Tanja in den Lofoten: Rennabbruch nach Abschnitt vier

Bitterer „Ausflug“ für Tanja Gebhard in die norwegischen Lofoten: Dort wollte sie bekanntlich in einer fünfköpfigen Staffel beim Lofoten Ultratrail laufen. Zum Einsatz kam sie jedoch nicht, ihr Team brach das Rennen nach der vierten Etappe ab. Gebhard war für die Abschnitte fünf und zehn vorgesehen.

Startnummer 1, Abschnitt 5 und 10. Tanja war heiß.

„Wir haben alles gegeben, hatten 56 Kilometer mit 2.600 Höhenmeter hinter uns. Nach 14,5 Stunden haben wir den Cut Off jedoch um 30 Minuten verpasst. Das war eher ein Hindernisrennen, nur ein Bruchteil der Strecke war überhaupt laufbar. Wir sind vom Weg abgekommen, gestürzt, geklettert und hatten phasenweise pure Angst. Meine Teampartner sprachen von lebensgefährlich, Nahtoderfahrung und unverantwortlich, das Schlimmste, was sie je gemacht haben. Wer weiß, ob es nicht ein Segen war, dass der Cut Off uns gerettet hat. Keiner von uns ist enttäuscht, alle eher erleichtert! Wir sind überzeugt, alles andere wäre unvernünftig gewesen, gilt doch immer Sicherheit zuerst“, so die sehr erfahrene Gebhard.

Tanjas Staffel – vor dem Start und noch gut drauf.

Eine Läuferin, die es bis Abschnitt zehn geschafft hatte, berichtete von den dortigen Verhältnissen, die ihr fast das Leben gekostet hätten: „Auf dem Grat gab es kein GPS Empfang- wir waren orientierungslos! Hinzu kam die schlechte Sicht von rund einem Meter, da ich in den Wolken war. Rechts und links ging es in die Tiefe. Aufgrund der Schmelzwassermengen gab es keine Trittsicherheit, ich musste über lange Schneefelder rutschen. Es war eisig und starke Windböen machten es nicht einfacher. Ich habe fünf Stunden für den ersten Berg gebraucht. Der zweite wäre schwieriger und noch höher gewesen. Müdigkeit und Erschöpfung nach 30 Stunden auf der Strecke haben jeden Schritt erschwert. Es war lebensgefährlich!“ Tanja sieht nach diesem Bericht auch den Veranstalter in der Pflicht: „Mir fehlen nach diesem Bericht die Worte! Wie verantwortungslos kann ein Veranstalter sein? Unter den Bedingungen hätte er das Rennen abbrechen oder Alternativrouten ziehen müssen! Ich bin so dankbar, dass ich das Leg 10 nicht „laufen“ konnte!“

Kleines Trostpflaster für Tanja: Sie bekam zeitgleich die Einladung, bei der Tortour de Ruhr 2024 dabei sein zu können.

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