Am Ende wird es Orange

Vor einigen Wochen hatten wir hier schon etwas oranges, einen köstlichen Aperol Spritz, den sich Daniela Neumeyer nach ihrem Hamburg Marathon gönnte. Nun geht es wieder um diese Farbe, genauer um den Farbton RAL 2004, Reinorange. Wenn nämlich Tanja Gebhard am Sonntag diese Farbe entdeckt, ist sie am Ziel. Am Ziel der Tortour de Ruhr. Jener Ultralauf lockt Verrückte und Halbverrückte seit einigen Jahren an den malerischen Strom, denn dieser begleitet die Läufer auf ihrem Weg durchs gleichnamige Revier bis zur Mündung in den Rhein, wo eben die „Rheinorange“ genannte Skulptur steht.

Das Ziel: Die Ruhrmündung in den Rhein. Foto: Frank Vincentz – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18914541

Drei Varianten der Tortour de Ruhr gibt es, alle haben es in sich: Die „vollkommen Verrückten“ laufen ab der Quelle in Winterberg und haben 230 Kilometer vor der Brust. Die „normal Verrückten“ steigen in Arnsberg ein und laufen 100 Meilen, also 160,9 Kilometer. Und die Halbverrückten, hier ulkigerweise Bambini genannt, geben sich mit läppischen 100 Kilometern zufrieden. Sie starten ab Herdecke.

Zu letzterer Gruppe gehört Tanja, die nur zwei Wochen nach ihrem Finish beim Madeira Island Ultra Trail das nächste dicke Brett bohrt. Ihr Start ist um 4 Uhr morgens, ab dann ist sie unter https://raceday.me/v/9f02ce zu verfolgen. Gelaufen wird auf dem Ruhrtalradweg. Das macht die Sache einfach, aber auch eintönig. Wer jemals dort geradelt ist, weiß, dass es irgendwann doch etwas zäh wird und gefühlt eine Ecke der anderen gleicht.

Diese Sechs begleiten Tanja auf ihrem Lauf.

Unterstützung erhält Tanja von einer Crew, die sie auf ihrem Lauf unterstützen wird. Dies ist Voraussetzung bei dem Lauf, zu dem man sich übrigens nicht anmelden kann. Man hinterlegt stattdessen bei den Organisatoren den Startwunsch und untermauert diesen mit einigen bisher gelaufenen Rennen. Mit etwas Glück ist man dann dabei.

Tanja wird zur Poetin

Tanja kann es kaum noch erwarten und hat im Überschwang der Gefühle sogar gedichtet:

Jens und Ricarda machen es wahr,
2024 ist die Tourtour der Ruhr wieder da!

Um 4:00 Uhr schickt sie die Bambiniläufer am Sonntag auf die Reise,
alle nicht Läufer denken, die Torturisten haben ne Meise.

Voller Ehrfurcht, Respekt und Kraft
stehen wir alle voll im Saft.

Viele Trainingskilometer sind wir gelaufen
und Motivation haben wir einen Haufen!

Jeder am Start ist ein Held,
wir tun das ja, weil‘s uns gefällt,

Ausdauer haben wir alle viel,
spätestens um 21 Uhr sind wir am Ziel.

Immer das Rhein Orange vor der Brust,
geht es Schritt für Schritt voran, voller Lust,

alles eine Frage der Mentalkraft
und, ob der Kopf ist überhaupt schafft!

Höhen und Tiefs im Höllenritt,
die Crew begleitet uns auf Schritt und Tritt.

Ja, wir haben alle große Lust,
entlang der Ruhr geht’s ohne Frust.

Spaß dabei ist oberes Ziel,
Bock darauf haben wir ganz viel!

Am Sonntag ist die Ruhe endlich zu Ende,
und dann erst beginnt das Pfingstwochenende!

Die Tortur der Ruhr Family ist groß,
wir sind dabei, ist das nicht grandios🥳🥳🥳

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