Neun Jahre nach seiner ersten Triathlon-Langdistanz (3,8 KM / 180 KM / 42 KM) ist Manuel Kölker nun beim Ironman in Hamburg zum zweiten Mal auf die 226 Kilometer lange Reise gegangen. Seit 2014 sind seine Erfahrungen in Sachen Triathlon jedoch kaum gewachsen, der Präsi baute daher erneut auf die Karte „Durchhalten“. Nach 12:28:10 h war er schließlich im Ziel. In der M40 bedeutet das Rang 270., bei den Männern wurde er 1350.

Entspannter Start in den Tag
Als Mitglied im Team Brustschwimmer ließ er beim Schwimmen zunächst den meisten der rund 2500 Teilnehmer den Vortritt. Vorteil: Es waren nur gleich“starke“ Schwimmer um ihn herum. Nachteil: Wartezeit von rund 1.30 h, ehe es schließlich entspannt in die Fluten der Alster ging. „Auf dem Rückweg habe ich ein wenig die Orientierung verloren, hier fehlten meiner Meinung nach ein paar Bojen. Aber egal, ich wusste ja, dass wir irgendwie wieder dahin zurück müssen, woher wir gekommen waren.“ Nach dem Schwimmen (1:41:04; M40: 312.; Männer: 1684., Gesamt: 1940.) ging es aufs Rad.
Schlimmer Unfall am Deich

Für die zwei Runden durch das Hamburger Umland benötigte der 44-Jährige 5:40:28 min (M40: 224., Männer 1150., Gesamt: 1245.). Überschattet wurde die Radfahrt von einem Unfall, bei dem ein Motorradfahrer in den Gegenverkehr geraten war, dort mit einem Radfahrer kollidierte und verstarb. Sein Beifahrer erlitt einen Schock. Der Radfahrer überlebte schwerverletzt. Kölker: „Wir mussten an der Unfallstelle runter von der Straße und die Räder oben auf dem Deich schieben, vorbei an der Unfallstelle, die noch voller Trümmer war. Nach ein paar hundert Meter ging es dann wieder zurück auf die Strecke. Was dort wirklich passiert war, habe ich erst beim Laufen erfahren. Schrecklich.“ Davon abgesehen war er aber mit dem Verlauf der 180 Kilometer zufrieden. „Das hat gepasst, ich hatte eigentlich zu keiner Zeit Probleme und bin flüssig und gleichmäßig durchgekommen.“

Bei der Parade-Disziplin fehlt die Motivation
Für den abschließenden Marathon benötigte er dann 4:46:04 h (M40: 267., Männer: 1357., Gesamt: 1548). „Schade, dass ich bei meiner eigentlichen Parade-Disziplin, dem Laufen, nicht schneller sein konnte. Aber schon nach wenigen Kilometern hatte ich irgendwie eine Blockade im Kopf, die Motivation fehlte. Das hat sich leider über den kompletten Lauf manifestiert, die Bremse konnte ich nicht mehr lösen.“ Und so ging es sehr gemächlich, Runde um Runde, ins Ziel auf dem Rathaus-Platz.
Fazit: Eine große Dankbarkeit
„Insgesamt habe ich meine Ziele erreicht: Ich wollte ankommen und nach Möglichkeit schneller sein als bei meinem ersten Langdistanz-Start, was mir mit knapp 20 Minuten auch geglückt ist. Schlussendlich bin ich unendlich dankbar über das nun vollendete Projekt Ironman. Wie toll ist und war es, die Möglichkeit zu besitzen, so ein Unterfangen überhaupt unternehmen zu können? Mit ganz großer Sicherheit etwas, was nicht selbstverständlich ist. Ich hatte gute sechs Monate, in denen ich viel Zeit für das Training und Wettkämpfe aufgebracht habe. Das hätte ohne die Unterstützung meiner Frau nicht funktioniert, denn sie hat mir in vielen Situationen den Rücken freigehalten. In den sechs Monaten bin ich nahezu verletzungsfrei geblieben, was auch nicht selbstverständlich ist. Am Renn-Wochenende wurde ich schließlich von vielen Familien-Mitgliedern und Freunden begleitet, viele waren in Gedanken dabei – einfach großartig, so einen Support zu haben.
Wenn man gerade auf den Unfall schaut, sieht man aber auch, wie schnell aus einem Hobby, was es für mich ist, bitterer Ernst werden kann. Ein Mensch ist gestorben, er hat morgens sein Haus verlassen und kommt nicht mehr zurück. Ein anderer ist schwerverletzt, wer weiß, ob er jemals wieder seiner Leidenschaft nachgehen kann. Das sind Momente, in denen vieles in den Hintergrund rückt, und man gleichzeitig froh sein darf, dass man den Wettkampf gesund und heil überstanden hat. Denn wie nebensächlich ist in so einem Moment, wie schnell man war oder ob man hier oder da ein paar Minuten liegengelassen hat?“













