Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Noch zehn Tage: Die Einreise in die USA und die Mär der Reisepass-Gültigkeit

Zugegeben, auch wenn ich in den vergangenen Jahren viel herumgekommen bin, meinen Reisepass brauchte ich dabei in den seltesten Fällen. Auch deswegen war er mir nicht regelmäßig präsent und erst recht nicht seine Laufzeit.

Jetzt, kurz vor dem Boston-Trip, suchte ich das Ding dann doch mal heraus. Im Juli 2005 war er entstanden – und läuft demnach im Juli 2015 ab. Mir stellte sich natürlich gleich die Frage, ob das ausreicht. Oder ob ich mir den Luxus gönne, meinen neuen Reisepass über Express zu bestellen, was dann 32 Euro extra kostet.

Google schickt einen bei den entsprechenden Suchwörtern auf so Seiten wie gutefrage.net, auf denen jeder Bauer seinen Kommentar hinterlassen kann. Da schreibt Otto Pawulski, dass der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Rosa Schmitz-Backes stimmt zu und auch Werner Kampmann und Horst Hottenkemper wissen das haargenau. Nur einer, Johannes Kurt, sagt das Gegenteil. Ist egal, meint er, warnt aber vor dem grimmigen Zollbeamten am Airport von NYC. Brauchbarer Tipp, ebenso wie seine Erfahrungen im Oman, Vietnam und Japan.

Ich stellte also recht schnell fest, dass hier nur echte „Experten“ am Werk sind und wechselte die Seite – nämlich zur Diplomatischen Vertretung der USA in Deutschland. Die müssen es doch wissen

Und siehe da, hier wird man schneller fündig, als auf allen anderen Hilfs-Seiten, und wenn sie noch so gut gemeint sind. Auf http://german.germany.usembassy.gov/visa/vwp/esta/ steht es schwarz auf weiß: „Eine erteilte ESTA-Reisegenehmigung (Anm.: Die braucht man anstelle eines Visums) … ist bis zu zwei Jahre oder bis zum Ablauf der Gültigkeit des Passes des Reisenden gültig, je nachdem, was früher eintritt.“ In den FAQ wird sogar noch erklärt, was ältere Reisepässe können müssen – und zwar auf Deutsch, so dass es auch jeder Bauer versteht. Warum sich gutefrage.net & Co. nicht von ihren falschen Informationen trennen, bleibt mir schleierhaft. Im Sinne des Erfinders kann es jedenfalls nicht sein.

Traurig ist allerdings auch, wie fest sich dieser „Sechs Monats“-Passus, den es früher mal gab und in anderen Ländern noch immer gibt, in das Gehirn der Menschheit eingebrannt hat. Gefühlt jeder, mit dem ich sprach, glaubte mir meine neuen Erkenntnisse erst einmal nicht. Und selbst als ich auf die US-Botschaft verwies, schien das immer noch nicht zu überzeugen. So viel Entgegenkommen bei der Einreise traut man den Amis also scheinbar nicht zu.

Meine ESTA-Reisegenehmigung jedenfalls ist nun bis zum 7.7.2015 haltbar. Passt also…

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