Die nächste Enttäuschung: Rennabbruch für Tanja

Am Ende sind es drei Buchstaben, die die Enttäuschung nur schwer wiedergeben: DNF. Tanja Gebhard konnte am Samstag ihr Rennen, den 84 Kilometer langen Osttiroltrail im Rahmen des Großglockern Ultra Trails, nicht beenden. Eine Gewitterfront zwang den Veranstalter zum Rennabbruch. Nach bereits 50 absolvierten Kilometern, 3400 Höhenmetern und 10:23 h in den Knochen hieß es für Tanja: Rennende. Nach dem bitteren Erlebnis beim Lofoten-Ultratrail und dem kurzfristigen Aus für ihren Laufpartner Felix im Vorfeld des GGUT der nächste Tiefschlag für unsere Ultra-Expertin binnen weniger Wochen.

Wolken ziehen auf. Foto: GGUT / Wisthaler

„Ich dachte zuerst, es sei ein Scherz! Zwei Drittel des Rennens waren im Sack! Der nächste Verpfelgungspunkt war schon in Sicht und die Vorfreude auf den folgenden, langen Downhill von rund 20 KM groß. Im Gegensatz zum Uphill genau meine Stärke! Also führte uns die Bergwacht den ganzen Weg, den wir uns mühsam hoch gekämpft hatten, wieder runter zum letzten VP, wo schon der Reisebus und 50 andere Läufer auf uns warteten! Die Stimmung: naja- eine Mischung aus Verständnis (Safety First!) und maßlose Enttäuschung!

Bedrückte Stimmung beim Rücktransport.

90 Minuten später waren wir wieder zurück in Kaprun, wo das Gewitter mit Starkregen schon durchgezogen war. Kleiner Trost: Ich durfte durchs Ziel laufen und bekam meine Medaille! Trotzdem ist ein Beigeschmack dabei. Leider. Hätte es eine Möglichkeit gegeben, das Rennen fortzusetzen, ich hätte es gemacht, um den Sack zuzumachen. Echt schade“, so die natürlich enttäuschte Tanja.

Dabei war sie richtig gut unterwegs, hatte zu keiner Zeit des Rennens das Problem, die Cut off-Zeiten nicht zu erreichen: „Das Rennen lief fantastisch. Ich war mental wie auch körperlich in Höchstform! Alle anspruchsvollen Berge waren gemeistert. Am Ende war ich am höchsten Punkt auf einer Höhe von 2.875 Metern angekommen und dann kam der Showstopper!“

Was für ein Ausblick.

Auf den zurückgelegten 50 Kilometern erwartete sie eine atemberaubende Landschaft. Ich war geflasht von dieser atemberaubenden Natur! Jeder harte Anstieg wurde mit einem Ausblick entlohnt, der so unglaublich war, dass ich eigentlich die ganze Zeit nur filmen und fotografieren konnte.“

Hier wäre es weiter gegangen…

Dabei hatte es die Strecke auch in sich: „Gefühlt vertikale Anstiege, die nicht enden wollten, zu querende Schneepassagen, Single Trails auf dem Kamm, Kletterpassagen mit Stahlseil (Down- wie auch Uphill), Schotter- und Steinfelder sowie unzählige Bachquerungen, die nasse Füße zum Dauerzustand machten.“

Tanja: „Was für ein großartiges Gefühl in so einer atemberaubenden Landschaft laufen zu dürfen!!! Ein Feuerwerk der Gefühle!!!“

Doch Tanja rockte alles, auch dank des 16-wöchigen Vorebreitungsprogramms, das hinter ihr lag. „Ich hatte so eine Freude und Begeisterung, mich den technischen Trails des hochalpinen Geländes zu stellen! Es war ein unvergessliches Erlebnis und schreit definitiv nach mehr, auch wenn das Risiko des Rennabbruchs immer dabei ist!“

Ein Beispiel für den Downhill.

Und so geht es weiter: „Bis zum Jahresende mache ich Pause vom strukturierten Training, da Ende Januar 2024 höchst wahrscheinlich ein acht Monate langer Plan an die Umsetzung geht. Jetzt folgen viel Zeit für Familie und Freunde, bis Ende Oktober noch drei Rennen und Training nach Lust & Laune. Ich freue mich sehr darauf!“

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