Im Test: Camelbak Ultra Pro Vest


Vorneweg: Eigentlich sollte das 2020er-Modell der Camelbak Ultra Pro Vest zum Test ins Haus flattern. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung, es wurde dann eben das Modell von 2018, das eben schon etwas länger im Umlauf ist. Die Unterschiede stehen weiter unten, so wie sie uns beschrieben wurden. Erklärt wurde auch, dass das 2018er Modell nach wie vor in den Läden hängt und auf Ausflüge wartet 😉 Gut: Der anfänglich Preis von 100 Euro ist mittlerweile deutlich gesunken, so dass es die Weste schon für 60 Euro gibt.

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Die Camelbak Ultra Vest Pro von hinten. Foto: Camelbak

Leicht, aber…

FAKTEN

Name: Camelbak Ultra Pro Vest 2018

Volumen: 3,5 Liter (plus 1 Liter für zwei 0,5 Liter-Flasks)

Gewicht: 180 Gramm

Preis: Aktuell rund 60 Euro

Los gehts…

Die Ultra Pro Vest kommt sehr leicht daher. 180 Gramm – das ist gefühlt nichts und macht sich auch bemerkbar. Ohne Inhalt spürt man die Weste rein gar nicht. Das Material an den „Kontaktflächen“, also am Rücken und den Gurten, ist aus doppelten Mesh, nach außen ist es feste Ballonseide. Beides sehr robust, die Verarbeitung wirkt wertig. Abnutzungserscheinungen wurden nach rund einem Monat „Testverfahren“ nicht festgestellt.

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Die Handytasche auf dem linken Seitengurt.

Im linken Seitengurt (gesehen vom Träger aus) gibt es eine Tasche für das Handy (iPhone 6 passte ohne Probleme und hat noch Luft), welche sich per Reißverschluss öffnen und schließen lässt.

Rechts gibt es zwei kleine Taschen mit Laschen für ein, maximal zwei, Gels und die Notpfeife. Die Tasche in den Gurten sind, das wird sich später noch zeigen, Gold wert.

Unten an der Seite, also oberhalb der Hüfte, gibt es links und rechts zwei offene Taschen, an die man „in Action“ leider nur schwer herankommt, und eine Haupttasche auf dem Rücken. Groß ist diese allerdings nicht: Viel mehr als eine dünne Jacke, eine Tight und ein Shirt passen hier nicht rein. „In den Rücken“ kann eine 1,5 Liter-Blase verstaut werden, schreibt der Hersteller, was wir allerdings nicht im Test hatten.

Wer, wie ich, gerne alles direkt dabei hat, könnte schnell an seine Grenze stoßen. Bei langen Wettkämpfen dürfte es schwierig werden, die komplette Pflichtausrüstung mitzutragen. Das Volumen beträgt laut Camelbak 3,5 Liter.

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Der rechte Seitengurt mit Pfeife und zwei kleinen Taschen.

Zwei verstellbare Riemen vor der Brust lassen die Weste bombenfest sitzen. Ich (181 cm groß und stets zwischen 80 und 85 KG schwer) trug sie in Größe M (Brustumfang 81-101; S: 71-86 cm, L: 96-116), das hat schon gut gepasst und wirkte nie beengend. Selbst bei einem Tempodauerlauf ruckelte und störte nichts.

Bis hier hin also noch alles sehr gut.

 

 

 

 

 

Die Flasks sorgen für Punktabzüge

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Die beiden Flasks nehmen jeweils 0,5 Liter auf.

Mit zum Lieferumfang gehören zwei 0,5-Liter-Flasks, die deutlich robuster wirken als zum Beispiel die Flasks von Salomon. Camelbak nennt sie „Quick Stow-Flaschen“. Sie sitzen in zwei Taschen, vorne auf den Brustgurten, die wiederum mit einem etwas friemeligen Schnürsystem verschlossen werden können.

Gekämpft habe ich mit dem Verschluss der Flasks, bei dem man einstellen kann, wie viel Flüssigkeit herauskommen soll. Zumindest in der Theorie. Selbst wenn ich den Verschluss auf vollständig offen hatte, musste ich manchmal schwer ackern, um etwas herauszubekommen. Gescheitert bin ich deswegen auch ein paar Mal daran, den Kopf einfach nach unten zu senken und so beim Laufen aus den Flasks zu trinken. Es ging dann zwar meistens dann doch irgendwie, komfortabel war es aber selten. Das kenne ich von anderen Westen/Rucksäcken anders und ist ein eindeutiger Minuspunkt.

Ein Schluck und die Flasks knicken weg

Was mich jedoch am meisten gestört hat: Sobald der erste Schluck aus einer Flask genommen wurde, knickt der Verschluss so ab, dass er im Bereich der Brustnippel liegt. Durch das ständige Auf und Ab ist das in der Folge (und leider bei jedem der Testläufe, egal wie lang) so unangenehm, dass ich sie schließlich aus ihrem Fach nehmen und sie anderweitig verstauen muss.

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Die Camelbak Ultra Vest Pro in der Farbe Crimson Red / Lime Punch. Foto: Camelbak

Abhilfe gab es in meinem Fall nur durch das Füllen der Taschen im Brustgurt, also zum Beispiel mit dem Handy, was dann wie eine Barriere gewirkt hat. Der Versuch, Flasks anderer Hersteller zu nutzen, schlug leider fehl, sie rutschen nach kurzer Zeit heraus. Liest man Rezensionen auf verschiedenen Internet-Portalen, scheine ich allerdings alleine mit diesem Problem zu sein, keiner äußerte ähnliches. Bei mir führte es jedoch zu einem weiteren Punktabzug.

Fazit

Die Weste ist minimalistisch, gut verarbeitet, sitzt super und man spürt sie kaum, so soll es sein.  Die Probleme mit den Flasks störten mich allerdings erheblich und führten zu deutlichen Punktabzüge. Wer damit leben kann bzw. nichts dergleichen verspürt, wird aber mit Sicherheit glücklich mit der Ultra Vest Pro. Am Ende vergebe ich aber eben nur sieben von zehn Punkten.

 

 

Das neue Modell

Die Änderungen fanden am Gewebe statt, in dem Teil, der am Rücken und am Rumpf anliegt, sowie an den Schultergurten. Das neue Gewebe besteht aus drei Schichten, und die Atmungsaktivität, die bereits eine seiner Stärken war, wurde weiter verbessert.

Darüber hinaus wurden die vertikalen Verstellmöglichkeiten der beiden Riemen beim Modell 2020 erweitert, so dass nun eine breitere individuellere Anpassung möglich ist. Und auch die Farben haben sich geändert.

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