Tanja rennt quer über die Insel

Was für ein Trip, was für Emotionen: Tanja Gebhard hat den Trans Gran Canaria erfolgreich beendet. Die 131 Kilometer inkl. 6400 Höhenmeter waren nach 28:51:33 h im Sack.

Tanja berichtet über diesen mehr als langen Tag als Roman-Autor

Prolog

Aufregung und Selbstzweifel!!! Ist das eine Nummer zu groß für mich? Schafft mein alter Körper das? Hab ich an alles gedacht?

Kapitel 1: Der Start

Oder „Die Ruhe vor dem Sturm“. Ich war auf einmal total ruhig. Außerdem war das Startareal mit Abstand das Coolste, was ich je hatte! Sogar besser als beim NYC Marathon.

Kapitel 2: Es geht loooooos🥳

Lauf über den Strand mit Männerchor & Feuerwerk! Unvergesslich!!! Aber Ergebnis: Schuhe & Strümpfe voller Sand. Die beste Voraussetzung für die nächsten Kilometer😵‍💫.

Kapitel 3: Es kommt immer anders als man denkt!

Petra stürzt im ausgetrockneten Flussbett und die Reise geht weiter alleine! Dunkel, technisch sehr anspruchsvolle Strecke, lang! Schön ist anders🙈.

Kapitel 4: Here comes the sun

Die Sonne geht auf! Endlich sieht man was. Die Natur ist atemberaubend und kräftezehrend zugleich.

Kapitel 5: HUNGER!

Die VPs decken sich nicht mit meiner Laufernährung und Pulver, Riegel und Co. kommen mir schon zu den Ohren raus!

Kapitel 6: Aua!

Die letzten paar Kilometer vor der VP ziehen sich ins Unendliche. Kopf an niedriger Brücke angestoßen und rücklings umgekippt! Wie blöd kann man sein?!

Kapitel 7: Ein Feuerwerk der Gefühle

Die beste und härteste Strecke: Canyon runter und wieder hoch! Ein Feuerwerk der Gefühle!

Kapitel 8: Die Wehwehchen beginnen

Hoch, runter, hoch, runter- langsam wird’s zäh! Wehwehchen beginnen: Blase an der Hand, Rücken schmerzt vom Rucksack, eine Sehne am Knie zwackt!

Kapitel 9: Es wird Nacht

Die 2. Nacht: Es wird kalt,- der Körper ist ausgezehrt. Warm anziehen, Cut-Off gerade so geschafft😅.

Kapitel 10: Von Müdigkeit keine Spur

Koffein ist die Lösung: in den Gummidrops, im Riegel, im Gel, im Shot! Von Müdigkeit keine Spur😂.

Kapitel 11: Mentale Herausforderung

Heiter weiter! Selbstgespräche! Der Kopf hat übernommen. Jetzt wird’s spannend! Das Rennen beginnt ab km 90! „Nur noch Marathon🤪“. Petra, Du fehlst mir!

Kapitel 12: Im Ziel

Ich hasse wackelige Steine und ausgetrocknete Flussbette! Was für eine Quälerei! Der pure Horror! Zieleinlauf um 04:50 Uhr: nur der Moderator, ich und ein paar wenige Family & Friends. Unspektakulär und dennoch unvergesslich! Ich hab’s tatsächlich geschafft!

Nachwort

  1. Der Weg ist das Ziel. Danke an @twopeaksendurance für den sehr fordernden, aber absolut zielführenden Trainingsplan.
  2. @cremer410 Du bist der beste Trailbuddy, den man haben kann. Dein STurz war einfach Pech. Umso beeindruckender, dass du doch dann noch 80 KM mit knapp 5000 HM durchgekämpft hast. Du hast meinen absoluten Respekt und bist die eigentliche Heldin des Rennens. Herzlichen Glückwunsch und gute Besserung.
  3. Das Finish des TGC hat mir gezeigt, dass es Grenzen nur im Kopf gibt. Es hat mich bestärkt, dass das bisherige Training gefruchtet hat und die Form stimmt, so dass ich daran anknüpfen kann. Zum Glück, denn die Bucket List für 2025 ist lang und herausfordernd.
  4. Mein größter Horror waren Halluzinationen, Übelkeit und ein endloses Paincave. Von allen drei Dingen wurde ich dieses Mal zum Glück verschont.
  5. Der TGC war großes Kino. Definitiv mein bislang härtestes Rennen und meine größte Herausforderung. Hätte auch schiefgehen können. Ich bin dankabr und sehr froh, dass dieses Mal alles glatt gelaufe ist.
  6. Gran Canaria ist so schön. Viel schöner als erwartet. Die Natur ist mega abwechslungsreich und einfach ein Traum. Ich komme wieder.


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