den Geasmt-Platz 50. Neben mir waren fünf weitere Krefelder am Start, die ich aber alle hinter mir lassen konnte 😉 Im Vergleich zu den Vorjahren wurde der Lauf als schwieriger gewertet, was sich auch in den Zeiten der Gewinner ausdrückt. So blieb Lohse vier Minuten über der Zeit aus 2011, noch nie gab es zudem in Geschichte des Laufs mit dem jetzigen Verlauf einen Sieger mit einer Zeit über einer Stunde.

Ein dickes Lob geht an die ATG, die diesen Lauf nun zum 50. Mal ausgerichtet hat. Allein die Logistik, 2500 Läufer per Bus-Shuttle zum Start zu kutschieren, ist aller Ehren wert. Auch darüberhinaus haben die Verantwortlichen tolle Arbeit geleistet und Lust auf das kommende Jahr gemacht. Statt Matsch wäre dann ja Schnee ganz toll.

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  1. Pingback: Mit Glühwein-Atem nach Aachen | Seidenraupen Krefeld

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