Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Archiv für Juli, 2013

Aller Anfang ist schwer…

Schwimmerbecken im Badezentrum. Foto: Stadt Krefeld

Schwimmerbecken im Badezentrum. Foto: Stadt Krefeld

Wie schon geschildert, hatte ich heute morgen meine erste Schwimmstunde, um noch rechtzeitig bis zum E-See-Triathlon am 25. August Kraulen zu lernen. Erste Erkenntnis: Aller Anfang ist schwer.

Mein Schwimmlehrer Jens nahm mich um 6.30 Uhr unter seine Fittiche. Unglaublich, wieviele Menschen, zum größten Teil Senioren, sich um diese Uhrzeit hier tummeln. Nach dem lockeren Einschwimmen im großen Becken ging es dann ins Nichtschwimmer-Becken. Bewaffnet mit einem Schaumstoff-Brettchen absolvierte ich dort die ersten Bahnen, die hier glücklicherweise nur 16 Meter lang sind – und zwar mit den Füßen paddelnd. Wichtig hierbei ist, dass die Beine möglichst eng beeinander bleiben. Hört sich einfach an, ist aber megaanstrengend.

Im Anschluss daran ging es dann an die Armarbeit. Für den Auftrieb erhielt ich zunächst einen Poolboy, das ist ein Schaumstoffding, das man sich zwischen die Beine klemmt. Abwechselnd links und rechts müssen nun die Arme eng am Körper und später über den Ellenbogen zurück ins Wasser geschossen werden. Damit nicht genug: Atmen nicht vergessen. Um das zu lernen, kommen Poolboy und Brettchen weg – denn der kleine Manu geht (!) nun mit dem Kopf im Wasser durch das Becken, simuliert den Armschlag und lernt, immer rechts zu atmen. Ich versuche mich zu konzentrieren, hoffe aber auch gleichzeitig, dass bei diesen Übungen keine Kamera oder ähnliches läuft, um den Moment für die Ewigkeit festzuhalten – und mich dabei bloß zu stellen.
Klappt eigentlich auch ganz gut, wobei auffällig ist, dass kurioserweise nicht rechts (ich bin Rechtshänder) meine gute Seite ist, sondern links. Hier führe ich den Arm wie gewünscht eng am Körper und lasse ihn über den Ellenbogen zurück ins Wasser schießen, was mir rechts, sowohl laufend, als auch schwimmend, nicht ganz gelingen will. Hier stößt der Arm immer zu weit nach oben, was auf Dauer zu viel Kraftaufwand bedeutet. Bahn um Bahn ziehe ich jetzt wieder mit Brettchen bewaffnet, meine Bahnen. Puh…

Und dann geht auch mal das Brettchen ganz raus. Nun soll ich darauf achten, dass ich erst immer beide Arme nach vorne zusammenziehe (sieht ein wenig nach Superman aus), ehe der nächste Kraulschlag (heißt das so?) kommt.
Wer soll sich das eigentlich alles merken? Arme eng am Körper, rechts beginnen, hier auch einatmen, Daumen bis hoch in die Achsel ziehen, und den Arm angewinkelt über den Ellenbogen nach vorne schießen, da zusammen mit dem linken Arm führen, das gleiche nun mit links, dabei ausatmen. Nebenbei nur mit den Beinen paddeln, gerade im Wasser liegen. Erwähnte ich, dass das ganze sauanstrengend ist? Und ich mir dabei vorkomme wie ein Kleinkind? Oder zumindest so, als ich vor Jahren mal beim Fischelner Turnverein einige Turneinheiten mitmachte?

Jens jedenfalls ist hoffnungsvoll. Vier, fünf Einheiten pro Woche seien aber wohl nötig, um den Spaß (?) zu erlernen. Zuhause könnte ich mal an der Bettkante trainieren oder mit elastischen Bändern die nötigen Muskeln aufbauen. Apropos Muskeln: Die merke ich schon jetzt…

Sonnenschutz
Gute Tipps zum Thema Sonnenschutz (im Sommer ja nicht ganz sinnfrei) hat übrigens Laufguru Peter Greif in seinem jüngsten Newsletter. Interessant: Ein Mittel aus der Natur, nämlich Astaxanthin, und grüner Tee bringen wohl einiges. Gerade das mit dem grünen Tee sollte man zusätzlich ausprobieren, denn das scheint einfach und günstig zu sein. Ein paar Becher vor nem langen Lauf bieten ja auch eine gute Flüssigkeitsgrundlage…
Astaxanthin dagegen kostet natürlich nen paar Euro, Terra Elements oder das Zentrum der Gesundheit bieten 60 Kapseln für knapp 30 Euro an, wobei man eine bis zwei pro Tag nehmen sollte. Hier gibt es ein paar Erklärungen – liest sich gut, denn in dem Zeug scheint wohl noch mehr zu stecken, als nur der Sonnenschutz. Werde ich mir mal im Reformhaus ein paar Infos holen…


Willkommen zurück ;-)

Was für ein Genuss heute morgen im Stadtwald – endlich war die zweichwöchige Laufpause vorbei. Bewusst hatte ich mir weder Musik mitgenommen, was ich eh in den seltesten Fällen mache, und auch die Stoppuhr blieb zu Hause. Denn diese heutige Runde wollte ich einfach nur genießen. Ob es die Vorfreude war, die mich um 5.45 Uhr aus dem Schlaf holte? Wer weiß – so aber konnte ich etwas früher los als geplant.

Ich entschied mich spontan, schon heute ein wenig für den Marathon in Zeeland (http://www.marathonzeeland.nl/) zu trainieren und wählte nicht die üblichen Wege, sondern die Pferdewege, ehe es auf die Traarer Runde ging. Über Deich, Dünen und den Strand geht es am 5. Oktober, da kann es nicht schaden, hin und wieder im Sand zu trainieren. Einzig auf die Hinterlassenschaften der Vierbeiner sollte man aufpassen. Und an der Trainingsstätte von Mario Hofer verzichtete ich komplett auf das weiche Geläuf, da die Gäule hier mitunter noch ein wenig Tempo drauf haben, man dank der Böschung aber keine Chance hat, mal eben schnell vom Weg zu hüpfen.

Da mein Handy leider aktuell etwas schwächelt, konnte ich kein Foto des traumhaften Sonnenaufgangs machen – das werde ich beizeiten nachholen, denn wie es ausschaut, bleibt das Wetter ja noch einige Tage so charmant wie im Moment…nen Träumchen!


Wann endlich hat das Warten ein Ende?

Die Phase des Taperings ist ja schon hart – aber die der Regeneration? Leckomio. Zwei Wochen sind morgen vergangen, seit ich den 4Trails in Samnaun gefinished habe, genau also die zwei Wochen, die ich danach pausieren wollte. Ja, nicht musste, aber wollte…oder sollte? Was auch immer…

Denn dieses Jahr hatte es bereits in sich. Nach dem sehr schnellen Marathon in Wien Mitte April (inkl. der zehn Wochen Vorbereitung // 3.10h) hatte ich ja nix besseres zu tun, als bereits zwei Wochen später den Ddorf-Marathon (3:29) zu laufen. Er war dann quasi auch der Startschuss in die zwölfwöchige Vorbereitung zum 4 Trails. Das spätestens danach die Socken qualmten, war also klar. Doch gerade im Sommer auf schöne Läufe zu verzichten, fällt schwer – vor allem, wenn man die Läufer sieht, wie erst diese Woche im Stadtwald. Aber der Körper wird es mir hoffentlich danken. Erst kürzlich hörte ich von einem erfahrenen Läufer, dass sich nach jedem Marathon kleine Haarrisse in den Knochen bilden, die sich erst langsam wieder schließen. Er ließ deswegen ebenfalls immer zwei, drei Wochen Pause, also wirklich Pause, zu, um keine unnötigen Ermüdungsbrüche o.ä. heraufzubeschwören.

Da mir das Wochenende kaum Luft zum Atmen lässt, werde ich also am Montag wieder einsteigen. Der Fokus liegt zunächst auf dem Triathlon am 25. August am E-See (olympische Distanz) und dann auf dem Zeeland-Marathon am 5. Oktober. Gerade vor dem Triathlon habe ich einen heiden Respekt: Schwimmen, also Kraulen, muss ich noch lernen, das Programm beginnt am kommenden Dienstag, Radfahren, zumindest lang und ausdauernd, ebenfalls. Hier gehts am Mittwoch los. Und laufen? Sollte ich ja können – wobei gerade für den Zeeland-Marathon einige Einheiten auf Reitwegen absolviert werden, da der Marathon auch einige Kilometer über den Strand geht…eb blei8bt also spannend!


4Trails-Fotosfotosfotosfotos

Endlich, endlich – hat ein wenig gedauert, und noch immer sind nicht alle Fotos beisammen, aber hier gibt es schon einmal einen kleinen Eindruck, was ich so alles gesehen habe.

Take your seats…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Noch nicht für den Seidenraupen-Cross am 20. Oktober angemeldet? Dann hier lang…


10 weeks to go

Hallo ihr Lieben,

hier kommt ein Lebenszeichen von Seidenräupchen Eva =o)

Nachdem ich mich nun von meinem Versuch eine 4Trails Etappe zu laufen erholt habe, bin ich diese Woche wieder in die Vorbereitung auf den 40. Berlin Marathon eingestiegen.

Es sind nun noch genau 10 Woche und dann ist es schon soweit. Hört sich zwar noch lange an, es ist aber auch noch einiges bis dahin zu tun.

Mein Ziel ist es, den Marathon unter 4 Std zu Laufen und so stehen nun für die nächsten 10 Wochen 4 Einheiten pro Woche auf dem Plan. Das sind 3 längere Läufe und ein Intervall-Lauf für mehr Tempo. 

Da ich die Intervall-Läufe nicht so gerne mag, wandel ich die immer ab und laufe lieber mehrmals den Kapuziner Berg volle Kanne hoch. Das gibt auch gut Kondition.

So auch heute. Ich habe gerade meine zweite Einheit für diese Woche erledigt und war gerade 15km on the road inklusive 3mal den Kapuziner Berg hoch. Beim dritte mal musste ich ganz schön kämpfen…aber hab`s durchgezogen. 

Für diese Woche stehen nun noch ein 12km Lauf an und ein längerer Lauf am We an. Ich peile nen Halbmarathon an. Falls jemand Lust hat sich mit mir durch die Wärme zu quälen, kann sich gerne melden. Ich habe ich noch nicht festgelegt, ob ich Samstag morgens laufe oder Sonntag morgens…

Mitläufer für ne Teilstrecke sind natürlich auch herzlich Willkommen.

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Liebe Grüße

Seidenräupchen Eva =o)


Laufen und Ramadan – geht das eigentlich?

Ali Celik gibt Gas...

Ali Celik gibt Gas…

Aktuell ist Ramadan. Ramadan? Ja, Ramadan. Der muslimische Fastenmonat geht noch bis zum 7. August und hat dann insgesamt einen Monat gedauert. Ab dem 8. August wird dann drei Tage das Ramadanfest, auch als Zuckersfest bekannt, gefeiert. Der Ramadan verschiebt sich aufgrund des Mondkalenders immer um zehn Tage zurück.

EDIT: Dieser Artikel erschien 2013. 2016 war der erste Fastentag am 6. Juni, das Ramadanfest findet am 5. Juli statt.

Unsere Seidenraupe Ali zieht das Ding seit Jahren durch, auch heuer steckt er wieder mittendrin. Das ist nicht einfach, vor allem, weil ja zwischendurch trotzdem nen paar Laufkilometer abgespult werden. Für uns stand er Rede und Antwort, um uns das ganze etwas näher zu bringen.

Was ist bzw. was bedeutet „Ramadan“?
Ali Celik: „Ramadan“ ist der Name des Monats in dem Muslime in der ganzen Welt fasten. In diesem Monat ist es so, dass man in der Zeit zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang nichts essen und trinken sollte, wenn man das religiöse Ritual einhalten möchte. Aber auch das Rauchen und sexuelle Handlungen sind tagsüber nicht erlaubt. Darüber hinaus sollte man auch mit seinen Gedanken, aber auch im Umgang mit anderen Menschen besonders achtsam sein. Dazu gehört vor allem auch, dass man in dem Monat Ramadan mindestens ein mal einem armen Menschen eine volle Mahlzeit „spendiert“. Man sieht, dass Ramadan mehr ist, als nur nicht zu essen und zu trinken.

Laufen, gerade bei diesen Temperaturen, hat auch viel mit Trinken zu tun. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss das aber auch warten, oder gibt es bei Sport eine Ausnahme?
Ali: Das ist richtig. Man muss auch mit dem Trinken nach dem Laufen bis zum Sonnenuntergang warten. Hierfür gibt es keine Ausnahme! Ausnahmeregelungen gibt es für Schwangere, kranke und altersgebrechliche Menschen. Da man aber im Ramadan seinen gewohnten Tagesablauf nicht dramatisch verändern sollte und wir ja derzeit für den Köln Marathon im Oktober trainieren, komme ich um die Laufeinheiten nicht herum. Damit es etwas einfacher ist, versuche ich schon am späten Abend, also circa zwei Stunden vor Sonnenuntergang loszulaufen, damit der Durst nicht so lange warten muss.

Ist das nicht eigentlich gesundheitsgefährdend?
Ali: Bei dem Wetter ist es sicher etwas grenzwertig, daher laufe ich meistens im etwas kühleren Forstwald. Ist auch anstrengend, aber es geht…

Danke Ali für das kurze Frage/Antwort-Spiel. Jetzt wissen wir mehr. Und noch viel „Spaß“ bis zum 8. August…durchhalten 😉

Schon für den Seidenraupen-Cross angemeldet? Dann aber schnell…


Anmeldung für den Seidenraupen-Cross freigeschaltet

Downhill-Passage auf dem Inrather Berg.

Downhill-Passage auf dem Inrather Berg.

Die Anmeldung für den Seidenraupen-Cross am Sonntag, 20. Oktober, 11 Uhr, ist freigeschaltet. Ab sofort bis zum 15. Oktober nehmen wir online eure Anmeldungen für unsere Premieren-Veranstaltung entgegen. Die Teilnahmegebühr beträgt zehn Euro pro Person. Was ihr dafür bekommt: Hauptsächlich Spaß.

Die Strecke mit Start und Ziel an der Ecke Hölschen Dyk / Langen Dyk ist zwischen elf und zwölf Kilometer lang. Sie verläuft zu 85 Prozent auf nicht-asphaltierten Wald- und Wanderwegen durch das Hülser Bruch und hält einige Überraschungen bereit. Der Kapuziner Berg und der Inrather Berg werden erklommen, zudem gibt es hier und da einige knifflige Stellen, die alles von euch abverlangen werden.

Okay, okay – ihr werdet sagen, dass diese Berge im Vergleich zu den Alpen eher als Hügel durchgehen (und habt Recht!) – aber Vorsicht: Auch im „Krefelder Hochgebirge“ kommt man schnell ins Schwitzen. Wartet es ab!

Hinweise zur Route und weitere Infos gibt es hier. Wenn ihr darüber hinaus noch Fragen habt: Schickt uns eine E-Mail an seidenraupen_krefeld@gmx.de.

Wir freuen uns auf euch!


4Trails – das Fazit

Abfahrt nach Garmisch

Abfahrt nach Garmisch

Vier Tage nach dem Finish des 4Trails ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen. Der Vergleich zum Transalpine Run im vergangenen Jahr bietet sich dabei natürlich an, auch weil diesmal einige Sachen anders waren – ob besser oder schlechter, wird dieses Fazit zeigen.
Wer sich nicht durch den folgenden, längeren Text kämpfen möchte, für den gibt’s hier das Kurz-Fazit: Der 4Trails gleicht von der Orga dem TAR, das Orga-Team PlanB macht auch hier seine Sache sehr gut.

Die 4Trails-Strecken sind eine Spur härter, es wird weniger gerannt, dafür mehr geklettert. Die mehr Höhenmeter belegen das: Beim 4Trails sind auf vier Etappen 10.000 Meter im Aufstieg zu bewältigen, beim TAR sind es bei acht Etappen 15.000 Meter gewesen. Die zurückzulegenden Distanzen sind auf die Renntage heruntergerechnet ähnlich: 4Trails 160km, TAR 320km.
20130712-210020.jpg
Leider kommt der Teamgedanken beim 4Trails, der als Einzelperson gelaufen wird, nicht so deutlich rüber wie beim TAR, der im Duo zu absolvieren ist. Zudem entwickelt sich beim TAR (wahrscheinlich auch bedingt durch die längere Zeit) eine schönere Gruppendynamik.
Fazit: Wer den TAR schon gelaufen ist, wird vom 4Trails vielleicht etwas enttäuscht sein. Andersherum: Wer vom 4Trails begeistert ist und den TAR anstrebt, wird begeistert sein, da hier etwas mehr Spirit drin steckt. Läuferisch stehen beide auf einer Stufe, der 4Trails ist jedoch als härter einzustufen. Da der 4Trails im Juli stattfindet, kann es hier deutlich wärmer sein als beim TAR im September.

Und hier die Langversion:

Die Vorbereitung
Beginnen möchte ich mit der Vorbereitung in sportlicher Hinsicht. Diese verlief für mich ähnlich wie beim TAR. Der Trainingsplan war der gleiche, vielleicht etwas abgeschwächt, da ja diesmal nur vier, statt acht Tagesetappen zu laufen waren. Verzichtet haben wir, also Hendrik und ich, auf die paar Einheiten in der Höhenkabine und auf die Halde Norddeutschland mit ihrer tückischen Himmelsleiter. Dafür wurden diesmal längere Routen gelaufen, zum Teil deutlich schneller, als im Trainingsplan angegeben. Ein gutes Zeichen waren die verdammt schnellen Wettbewerbe zwischendurch: egal ob in Neuss, Kempen oder beim Charity Run – Bestzeiten oder nahe der Bestzeit. Ein Trainingslager am Nebelhorn, also diesmal im Hochgebirge, rundete die perfekte Vorbereitung ab.
In Sachen Organisation war schnell klar, dass wir diesmal die Variante „Pensionen“ dem Wohnmobil vorziehen werden. Nachbetrachtet ein großer Vorteil, denn mit der Absage von Henne wäre ein solches Mobil wohl etwas überdimensioniert gewesen. Auch war klar, dass der Aufwand nicht der gleiche wie beim TAR werden würde. Allein was das Gepäck angeht: waren wir 2012 noch mit riesigem Material angereist, konnten wir, nun sind Eva und ich gemeint, dieses diesmal minimieren – vor allem, als feststand, dass Henne wegen seiner Achillessehnenreizung ausfallen würde.

Das Briefing

Das Briefing

Willkommen Garmisch
Das Briefing in Garmisch bzgl. des kompletten Rennens und der ersten Etappe glich dem beim TAR – wenn auch Wölfi fehlte 😉 im Grunde war es also nix neues für uns, auch wenn diesmal Eva vielleicht ein wenig deutlicher hinhörte, wollte sie doch bei der ersten Etappe erstmals ein wenig Trailrunning-Luft schnuppern.
Links: Christopher. Heuer eine Rakete!

Links: Christopher. Heuer eine Rakete!


Positiver Zufall: An dem Tisch, an dem wir saßen, saß auch Christopher, den wir beim TAR kennengelernt hatten. Er war diesmal ohne seinen Laufpartner Franz unterwegs, war also auch auf sich alleine gestellt (fraglich, ob Franz ihm hätte folgen können, so flott war der Pfälzer Bube heuer drauf).
Den späteren Abend verbrachten wir dann zusammen mit den Raubals, bei denen wir an diesem Tag unterkamen. Ein sehr nettes Zusammentreffen. Für die Unterkunft und das traumhafte Frühstück am Morgen sagen wir gerne noch einmal DANKE. Als einzig negativ bleibt für GAP festzuhalten, dass ich irgendwo hier meine reche Schlaufe vom Stock verlor. Andere hätte das verrückt gemacht, mich nervte es nur ein wenig 😉
Schlimmer ins Gewicht fiel dagegen, dass ich alle meine Lauf-Schlüpper in Krefeld vergessen hatte. Bei zwei meiner Hosen stellte das kein Problem dar, da sie über Innenhosen verfügten, für die beiden anderen Etappen musste ich mir was einfallen lassen. Eva kaufte mir deswegen nen neuen Unterzieher, den ich dann eben einmal waschen musste (geschickterweise fand ich die Unterhosen dann doch noch, natürlich nachdem der 4Trails beendet war – verdammte Axt!).

Gipfelstürmer

Gipfelstürmer


Etappe1: Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald, 36,3 Kilometer, 2410m Aufstieg, 2113m Abstieg
Los ging es dann am Morgen, wobei ich keine Spur aufgeregt war – das übernahm Eva 😉 Nach nur zwei Kilometern ging es dann das erste Mal bergauf. Die gutgemeinte Möglichkeit vom Organisator PlanB, bei der ersten Etappe auch Schnupperläufer zuzulassen, mag angesichts der Charakteristik der Strecke als mutig bezeichnet werden. Sechs zum Teil doch sehr heftige Anstiege dürften für die meisten Schnupperläufer eher als Abschreckung denn als Ansporn gewirkt haben.

Dass Eva und ich beschlossen hatten, mindestens bis zur ersten Verpflegungsstelle zusammenzubleiben, mag mir vielleicht Zeit gekostet haben, auf die Uhr sollte man beim Trailrunning ja aber eh nicht allzu oft schauen, Vergleiche zu Straßenrennen bieten sich hier nun einmal gar nicht an.

Staatsgrenze Österreich

Staatsgrenze Österreich


Für Eva war es eine bittere Lehrstunde, sie kam überhaupt nicht ins Rennen und kämpfte mehr mit sich selbst, als mit den Bergen. Nach rund 3:30 Stunden stand für sie fest, es bei dem Versuch zu belassen und bei der nächsten Möglichkeit, das war die Ortschaft Hammersbach (Kilometer 16) auszusteigen. Dass die erste Verpflegungsstation von PlanB vergessen wurde, macht die Sache nicht besser – dafür entschuldigte sich der Verantwortliche aber am Abend, womit die Sache auch gegessen war.
Für mich war das der Startschuss, etwas an Tempo zuzulegen, doch zu sehr wollte ich es nicht übertreiben, schließlich knallte die Sonne bereits beträchtlich. Im Laufe der 20 noch zulaufenden Kilometer änderte sich das Wetter leider sehr um negativen. Es wurde nicht nur noch wärmer, sondern auch verdammt schwül. An der nächsten Verpflegungsstation traf ich auf Gerd, der ebenfalls beim TAR dabei war. Wir blieben bis zum Ziel zusammen bzw. auf Tuchfühlung und quatschten ein wenig, was ganz gut war. Alleine den Berg rauf oder runter, das merkte ich schnell, ist die ganze Sache trotz schöner Aussichten verdammt langweilig.

Zieleinlauf in Ehrwald: Nass!

Zieleinlauf in Ehrwald: Nass!


Schon bei der ersten Etappe stellte ich fest, dass viele Läufer auf sich fixiert waren. Der Teamgedanke, der beim TAR vorherrschte, da man hier zwingend zu zweit laufen muss, war bei weitem nicht so ausgeprägt – positive Gegenbeispiele waren die vielen spanischen Starter, die sich zu Teams bzw. Laufpartnerschaften zusammengetan hatten. So richtig ins Gespräch kam man nur mit wenigen Leuten, schade eigentlich.

Die Massage, übrigens die gleiche Crew wie beim TAR, war an diesem Tag in einer Tennishalle untergebracht, in der man sich auch duschen konnte. Das war ganz in Ordnung. Weniger in Ordnung war das Essen: verbrannte Kartoffeln, zähes Fleisch und Spiegelei. Siegerehrung, Bilder und Video des Tages glichen dem TAR-Szenario, sogar die Musik war die gleiche. Eher dürtig, vor allem, weil man wusste, das nun ein paar Mal erleben zu müssen.
Unsere Unterkunft (Haus Melmer) passte ins Bild. Zum Glück mussten wir hier nur ein paar Stündchen schlafen, ehe um 5 Uhr schon wieder der Wecker klingelte.

Und los gehts.

Und los gehts.


Etappe 2 Ehrwald – Imst, 45,3 Kilometer, 2723m Aufstieg, 2940m Abstieg
Der Start um 7 Uhr ließ erahnen, dass hier heute ein richtiger Brocken auf mich warten würde. Und das wurde sogleich auch bestätigt. Der Anstieg hoch zur Grünsteinscharte (2272 Meter hoch) war kein Zuckerschlecken, vor allem, weil es schon wieder richtig warm war. Allerdings ging es dann ganz oben durch Schnee und Eis. Die „gefährliche Passage“ verdiente ihren Namen: wenn hier jemand die rund 300 Meter runtergepurzelt wäre, hätte er sich nicht nur richtig weh getan, sondern hätte wahrscheinlich auch noch etliche andere Läufer, die sich wie an einer Perlenkette aneinandergereiht den Berg hochkämpften, mit ihn die Tiefe gerissen, so steil war es hier. Und verdammt glitschig: einen kleinen Popobremser nahm ich schmunzelnd in Kauf, ärgerlicher war, dass ich mich an einem scharfkantigen Felsen abstützte und mir sofort die Hand aufriss. Aua.
Blick runter in den Kessel.

Blick runter in den Kessel.


Es lief dennoch richtig gut, sogar der Downhill war kein Problem und machte richtig Spaß, auch wenn ich merkte, dass bei längerer ähnlicher Beanspruchung die Waden irgendwann dicht machen würden.
Aus diesem Grund nahm ich bei Checkpoint zwei, Kilometer 25, Magnesium in Kombination mit Salz, um möglichen Krämpfen vorzubeugen. Eine falsche Entscheidung? Jedenfalls ging ab hier nicht mehr viel: ich mühte mich und der Körper rebellierte. Krämpfe in den Waden, Oberschenkeln, sogar in den Fingern, dazu Magenprobleme, erschwerten den Anstieg auf den zweiten Tagesgipfel und machten den Abstieg zu einer Tortur. Ich hatte das Gefühl, keinen Meter mehr von der Stelle zu kommen, jeder Schritt kostete unglaublich viel Kraft. Positiv war lediglich, dass das Rennen schon weit fortgeschritten war und nicht mehr ganz so viele Kilometer zu absolvieren waren. Und so kämpfte ich weiter und weiter, um nach 9:36h das Ziel zu erreichen. Eine lange langweilige Zeit.
Tolles Panorama...

Tolles Panorama…


In meinen Waden spielten sich danach Szenen ab, die an einen Alien-Film erinnerten, und ich brauchte später eine halbe Stunde (oder noch länger?), um mich aus der Waagerechten wieder in eine aufrechte Position zu bringen. Krämpfe durchzuckten immer wieder meinen Körper, die medizinische Abteilung riet zu viel Flüssigkeit, die aber nicht lange im Körper bleiben wollte. An Nahrungsaufnahme (schade, die Lasagne war wohl ganz lecker) war an diesem Tag nicht mehr zu denken. Ob es am nächsten Tag weiter gehen kann? Jedenfalls gestaltete sich die Massage (in einem Rohbau) als hilfreich, zumindest konnte ich danach wieder einen Fuß vor der anderen setzen…
Als durchschnittlich darf an diesem Abend unsere Herberge, das Haus Rumml, bewertet werden. Die Mutter des Hauses gab sich zudem große Mühe, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Harry (rechts) war bei Etappe drei mit dabei...

Harry (rechts) war bei Etappe drei mit dabei…

Etappe 3 Imst-Landeck, 33,6 km, 1844m Aufstieg, 1804m Abstieg
Nachbetrachtet die schönste aller Etappen, denn mit Harry Grubert, ebenfalls beim TAR kennengelernt, hatte ich heute über die komplette Distanz einen Laufpartner dabei. Oberstes Credo: Spaß haben, quatschen, den Lauf genießen. Auch wenn ich noch ein wenig den Vortag und die unruhige Nacht in den Knochen oder auch im ganzen Körper hatte, tat es sehr gut, einen Freund an der Seite zu haben. Die Etappe heute sollte überschaubar sein, so hatten die Macher gesagt, und das zeigte sich auch sehr bald.
Start zur dritten Etappe.

Start zur dritten Etappe.


Auch wenn der Aufstieg zur 2512 Meter hohen Glanderspitz mit 1844 Metern Höhenmetern natürlich kein Zuckerschlecken war und irgendwie kein Ende nahm, so war es diesmal angenehm, wenn man davon sprechen kann. Harry machte gute Laune und wie erwartet eine Menge Fotos und Videos und stellte diese direkt auch Online, das Wetter war okay und das Wissen, gleich schon wieder im Ziel zu sein, tat sein Übrigens. Die letzten fünf Kilometer waren echt cool zu laufen, Downhill eben, und das trotz harter Oberschenkel. Einziger Wermutstropfen: Cola-LIGHT bei der letzten Verpflegungsstation.
Päuschchen...

Päuschchen…


Da wir dementsprechend fix im Ziel waren, konnten wir die nächsten paar Stündchen in der Landecker Innenstadt relaxen – einfach nur top. Das Essen, Nudeln mit Bolo-Soße, war okay und unsere Unterkunft, der Spisshof im nahen Grins, die bis dahin beste, die wir erleben durften. Nach der Massage im örtlichen Kinosaal (!) haben wir noch ein leckerers Abschluss-Weizen mit Nici und Harry genießen können, ehe es in die Falle ging. Schließlich wartete die Königsetappe am letzten Tag auf mich.

Alpenlandschaft Serfaus.

Alpenlandschaft Serfaus.

Etappe 4 Landeck – Samnaun, 47km, 2844m Aufstieg, 1820m Abstieg
Durch eine Straßensperrung wurde es den ursprünglichen 44 Kilometern 47, doch so richtig bedeutend war das nicht, was machen bei so einer Distanz 3000 zusätzliche Meter schon aus?! Dafür war aber der Anstieg auf das Fisser Joch richtig brutal. Was im Winter eine schwarze Piste ist, war für uns der Aufstieg, und der spätere Sieger sagte, dass selbst die Führungsgruppe hier gegangen sei – bezeichnend. 1600 Meter ging es zum Teil extrem steil nach oben, einfach nur krass, denn diesmal sollte das ja nicht der einzige Berg sein, den es zu erklimmen galt.

Die Kölner Hütte ist nah!

Die Kölner Hütte ist nah!


Gut war, dass kurz danach ein gemütlicher Abstieg zur Kölner Hütte (leider zu und demnach kein Kölsch) folgte, wo Eva, Nici und Harry warteten. Die Spontan-Massage durch Harry und die kühle Apfelschorle taten Wunder.
Doch so schnell der Spaß da war, so schnell war er auch wieder verflogen: Elf Kilometer sollte es nun stetig nach oben gehen, immer wieder über eine Kuppe, um danach die nächste zu erkennen. Irgendwann macht das Spielchen keine Lust mehr, vor allem, weil Gespräche auf dieser Höhe (weit über 2500 Meter) kaum noch geführt wurden und jeder nur an sich dachte.
Vom TAR wusste ich noch, dass der höchste Gipfel regelrecht gefeiert wurde. Partystimmung, Fotografen, ein Schild „Highest peak of the race“ – und nun? Nichts, die schneebedeckte Ochsenscharte auf über 2800 Metern Höhe, war verwaist, sieht man mal von den beiden Docs ab, die die Läufer nach dem Wohlbefinden fragten. Jetzt aber nur noch runter, ab ins Ziel. Zwar machte langsam der Oberschenkel zu und die Wade meldete sich, aber das war mir jetzt egal. Endlich konnte ich auch mal ein paar Läufer kassieren. Bock machte das zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon nicht mehr, aber irgendwie will bzw. muss man ja auch ankommen.
Nett...

Nett…


Bei der letzten Verpflegungsstation gab es dann echte Cola 😉 und die Sprüche, die irgendwer auf den letzten Kilometern angebracht hatte, motivierten mich weiter. Als dann irgendwann Eva auftauchte, war ich sehr glücklich. Sie begleitete mich auf den letzten vier Kilometern nach Samnaun, ein schöner Abschluss dieser (Tor-)Tour.
Endlich im Ziel

Endlich im Ziel


Zieleinlauf. Medaille, Cola, PIZZA (stark!), Freude. Mann, was für ein Stück Arbeit – und das zumeist alleine, was bisweilen echt langweilig war. Ein wenig den Moment genießen. Natürlich nicht vergleichbar mit dem TAR, aber doch auch schön…
Abends ging es dann stilecht oben aufn Berg weiter. Coole Location. Und lecker, nur leider zu wenige Kellnerinnen. Und eine viiiiiiel zu lange Siegerehrung samt Finisher-Shirts-Übergabe. Irgendwann will man dann nur noch ins Bett…ab ins schicke Smart-Hotel. Schlafen.

Da ist das Ding

Da ist das Ding


Die Ergebnisse in Zahlen:
Overall: 33:41:46h, Männer-Ges.: 275/386, AK: 110/131
Etappe 1: Garmisch-Ehrwald, 36,3km, 2410m Auf, 2113m Ab: 7:36.40h; Ges.: 325./386, AK120./131.
Etappe 2: Ehrwald-Imst, 45,3km, 2723m Auf, 2940m Ab: 9:38.14h; Ges.: 257/359, AK: 105./125
Etappe 3: Imst-Landeck, 33,6 km, 1844m Auf, 1804m Ab: 6:31:14; Ges.: 291./326, AK: 111./115.
Etappe 4: Landeck-Samnaun, 47km, 2844m Auf, 1820m Ab: 9.55.37h, Ges.: 269/319, AK: 104/112.


4Trails Finish

So sehen Finisher aus…Herzlichen Glückwunsch. Seidenraupe Manu hat das Ding gerockt…yeah!

20130713-171112.jpg


Nur noch eine: Etappe vier

S4T 2013 4.Etappe Landeck SamnaunVersion 1.0
Etappe 4: Landeck – Samnaun
Etappe 4: von Landeck nach Samnaun
Zum Abschluss der SALOMON 4 TRAILS werden einige Teilnehmer noch einmal bis an ihre Grenzen gehen. 47 km und 2.844 Höhenmeter trennen die Läuferinnen und Läufer noch vom Ziel in Samnaun. Gleich nach dem Start in Landeck geht es 1.600 Höhenmeter bergauf auf’s Fisser Joch. Nach einem kurzen Abstieg warten mit dem Arezzjoch (2.587 m) und der Ochensenscharte (2.787 m) noch zwei weitere Gipfel, ehe es endgültig hinunter ins Tal geht. Am tiefsten Punkt angekommen sind es noch acht leicht ansteigende Kilometer bis ins Ziel.

Streckendaten:
Startzeit: 07:00 Uhr
Kilometer: 44,50 km
Höhenmeter im Aufstieg: 2840 Hm
Höhenmeter im Abstieg: 1820 Hm
(Infos von http://www.4trails.de/Strecken/Etappe4.aspx)

S4T 2013 4.Etappe Landeck SamnaunVersion 1.0