Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Seidenraupen-Duett in Aachen

Besser können die Vorzeichen vor dem ATG-Winterlauf am Sonntag nicht sein: Während Moritz das Wochenende auf einem Junggesellen-Abschied verbringt und erst in der Nacht zu Sonntag zurückkehrt, laboriert Kölker an einer hartnäckigen Wadenverletzung plus Halsfreck. Läuft!

Aber was nimmt man für einen der coolsten Läufe der Republik nicht alles auf sich…der Winterlauf der Aachener TG ist eben ein Erlebnis. Nicht ohne Grund sind die begehrten 2500 Startplätze innerhalb weniger Tage vergriffen.

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Startschuss!

Manch einer fühlt sich an den Boston-Marathon erinnert, wenn er am Sonntagmorgen in den Bus steigt und sich in das weit entfernte Vichtbachtal bringen lässt. Hier besaß die ATG früher ein Jugendheim, und von hier starteten die zwölf Gründer des Laufes am 22. Dezember 1963 das erste Mal zum vereinseigenen Sportplatz Am Chorusberg. Zu Beginn war der Lauf ein Orientierungslauf, heißt, jeder konnte den Weg laufen, den er für den schnellsten hielt. Doch das sollte sich bald ändern. 1968 war die optimale Strecke (diese hier) gefunden, über die die beiden Seidenraupen am Sonntag bügeln werden. Oder auch nicht. Warten wir einmal ab, wie sie die 18 Kilometern meistern. Der Tag wird auf jeden Fall schön ausklingen, mit der Seidenraupen-Weihnachtsfeier bei Gleumes.

Zur Strecke (Text stammt von der ATG ):

Nach dem Start sortiert sich das Läuferfeld auf der gut einen Kilometer langen geraden Strecke bis Mulartshütte. Dort biegt man nach rechts ab und erreicht sogleich die erste selektive Stelle, die Steigung hinauf zum Birkenhof. Hier läuft man bei Kilometer zwei rechts in den Wald hinein, vorbei am Sportplatz des VfR Venwegen und anschließend links herunter über Feldwege und durch ein Wohngebiet in Venwegen.

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Christoph Lohse (in blau) bei seinem Sieg im Jahr 2012. Foto: ATG

Spätestens hier sollte man sein Tempo gefunden haben. Nach Erreichen des Endes der Spielstraße Am Kalkofen passiert man in der Umstraße bereits Kilometer vier und erreicht kurz danach die Hauptdurchfahrtsstraße durch Venwegen, wo zahlreiche Streckenposten die Läufer anfeuern. Auf dieser Straße läuft man nun die nächsten beiden Kilometer fast ausschließlich bergab in Richtung Kornelimünster und hat dabei vielleicht noch einen Blick für den schönen Eisenbahnviadukt, den man dabei unterquert.

Kurz hinter Kilometer sechs geht es dann am Ortseingang von Kornelimünster links in Richtung Walheim und nach einem kurzen steileren Anstieg gelangt man auf die Vennbahntrasse. Jetzt heißt es nach dem Anstieg möglichst schnell wieder sein Tempo zu finden. Denn das nun folgende absolut flache Teilstück, das sich von km 7 bis etwa km 11 erstreckt, ist entscheidend, wenn man eine gute Zeit laufen will. Man läuft dabei über zwei Viadukte, vorbei am ehemaligen Bahnhof Kornelimünster, wo sich immer einige Zuschauer einfinden und wo die Verpflegungsstelle eingerichtet ist, und tangiert Niederforstbach.

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Mussa und der Matsch!

Bei etwa km 11 verläßt man dann die Vennbahntrassse und gelangt auf einen Feldweg, der je nach Witterungsbedingungen eine echte Herausforderung sein kann. Durch seinen S-förmigen Verlauf kann man hier aber einen sehr guten Überblick über die vor einem liegenden Läufer gewinnen, es sei denn, man befindet sich in der Führungsgruppe…

Kurz vor Kilometer 12 unterquert man die Autobahn und gelangt wenig später nach Hitfeld. Nachdem man dort die Hitfelder Straße überquert hat und nach rechts abgebogen ist, läuft man direkt in den Aachener Wald hinein, der die Kulisse für das Schlußdrittel darstellt. Der kontinuierlich abfallende Waldweg führt kurz vor Kilometer 14 zu einem der tiefsten Punkte der Strecke, dem Beverbach. An dieser Stelle finden sich bei jedem Wetter einige treue Zuschauer ein, um die Läufer anzuspornen, die letzten Kräfte zu mobilisieren.

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Deutlich zu erkennen: Manuel Kölker (rechts, mit Norwegen-Mütze) Fotos: Aachener Nachrichten

Das kann man auch gut gebrauchen, denn von der Brücke über den Beverbach geht es rund 1,5 km über einen welligen und kräftezehrenden Waldweg, die Monschauer Straße überquerend, zur Pionierquelle.

Hat man die Pionierquelle aber erreicht, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Denn es geht nun hinunter zum Pommerotter Weg, den man bis zur Eupener Straße durchläuft (km 16). Nachdem man die Eupener Straße überquert hat, geht es nach ca. 100 m erneut in den Wald, wo man einen letzten kurzen Anstieg zu bewältigen hat. Dieser Waldweg mündet wenig später in den Grindelweg und man gelangt zur Stauanlage Diepenbenden (km 17). Spätestens hier spürt man nun schon die Nähe des Ziels. Nachdem man den Weg Am Chorusberg erreicht hat, ist der Sportplatz schon bald in Sichtweite. Eine letzte scharfe Kurve führt dann auf den Sportplatz und die Zielgerade.

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