Ja bin ich denn ein Alien? Oder habe ich was im Gesicht? Nein – ich habe was auf dem Rücken. Nachdem ich heute bei unserem Ausrüster Sport Borgmann unsere Laufrucksäcke abgeholt habe, musste natürlich die erste Einheit damit gelaufen werden.
Doch vor dem Laufen hat der liebe Gott die Vorbereitung gestellt. Denn zunächst musste die Trinkblase, die immerhin drei Liter fasst, in den Rucksack, einen Deuter Compact Air EXP 10, eingebaut werden. Ein einfaches Unterfangen – das Ding kurz gefüllt, und ab die Post.
Im Stadtwald zeigten sich dann drei verschiedene Gruppen:
1- Die Schön-Wetter-Läufer: Sie erkennen dich mit dem Rucksack und schauen beklemmt nach unten. Schließlich wissen sie, dass sie nur dann laufen, wenn es warm ist und die Sonne scheint. Außerdem schwabbelt hier und da etwas, also lieber wegschauen.
2- Die Girlies: Augen geschminkt, Push-Up drin, knappes Höschen. Nett anzuschauen, aber zur Disco gehts woanders lang. Sie schauen einen an nach dem Motto „Was für ein Freak.“ Babies, ihr seid die Freaks!
3- Die Dauerläufer: Sie streifen bei Wind und Wetter durch den Stadtwald, also auch heute. Sie blicken kurz auf, nicken, und laufen weiter. Ein wenig Achtung schenken sie einem, denn sie wissen, dass keiner freiwillig mit einem Rucksack seine Einheiten absolviert.
Natürlich waren die ersten Kilometer ungewohnt, vor allem das Trinken während des Laufens will gelernt sein. So ganz habe ich noch nicht raus, wohin mit dem Schlauch und den ganzen Bändeln, die da herumwippen. Aber das wird sich zeigen. Deutlich macht sich aber der Lärmpegel des Wassers in der Trinkblase bemerkbar. Einheiten im stillen Wald, vielleicht mal kurz unterbrochen von einem Zwitschern der Vögel, gehören wohl ab sofort der Vergangenheit an…interessant wird der Einsatz bei den beiden Wettbewerben, die in dieser Woche noch anstehen: Morgen ein kurzer Firmenlauf in Ddorf mit Start und Ziel in der Esprit-Arena und am Samstag der Bösinghovener Zehner…
Wer sich übrigens für Seidenraupen – also echte – und die Herstellung von Seide interessiert, sollte im Schwanenmarkt vorbeischauen. Das Haus der Seidenkultur zeigt hier nicht nur die Raupen und Kokons, sondern auch die Herstellung von Seide und die Weiterverarbeitung. Sehenswert ist vor allem der Herzschlag der Raupen, der deutlich sichtbar den ganzen Körper durchzieht. Nach dem Dasein als Raupe und dem Schlüpfen aus dem Kokon haben die Raupen, dann als schmucklose Schmetterlinge, nur noch ein kurzes Leben. Der Mann befruchtet die Eier und stirbt, das Weibchen legt sie und stirbt ebenfalls wenig später. Einen Essapparat haben die Seiden-Schmetterlinge erst gar nicht…ooops!


