Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Desaster am Baldeney-See

Woran hat et gelegen? Dat ist natürlich immer so die Frage. Ich sage natürlich immer, woran hat et gelegen? Das fragt man sich nachher natürlich immer, woran et gelegen hat. Ich sage immer, woran et gelegen hat, fragste dich immer. So isset: Meine plötzliche Entscheidung, den 55. Essen-Marathon zu laufen, darf nachbetrachtend als nicht die beste bezeichnet werden. Vollkommen zerstört bin ich unter ferner Liefen (3:39:44h) ins Ziel gekrochen – und das nach einer einigermaßen planmäßigen ersten Hälfte (1:30:15h). WTF!

Ursachenforschung:

  1. Die Fußverletzung, die ich mir bei den Kleinfeld-Open zugezogen habe und die ich die komplette Vorbereitung immer mal mehr, mal weniger gespürt habe. Daraus resultierend knapp zwei Wochen Trainingspause. Sie dürfte das größte Übel gewesen sein, denn unter der Wettkampfbelastung brach sie kurz vor der HM-Grenze wieder auf.
  2. Das Knirschen in der Hüfte – hier wird jetzt mal ein Arzt konsultiert.
  3. Das Gel, das mir bei KM 12/13/14 voll auf den Magen geschlagen ist.
  4. Die vergangenen anderthalb Wochen, die unsere traumhafte Tochter Lou, geboren am 27. September, maßgeblich geprägt hat. Außer einem kurzen Lauf am Samstag vor dem Marathon war in den letzten zehn Tagen nicht viel mehr drin. Dafür nicht wettkampfgerechtes Essen und Nachtschichten.

Es wird wohl von allem etwas gewesen sein. Eigentlich kam ich gut vom Start weg, die ersten zehn Kilometer hatte ich bei einem Schnitt von rund 4:09 min/km hinter mich gebracht und das Wetter (nass, 13 Grad) kam meinen Vorstellungen sehr entgegen. Für den dann folgenden Abschnitt nahm ich ein Fit-Rabbit ein, ein Rote-Beete-Konzentrat, das mich eigentlich bislang noch nie enttäuscht hat. Diesmal aber schlug es mir extrem auf den Magen, so dass ich ein wenig das Tempo rausnehmen musste. Kurz nach der Wendemarke bei KM15 zogen die 3h-Pacer an mir vorbei, die ich aber relativ lange noch im Blick hatte, auch wenn ich jetzt pro Kilometer einige Sekunden liegen ließ.

Die HM-Matte überquerte ich bei 1:30:15, also noch voll im Soll. Doch spätestens ab hier bröckelten die Zeiten nun merklich. Mein Fuß schmerzte und mit Blick auf die Uhr ließ auch die Motivation nach. An KM25, der Stelle, an der man am späteren Ziel vorbeikommt, hatte ich erstmals eine 5er-Zeit auf dem Tacho, dazu nun echte Schmerzen, die mir ein Weiterlaufen deutlich erschwerten. Ich versuchte alles: Gegendehnen, weitere Gels, Ruhepausen – nichts half. Und so wurden es verdammt lange 17 Kilometer (eine weitere Seerunde), die zermürbender hätten nicht sein können.

Einzig der Gedanke an meine beiden Mäuse zu Hause ließ mich nicht aufgegeben. Getreu dem Motto „DNF is no option“. Als geprügelter Hund schlich ich schließlich als 170. (von 500 männlichen Finishern) und M35-26. ins Ziel, wo mich Moderator Andi Menz noch ein wenig motivierte. Danke!

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