Tanja Gebhard hat beim KAT100-Endurcance Trail die W55 gewonnen. Nach 20:17:38 h kam sie nach 82,5 KM in Fieberbrunn ins Ziel. Für Manuel Kölker endete das Rennen etwas früher, wenn gleich nicht im Ziel. Er wurde an der letzten Verpflegungsstation nach 75 KM aus dem Rennen genommen.

Tanja jubelte verständlicherweise: „Ich bin glücklich, mega erleichtert, unendlich dankbar und total fertig!“ Manu dagegen haderte mit sich selbst. „Ich hatte die Cutoff-Zeiten überhaupt nicht auf dem Schirm, weil sich meine Uhr nach rund 55 KM verabschiedet hatte. Bis dahin war ich weit weg davon, auch nur in die Nähe eines Cutoffs zu kommen. Ich war auf der Hochwildalm, der vorletzten Station, aber recht fertig und habe mich nach zwei alkoholfreien Weißbieren für eine halbe Stunde hingelegt. Auch beim Anstieg auf den letzten Gipfel habe ich hier und da kleine Pausen eingelegt, die mir die Zeit scheinbar unter den Schuhen weggezogen haben. Richtig dumm.“

Die beiden Seidenraupen waren unabhängig voneinander gestartet und hatten bis auf den Start lediglich nach 31 KM einen kurzen Berührungspunkt. An der Station in Jochberg (31 KM) trafen sie sich nach 5:32 h. Tanja zog hier an Manu vorbei. „Es war echt cool, bei Vollmond durch die Nacht zu laufen, auch wenn ich mich einmal ein wenig verzettelt habe und ein paar hundert Meter neben der Strecke stand. Dennoch hat es Spaß gemacht und es kam einem auch nicht so extrem vor“, so Manu. Mit Sonnenaufgang wurde es dann aber auch eine heiße Angelegenheit. Bis auf über 30 Grad kletterte das Thermometer. „Es war unendlich heiß, am Berg ging kein Lüftchen, wir wurden quasi gegrillt! Außerdem bin ich zu Anfang hüfttief durch eine Kuhwiese gewatet, was nicht nur geruchsmäßig und optisch mein völliges Verhängnis war. Ich habe durch die nassen und dreckigen Füße fünf Blasen bekommen! Eigentlich sonst gar nicht mein Thema. Jeder Schritt wurde zur absoluten Qual
! Also: Tempo runter und Zähne zusammen beißen“, beschreibt Tanja.

Für Manu gab es einen Knackpunkt vor der Station in Oberaurach. „Auf der quälend langen Straße dort bin ich einfach nur verbrannt. Jeder Schritt zog mir die Kraft aus den Beinen. Bei der Station wurde ich von meiner Family aufgepäppelt, aber ich war schon ziemlich hinüber.“ Eine Nahrungsaufnahme war kaum mehr möglich, schon bei der Station davor musste er sich übergeben, eine Verbesserung trat leider nicht mehr ein. Tanja war in Oberaurach eine gute halbe Stunde vorher durch und hatte auf dem quälend langen Uphill zum Fieberbrunner Höhenweg schließlich die besseren Beine. Auf der Zwischenstation an der Hochwildalm hatte sich ihr Vorsprung auf eine Stunde vergrößert, hinzu kam dann Manus Nickerchen, das ihm endgültig zum Verhängnis wurde. „Wenn ich lese, dass ich dort über eine Stunde verbracht habe, kann ich nachbetrachtend nur den Kopf schütteln.“

„Die Strecke war unglaublich hart. Viel technischer als erwartet! Mega steil, oft auf unter 10km 800Hm. Es ging einfach immer nur bergauf! Das mündete oft in völlige Verzweiflung und auch Erschöpfung. Klettersteige und Klippen sind wir auf allen Vieren gekrochen und das mit 5kg Gepäck auf dem Rücken. Zum Abschluss gab es dann noch eine Geröll Trasse zu überwinden – schlimmer geht immer“, so Tanja, die während des Trails auch einen „Wellness-Behandlung“ bekam: „Eine Kuh hat mir meinen Single Trail versperrt. Beschnupperte mich ausgiebig und leckte dann genüsslich meine Beine ab.“ Inklusive der Medaille und dem großen Pokal für den Gewinn der W55 DER Moment bei ihrem KAT100.















