Neuer Wander- und Radrundweg mit dem Motto „Was von der Eiszeit übrig blieb“

Seit wenigen Tagen gibt es einen neuen Wanderweg und einen Radrundweg am Hülser Berg bzw. im Hülser Bruch – oder besser gesagt: Einen Geopfad. Dieser ist ein gemeinsames Projekt des GeoParks Ruhrgebiet und der Stadt Krefeld unterstützt vom Heimatverein Hüls. Er wurde mit Mitteln des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gefördert. Läufer und Wanderer auf der Route des Seidenraupen Cross haben Glück, da sich die Wege zum Teil überschneiden und einige der 16 Infotafeln zu entdecken sind.

Infotafel zur Geologie des Hülser Bergs und seiner Umgebung an Station 1. © GeoPark Ruhrgebiet

Dabei spielt es auch gar keine Rolle, dass der Hülser Berg nicht im Ruhrgebiet liegt. „Es mag verwundern, dass der Hülser Berg im GeoPark Ruhrgebiet liegt. Die GeoPark-Region entspricht zwar grundsätzlich dem Gebiet des Regionalverbandes Ruhr, geht jedoch an einigen Stellen – so in Krefeld – über dessen Grenzen hinaus, unter anderem, weil die geologischen Grenzen anders verlaufen, als die administrativen“, sagt Katrin Schüppel, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Geopark Ruhrgebiet.

Wie ist der Hülser Berg entstanden? Was hat es mit der eisenzeitlichen Wallburg auf sich? Welche Rohstoffe hat man auf dem Hülser Berg und im benachbarten Bruch gewonnen? Warum wäre Krefeld beinahe ein Kurort geworden? Diese und andere Fragen werden auf dem Geopfad Hülser Berg beantwortet.

Kurzführung zu den Stationen 1-8 des GeoPfads Hülser Berg (Drohnenfoto mit Johannesturm) © GeoPark Ruhrgebiet

Über den Hülser Berg, der schon seit über einem Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel ist, führt ab sofort ein fünf Kilometer langer Wanderrundweg. Ein 19 Kilometer langer Radrundweg verbindet weitere Stationen im idyllischen Hülser Bruch und im historischen Ortskern von Hüls. Insgesamt 16 Schautafeln informieren Wanderer und Radfahrer über lokale Sehenswürdigkeiten und ihren Bezug zu Geologie, Rohstoffgewinnung und Landschaftsgeschichte der Region.

„Was von der Eiszeit übrig blieb“ lautet das Motto des GeoPfads. So ist der Hülser Berg selbst ein Überbleibsel des Endmoränenzugs, den der Gletscher der Eiszeit hier einst aufgeschoben hat. Der Abbau der Kies- Sand- und Tonvorkommen riss große und kleine Löcher in den Berg. Die Pott- und Pannenbecker, die den Ton seit dem 17. Jahrhundert als Rohstoff nutzten, sind ein wichtiger Teil der Hülser Identität. Im Heimatmuseum von Hüls, den Hülser Heimatstuben, werden zahlreiche Objekte der Hülser Keramik präsentiert. Auf dem Gelände des Krefelder Umweltzentrums zeugen Steilwände und Artefakte davon, dass im letzten Jahrhundert hier eine Kiesgrube betrieben wurde und Betonwaren hergestellt wurden. Weitere Stationen sind unter anderem der Gesteinsgarten an der Bergschänke, der Johannesturm, von dem man einen hervorragenden Blick bis ins Ruhrgebiet genießt, die sagenumwobene Eremitenquelle, die Niepkuhlen, der Bohrturm des Krefelder Sprudels und eine ehemalige Produktionsstätte von Dachziegeln. Der GeoPark Ruhrgebiet hat einen kostenlosen Flyer mit Stationen, Karten und Streckenverläufen herausgegeben. Diese Informationen finden sich auch auf den Webseiten des GeoParks, wo darüber hinaus auch die GPX-Tracks der Wegstrecken kostenfrei heruntergeladen werden können.

Kurzführung zu den Stationen 1-8 des GeoPfads Hülser Berg © GeoPark Ruhrgebiet

 „Der Hülser Berg ist ein attraktives Ausflugsziel für Krefeld und Hüls. Entstanden durch die vorrückenden Gletscher der Eiszeit und als Träger einer eisenzeitlichen Fluchtburg ist er eine topographische und historische Landmarke ersten Ranges. Dazu bildete er bis in die jüngste Zeit hinein eine vielseitige Rohstoffquelle für die lokale Wirtschaft. Gerade an solchen Objekten, wo sich Naturerleben, Historie und Wirtschaftsentwicklung miteinander verzahnen, möchten wir als GeoPark die Zusammenhänge verständlich machen und bei den Besuchern Interesse und Freude an der regionalen Erd- und Naturgeschichte wecken“, erklärt Volker Wrede, 1. Vorsitzender des GeoPark Ruhrgebiet.

Übersichtskarte © GeoPark Ruhrgebiet (Kartengrundlage: Geobasis NRW)

„Wir freuen uns als Stadt Krefeld darüber, jetzt in den Geopark Ruhrgebiet integriert zu sein. Dieses Angebot macht das Hülser Bruch als eine Perle der niederrheinischen Naherholung in Krefeld noch attraktiver. Natur und Geologie vor der eigenen Haustür erleben – und das auf nachhaltige Art und Weise: Der Geopark vereint Umweltbildung und Stadtgeschichte und wird für Krefelder wie Auswärtige viel Wissenswertes bieten. Ich bin sicher, dass die Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot begeistert annehmen werden“, sagt Sabine Lauxen, Umweltdezernentin der Stadt Krefeld.

„Zu den zahlreichen Aufgaben des Landschaftsverbands Rheinland zählt die Befassung mit dem Naturerbe des Rheinlands ebenso wie mit der vom Menschen über große Zeiträume geschaffenen Kulturlandschaft. Diese den Menschen anschaulich zu vermitteln, sicht- und erlebbar zu machen, ist uns ein großes Anliegen. Naturschutz und Umweltbildung sind uns dabei eine Herzensangelegenheit, die wir gerne gemeinsam mit anderen Akteur*innen im Rheinland, beispielsweise den Naturparken und Biologischen Stationen, verfolgen. Der Geopark Ruhrgebiet ist hier ebenfalls in vorbildlicher Weise unterwegs. Deshalb unterstützt der LVR gerne die Aktivitäten des Geoparks Ruhrgebiet, mit dem wir nicht zuletzt auch gemeinsam für unser LVR-Niederrheinmuseum Wesel zusammenarbeiten“, so Corinna Franz, Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland.

Mehr Infos unter: https://www.geopark.ruhr/standorte/geopfade/geopfad-huelser-berg/

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen