Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für Oktober, 2013

Bestzeiten und gute Premieren beim Köln-Marathon

Mitch, Ali, Ansgar, Adam, Aki, Katsche und Tommi vor dem Lauf.

Mitch, Ali, Ansgar, Adam, Aki, Katsche und Tommi vor dem Lauf.

Mit super Zeiten und tollen Premerien sind die Seidenraupen vom Köln-Marathon zurückgekehrt. Gleich vier blieben unter der 4h-Marke, mit Aki und Ansgar sogar zwei Neulinge auf den 42,195 Kilometern.
Schnellste Seidenraupe war an diesem Mittag Marcus Noack. Er finishte in starken 3:24:16 und wurde damit 564. (M30: 78.). Ärgerlich nur, dass er auf KM41 eine kleine Dehnpause einlegen musste, weil die Muskeln streikten.
Einen Wahnsinss-Ritt legte Adam Mielech hin. Er überquerte die Ziellinie bei 3:36:43, Platz 1055 und in der M40 226. Mit dieser Zeit hat er mal eben seine bisherige Bestzeit um über eine halbe Stunde geknackt: WOW!!!
Hendrik Hahn, diesmal als Hase für seine Kollegen Totto und Stefan dabei, kam in 3:38:56 ins Ziel, Platz 1159 (HK: 185). In gleicher Zeit kam Stefan rein, Totto musste es wegen Knieschmerzen zum Ende hin etwas langsamer angehen lassen und kam bei 3:53:36 ins Ziel (1944./M45: 408).
Bei seinem Marathon-Debüt verzauberte Ansgar van de Loo die Massen. Der Büffel rannte und rannte und sah dabei noch verdammt gut aus. 3:52:37 bedeutet Platz 1890 (M35: 248.). Auch Marathon-Neuling Aki Khader wäre fast unter der 4h-Marke geblieben, zehn Sekunden fehlten am Ende. Bitter, wenn man bedenkt, dass er extra noch einmal an der Spendenmatte umdrehte, um über sie zu laufen. Hier dürften die Sekunden liegen. 4:00:10 macht Lust auf mehr, Rang 2377 (M30: 307.) ebenfalls.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Tommi Prpic lief ein äußerst soueveränes Rennen, fast so es so aus, als würde er sich gar nicht anstrengen. Am Ende lief er bei 4:01:35 durchs Ziel, macht Platz 2435 und in der M40 460.
Schwer zu kämpfen hatte Ali Celik, der zwischendurch einen Boxenstopp einlegen musste. Dennoch kämpfte unsere türkische Dampflok und gab nicht auf. 4:56:07 (3862./M35: 485) sind sicherlich nicht das, was er laufen könnte, doch gerade der Umstand, trotz Problemen nicht aufgegeben zu haben, sagt einiges über das große Kämpferherz aus.
Für Christian Kaczmarczyk war die Reise nach 20 Kilometern beendet – schade, aber vielleicht greift Katsche ja noch einmal an. Danke jedenfalls für den schönen Abend bei dir im Mamas.

In wenigen Tagen folgt ein ausführlicher Bericht, warten wir es ab.

Westdeutsche zeitung, 14. Oktober 2013

Westdeutsche zeitung, 14. Oktober 2013

Seidenraupen-Cross in der WZGefreut haben wir uns auch über den gestrigen Bericht in der Westdeutschen zeitung über den Seidenraupen-Cross – auch wenn sich ein Fehler eingeschlichen hatte. Die Streckenlänge beträgt nicht 11,5km, sondern 15. Macht aber sonst nix…
Ein Hinweis in eigener Sache: Wir lassen die Online-Anmeldung nun doch noch bis Freitag geöffnet. Allerdings bitten wir alle, die sich ab morgen anmelden darum, ihre Startgebühr (zehn Euro) am Veranstaltungstag selber zu entrichten. Eine Überweisung würde wahrscheinlich nicht mehr hinhauen.
Anmelden kann man sich hier.


Köln-Marathon: Seidenraupen sind heiß, Fans auch


Selten (oder vielleicht auch noch nie), werden so viele Seidenraupen bei einem Marathon zusammen an den Start gehen, wie am kommenden Sonntag. Um 11.30 Uhr wird der Startschuss des Köln-Marathons in Deutz erfolgen, von dort geht es dann 42,195 Kilometer durch die Domstadt. Das grandiose Finish wird seit langer Abstinenz wieder am Dom itself sein. Dass deswegen der Bischof aus Limburg mitläuft, erscheint unwahrscheinlich, die 15.000 Euro-Badewanne muss noch abgebadet werden 😉

Okay, zurück zum wesentlichen. Am Sonntag laufen die Seidenraupen Henne, Marcus, Aki, Ali, Adam und Ansgar. Der ein oder andere macht sich zwar schon mächtig in die Buxe, schaffen werden sie den Höllenritt aber allemal. Trainingslager auf Kreta, in Italien, der Türkei und Mallorca wurden eingelegt, die Form stimmt, die Jungs sind heiß, auch wenn hier oder da der Hals krazt oder die Wade zwickt. Die üblichen Wehwechen also.

Gespannt sind auch Fans. Ein Tross setzt sich um 10.35 Uhr ab Krefeld HBF in Bewegung und ist dann pünktlich zum Start in Köln. Hier können sich gerne weitere Fans anschließen. Abends gehts dann ins Mamas, wo die Leistung analysiert wird. Zudem wird das Ständige Seidenraupen-Schiedsgericht ein Urteil fällen müssen #Ali 😉

Zudem wollen wir nicht vergessen, schon jetzt auf einen interessanten Fernseh-Bericht aufmerksam zu machen. Am Mittwoch, 16. Oktober, zeigt der MDR um 20.45 Uhr die Sendung „Exakt – die Story: Wenn Laufen süchtig macht“ (Mehr Infos hier: http://www.presseportal.de/meldung/2573268). Wir sind gespannt…


Tapering mal anders

Mitch, Manu, Ali und Moritz in "Sein letztes Rennen".

Mitch, Manu, Ali und Moritz in „Sein letztes Rennen“.

Eine ganz andere Art von Tapering gab es für einige Seidenraupen am gestrigen Mittwoch. Ali und Mitch, die beide am Sonntag beim Köln-Marathn starten, Moritz, am Sonntag in Castrop-Rauxel bei einem Duathlon dabei, und ich, Sonntag „nur“ als Fan unterwegs, hatten uns das Cinema, ein kleines Programmkino in Düsseldorf, zur abendlichen Entspannung herausgesucht. Was für ein Zufall, dass hier auch noch der neue Film von Dieter Hallervorden, „Sein letztes Rennen“ lief 😉
Den Ausflug sollten wir nicht bereuen. Hallervorden spielt in dem Film einen alten Mann, der mit seiner gebrechlichen Frau in ein Altersheim zieht. Schon bald nerven ihn die täglichen Bastel- und Singrunden und er erinnert sich an seine große Zeit als Marathon-Läufer. Ein Ziel ist gefunden, der Berlin-Marathon. Der Film, eine Mischung aus Komödie und Drama, hat natürlich auch das Laufen als Thema, viel mehr geht es aber ums Älterwerden und Sterben, ohne dabei aber zu sehr ins Traurige abzurutschen. Wie gesagt, absolut sehenswert, nicht nur für Läufer.

Pre-Run: Manu läuft den Seidenraupen-Cross am kommenden Samstag
Für alle, die schon Lust haben: Ich werde am kommenden Samstag um 10.30 Uhr, die Strecke des Seidenraupen-Cross ablaufen. Treffpunkt ist der Parkplatz beim Hülser SV am Hölschendyk. Freue mich über jeden, der mitmacht…

Radsport WeyersRadsport Weyers stellt das Führungsrad – und auch das Besenrad
Unser Partner Radsport Weyers wird uns beim Seidenraupen-Cross zwei flotte Mountain-Bikes zur Verfügung stellen, mit denen dann sowohl der Führende, als auch der Letzte begleitet werden. Zwar sind nicht alle Passagen fahrrad-tauglich, aber unsere Biker geben sich beste Mühe.

Neu in Bockum: Der Thearpieraum Blondin.

Neu in Bockum: Der Thearpieraum Blondin.

Therapieraum Blondin unterstützt Seidenraupen Cross
Und auch ein weiterer Partner, der Therapieraum Blondin, unterstützt uns beim Seidenraupen-Cross. „Was ihr hier auf die Beine stellt, finde ich wirklich toll. Das muss ich unterstützen“, sagte Inhaberin Svenja Blondin und entschied sich spontan, den neuen Seidenraupen-Banner zu finanzieren. Super! Danke!!!


Wenn die Statistik rennt

Der gestrige Beitrag über die Zusage von Matthias Epping beim Seidenraupen-Cross am 20. Oktober war der 300. auf diesem Blog. Ursprünglich, nämlich im Dezember 2011, begannen Hendrik und ich mit der Schreiberei hier an dieser Stelle, um unser Vorhaben „Transalpine Run 2012“ unseren Freunden näher zu bringen. Das Projekt wurde erfolgreich beendet, und mittlerweile ist http://www.seidenraupen.wordpress.com die allgemeine Seite unseres Laufclubs Seidenraupen Krefeld. Geschrieben wird zumeist von mir (Manu), leider nur selten verirren sich auch andere Autoren hier hin. Auf der Seite informieren wir über unsere Läufe und Ergebnisse, wobei wir uns und auch die Ergebnisse nicht ganz so ernst nehmen. Im Vordergrund steht ja immerhin der Spaß. Bei allem Streben nach Erfolg und Bestzeiten ist das unser oberstes Gebot.
Großen Spaß sorgen auch die Zahlen, die sich rund um den 300. Beitrag drehen. Bislang schauten 32.700 Besucher vorbei > Cool.

Dem eigentlichen Ziel, über die Seidenraupen beim Transalpine-Run 2012 zu berichten, ist der bisher besucherreichste Monat, der September 2012, also genau während des Laufs, geschuldet. 3729 Besucher wurden hier vermeldet. Lange Zeit verhielt es sich auch mit dem besucherreichsten Tag so, dies war im vergangenen Sommer ein Bericht über den Auftakt unseres TAR-Trainings mit einem Lauf von Krefeld bis nach Essen. 265 Besucher waren hier zu vermelden. Oft haben wir an dieser Marke gekratzt, gekippt ist sie jetzt erst vor zwei Tagen, und zwar durch den Nachbericht über den Kustmarathon in Zeeland. 329 Besucher tummelten sich am vergangenen Montag auf unserer Seite.
Auch sonst können sich die Zahlen sehen lassen: 12.832 Besucher kamen 2012, und schon jetzt haben wir diese Marke getoppt. 2013 schauten bislang über 19.800 Besucher vorbei – und es sind noch volle drei Monate in diesem Jahr. Bis auf den September waren alle 2013er-Monate deutlich stärker als noch im Vorjahr. Seit April kommen monatlich über 2000 User auf die Seite, im September gar über 3000.
Uns freut natürlich, dass der Blog gut angenommen wird, aber auch für unsere Sponsoren sind diese Zahlen von Bedeutung. Sie werden hier gesehen – und das täglich im Schnitt von 70 Personen (Jahresschnitt 2013), Trend deutlich steigend (aktuell über 100).

Interessant sind aber auch die Suchbegriffe, mit denen Leute auf der Seidenraupen-Seite landen. So haben wir uns im vergangenen Jahr unter anderem mit dem Thema „Ramadan und Laufen“ befasst – logisch, dass viele, die danach suchen, bei uns landen, ebenso über bestimmte Ausrüstungsgegenstände über die wir geschrieben haben.
Was auch immer aber für ein Logarithmus hinter Google steckt, bei einigen Begriffen zweifeln wir dann doch, was sie mit uns zu tun haben. Hier einige ulkige Beispiele aus dem vergangenen Quartal:
– Moritz Mayntzhusen (okay, das ist nicht wirklich ulkig, aber Moritz ist, dicht gefolgt von Eva, die Seidenraupe, die am meisten gegoogelt wird)
– „Gute-Laune-Verbot“ >>> Gibt’s bei uns nicht!
– „Sex / Krefeld“ bzw. „Sex in Krefeld“ >>> Aha!
– „Schuhe verboten“ >>> Im Barfußlauf sind wir noch nicht angekommen!
– Sehr häufig: „Sommer-Outfits“ oder „schöne Outfits“ >>> Eigentlich sind wir ein Mode-Blog!
– „Straßenstrich Duisburg“ >>> Seidenraupen gibt’s nicht zu kaufen. Auch nicht in Duisburg!“
– „Sandra und Kelvin kommen aus den Flitterwochen zurück“ >>> Wer???
– „Wildschweinsex“ >>> Sehen wir so wild aus?
– „Wird Lasagne bei Gewitterwetter schlecht?“ >>> Wattt, wer sagt denn das?
– „Sex mit Schweinen“ >>> Das ist ja widerlich.
– „Beste Windelhose für Erwachsene 2013“ >>> Wir haben keine Ahnung, sorry. Ali, kannst du da etwas zu sagen?
– „Windeln für Erwachsene beim Karneval“ >>> Gar nicht mal so blöd die Idee…
– „Nachts im Kaiser-Wilhelm-Park“ >>> Braucht man auf jeden Fall eine Lampe!
– „Henne oder Ei?“ Eine gute Frage, ob Hendrik da mehr weiß?
– „Gegen Bitches-Schild“ >>> Was wohl die StVo dazu sagt?

Unser Favorit ist aber „Frauen mit fetten Oberschenkeln reiten Hahn.“ Und damit sagen Danke für euren Besuch und kommt bald wieder! Hahahaaaaa….


Epping meldet für den Seidenraupen-Cross

Matthias Epping beim Ironman Wales. Foto: privat

Matthias Epping beim Ironman Wales.
Foto: privat

Krefelds bester Triathlet Matthias Epping hat für den Seidenraupen-Cross 2013 zugesagt. Der Uerdinger lässt damit eine bewegte Saison ausklingen, die ihren Höhepunkt vor wenigen Wochen beim Ironman in Wales fand (einen tollen Bericht gibt es hier: http://www.matthias-epping.de/2013/09/18/wales-das-brutalere-roth/). Kurz nachdem er mit seiner Mannschaft aus der Triathlon-Bundesliga abgestiegen war, holte Matthias hier auf schwierigem Terrain und trotz vieler Probleme die Quali für den Ironman auf Hawaii im kommenden Jahr. Unnötig zu erwähnen, dass er noch vor der Saison geplant hatte, 2013 eigentlich nicht über die Langdistanz zu gehen. Triathleten eben…verrückt!

So oder so, Matthias dürfte sich in guter Gesellschaft befinden, wenn man das Starterfeld so betrachtet – und das ist ausdrücklich nicht auf die läuferische Leistung bezogen, sondern eher auf die bunte Mischung von Läufern aus Nah und Fern. Mit der Entscheidung, den Seidenraupen-Cross zu veranstalten, haben wir scheinbar einen Nerv getroffen. Uns erreichten nicht nur Anmeldungen aus Menden, Monheim oder Meerbusch, sondern auch einige nette E-Mails. Danke schon einmal dafür. Und noch einmal sei gesagt: Es geht beim Trail – und damit auch beim Seidenraupen-Cross 2013 – weniger darum, eine neue persönliche Bestzeit zu erreichen, als um das Gefühl, sich in der Natur sportlich zu betätigen und eine gewisse Herausforderung zu meistern. Und wenn man das mit Gleichgesinnten tut, machts noch mehr Spaß!

Dass der Traillauf einen Boom erlebt, zeigt sich vor allem auch durch die zahlreichen Ausrüster, die plötzlich auf den Zug aufspringen. Gehörte die Szene vor einigen Jahren noch fast ausschließlich Salomon, Asics und einigen kleineren Sportartikel-Anbietern, so hat mittlerweile auch fast jeder der großen Marken sein Sortiment Richtung Trail erweitert. Schaut doch mal bei unserem Partner Intersport Borgmann vorbei und lasst euch beraten. Übrigens gibt es hier für bereits gemeldete Läufer einen Rabatt von 15 Prozent. Infos gibt es dazu hier.

Waaaas? Ihr seid noch gar nicht angemeldet? Dann aber schnell hier lang. Seidenraupen Cross 2013 Flyer


Puh – wat nen Rennen in Zeeland

So, für die Seidenraupen Eva und Manu ist der Herbst-Marathon geschafft. Nachdem Eva vergangene Woche erfolgreich den Berlin-Marathon gelaufen ist, ging es für mich am Samstag beim Zeeland-Kustmarathon um die Wurst bzw. über Dünen, Strand und damit Natur pur. Nach extrem schwierigen 3:36:15 Stunden war ich endlich im Ziel – es dürfte einer der härtesten Marathons gewesen sein, die ich bislang absolviert habe. Mit der Zeit kam ich auf Platz 137 (von 1383 Finishern, insgesamt gingen 1500 Läufer an den Start) und wurde 38. in der Haupt-Altersklasse (von 182.), also ganz okay. Der Sieger, Huub van Noorden aus Goes (also direkt um die Ecke) finishte in 2:40:51 Stunden (und hatte im Ziel noch Power für drei Radschläge), die beste Frau, Anjolie Engels aus dem benachtbarten Middelburg, gewann in 3:11:32 Stunden.

Die Idee, diesen Marathon zu laufen, entwickelte sich in den vergangenen Jahren immer dann, wenn ich am Strand gelaufen bin – zumeist sogar in Zeeland. Vor einigen Wochen hatte ich gar die Möglichkeit, ein paar Abschnitte selber kennenzulernen, beste Vorbereitungsverhältnisse also. So waren mir die ersten fünf Kilometer nach dem Start in Burgh bekannt und auch einen Abschnitt am Versemeer war ich schon einmal gelaufen.

Los gings um 12 Uhr bei super Wetter: trocken, kein Wind, 17 Grad. Durch meine Vorkenntnis wusste ich, dass es flott losgeht: Erst durch die Stadt, und nach einem Kilometer dann in den Dünenpark von Westenschouven.
Das wellige Terrain ließ sich gut laufen, fast hätte es mich aber schon nach dem vierten Kilometer erwischt, als ich mich in einem Sandloch vertrat – doch ich hatte Glück, es konnte weitergehen. Kurz danach warteten die ersten 1,5 Kilometer Sand auf uns. Ich hatte bei der Startzeit ja gedacht, dass diese bewusst so gewählt war, dass wir die Möglichkeit hätten, bei Ebbe auf recht hartem Sand zu laufen – aber keine Chance. Zwar waren ein, zwei Meter am Wasser härter, aber die Flut holte sich auch die recht bald zurück. Also: Kämpfen. Nicht einfach, aber irgendwann geschafft (zu den Fotos oben: die Strandbilder vom Abschnitt Domburg stammen aus dem Trip vor einigen Wochen, so sah das Meer am Samstag leider nicht aus)
Und dann ging es schließlich auf den Piljerdam, auf dem ich schön in mein Temmpo zurückfand. Ich hatte mir überlegt, die erste Hälfte in gemütlichen 4.30 min/km im Schnitt zu laufen, was mit einer leichten Tempoverschärfung hier nun prima klappte. Die verlorenen Minuten, die im Sand stecken geblieben waren, kamen mühelos zurück. Auch dank der vielen Zuschauer, die einen überall lautstark emofingen. Eva hatte sich diesmal mit einer Kuhglocke ausgerüstet und war demnach schon immer hunderte Meter im voraus zu hören: cool! Danke für den Support. Auch die Tröten der Niederländer waren megalaut, an vielen Stellen herrschte Atmosphäre wie bei Alp d`Huez.
Nach dem Damm heißt vor dem Strand. Ab Kilometer 19 warteten knackige acht Kilometer – eine Herkulesaufgabe. Natürlich schraubte ich ein wenig das Tempo zurück und versuchte mich, an den Vorläufern zu orientieren. Die waren aber mindestens genauso planlos wie ich: mal nach links, dann wieder nach rechts. Eine richtige Ideallinie gab es eben nicht, auch hier war harter Sand Mangelware. Blöd, denn zu viel Zeit will man ja hier nicht vertrödeln. Es war also defintiv kein entspannter Lauf, wie wenn man sonst am Strand lockerflockig unterwegs ist – davon konnte am Samstag nicht die Rede sein.
Nach endlosen acht Kilometern Sand, Sand und nochmal Sand durften wir dann endlich wieder runter vom Strand. Beim Pirat tobte der Mob, wow! Schon nach wenigen Metern merkte ich, dass es recht schwierig werden würde, jetzt wieder in das 4.30er-Tempo zu kommen – wenig später die Erkenntnis, dass dies leider unmöglich bleiben wird. Die acht Kilometer am Strand hatten nicht nur extrem viel Körner gekostet, sondern auch den Körper gefordert. Mein Bauch war zum Bersten angespannt, auch der Rücken meldete sich und die Beine, vor allem die Knöchel, wollten einfach nicht mehr in den lockeren Modus zurück. So ging es zwar nicht mehr so flott, aber immer noch in einem 4.50er-Schnitt, weiter. Leider gingen die Bauchprobleme auch nach einigen Kilometern nicht weg, weswegen ich jetzt deutlich herunterschraubte, um nicht gänzlich abreißen zu lassen. Es tat zwar schon weh, einige Läufer passieren zu lassen, die man vorher spielend stehen gelassen hatte, aber was solls. Rennen nach Hause bringen, das war jetzt angesagt.
Gemeinerweise hatten die Veranstalter jetzt, ans Ende des Rennens, einige mächtige Hügel (in Krefeld wären es Berge gewesen) eingebaut, sogar Treppensteigen war angesagt. Auch sonst ging es immer wieder auf und ab. Zwar nicht viel, aber ein ständiges Rauf und Runter, auch wenn es nur fünf Meter sind, kann einen schon aus dem Rythmus bringen.
Der war dann spätestens nach KM 40 gänzlich weg, als es wieder auf den Strand ging. Hier begrub ich dann auch das durchaus realistische Vorhaben, unter 3.30h zu finishen. Denn zusätzlich zu dem Sand kam jetzt hinzu, dass man sich alle 200 Meter durch eine Holzsperre schlängeln musste. Heißt: Tempo runter, durchzwängen, Tempo wieder hoch. Was solls, das Ziel, zwischen 3.30 und 4h zu benötigen, hatte ich ja locker im Sack. Also hieß es aber hier nur noch genießen! Oben auf dem Deich bimmelte auch schon wieder Eva, die Ziellinie war also nah. Nach einer kleinen Ehrenrunde ging es dann runter in den Hexenkessel von Zouterlande, wo die Zuschauer noch einmal richtig Gas gaben: sensationell, wie jeder Läufer zunächts mit Fähnchen bestückt und dann beim Zieleinlauf gefeiert wurde…super Sache.

Am Ende muss ich sagen: Toller Lauf, der den Körper aber immens fordert, noch heute schmerzen die Knöchel und der Rücken. Aber die Landschaft ist grandios und die Zuschauer sowieso, was also mindestens für die Qualen entschädigt…wie schwierig der Kust-Mararthon zu laufen ist, zeigt vielleicht auch der Umstand, dass der Top-Favorit bei den Männern nach rund 30 Kilometern mit Krämpfen aufgeben musste (allein dafür lohnt sich der Film unten).


Zeeland – wir kommen

Nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Und so geht’s nach der gestrigen Rückreise aus Berlin heute direkt weiter nach Burgh, wo für mich morgen der Zeeland-Marathon ansteht. Strand, Dünen, Wind und Wetter erwarten mich. Mal sehen, wie es wird…

20131004-140514.jpg