Beim Mozart 100 in Salzburg hat Tanja Gebhard nach 120 Kilometern in 22:27:47 h das Ziel erreicht – und mit dieser Zeit die W55 gewonnen. Bei den Frauen kam sie auf Platz 35, im Gesamtranking auf Rang 355. Manuel Kölker musste nach 56 Kilometern wegen Magenproblemen das Rennen vorzeitig beenden.
Schon im Vorfeld stand fest, dass es ein hartes Brett im Salzburger Land werden würde: Neben der Distanz gab es knapp 6000 Höhenmeter zu bewältigen. Im Vergleich zum Vorjahr hatten die Organisatoren die Distanz um 15 Kilometer erweitert, die Cut Off-Zeiten aber beibehalten. Damit stand fest, dass die Teilnehmer maximal 23 Stunden für ihre Aufgabe zur Verfügung haben werden. „So lief es sich also, als wäre man ein Getriebener seiner Uhr. Es gibt Schöneres“, so Tanja. Die Bilanz der „Treibjagd“: Von den 518 Gestarteten sollten am Ende 150, also ein knappes Drittel, das Ziel nicht erreichen.

Nach recht leisem Start (Wo waren die Beats?) kamen die ersten Kilometer noch recht flach daher – sie erinnerte ein wenig an das Ecotrail-Prinzip: Raus aus der Stadt, rauf auf die Trails. Nach flach und wellig wurde es dann ab Kilometer 20 etwas hügeliger, der erste wirkliche Berg wartete nach rund 30 Kilometer auf die Läufer. Da schon kämpfte Manu mit sich bzw. mit seinem Magen. „Ich konnte leider erneut nicht wirklich Nahrung aufnehmen. Gels und Flüssigkeit gingen runter, wenn auch schwer, aber eben nichts handfestest. Bei einem so langen Lauf leider nicht optimal.“ Nach rund 53 Kilometern erreichten die Teilnehmer mit dem Gipfel des Zwölferhorns auf 1522 Metern Höhe den höchsten Punkt des Rennens – bis auf ein paar Fähnchen fand sich hier aber leider nichts.

Spätestens beim Abstieg an den Wolfgangsee musste Manu erkennen, dass es hier nicht weitergehen würde. „Meine Magenprobleme wurden leider nicht weniger, ich spürte vor allem jetzt auch die nicht mehr vorhandene Power. Auf Reserve aber in den noch folgenden, 65 Kilometer langen, Teil des Rennens zu gehen, war keine Option. So traurig es ist, aber ich musste auf meinen Körper hören.“ Denn nun wartete der Schafberg: “ Tanja: „Ein echter Killer!“ Brachial rauf und brachial wieder runter. Wenig später erlebte sie ihr persönliches Highlight, der Überraschungsbesuch an der Strecke ihres Lauf-Freund Rudi, der sich extra für diese Begegnung drei Stunden (einfach) ins Auto gesetzt hatte – sehr cool.

Während Manu den traurigen Weg zurück nach Salzburg mit dem Bus antrat, kämpfte sich Tanja weiter durch und ließ sich auch vom sechsstündigen Dauerregen nicht entmutigen. „Die wurzeligen und gerölligen Downhills wurden zu einer Schlitterpartie! Ich habe viele DNFs gesehen, mehrere Verletzte, spuckende Mitläufer und gar Einsätze der Bergrettung mit Auto und Hubschrauber. Es ging voll ab! Und zum Ende dann nicht enden wollenden Treppenstufen. Das war hier kein „Walk in the Park“!“

Dennoch war das Ziel dann endlich erreicht: Etwa 30 Minuten vor Zielschluss war sie zurück am Salzburger Dom. „Ich war selten so froh, es heil geschafft zu haben.“ Zur Belohnung gab es eine riesige Medaille und vier weitere UTMB Running Stones.

