Wir laufen und laufen und laufen und laufen

Siebter im Verfolgungsrennen um die Schlangenburg

Einer der vielen Flüsschen, die es zu queren galt.

Einer der vielen Flüsschen, die es zu queren galt.


Wie schon berichtet, habe ich mich am Samstag spontan für den Slangenburgse Trailrun in Ijzevoorde im niederlädnischen Gelderland und gegen den Halbmarathon in Vreden entschieden. Ohne die Veranstaltung in Vreden zu kennen und zu missbilligen, kann ich sagen, dass es eine gute Entscheidung war. Nach 17 matschigen, nassen und dornigen – aber extrem spaßigen – Kilometern war ich nach 1:11:55h im Ziel – ohne allerdings zu wissen, auf welchem Platz ich tatsächlich lag.

Der Lauf rund um die mächtige Schlangenburg (ich hoffe, dies ist die korrekte Übersetzung) war nämlich als Verfolgungsrennen konzipiert. Es starteten jede Minute zehn Läufer. Natürlich hatte ich mir nicht die Wettkampfunterlagen durchgelesen und war dementsprechend überrascht. Mir war noch nicht einmal klar, ob ich mich innerhalb meiner Gruppe „frei“ bewegen durfte, oder ob ich angehalten bin, zusammen mit den Mitstartern in meinem Block zu laufen – das hätte den Plan, nen schnelles Brett hinzulegen, nämlich wohl direkt ad acta gelegt. Als Nachrücker über die Warteliste bekam ich die Nummer 21, Startblock drei – und mir wurde versichert, dass ich alleine laufen kann.

Nach dem Start an der Pokkershütte (in der übrigens rund 100 Niederländer gespannt ein Eisschnelllaufrennen in Sochi verfolgten) ging es direkt rein in den Matsch. Paralell zu einem Flüsschen galt es, nicht nur die Läufer der vorherig-gestarteten Gruppe einzuholen, sondern auch nicht in eben diesen Fluss zu plumpsen. Nach wenigen hundert Metern hatte ich die ersten Läufer eingeholt, jetzt ging es durch Wälder, über Pferdewege und -koppeln und durch tiefetiefe Schlammlöcher.

Bei Kilometer sechs oder sieben hatte ich schließlich den letzten Läufer eingeholt, jetzt ging es alleine durchs Gestrüpp. Nicht nur Konzentration auf den Untergrund war jetzt angesagt, sondern auch auf die richtungsweisenden Schilder. Und jeder, der schon einmal etwas länger gelaufen ist, weiß, dass irgendwann der Kopf ausschaltet – es gab Stellen während des Rennens, bei denen ich mich fragte, ob ich noch richtig bin. Keiner vor mir, keiner hinter mir – und erst einige hundert Meter weiter das nächste Schild. Doch noch richtig…Glück gehabt. Ich glaube, es hätte auch Zeit gekostet, aus diesen tiefen Wäldern wieder herauszukommen.

Selfie während des Laufs.

Selfie während des Laufs.

Das ewige Alleine-durch-den-Wald-Hetzen hatte zwar den Vorteil, dass ich zum Beispiel ein ausgewachsenes Reh erblicken konnte, das verwundert meinen Weg kreuzte, aber ich wusste ja absolut nicht, ob ich gut in der Zeit bzw. im Ranking war. Hier und da begegnete ich Spaziergängern, die ebenso verwundert wie das Reh dreinblickten, aber ich hatte weder eine Ahnung, wo ich war, wie weit es noch ginge, und ob ich noch schneller hätte rennen müssen. Können? Naja, denn der Boden ließ manchmal nicht mehr zu, als gerade noch so zu „zotteln“. Das ein oder andere Mal verschwanden meine Füße samt Schuhen in tiefen Mulden und auch das Dornengestrüpp erschwerte den Weg. Als ich noch Kontakt zu den anderen Läufern hatte, konnte ich sogar einige Stürze beobachten – aua.

Ein imposanter Blick bot sich bei der Schlangenburg, die plötzlich vor mir auftauchte. Eigentlich hätte sich ein Besuch vorher oder nachher angeboten. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

Und irgendwann war da auch wieder die Pokkershütte. Nur noch ein paar wellige Feldwege und fertig. Insgesamt ein schöner, aber auch anspruchsvoller Lauf. Nicht auszudenken, wie die jetzt schon schlammigen Wege und Pfade bei Regen oder Schnee ausgesehen hätten. Aber das macht ja gerade auch den Spaß aus, in freier Natur zu laufen.

Am Abend stellte sich dann übrigens heraus, dass ich auf dem siebten Rang gelandet war – ist ja auch ganz nett!

Weitere Fotos findet man bei Mischa Visser, http://www.trailfoto.nl. Herzliches Dankeschön für die coolen Pics!

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