Camelbak-Raumwunder übersteht den TAR

Nach mehreren Rucksäcken der Firma Salomon freute ich mich, durch einen Produkttest an den Camelbak Apex Pro Run Vest 12L gekommen zu sein. „Run Vest“ täuscht über das Raumwunder allerdings hinweg: Es handelt sich keineswegs um eine minimalistische Weste, sondern um einen Rucksack mit einem Fassugsvermögen von zwölf Litern. Um es vorneweg zu nehmen: Um einen sehr guten, der es mit seiner Konkurrenz spielend aufnehmen kann.

Das sagt der Entwickler

„Die Erfahrungen unserer Athleten und Athletinnen treiben die Innovation voran: Die Apex™ Pro Run Weste wurde entwickelt, damit du beim Laufen alle wichtigen Dinge transportieren kannst – ohne an Tempo zu verlieren. Die enganliegende, kleidungsähnliche Passform sorgt für unvergleichlichen Komfort und maximale Performance bei jedem Schritt – und trotzdem bietet sie dir genügend Platz für deine Lauf-Essentials.“

Das sage ich

Vorab

Ich muss zugeben, dass ich vor dem Test nicht wusste, in welche Richtung sich mein Urteil bewegen wird. Auf der einen Seite standen meine sehr guten Erfahrungen mit verschiedenen Exemplaren von Solomon, die mich wahrscheinlich nie dazu bewegt hätten, auch einmal zu anderen Rucksack-Anbietern zu schielen. Auf der anderen Seite hatte ich aber auch schon das große Vergnügen, mit der „Trail Run Vest“ und der „Ultra Pro Vest“ zwei Produkte von Camelbak testen zu dürfen, die bei mir auch viel Gegenliebe gestoßen sind. Camelbak war mir also als verlässlicher Partner „aufm Trail“ bekannt.

Los gehts

Getestet habe ich (181 cm groß, je nach Trainingsstand zwischen 80 und 85 KG schwer, also keine Läuferfigur) die Camelbak Apex Pro Run Vest 12L in Größe L bei der Vorbereitung auf den Transalpine Run und während der diesjährigen Alpenquerung. Sie hat gut gepasst, auch wenn ich mir manchmal gewünscht hätte, sie nicht nur über die beiden Brustgurte hätte fixieren zu können. Bei anderen Rucksäcken gibt es an den Schulterriemen kleine Gurte, mit denen man den Rucksack etwas höher ziehen kann, um ihn nicht zu tief im Kreuz hängen zu haben. Diese Gurte fehlten jedoch. Der Tragekomfort hat darunter aber nur minimal gelitten.

Die Camelbak Apex™ Pro Vest 12L war beim Transalpine Run dabei.

Das Material des sehr leichten Rucksacks fühlt sich wertig an und lässt sich, wenn es mal voller wird, gut dehnen. Dabei hatte ich nie Sorge, dass irgendwo mal eine Naht oder der Stoff reißen würde. Selbst einige Stürze während des TAR hat der Rucksack gut und unbeschadet verpackt.

Das Hauptfach ist mit einem diagonalen Reißverschluss versehen. Im Hauptfach gibt es ein zusätzliches Fach, das dort deponierte Dinge nicht herumfliegen lässt. Gleiches gilt für eine der beiden Fächer, die „vorne“ an den Seiten sind. Absolutes Highlight ist ein wasserdichtes, mit einem Reißverschluss abschließbaren, Täschchen auf dem Rücken, in das zum Beispiel ein Handy oder eine kleine Cam untergebracht werden kann. Man erreicht das Täschchen ohne den Rucksack abzunehmen: MEGA!

Trinkblase ist nicht dabei, der Köcher für die Stöcke schon

Schon früh im Sommer merkte ich, dass mir die mitgelieferten beiden 500ml-Quick Stow™ Flasks bei extremer Hitze nicht ausreichen würden, weswegen ich mir die Zwei Liter-Trinkblase „Fusion“ von Camelbak zusätzlich kaufte – sie ist also nicht im Lieferumfang enthalten, lässt sich aber mit wenigen Handgriffen einbauen und am Rucksack befestigen.

Wo wir gerade beim Thema „Flüssigkeit“ sind: Die Flasks packt man in die dafür vorgesehen Taschen auf Brusthöhe, wo sie mit zwei Bändchen festgezurrt werden können. Beide Taschen sind mit weiteren Bändchen versehen, um sie enger schnüren zu können. Allerdings sind diese mir im Verlauf des TAR bzw. „in the heat of the night“ aus ihren Führungen gerissen (mein Fehler) und ich sehe keine Chance, sie dort wieder hineinzubekommen. Also: Bitte keine Gewalt 😉 Der von mir verursachte Defekt ist aber zu verschmerzen, da hier ja eh meist die Flasks sitzen, die man eben auch anders befestigen kann.

Der Rucksack ist so leicht, dass man fast abheben könnte.

Ein großer Pluspunkt ist jedoch die Möglichkeit, seine Trailrunning-Stöcke in einen mitgelieferten Köcher zu packen – bei anderen Anbietern zahlt man für so einen Köcher extra, und zwar nicht wenig. Der Köcher kann links wie rechts montiert werden, stört aber auch leer nicht. Eine Demontage ist also nicht nötig, stellt aber auch kein Hexenwerk dar, da er mit Druckknöpfen befestigt ist. Da ich während des TAR den Köcher genutzt habe, kann ich nichts zu der Möglichkeit sagen, seine Stöcke auch mit dafür vorgesehenen Schlaufen zu befestigen.

Weiteres Plus: Im Rucksack ist das Recco-Sicherheitssystem verbaut, welches der Bergrettung im worst case eine Ortnung ermöglicht.

Fazit

Die Camelbak Apex™ Pro Vest 12L hat mich in den harten Tagen vor und während des TAR voll und ganz überzeugt. Zu keiner Zeit hat sie sich störend o.ä. angefühlt, und das obwohl nicht nur die gefüllte Trinkblase, sondern auch die komplette Pflichtausrüstung (und noch viel mehr Zeugs) dabei hatte.

Wer sich an dem hohen Preis stört (Herstellerangabe: 179,99 Euro – aktuell heruntergesetzt auf 125,99 Euro), sollte ein wenig googlen. Das Ding kann man auch günstiger schießen. Und wenn nicht: Selbst der ursprüngliche Preis rechtfertigt sich, da man sich einen langlebigen und treuen Begleiter zulegt.

Fakten (laut Camelbak)

Total Capacity12L
Cargo Only11L
Dimensions41 x 34 x 13cm
Chest FitXS: 58-81cm / S: 76-94cm / M: 91-101cm / L: 96-111cm
WeightXS: 358g / S: 353g / M: 353g / L: 371g
Material85% Nylon / 15% Woven Spandex
Camelbak beim TAR: Das passte sehr gut!

Hinweis: Die Camelbak Apex Pro Run Vest 12L wurde mir kostenfrei für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Camelbak oder andere beteiligte Firmen waren nicht in das Testergebnis involviert und haben mich für diesen Test nicht bezahlt.

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