35k durch Regen, Matsch, Felder, Sand und die Spey

Der 35 Kilometer-Lauf, der in dieser dritten Trainingswoche unter anderem auf dem Programm stand, führte mich heute in die südöstlichen Ecken der Stadt, zum Teil sogar bis nach Neuss.

Erst in der vergangenen Woche hatte ich die Spey wieder kennengelernt, nachdem sie gänzlich aus meinen kindlichen Erinnerungen gelöscht war. Das Naturschutzgebiet zwischen Hafen und Rhein kann mit einer besonderen Fülle von Arten aufweisen: Flora und Fauna gedeien hier vorzüglich, weil man sie zum größten Teil auch lässt. Natürlich gibt es aber auch hier Unverbesserliche, die ihren Dreck, zum Teil ganz Müllsäcke voller Grillpappen, Tellern und Dosen aller Art zurücklassen.

Zunächst aber führte mich mein Weg über den Sprödentalplatz in den Schönwasserpark. Hier formierte sich gerade ein Kindergeburtstag. Ein nasses Unterfangen, denn quasi mit Laufbeginn hatte es angefangen, wie aus Kübeln zu gießen. Die Kids ließen sich die Stimmung aber nicht vermiesen und tollten wild herum, während ich an ihnen Richtung Burg Linn vorbeizog. Hier bemerkte ich, dass mein einstes Schlupfloch von den Kollegen des Fachbereichs Tiefbau nun gänzlich geschlossen wurde, wieder ein paar Meter mehr.

Vorbei an den Schlachtfelder, auf denen im August wieder wilde Kämpfe toben, und Schloss Greiffenhorst zog es mich nun gen Hafen, über die schöne, denkmalgeschützte, aber leider auch vollkommen hinderliche Drehbrücke. Wer weiß, was sich die Politiker hier einfallen lassen, denn nach den Aussagen, die heute in den Zeitungen zu lesen waren, soll mächtig in den Hafen investiert werden. Die Brücke, da sind sich alle einig, stört dabei enorm, da sie oben nur einspurig befahrbar ist, und für jedes passierende Schiff hydraulisch in die Höhe gehoben und dann gedreht werden muss.

Die erste Investition ist wenig später sichtbar: An Bataverstraße/Hentrichstraße entsteht ein neuer Kreisel, durch den später auch die Hafenbahn und Schwerlastverkehr fahren kann. Die durchaus früher mal imposanten Häuser werden bald abgerissen, hier wohnt schon lange keiner mehr.

Kurze Zeit später gehts an den Ruder-, Yacht- und Kanuclubs vorbei, darunter auch der Crefelder Ruderclub, der a) heute die Sappeure Linn (www.sappeure-linn.de) empfängt, und b) morgen den Krefelder Rudertag ausrichtet, an dem ich, im Stadt Krefeld-Boot sitzend, teilnehmen werden.

Die Spey mit Sandstrand am Rhein

Und dann gehts in die Spey. Auf einem Faltblatt heißt es: „Das Deichvorland südlich des Krefelder Hafens wird als „Die Spey“ bezeichnet. Sie reicht bis
weit in das Meerbusch-Nierster Gebiet hinein. Es handelt sich dabei um eine Rheinaue mit Resten des typischen Silberweidenauenwaldes.“ Logisch, dass hier die Wege nicht mehr befestigt sind, zum Teil geht es über zugewucherte Feldwege. Gut, dass ich die Ceps anhabe, denn ohne wären meine Beine wohl arg geschnitten worden. Allerdings änderten auch die nichts daran, dass meine Schuhe nun endgültig nass waren. Und mit nass meine ich NASS. Egal. Denn die schöne Landschaft entschädigte doch sehr dafür. Und dann gings an den Rhein, durch Sand und der Musik entgegen. Denn genau vor Düsseldorf-Wittlaer parkte mein Partyboot aller erster Sahne. Schließlich muss man den Schönen und Reichen zeigen, wie man Discofox tanzt 😉

Die Spey habe ich schließlich über den Weg verlassen, den ich erst vergangene Woche gelaufen bin – und schwupps – war ich in Neuss. Hier hat der Rheinkreis mit dem Deichverband schlappe 14 Millionen Euro in die Hand genommen, um den Deich neu zu bauen. Das Ding kann sich sehen lassen – und wenn ich es verstanden habe, kann man auf ihm bis nach Düsseldorf fahren, laufen oder skaten. Muss ich mal ausprobieren.Nun, weiter gings dann ein kleines Stück durch Lank und dann wieder an den Krefelder Hafen zurück. Angeblich soll es sich dabei um das Gebiet handeln, das am meisten in Deutschland boomen soll – ob ich das glauben soll?

Über ein kleines Stück Landstraße war ich später wieder im Krefelder Hafen und da ich noch nie die berühmten römisch-fränkischen Gräberfelder  gesehen hatte, machte ich mich erneut auf die Suche. Und erneut blieb ich erfolglos. Das einzige, das ich fand, war ein Hinweisschild darauf sowie ein Stein, der irgendwas markierte. Da es aber noch schüttete und ich mittlerweile immer weniger Lust bekam, wollte ich mich daran jetzt nicht auch noch aufhalten. Also ging es durch Gellep-Stratum und Linn wieder zurück. Schön, dass hier die Sonne aufriss und ich am Ende dann doch noch trockenen Fußes nach knapp 35k nach Hause kam.

Gedenkstein im Hafen.
Der Krefelder Hafen.

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