ZUT 2022: Tanja und Manu im Finish


Tanja Gebhard und Manuel Kölker haben bei Deutschlands größtem Trailrunning-Event, dem Zugspitz Ultra Trail, teilgenommen. Für beide war es ein langer Tag bis ins Ziel in Garmisch-Partenkirchen.

Tanja on fire.

Tanja hatte sich für die 50 Kilometer-Distanz (inkl. 1660 positive Höhenmeter und 2070 Höhenmeter im Abstieg) entschieden, startete demnach in Leutasch / Weidach auf der österreichischen Seite des Zugspitz-Massivs. Sie war nach 8:11:35 h im Ziel und wurde damit 16.in ihrer Altersklasse, der „Senior Master Women“. Im Gesamt-Ranking wurde sie 119. von 263 gestarteten Frauen, von denen acht das Ziel nicht erreichten.

V1 locker passiert…

Manu wiederum wählte mit 108 Kilometer die längste Distanz des Rennens. Ihn sollte 5200 Höhenmeter (sowohl auf als auch ab) erwarten. Er war nach langen 26:40:30 h im Ziel, was Platz 125 in der Kategorie „Master Men“ bedeutet. Er wurde im Gesamt-Ranking 362. der 511 gestarteten Männer. 145 davon stiegen vorzeitig aus.

Uphill – ein Genuss.

Gleich zu Beginn ging es für Tanja und die übrigen 1100 Starter beim „Basetrail XL“ genannten Wettkampf hoch zum Scharnitzjoch, dem höchsten Punkt dieser Distanz auf 2048 Meter Höhe. Doch nicht nur der Aufstieg, auch der Abstieg erfordert alles von den Läufern. „Ich hatte zwar ordentlich Höhenmeter im Training absolviert, aber es ist schon ein Unterschied, ob man diese im Mittelgebirge sammelt oder im Alpenraum“, so die 53-Jährige. Und so brannten die Oberschenkel ordentlich, als es runter zur Ache ging, an deren Ufer die Läufer sich nun recht entspannt über flowige Trails bis nach Mittenwald und Elmau bewegten.

Felix und Tanja blieben lange zusammen.

Noch einmal ging es hoch, und zwar auf den 1304 Meter hohen Wamberg. „Brutal war hier der Abstieg. Viele sind auf der sehr abschüssigen Strecke gestürzt“, so Gebhard, die die Passage aber gut meisterte und die verbliebenen vier Kilometer bis nach Garmisch genießen konnte und schließlich rund zwei Stunden vor ihrer anvisierten Zeit im Ziel war. „Ich hatte keinerlei konditionelle Probleme, der 80er wäre auch drin gewesen. Nun habe ich Blut geleckt, mal sehen, was als nächstes kommt.“

Kurz nach der V1 Hochalm ging es weiter zur Bergstation der Alpspitzbahn.

Von Genuss war bei Manu nicht wirklich die Rede. El presidente hatte wie auch Gebhard nur im Mittelgebirge und auf den hiesigen Halden trainiert, zudem lagen die letzten längeren Trailruns Jahre zurück. „Ich hatte aber trotzdem irgendwie Lust, mir dieses Spektakel zu gönnen.“ Zunächst kam er auch gut voran, der erste Anstieg zur Bergstation der Alpspitzbahn auf 2027 Höhe war schnell erreicht, ein brachialer Downhill zurück auf 811 Meter folgte binnen weniger Kilometer.

V2 – Hammersbach. Noch alles gut bei Manu.

Dann aber der erste Knackpunkt: Es galt bei knackiger Sommerhitze, eine steile Skipiste hinaufzulaufen, wenig später ging es auf der anderen Seite wieder herunter. „Beim Anstieg oberhalb der Ehrwalder Gamsalm habe ich leider große Probleme bekommen. Neben Nierenschmerzen zwangen mich Kreislaufprobleme immer wieder zu kleineren Stopps. Auf der Gamsalm selber habe ich mich dann erst einmal hingelegt und nach 45 Minuten Pause von den Medizinern kontrollieren lassen. Als sie mir grünes Licht gaben, ging es weiter. Viele Läufer sind hier aber schon ausgestiegen.“

Stößchen…

Kurz vor der nächsten Verpflegungsstelle, auf der Ehrwalder Alm, folgte ein weiterer Break inklusive Zwibi, hier waren Eva, Lou, Julius, Tini und Chrissi am Start (cool!) denn mit der nun folgenden Passage zum höchsten Punkt des Ultratrails, dem Wannigsattel, auf 2182 Meter Höhe, sollte die größte Herausforderung folgen. „Körperlich ging es mir nur wenig besser, ich musste immer wieder anhalten, um mich wieder zu finden. Ein paarmal habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Rennen zu beenden.“ Als es ein paar Meter hinunter ging und die Läufer dachten, sie hätten den Gipfel erreicht, ging es wieder bergauf. Uff.

Mittlerweile war eisiger Wind aufgezogen, es dämmerte – kein Zuckerschlecken. Auf der Hämmermoosalm, die der 43-Jährige nun bei Nacht erreichte, zerstreuten sich die DNF-Gedanken in der Dunkelheit. „Ich war allerdings hier so verpeilt, dass ich meinen Rucksack gleich mehrfach ein-und wieder ausgepackt habe, ehe ich mich für die Nacht präpariert hatte. Im Schein der Kopflampen kletterten die immer weniger werdenden Mitstreiter hoch zum Schanitzjoch, wo zuvor auch Tanja schon gelaufen war. „Hier und da konnte ich mich nun mit anderen Läufern zusammenschließen – alle ein wenig angeknockt, aber daher auf einem Level.“

Die letzten Meter mit der Family.

Kurz vor der Mittenwalder Station traf Manu auf Adrian, der mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. Die beiden schlossen sich zusammen und kamen so über die noch folgenden Hindernisse. „Das war cool – denn ansonsten wäre es wohl doch recht einsam geworden.“ Nach dem Downhill vom Wamberg nahmen ihn Tini und Andi Raubal in Empfang, wenig später dann auch Eva, Lou und Julius. Ebenfalls im Ziel mit dabei: Stella und ihr Freund Bernd – und später gesellte sich noch Chrissi dazu, der schon während des Rennens auf der Ehrwalder Alm supportet hatte. 1000 Dank noch einmal für den tollen Support während des Tages, sensationell.

Fotos: Eva, Tini, Tanja, Maren, Felix, Stella, Bernd, Manu, Christian, Manu

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